Auch an den heißen Tagen ist das Thema Tee nicht zu unterschätzen – nicht umsonst wird in vielen Ländern mit wärmerem Klima Tee zu jeder Gelegenheit genossen.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Kleine Auswahl an Hanftee Kombinationen
- Cannabis, Zimt & Ingwer
- Cannabis, Brennnessel & Minze
- Rastaman’s „All Spice“
- Was beim Aufbrühen wirklich ins Wasser übergeht
- Warum ein Schuss Sahne den Tee zu einem anderen Getränk macht
- Wassertemperatur, Ziehzeit und Menge: was messbar etwas ändert
- Hanftee aufbewahren: warum der Kühlschrank die Potenz kostet
- Nutzhanf oder Cannabisblüten: zwei Ausgangsstoffe, zwei Rechtslagen
- Die Grenzwerte: akute Referenzdosis und die EU-Verordnung ab 2027
- Was der Tee kann und wo die Datenlage endet
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Bei heißem Wetter helfen warme (nicht heiße) Getränke dem Körper den eigenen Wärmehaushalt zu regulieren. Um einen Hanftee aufzubrühen, kann jede Hanfsorte genutzt werden, egal ob die Pflanze aus einem kultivierten Anbau, aus der „Wildsaat“ der Vogelfuttermischung des Vorjahres oder aber vom Nutzhanf Feld eines befreundeten Landwirtes stammt.
Die Stärke der medizinischen Wirkung hängt auch hier natürlich von der Pflanze ab: je höher der THC(a) oder CBD(a) Gehalt, desto höher auch die medizinische Wirkung. Hanftee enthält hauptsächlich Cannabidiolsäure sowie Auszüge wertvoller Cannabinoide und Flavonoide. Das Brühen von Tee aus Cannabisblüten oder Blättern reicht in der Regel nicht aus, um die psychoaktiven Inhaltsstoffe zu aktivieren, sprich zu decarboxylieren. Somit kann selbst ein Tee aus einer Pflanze, der ein hoher THC Gehalt zugeschrieben wird, in der Regel keine berauschende Wirkung hervorrufen.
Der Geschmack von frisch zubereitetem Tee im Vergleich zu Fermentiertem ist signifikant anders, jedoch keineswegs schlecht. Ein Tee aus BIO organischen Produkten bringt in der Regel positive Eigenschaften für Körper und Geist. Mithilfe von Cannabis können diese Vorteile besonders gesteigert werden.
Kleine Auswahl an Hanftee Kombinationen
Viele Zutaten für frischen Tee finden wir in der heimischen Natur. Besonders beim Einkauf von exotischen Zutaten empfiehlt es sich auf BIO organischen Ursprung zu achten. Eine frühzeitige Beigabe von Zucker kann hilfreich sein, die Inhaltsstoffe der Grundzutaten zu lösen. Hierzu empfiehlt sich auch BIO organischer Roh-Rohrzucker. Bei der Verwendung von Honig ist zu beachten, dass dieser bei Erhitzung über 70°c seine ihm zugesagten heilenden Eigenschaften einbüßt.
Cannabis, Zimt & Ingwer
Würzig, pikant und hoch an Antioxidantien
Diese Hanfteemischung stärkt nicht nur und wirkt antibakteriell, sie lindert auch die meisten Erkältungssymptome. Außerdem stärkt und fördert dieser Hanftee die Verdauung, wirkt magenschonend und fördert die Durchblutung. Frauen können mithilfe von Zimt, Ingwer und Cannabis Probleme bei der Menstruation und in den Wechseljahren lindern.
Cannabis, Brennnessel & Minze
Stoffwechselfördernd & vitalisierend
Diese Hanftee-Kombination aus heimischen Regionen ist eine wahre „Vitalbombe“. Die positiven Eigenschaften jeder einzelnen Zutat sind mannigfaltig und weitgreifend. Pfefferminze wurde 2004 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Diese Mischung ist besonders gut für den Stoffwechsel, das Blutbild und reguliert die Verdauung. Es sollten vorzugsweise nur die oberen, frischen Blattpaare von Minze und Brennnesseln verwendet werden.
Rastaman’s „All Spice“
Bayleaf (Lorbeer), Zimt, Zitronengras & Ingwer
Neben den zuvor genannten Eigenschaften von Zimt und Ingwer bietet hier das Zitronengras wunderbare gesundheitliche Vorteile. So wird Zitronengras z.B. bei Rheumabeschwerden, Immunschwäche, zur Vorbeugung gegen Grippe und Bekämpfung von Sommerschnupfen sowie zur Abwehr von Stechmücken angewendet.
