Der umgangssprachliche Name vom Atopischen Ekzem ist „Neurodermitis“. Es wurde eine Nervenentzündung vermutet, was sich als Ursache nicht halten ließ. Die genauen Ursachen sind bis heute noch unklar, die Neurodermitis kann zu dem Bereich der Autoimmunerkrankungen gerechnet werden.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Das Atopische Ekzem behandeln
- Warum kann CBD bei Neurodermitis helfen?
- Mehrere Ansätze verfolgen
- Was die Studienlage zu CBD bei Neurodermitis wirklich zeigt
- CBD-Creme bei Neurodermitis: Worauf es bei der Auswahl ankommt
- Hanfsamenöl bei Neurodermitis: Was die Fettsäuren leisten
- Medizinalcannabis bei Neurodermitis: der Stand 2026
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Das Atopische Ekzem behandeln
Sie ist nicht heilbar, kann jedoch behandelt werden und geht mit Glück im Erwachsenenalter komplett zurück. Sie kann aber auch erst in diesem Alter auftreten. Mögliche Ursachen für das starke Auftreten sind genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse, falsches Hygieneverhalten oder auch die falsche Ernährung. CBD kann helfen, die Neurodermitis zu lindern. Auch THC ist medizinisch relevant, ist derzeit jedoch nicht legal erhältlich. Aber auch das Hanfsamenöl hat lindernde Wirkungen.
Neurodermitis setzt ab dem Punkt an, wo die epidermale Hautbarriere durch Verletzungen oder Reizungen durchbrochen wird. Allergene treten vermehrt ein und verursachen Abwehrreaktionen. Diese haben entzündliche und juckende Effekte, womit die epidermale Hautbarriere weiter zerkratzt wird und noch mehr Allergene eindringen. In der Behandlung wird damit versucht, die Haut zu beruhigen, damit die epidermale Hautbarriere zum Körper möglichst gut funktioniert. Da das Atopische Ekzem über viele Faktoren verstärkt wird, soll der Patient oder eben dessen Eltern auf viele Details achten. CBD, Hanfsamenöl oder möglichst auch THC in Pflegecremes sind nur einige Aspekte der Behandlung. Da auch weitere Cannabinoide oder auch Terpene und Flavonoide lindernde Effekte aufweisen können, wäre möglichst sogar ein Vollextrakt aus den Cannabisblüten als Zutat für die Hautcreme zu wählen.
Warum kann CBD bei Neurodermitis helfen?
Cannabidiol ist ein häufig in höheren Konzentrationen in der Cannabispflanze auftretendes Cannabinoid mit einem sehr großen Einsatzgebiet. Es kann beruhigend und schlaffördernd wirken. Es reduziert allerdings oberflächlich aufgetragen auch die fehlgeleiteten Abwehrkräfte, die damit weniger intensiv auf eindringende Allergene ausschlagen. Aber auch die Antibakterielle Wirkung und das verlangsamte Bakterienwachstum können dem Patienten signifikant helfen, wenn die schroffen Hautpartien nicht durch weitere Probleme heimgesucht werden. CBC und CBG können auch gegen Pilzinfektionen helfen, sollten diese in der geröteten und zerkratzen Haut Halt finden.
Das alles macht CBD zu einem interessanten Bestandteil in Hautpflegecremes zur Behandlung der Neurodermitis. Es könnte als Extrakt im Web erstanden werden, um es einer als gut befundenen Pflegecreme unterzumengen. Es kann aber auch direkt eine CBD-Creme für die Hautbehandlung erworben werden. Cannabidiol kann genau wie Tetrahydrocannabinol bei verschiedenen Hautleiden signifikant helfen. THC lindert die Schmerzen, wirkt bei der äußeren Anwendung aber nur regional ohne ein High auszulösen.

Mehrere Ansätze verfolgen
Neurodermitis ist eine Erkrankung, die noch viele Rätsel aufgibt. Damit können auch die einzelnen „Stressfaktoren“ auf verschiedene Patienten unterschiedlichen Einfluss haben. Eine Ernährungsumstellung weg von verzuckerter Nahrung hin zu ursprünglicheren und gesünderen Zutaten kann ein wichtiger Behandlungsschritt sein. Auch das Zuführen von einem guten Vitamin-B-Komplex kann helfen. Weiterhin hilfreich kann es sein, das Hanfsamenöl nicht nur den Cremes unterzumischen oder direkt Hanfsamenöl-Cremes zu verwenden. Dieses Speiseöl oder die Hanfsamen, die es enthalten, soll auch Bestandteil der täglichen Ernährung sein. Hanfsamenöl hat ein sehr gutes Verhältnis von Omega 6 zu Omega-3-Fettsäuren, nur dann kann es auch optimal der Haut oder dem Körper helfen.
