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Growraum verkabeln: Grundlagenwissen Wechselstrom

Sauber und sicher an die Wand montieren
Sauber und sicher an die Wand montieren

Strom ist nicht gleich Strom

Noch in den Zeiten vor über 10 Jahren, in denen angebaut wurde, entstanden einige Schriftstücke. Diese hat damals eigentlich niemand richtig gelesen, aber sie dienten bereits als persönliche Nachschlagewerke. Vielleicht auch deswegen fehlte die konstruktive Kritik objektiver Personen. Da keine Elektrikerausbildung vorliegt und das Wissen zum Wechselstrom sozusagen in der Jugend und dem weiteren Werdegang mitgenommen und gewachsen ist oder sich die Begrifflichkeiten vielleicht auch geändert haben, steht in einstigen Werken immer wieder, dass es eine Phase, eine Masse und eine Erdung gibt. Das richtige wird gemeint, kann auch so verstanden werden, aber ist nicht richtig formuliert.

Der Schutzleiter oder die Erdung wird bei Elektroanschlüssen mit einem Symbol von drei waagerechten Linien mit einer senkrechten dargestellt. Bei einem Kurzschluss zum Gehäuse leitet der Schutzleiter den Strom ab oder sogar in die Erde, deswegen Schutzleiter oder Erdung. Damit ist man beim Arbeiten oder durch Defekte an Elektrogeräten beim Wechselstrom geschützter. Die Erdung ist innerhalb von Deutschland fast immer die grün gelbe Ader im Kabel.

Der Außenleiter ist in Deutschland fast immer die braune, schwarze oder zumindest dunkle Ader im Kabel. Wer einen Stromprüferschraubenzieher mit Lämpchen hat, hält ihn auf die Ader und drückt den Finger auf den Kontakt. Geht das Lämpchen an, ist Strom auf der Ader und man sollte vor einem Umklemmen dringend erst die Sicherung oder den Stecker raus nehmen. Selbst Haushaltsstrom mit „nur“ 240 Volt kann bei empfindlichen Personen bereits gesundheitsschädliche Auswirkungen haben, wenn man noch etwas am Kabel „kleben“ bleibt.

Der Neutralleiter ist in Deutschland fast immer die blaue Ader im Kabel und auch bei Growbox Technik wird es auf das „N“ angeklemmt. Dieser Nullleiter ist notwendig, damit sich der Stromkreislauf beim Wechselstrom schließen kann. Deswegen kann man die Geräte mit einem Schalter an- und ausschalten, da man den Stromkreislauf schließt oder wieder trennt. Nur beim geschlossenen Stromkreislauf wird das Gerät arbeiten, es sei denn, dass es arbeitet, wenn es keinen geschlossenen Stromkreislauf vorfindet.

Im Übrigen kann man den Stecker nicht nur in Deutschland so oder anders herum in die Dose stecken. Es ist deswegen nicht schlimm, wenn man Außenleiter und Neutralleiter vertauscht. In Ländern, wo man den Stecker nicht in verschiedenen Richtungen in die Dose stecken kann, kann es bei einigen Geräten allerdings einen Unterschied ausmachen. Das zumindest wurde so berichtet. Wenn es sich jedoch um einen Starkstromanschluss handelt, so ist dieser gegen ein Verdrehen geschützt und es würde einen beträchtlichen Unterschied machen, die Adern falsch anzuklemmen.

Wechselstrom Geräte anklemmen

Wechselstrom Geräte anklemmen

Wechselstrom

Das alles ist jetzt das kleine 1mal1 für Wechselstrom, der in Haushalten als Einphasen- und zum Übertragen über Land als Dreiphasen- Wechselstrom genutzt wird. Es gibt aber auch noch den Gleichstrom, der ganz anders funktioniert. Dennoch muss sich auch hier der Stromkreislauf schließen, damit der Strom arbeiten kann. Das alles ist so komplex, dass man es sehr wissenschaftlich angehen lassen könnte. So gefährlich ist der 240 Volt Haushalts- Wechselstrom allerdings nicht, dass man es so genau wissen müsste.

Aber zur Info: In alten Röhrenfernsehern werden die Spannungen ganz anders umgewandelt und können deswegen sehr gefährlich sein, wenn man am geöffneten und laufenden Gerät arbeiten würde. Auch Gleichstrom sollte man nicht unterschätzen und muss sehr vorsichtig an Geräten arbeiten, die diesen verwenden. Man sollte immer die Sicherungen raus nehmen, die Stecker ziehen oder auch Akkus entnehmen und zur Vorsicht dennoch alle Kontakte kurz mit dem Stromprüfer testen, um erst dann die Adern umzuklemmen. Dann hält man etwas Abstand und steckt den Stecker rein oder legt die Sicherung wieder um. War etwas falsch, fliegt mit einem Knall und leichtem Schmoren die Sicherung wieder raus, es passiert aber nichts Schlimmes. Es ist wirklich schon vorgekommen, dass der Sicherungskasten völlig falsch beschriftet war und auf dem bereits offenen Starkstromanschluss noch Strom war, der Stromprüfer hat den Tag gerettet.