Was beim Aufbrühen wirklich ins Wasser übergeht
Wie kräftig ein Hanftee ausfällt, entscheidet nicht allein der Gehalt der Pflanze. Entscheidend ist, welcher Anteil davon die Wasserphase überhaupt erreicht. Cannabinoide sind in ihrer neutralen Form fettlöslich und in Wasser praktisch unlöslich. Ihre sauren Vorstufen lösen sich dagegen deutlich besser. Genau dieser Unterschied prägt die Zusammensetzung jeder Tasse.
Eine Prager Arbeitsgruppe um Matěj Malý hat 2024 im Journal of Agricultural and Food Chemistry 42 Phytocannabinoide und zwölf Flavonoide im fertigen Aufguss vermessen. Untersucht wurden drei Sorten, ein THC-reicher Chemotyp und zwei CBD-reiche. Das Ergebnis zeigt ein klares Muster: Die Säuren gehen über, die neutralen Formen bleiben weitgehend im Kraut zurück.
| Inhaltsstoff | Anteil, der in den Aufguss übergeht |
|---|---|
| Cannabidiolsäure (CBDA) | 71 bis 84 Prozent |
| Cannabigerolsäure (CBGA) | 15 bis 51 Prozent |
| Flavonoide (Mittelwert) | rund 53 Prozent |
| Tetrahydrocannabinolsäure (THCA) | 0,2 bis 6 Prozent |
| Cannabidiol (CBD) | 0,4 bis 4,1 Prozent |
| Delta-9-THC | 0,4 bis 2,0 Prozent |
Damit lässt sich die weiter oben genannte Faustregel schärfer fassen, ohne sie zu verwerfen. Der Gehalt der Pflanze bestimmt die Obergrenze, die Löslichkeit bestimmt die Ausbeute. Ein CBD-reicher Hanftee gibt einen großen Teil seiner Cannabidiolsäure ins Glas ab. Ein THC-reicher Tee liefert dagegen nur einen Bruchteil seines Wirkstoffs. Was die Säureform im Körper macht, ordnet unser Beitrag zu rohem Cannabis und THCA ein, und die Cannabidiolsäure selbst behandeln wir ausführlich unter CBDA.
Warum ein Schuss Sahne den Tee zu einem anderen Getränk macht
Dieselbe Arbeitsgruppe hat den Aufguss ein zweites Mal zubereitet und dabei 20 Gramm Sahne mit zehn Prozent Fett zugegeben. Die Zahlen kippen dadurch vollständig. Der Übergang der neutralen Phytocannabinoide stieg im Mittel von vier auf 68 Prozent. Für Delta-9-THC allein wurden 53 bis 64 Prozent erreicht. Auch die Flavonoide legten zu, im Mittel von 53 auf 83 Prozent, die Cannflavine A und B von 1,6 und zwölf Prozent auf 46 und 72 Prozent.
Ein Fettzusatz während des Ziehens verwandelt einen wirkstoffarmen Aufguss also in ein deutlich stärkeres Getränk. Die Autoren rechnen das für eine einzige Tasse von 250 Millilitern durch. Beim THC-reichen Chemotyp wurde die akute Referenzdosis um das 261-Fache überschritten, bei den beiden CBD-reichen Sorten um das 9,5-Fache und das 4,1-Fache. Ohne Sahne lag dieselbe Tasse bei den CBD-Sorten deutlich niedriger.
Der verbreitete Hinweis, dass Fett die Aufnahme verbessert, trifft damit zu. Er beschreibt allerdings keinen kleinen Effekt, sondern eine Größenordnung von rund dreißig bis hundert. Wer einen Hanftee aus Nutzhanfblättern mit einem Schuss Milch trinkt, bleibt im harmlosen Bereich, weil das Ausgangsmaterial kaum THC enthält. Wer denselben Griff bei Cannabisblüten anwendet, stellt faktisch ein Edible her. Dann gelten auch die Regeln oraler Aufnahme, also der verzögerte Wirkungseintritt und die lange Wirkdauer. Wie sich das bei anderen Zubereitungen verhält, zeigt unser Überblick zu Cannabis-Getränken.
Wassertemperatur, Ziehzeit und Menge: was messbar etwas ändert
Arno Hazekamp und Kollegen haben 2007 im Journal of Ethnopharmacology systematisch durchgespielt, welche Zubereitungsparameter die Zusammensetzung tatsächlich verändern. Grundlage war das Protokoll der niederländischen Behörde für medizinisches Cannabis: ein Gramm Blüten auf einen Liter kochendes Wasser, 15 Minuten köcheln lassen, dann absieben.