Im Hanfsamenöl sind die Alpha-Linolensäure als Omega-3-Fettsäure mit bis ca. 29 % der Fettsäuren enthalten. Die Linolsäure als Omega-6-Fettsäure liegt bei 50 bis 60 %, die Ölsäure als Omega-9-Fettsäure bei 10 bis 15 %. Es handelt sich um sehr wertvolle, mehrfach ungesättigte essenzielle Fettsäuren, die aber erst in dem passenden Verhältnis zueinander aufgrund der teils entgegengesetzten Wirkung optimal für den Körper sind. Für den Menschen sind ein Verhältnis der Omega 6 zu Omega-3-Fettsäuren von 2 bis 5 zu 1 hervorragend. Dieses Verhältnis kommt in der üblichen Ernährung meist nicht zustande, bereits ein Teelöffel Hanfsamenöl oder ein Esslöffel Hanfsamen kann der Ernährung helfen, mehr schadet nicht.
Weiterhin kann versucht werden, angenehmere Textilgewebe und Möbel zu verwenden oder einen Raumluftfilter mit UVC und Wasserreinigung zu verwenden. Wo weniger Allergene sind, kann auch die Abwehrreaktion geringer ausfallen. Mit etwas Glück wächst man aus der Neurodermitis heraus. Neurodermitis darf jedoch nicht unterschätzt werden, da sie in vielen industrialisierten Ländern heute vier- bis sechsmal häufiger als noch vor 80 Jahren auftritt. Möglicherweise ist das noch nicht der Peak, bevor sich die Häufigkeit wieder normalisiert.
Was die Studienlage zu CBD bei Neurodermitis wirklich zeigt
Die Idee hinter der äußerlichen Anwendung von Cannabinoiden ist biologisch gut begründet. Die Haut besitzt ein eigenes Endocannabinoid-System mit CB1- und CB2-Rezeptoren auf Hornzellen, Talgdrüsen und Immunzellen. Über dieses Netzwerk werden die Zellteilung, die Talgproduktion und die Entzündungsreaktion mitgesteuert. Genau diese drei Stellschrauben spielen beim atopischen Ekzem eine Rolle.
Die klinische Evidenz ist allerdings deutlich schmaler als die Versprechen mancher Anbieter. Eine viel zitierte italienische Untersuchung von Palmieri und Kollegen aus dem Jahr 2019 begleitete zwanzig Patientinnen und Patienten mit Schuppenflechte, atopischem Ekzem und Narben. Nach drei Monaten mit einer CBD-haltigen Salbe verbesserten sich die Hautfeuchtigkeit und der transepidermale Wasserverlust messbar. Die Studie war jedoch rückblickend angelegt und hatte keine Kontrollgruppe.
Aussagekräftiger ist eine randomisierte, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2022 mit 57 Teilnehmenden. Verglichen wurde eine Kombination aus Cannabidiol und Aspartam gegen reines CBD und gegen ein Placebo. Die Kombination schnitt nach zwei Wochen signifikant besser ab. Reines CBD unterschied sich dagegen kaum vom Placebo. Dieses Ergebnis mahnt zur Vorsicht bei pauschalen Aussagen über Cannabidiol in Hautpflegeprodukten.
Eine kleine Untersuchung aus dem Jahr 2025 testete eine Salbe mit 30 Prozent CBD, 5 Prozent CBG und Hanfsamenöl an neun Betroffenen über acht Wochen. Die Hautfeuchtigkeit und der Lipidgehalt stiegen, der Wasserverlust über die Haut sank deutlich. Bei neun Teilnehmenden ohne Kontrollgruppe bleibt das ein Hinweis und kein Beleg. Einen breiteren Überblick über den Forschungsstand liefert unser Artikel zu CBD in der Hautpflege.
Besser dokumentiert ist ein verwandter Ansatz aus derselben Substanzfamilie. Palmitoylethanolamid, kurz PEA, ist ein körpereigenes Lipid und ein naher Verwandter der Endocannabinoide. Eine offene Beobachtungsstudie mit rund 2.400 Patientinnen und Patienten dokumentierte 2008 einen deutlichen Rückgang von Juckreiz und Trockenheit unter einer PEA-haltigen Basispflege. Ein erheblicher Teil der Teilnehmenden konnte kortisonhaltige Präparate reduzieren. Warum PEA im Endocannabinoid-System so interessant ist, erklären wir gesondert.