Wie bereits erwähnt, besteht keine Ausbildung oder fachkundige Einführung in das Anklemmen von Elektrogeräten oder der Growbox Technik. Demnach vergingen im Werdegang auch mal Jahre, ohne etwas anzuklemmen und der Schutzleiter landete auf N. Die Sicherung flog. Das einstige Hygrometer zielt darauf ab, dass man den Nulleiter oder Außenleiter durch leitet und den Schutzleiter und die andere Ader dran vorbei. Wieder flog die Sicherung, als der Stecker erst nach der Installation eingesteckt wurde. Bei Haushaltsstrom kann man sich etwas Dummheit mal erlauben.

Strom und insbesondere Wechselstrom kann sehr gefährlich werden, auch nach dem Anklemmen. Jetzt gibt es neben dem Haushaltsstrom mit einem Außenleiter auch den Starkstrom, der zwei, drei oder mehr Außenleiter hat, die alle über eine eigene Haushaltssicherung laufen und damit zusammen auch viel mehr Power haben. Wer hier 'nen Schlag kriegt, kann schon mal rückwärts umkippen. Baustellenarbeiter berichteten, dass es ihnen häufig zu umständlich ist, auf der Baustelle die Leitungen durch eine Sicherung zu schützen. Dann würde einen bei einem Defekt oder Kurzschluss bereits Haushaltsstrom mit 240 Volt grillen, Starkstrom tötet einen sogar sicher. Deswegen gibt es Sicherung in den Sicherungskästen oder man kann Baustellensicherungskästen mitführen. Aber dennoch führen unsachgemäße Verkabelungen mit überlasteten Leitungen auch noch Wochen oder Monate nach dem Verkabeln zu Bränden. Es ist eigentlich nicht so gefährlich aber gerade dann, wenn der Grower seine Growbox Technik anklemmt und viel mehr als diese 3500 Watt zieht und hinterher so viele Kabel hat, dass er nicht mehr durch blickt, ist selbst dieser Haushalts- Wechselstrom sehr gefährlich, wenn es zu brennen beginnt.

Fotoinfos

Titelfoto:

Diese Vorschaltgeräte kann man im Handel in beliebiger Stückzahl erstehen. Rein formell sollten sie nur durch einen Elektriker angeschlossen werden. Rein praktisch holt man sich die Elektriker höchst ungerne in die eigene Growkammer und klemmt selbst Geräte selber an, die man nicht gerne anklemmen würde. Armaturen für Natriumdampflampen sind jedoch sehr einfach anzuschließen, da man mit dem Nullleiter, Außenleiter und der Schutzleiter an passender Stelle rein und mit dem Nulleiter und dem Außenleiter zum Leuchtmittel wieder raus geht. Macht man es falsch, fliegt die Sicherung raus und man probiert es erneut. Dennoch ist es sehr wichtig, die Grundlagen zu kennen. Wenn dieses hier 5 x 600 Watt Vorschaltgeräte sind und mit der Lüftung alles über eine Haushaltssicherung läuft, wäre diese bereits mit 3500 Watt bis an die Grenze ausgelastet. Schöner wäre es, wenn man nur mit ca. 2500 Watt über eine Sicherung geht und somit noch etwas Luft bis zu den maximalen 3500 Watt lässt. Viele achten jedoch nicht darauf. Dann fliegt die überlastete Sicherung und die Pflanzen stehen im Dunklen. Auch alle anderen Geräte, die über diese Sicherung laufen, kriegen keinen Strom und das sollte z.B. beim Ablüfter wegen dem Geruch nie passieren. Mit Pech fliegt die Sicherung nicht und es brennt. Deswegen ist es wichtig, wenigstens die Grundlagen zu kennen und mit etwas Verstand an die Verkabelung zu gehen.

Foto im Artikel:

Eine typische Situation bei der Verkabelung: Nullleiter blau und Außenleiter braun werden angeklemmt. Ein Vertauschen ist hier nicht sehr schlimm, da man immerhin in Deutschland auch den Stecker falsch rum in die Dose stecken kann und es für den Stromkreislauf keinen großen Unterschied macht. Den Schutzleiter sollte man jedoch passend anklemmen, da sonst die Sicherung schnell fliegt. Im Bild ist er kaum zu sehen, geht jedoch in die blaue Kunststoffkabelhülse rein. Ebenfalls schlecht zu sehen ist, dass das ganze Kabel in eine Lüsterklemme mündet, damit man die Cooltube leichter im Raum an- und wieder abklemmen kann. Man könnte hier auch eine Steckdose für einen Stecker anklemmen. So häufig wird man seine Lampenfassungen aber kaum umhängen wollen, als dass die Notwendigkeit besteht.

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