Der so zubereitete Standardtee enthielt im Mittel 0,010 Milligramm THC je Milliliter und 0,043 Milligramm THCA je Milliliter. Die Säureform liegt also rund viermal so hoch wie das neutrale THC. Aus 174 Milligramm Gesamt-THC im Pflanzenmaterial landeten dabei nur etwa zehn Milligramm THC im gesamten Liter.
| Veränderter Parameter | Effekt auf den Aufguss |
|---|---|
| 250 Milligramm auf 250 Milliliter statt ein Gramm auf einen Liter | kein signifikanter Unterschied |
| 1,5 Gramm statt einem Gramm Kraut | keine signifikante Steigerung |
| 0,5 Gramm statt einem Gramm Kraut | etwa halbierte Konzentration |
| Kochzeit zehn, 20 oder 30 Minuten | THCA nahezu unverändert, THC steigt messbar |
| reines THC, 15 Minuten in kochendem Wasser | nur rund 17 Prozent wiedergefunden |
| reine THCA, 15 Minuten in kochendem Wasser | rund 63 Prozent wiedergefunden |
Die auffälligste Zahl ist die Sättigung. Mehr Kraut in derselben Wassermenge erhöht die Konzentration nicht, weil sich an der Glaswand ein sichtbarer Niederschlag bildet, sobald die Lösung gesättigt ist. Über die Menge kommt man also nicht weiter. Längeres Kochen hebt allein den THC-Anteil, und das von einem sehr niedrigen Ausgangswert aus.
Für die Praxis heißt das: Zehn bis 15 Minuten reichen aus. Ein Aufguss mit heißem, aber nicht kochendem Wasser zieht weniger aus als ein köchelnder Ansatz. Bei Blättertee spricht das für den Geschmack, bei Blütenmaterial hält es die Dosis niedrig. Abbauprodukte wie CBN oder Delta-8-THC entstanden beim Kochen nicht. Das Erhitzen zerstört die Cannabinoide also nicht, es löst sie nur unvollständig. Eine vollständige Umwandlung der Säuren gelingt erst über die Decarboxylierung im Ofen.
Hanftee aufbewahren: warum der Kühlschrank die Potenz kostet
Die Haltbarkeit ist der am häufigsten unterschätzte Punkt. Hazekamp und Kollegen haben denselben Tee über zwölf Tage bei vier bis sieben Grad gelagert und regelmäßig nachgemessen.
Schon nach einem einzigen Tag waren nur noch 60 Prozent des THC und 71 Prozent der THCA in Lösung. Nach zwölf Tagen lagen die Werte bei sechs und acht Prozent. Beim Abkühlen wechselt die Flüssigkeit von klar zu trüb, weil sich ein Niederschlag bildet. Die Analyse dieses Niederschlags zeigte, dass er genau die Menge enthielt, die der Lösung fehlte. Die Cannabinoide verschwinden also nicht, sie fallen aus.
Wichtig ist die zweite Beobachtung. Alle Cannabinoide fielen im gleichen Verhältnis aus, das Profil des Tees bleibt damit erhalten und nur die Konzentration sinkt. Ein Zusatz von Kaffeeweißer, ein Portionspäckchen von etwa 2,5 Gramm auf 200 Milliliter, hielt die Werte über fünf Tage nahezu unverändert. Dasselbe leistete methyliertes Beta-Cyclodextrin in einer Konzentration von einem bis drei Prozent. Wer den Tee frisch trinkt, braucht beides nicht.
Nutzhanf oder Cannabisblüten: zwei Ausgangsstoffe, zwei Rechtslagen
Unter dem Wort Hanftee laufen zwei Getränke, die stofflich und rechtlich wenig gemeinsam haben. Diese Trennung lohnt sich, bevor man zur Kanne greift.
Der klassische Hanftee besteht aus Blättern und gegebenenfalls Blüten von Nutzhanf. Nutzhanf ist in Paragraf 1 Nummer 9 des Konsumcannabisgesetzes als Cannabis aus zertifiziertem Saatgut definiert, dessen Gehalt an Tetrahydrocannabinol 0,3 Prozent nicht übersteigt. Hinzu kommt die Bedingung, dass der Verkehr ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen. Diese sogenannte Rauschklausel ist der Grund, warum der Verkauf von Nutzhanfblüten an Endverbraucher weiterhin umstritten ist. Wie sich die Debatte in Zahlen darstellt, haben wir in unserer Auswertung zur Rauschklausel aufgeschlüsselt.