CBD-Creme bei Neurodermitis: Worauf es bei der Auswahl ankommt
Für die entzündete Haut zählt in erster Linie die Grundlage und nicht das Cannabinoid. Eine CBD-Creme kann nur wirken, wenn die Basis zum Hautzustand passt. Bei nässenden Stellen sind leichtere Emulsionen sinnvoll, bei trockenen und schuppigen Arealen eher fetthaltige Salben. Ein hoch dosiertes Produkt auf einer ungeeigneten Grundlage bringt weniger als eine gute Basispflege ganz ohne Cannabinoide.
Der zweite Punkt ist die Konzentration. Viele Produkte im Handel enthalten nur wenige Milligramm CBD pro Tiegel. Die Untersuchungen, die überhaupt Effekte zeigten, arbeiteten mit erheblich höheren Anteilen. Wer zwei Produkte vergleicht, sollte deshalb den Milligramm-Gehalt pro 100 Gramm suchen und nicht die Prozentangabe auf der Vorderseite. Fehlt diese Angabe vollständig, ist das ein schlechtes Zeichen.
Alkohol, ätherische Öle und Duftstoffe sind bei Neurodermitis ein häufiges Problem. Sie brennen auf offenen Stellen und können einen Schub verstärken. Manche Präparate enthalten außerdem Terpene in relevanter Menge, weil sie mit dem Entourage-Effekt werben. Auf gereizter Haut ist das nicht automatisch ein Vorteil. Ein Verträglichkeitstest in der Armbeuge über mehrere Tage gehört vor jede großflächige Anwendung.
Wer die Zusammensetzung selbst kontrollieren möchte, findet in unserer Anleitung zum Selbermachen einer CBD-Hautcreme die Grundlagen. Auch die Herstellung von Heilsalben und Balsam aus Cannabis lässt sich mit einfachen Mitteln nachvollziehen. In beiden Fällen entscheidet die Hygiene beim Abfüllen darüber, ob das Produkt haltbar bleibt.
Hanfsamenöl bei Neurodermitis: Was die Fettsäuren leisten
Der am besten belegte Hanf-Ansatz beim atopischen Ekzem kommt ohne Cannabinoide aus. In einer randomisierten Studie von Callaway und Kollegen aus dem Jahr 2005 nahmen Betroffene zwanzig Wochen lang täglich etwa zwei Esslöffel Hanfsamenöl zu sich. Im Vergleich zur Kontrollphase mit Olivenöl gingen die Hauttrockenheit und der Juckreiz zurück. Auch der Bedarf an äußerlich angewendeten Medikamenten sank.
Der biochemische Hintergrund ist gut untersucht. Bei vielen Menschen mit Neurodermitis arbeitet das Enzym Delta-6-Desaturase eingeschränkt. Der Körper wandelt Linolsäure dann schlechter in Gamma-Linolensäure um. Diese Fettsäure ist eine Vorstufe entzündungshemmender Botenstoffe und ein Baustein der Hautbarriere. Hanfsamenöl liefert sie in kleiner, aber verwertbarer Menge und bringt zugleich das im Text oben beschriebene Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren mit.
In der Praxis lohnt sich beides, die innere und die äußere Anwendung. Wichtig ist die Qualität. Kaltgepresstes Hanfsamenöl gehört dunkel und kühl gelagert und sollte nach dem Öffnen zügig verbraucht werden, weil die mehrfach ungesättigten Fettsäuren schnell ranzig werden. Ranziges Öl auf gereizter Haut ist kontraproduktiv. Wie Hanfsamenöl der Haut helfen kann, haben wir ausführlich beschrieben.
Ein Missverständnis hält sich hartnäckig. Hanfsamenöl und CBD-Öl sind nicht dasselbe. Hanfsamenöl wird aus den Samen gepresst und enthält praktisch kein Cannabidiol. CBD-Öl entsteht aus Extrakten der Blüten und Blätter, oft gelöst in einem Trägeröl. Wer ein Produkt gegen die Hauttrockenheit sucht, braucht das eine, wer auf die Rezeptorwirkung zielt, das andere.
