Sowohl bei Cannabis als auch bei Tabak ist das Rauchen die schädlichste aller Konsumformen. Zwar gewannen in den vergangenen Jahren Vaporizer mit optimierten Verdampfungsverfahren immer mehr an Bedeutung, doch bleibt Rauchen bis heute eine sehr gängige Konsumform.
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Auch das Mischen von Tabak und Cannabis in Joints ist üblich. Seit Langem ist bekannt, dass tatsächlich Tabak das größere Gift in einem Joint ist. Dennoch ist für viele bis heute Cannabis das „böse Teufelskraut“. Nun gibt es eine Studie, die erneut beweisen konnte, dass Tabakrauch die erheblich größeren Schäden in den Lungen und den Herzkranzgefäßen verursacht.
Analyse von CT-Bildern des Thorax
Eine kürzlich veröffentlichte retrospektive Studie untersuchte die Bilder von Patienten in einer Datenbank, bei denen ein Thorax-CT durchgeführt wurde. Ziel dieser Analyse war es herauszufinden, ob der angegebene Tabak- oder Cannabiskonsum unterschiedliche strukturelle Veränderungen in den Atmungsorganen verursacht. Insgesamt wurden die CT-Bilder von 285 Patienten analysiert. 89 waren Nichtraucher, 97 rauchten Tabak und von 99 war bekannt, dass sie Cannabis konsumieren.

Eine explizite Unterscheidung zwischen reinen Cannabiskonsumenten und Konsumenten, die Tabak mit Cannabis mischen, wurde in dieser Studie nicht gemacht. Die meisten Teilnehmer waren zwischen 50 und 60 Jahre alt – ein Alter, in dem man nach langjährigem Konsum valide Aussagen zu den langfristigen Auswirkungen machen kann. Die Verteilung zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmern war in allen Gruppen etwa gleich.
Drastisch weniger Folgeschäden bei Cannabis als bei Tabak
Die gesundheitlichen Auswirkungen, die langjährigen Tabakkonsum von Cannabiskonsum unterschieden, waren enorm. Während 62 % der Tabakraucher ein Lungenemphysem aufwiesen, waren es bei den Cannabiskonsumenten lediglich 4 %. Ein Lungenemphysem ist eine fortschreitende Zerstörung der Lungenbläschen. Mehrere Lungenbläschen verschmelzen hierbei zu einem einzigen großen Bläschen, wodurch die Sauerstoffaufnahme deutlich verschlechtert wird.
Studien-Check: Lungenbelastung
| Diagnose | Tabakrauch | Cannabisrauch |
| Lungenemphysem | 62 % | 4 % |
| Milchglastrübung | 15 % | 2 % |
| Arterienverkalkung | 43 % | 25 % |
| Methode | Retrospektive Analyse (Thorax-CT) | |
Häufig tritt ein Lungenemphysem als Spätfolge von COPD auf – einer entzündlichen Lungenerkrankung, die ebenfalls eine typische Spätfolge von Tabakrauchen ist. Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass Cannabis stark entzündungshemmende Komponenten enthält. Offenbar kann dieser Effekt die ansonsten entzündungsfördernde und grundsätzlich schädliche Wirkung des Rauchens zu einem großen Teil neutralisieren. Nebenbei erwähnt gibt es auch Studien, die beweisen konnten, dass Cannabis auch die Schäden von Alkoholmissbrauch stark reduzieren kann.
Ein ähnlich deutlicher Unterschied zeigte sich auch beim Auftreten von sogenannten Milchglastrübungen, auch bekannt als zentrilobuläre Milchglasinfiltrate. Dabei handelt es sich um unspezifische – wie der Name schon sagt – milchige, strukturelle Defekte im Lungengewebe. Häufig liegt auch hier ein entzündlicher Prozess zugrunde. Während 15 % der Tabakraucher davon betroffen waren, waren es bei Cannabiskonsumenten lediglich 2 %.
Auch Verkalkungen der koronaren Arterien traten bei Cannabiskonsumenten deutlich seltener auf. 43 % der Tabakraucher wiesen diese Verkalkungen auf, jedoch nur bei 25 % der Cannabiskonsumenten zeigten sich diese Veränderungen. Verkalkungen der koronaren Arterien schränken die Funktionsfähigkeit des Herzens ein und gelten als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkte oder Angina Pectoris. Keinen Unterschied gab es beim Auftreten von sogenannten Mosaikattenuierungen. Dabei handelt es sich um mosaikartige Dichteunterschiede in der Lunge mit unspezifischer Ursache.
Die Studie schließt Wissenslücken
Die Herausgeber dieser Studie betonen, dass sie bereits mit einem so deutlichen Ergebnis gerechnet hatten. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Studien, die zeigen konnten, dass Cannabisrauch weniger schädlich ist als Tabakrauch, jedoch waren die Analyseverfahren der meisten früheren Studien deutlich rudimentärer.
Während sich der Großteil der bisherigen Studien auf einzelne klinische Parameter wie Entzündungswerte oder Lungenvolumen konzentrierte, waren bildgebende Verfahren bislang die Ausnahme. Durch die Analyse von Thoraxaufnahmen langjähriger Konsumenten konnte diese Wissenslücke nun geschlossen werden.













