Der zweite Fall ist der Aufguss aus Cannabisblüten, etwa aus dem privaten Eigenanbau nach Paragraf 9 des Konsumcannabisgesetzes oder aus einer ärztlichen Verordnung. Hier greift kein Lebensmittelrecht. Die Mengengrenzen für Besitz und Anbau gelten unverändert, unabhängig davon, ob das Material geraucht, verdampft oder aufgebrüht wird. Wer Blätter und Reste aus dem eigenen Anbau verwertet, findet die Optionen in unserem Beitrag zur Verwertung von Stängeln und Schnittresten.
Die Grenzwerte: akute Referenzdosis und die EU-Verordnung ab 2027
Für Hanftee als Lebensmittel gibt es erstmals verbindliche Zahlen. Die Verordnung (EU) 2026/1828 ergänzt die Kontaminanten-Verordnung (EU) 2023/915 und gilt ab dem 1. Januar 2027. Getrocknete Hanfblätter, die für einen Wasseraufguss bestimmt sind, dürfen dann höchstens 40 Milligramm Delta-9-THC-Äquivalente je Kilogramm enthalten. Für den trinkfertigen Aufguss liegt die Grenze bei 0,02 Milligramm je Kilogramm. Der Begriff Äquivalente meint dabei die Summe aus Delta-9-THC und seiner Säurevorstufe. Wasseraufgüsse aus Hanfblättern ohne blühende und fruchtende Spitzen gelten ausdrücklich nicht als neuartiges Lebensmittel. Die Einzelheiten stehen in unserer Meldung zu den EU-Grenzwerten für Hanfblättertee, den Novel-Food-Status der Blätter hatte die Kommission bereits zuvor bestätigt.
Der gesundheitliche Bezugswert dahinter ist die akute Referenzdosis. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt in seiner Stellungnahme Nr. 006/2021 vom 17. Februar 2021, hanfhaltige Lebensmittel anhand der von der EFSA im Jahr 2015 abgeleiteten ARfD zu beurteilen. Sie beträgt ein Mikrogramm Delta-9-THC je Kilogramm Körpergewicht. Für eine Person mit 70 Kilogramm sind das 70 Mikrogramm an einem Tag. Abgeleitet wurde der Wert aus einer oralen Dosis von 2,5 Milligramm, bei der bereits Stimmungsschwankungen und Müdigkeit beobachtet wurden, geteilt durch einen Sicherheitsfaktor von 30.
Die älteren Richtwerte des BgVV aus dem Jahr 2000, also 0,005 Milligramm je Kilogramm für Getränke und 0,150 Milligramm je Kilogramm für sonstige Lebensmittel, hat das BfR im Jahr 2018 ausdrücklich für überholt erklärt. Wer ältere Quellen zum Thema liest, sollte deshalb auf das Datum achten. Für den Vergleich mit der ARfD zieht das BfR in der Regel das Gesamt-THC heran, also die Summe aus Delta-9-THC und Delta-9-THCA.
Was der Tee kann und wo die Datenlage endet
Hanftee ist ein traditionelles Getränk, und ein Teil dessen, was ihm zugeschrieben wird, stammt aus dieser Tradition. Für eine nüchterne Einordnung hilft es, drei Ebenen auseinanderzuhalten.
Überliefert ist die Kräuterkunde. Die oben beschriebenen Kombinationen aus Zimt, Ingwer, Brennnessel, Minze, Lorbeer und Zitronengras stehen in einer langen Anwendungspraxis, und genau daraus beziehen sie ihren Ruf. Das ist der Erfahrungsschatz, auf dem jede Teemischung aufbaut.
Gemessen ist, was im Aufguss ankommt. Die Prager Daten belegen für Cannabidiolsäure einen Übergang von 71 bis 84 Prozent und für die Flavonoide rund 53 Prozent. Ein Hanftee aus CBD-reichem Material ist chemisch also keine leere Tasse, auch wenn er nicht berauscht. Zu den Flavonoiden im Hanf und zu den Terpenen gibt es bei uns jeweils eigene Übersichten.
Klinisch geprüft ist bisher wenig. Für Cannabidiolsäure und für die Cannflavine liegen überwiegend präklinische Daten vor. Hazekamp und Kollegen weisen darauf hin, dass die immunmodulierenden Eigenschaften der Säureformen erst seit wenigen Jahren beschrieben sind. Cannabistee sei deshalb nicht einfach als Träger für THC zu verstehen, sondern als eigene Darreichungsform. Ein Tee bleibt trotzdem ein Lebensmittel und kein Arzneimittel. Wer eine Erkrankung behandeln möchte, klärt das ärztlich ab. Die traditionelle Sicht auf das Getränk beschreibt unser Beitrag Hanftee als sanfte Urmedizin.
Häufige Fragen zu Hanftee
Macht Hanftee high?