Medizinalcannabis bei Neurodermitis: der Stand 2026
Ein Detail aus den älteren Abschnitten dieses Artikels ist inzwischen überholt. Medizinalcannabis mit THC ist in Deutschland seit 2017 verschreibungsfähig und seit dem Cannabisgesetz von 2024 kein Betäubungsmittel mehr. Ein normales Rezept genügt. Neurodermitis zählt allerdings nicht zu den etablierten Indikationen. Eine Verordnung erfolgt im Einzelfall und meist erst, wenn Standardtherapien ausgereizt sind.
Für die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse gilt das erst recht. Bei einer Hauterkrankung ohne belastbare Studienlage ist eine Erstattung die Ausnahme. Wer eine Selbstzahlerlösung erwägt, sollte die monatlichen Kosten realistisch kalkulieren und sie gegen den erwarteten Nutzen abwägen. Der Weg über eine gute Basispflege ist in den meisten Fällen der pragmatischere.
CBD-Cremes aus dem freien Handel sind rechtlich Kosmetika und keine Arzneimittel. Sie dürfen deshalb keine Heilversprechen tragen. Für die Anwenderin und den Anwender bedeutet das zweierlei. Es gibt keine geprüfte Wirksamkeit, und es gibt keine standardisierte Dosierung. Eine ähnliche Ausgangslage beschreiben wir im Artikel zu Cannabis gegen Schuppenflechte.
Ein Punkt bleibt unabhängig vom Präparat wichtig. Eine kortisonhaltige Therapie gehört nicht eigenmächtig abgesetzt, nur weil eine Creme mit Cannabinoiden gut anschlägt. Der Übergang wird mit der behandelnden Hautärztin oder dem Hautarzt besprochen. Cannabinoide sind in diesem Feld eine mögliche Ergänzung der Basispflege und kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung.
Häufige Fragen
Hilft CBD bei Neurodermitis wirklich?
Die vorliegenden Untersuchungen sind klein und methodisch schwach. Sie zeigen Verbesserungen bei der Hautfeuchtigkeit und beim Juckreiz, aber eine randomisierte Studie fand für reines CBD keinen klaren Vorteil gegenüber einem Placebo. CBD kann eine Basispflege sinnvoll ergänzen. Als alleinige Behandlung einer mittelschweren oder schweren Neurodermitis ist es nicht belegt.
Was ist besser bei Neurodermitis, eine CBD-Creme oder Hanfsamenöl?
Für die trockene, schuppende Haut spricht die bessere Studienlage für Hanfsamenöl, vor allem in der täglichen Ernährung. Für den akuten Juckreiz und die Rötung ist eine cannabinoidhaltige Creme der naheliegendere Versuch. Beides schließt sich nicht aus, viele Pflegeprodukte kombinieren die Ansätze ohnehin.
Wie lange dauert es, bis eine CBD-Creme bei Neurodermitis wirkt?
In den Studien wurde über zwei Wochen bis drei Monate zweimal täglich aufgetragen, bevor sich messbare Veränderungen zeigten. Ein Effekt nach einer einzelnen Anwendung ist meist der Grundlage und nicht dem Cannabidiol zuzuschreiben. Sinnvoll ist ein Beobachtungszeitraum von mindestens vier Wochen bei gleichbleibender übriger Pflege.
Kann eine CBD-Creme bei Neurodermitis Nebenwirkungen haben?
Topisch angewendetes CBD gilt als gut verträglich, in den genannten Studien traten keine allergischen Reaktionen auf. Die Probleme kommen meist von den Begleitstoffen. Duftstoffe, ätherische Öle und Alkohol reizen die geschädigte Hautbarriere. Ein Test an einer kleinen Stelle über mehrere Tage klärt die Verträglichkeit, bevor größere Flächen behandelt werden.
Bekomme ich Cannabis auf Rezept gegen Neurodermitis?
Möglich ist es, üblich nicht. Neurodermitis gehört nicht zu den etablierten Indikationen für Medizinalcannabis. Eine Verordnung kommt im Einzelfall infrage, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirken. Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist bei dieser Indikation die Ausnahme und muss gesondert beantragt werden.
Wirkt CBD auch gegen den nächtlichen Juckreiz?
Der Juckreiz in der Nacht ist für viele Betroffene die größte Belastung. Für das verwandte Molekül PEA ist eine Linderung in einer großen Beobachtungsstudie dokumentiert, für CBD gibt es Hinweise aus kleineren Untersuchungen. Hilfreich ist außerdem alles, was die Haut über Nacht feucht hält, etwa eine fettreiche Pflege am Abend und kühle Schlafräume.





