In der Regel nicht. Beim einfachen Aufbrühen von Blüten oder Blättern werden die Säureformen THCA und CBDA kaum decarboxyliert, also nicht in das psychoaktive THC umgewandelt. Warum die rohe Pflanze anders wirkt, erklären wir im Beitrag rohes Cannabis essen.
Wie wirkt Hanftee?
Hanftee enthält vor allem Cannabidiolsäure (CBDA) sowie weitere Cannabinoide und Flavonoide, denen entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften zugeschrieben werden. Was Cannabidiol genau ist, liest du in Was ist Cannabidiol. Auch traditionelle Hanfgetränke wie Bhang nutzen diese Wirkung seit Jahrhunderten.
Wie bereitet man Hanftee richtig zu?
Übergieße einen Teelöffel getrocknete Hanfblüten oder -blätter mit heißem, nicht kochendem Wasser und lasse den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen. Eine Prise Fett – etwa ein Schuss Milch oder Kokosöl – hilft, die fettlöslichen Cannabinoide besser aufzunehmen. Eine ausführliche Anleitung bietet unser Überblick zu Hanftee.
Welche Hanftee-Mischungen sind beliebt?
Bewährt sind Kombinationen aus Cannabis mit Zimt und Ingwer, mit Brennnessel und Minze oder als würzige Variante mit Lorbeer und Zitronengras. Wer es traditioneller mag, findet in der orientalischen Hanfspezialität Dawamesk eine historische Zubereitung.
Wie lange muss Hanftee ziehen?
Zehn bis 15 Minuten reichen aus. Hazekamp und Kollegen haben Kochzeiten von zehn, 20 und 30 Minuten verglichen. Der THCA-Gehalt blieb dabei nahezu unverändert, nur der ohnehin niedrige THC-Anteil stieg messbar an. Längeres Ziehen bringt also kaum mehr Wirkstoff, kostet aber Aroma.
Kann man Hanftee kochen, ohne die Wirkstoffe zu zerstören?
Ja. In derselben Untersuchung entstanden beim Kochen keine Abbauprodukte wie CBN oder Delta-8-THC. Die Cannabinoide werden durch die Hitze also nicht zerstört, sie lösen sich nur unvollständig. Ein köchelnder Ansatz zieht mehr aus als ein Aufguss mit heißem, aber nicht kochendem Wasser.
Wie viel Hanftee darf man am Tag trinken?
Eine feste Tassenzahl gibt es nicht, weil der THC-Gehalt des Krauts stark schwankt. Als Bezugswert dient die akute Referenzdosis von einem Mikrogramm Delta-9-THC je Kilogramm Körpergewicht, bei 70 Kilogramm also 70 Mikrogramm am Tag. Für handelsüblichen Blättertee ohne Fettzusatz liegen übliche Portionen in der Regel darunter. Mit Sahne zubereiteter Tee aus wirkstoffreichem Material kann diesen Wert dagegen um ein Vielfaches überschreiten.
Worin unterscheiden sich Hanftee aus Blättern und aus Blüten?
Die Cannabinoide entstehen in den Drüsenhaaren, und die sitzen besonders dicht an den Blütenständen. Blättertee ist deshalb wirkstoffärmer und schmeckt grasiger, Blütentee ist aromatischer und gehaltvoller. Rechtlich ist der Unterschied noch größer: Wasseraufgüsse aus Hanfblättern ohne blühende und fruchtende Spitzen gelten ausdrücklich nicht als neuartiges Lebensmittel, bei Blüten ist die Lage komplizierter.
Wie lange ist selbst gemachter Hanftee haltbar?
Geschmacklich hält er sich einige Tage im Kühlschrank, wirkstofflich nicht. Bereits nach einem Tag waren in der Messung nur noch 60 Prozent des THC und 71 Prozent der THCA gelöst, nach zwölf Tagen sechs und acht Prozent. Der Rest fällt als Niederschlag aus. Ein Löffel Kaffeeweißer hielt die Werte über fünf Tage nahezu stabil. Am einfachsten ist es, den Tee frisch zu trinken.
Kann man die Hanfblätter aus dem Tee anschließend rauchen?
Davon ist abzuraten. Das ausgekochte Kraut ist feucht, es schimmelt schnell und der Rauch wird durch die Restfeuchte besonders scharf. Wer nach rauchbaren Kräutern sucht, findet eine Übersicht in unserem Porträt zu legalen Rauchkräutern. Für die Verwertung von Blattmaterial ist eine zweite Extraktion ohnehin ergiebiger als das Verbrennen.





































