Zwei Jahre nach dem Start des Konsumcannabisgesetzes wird die gemeinschaftliche Eigenversorgung sichtbarer: Eine Brandenburger Anbauvereinigung gibt nach eigenen Angaben ab dem 31. Juli erstmals Cannabis aus eigener Ernte aus, und das an einer zentralen Berliner Adresse direkt am Hauptbahnhof.
Nach Angaben des Vereins CannabisTreff e.V. beginnt am Freitag, dem 31. Juli 2026, die erste Abgabe von Cannabis aus eigenem Anbau an die Mitglieder. Die Abgabestelle liegt in der Bertha-Benz-Straße 5 unmittelbar am Berliner Hauptbahnhof; künftig soll die Ausgabe wöchentlich freitags von 12 bis 20 Uhr stattfinden. Der Verein bezeichnet es als die erste Abgabe einer in Brandenburg lizenzierten Anbauvereinigung in dieser zentralen Berliner Lage.
Anbau in Strausberg, Abgabe in Berlin
Angebaut wird laut Verein in einer hochautomatisierten Indoor-Anlage am Vereinssitz im brandenburgischen Strausberg, mit LED-Beleuchtung, sensorgestützter Klimasteuerung und automatischer Bewässerung. Die erste Ernte sei Anfang Juli eingeholt worden; Trocknung, Curing und die nach dem Konsumcannabisgesetz vorgeschriebene Laboranalyse seien abgeschlossen. Verantwortlich für den Anbau ist nach Vereinsangaben ein Anbauleiter mit Studienabschlüssen in Agrarwissenschaften und internationaler Anbau-Erfahrung.
Der Verein selbst ist ein Stück Zeitgeschichte der Legalisierung: gegründet im Juni 2024 in Berlin, Ende 2024 wegen der zunächst unklaren Berliner Behördenzuständigkeit nach Strausberg verlegt und dort vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LAVG) Brandenburg lizenziert. Mit der neuen Abgabestelle kehrt die Ausgabe nun nach Berlin zurück. Der Fall illustriert, wie unterschiedlich die Bundesländer die Anbauvereinigungen in der Praxis handhaben.
Ein Baustein der KCanG-Praxis
Anbauvereinigungen sind neben dem privaten Eigenanbau die zweite Säule der Teil-Legalisierung. Sie dürfen Cannabis ausschließlich an ihre Mitglieder abgeben und unterliegen dabei strengen Vorgaben zu Dokumentation, Jugendschutz und Qualitätssicherung. Dass eine Vereinigung ihre erste selbst angebaute Ernte an einem so prominenten Ort ausgibt, ist vor allem ein sichtbares Signal, dass das Modell zwei Jahre nach Inkrafttreten in der Praxis ankommt.
Die hier genannten Details beruhen auf den Angaben des Vereins; die Redaktion hat sie nicht in jedem Punkt unabhängig überprüft. Vorstand und Anbauleiter stehen nach eigener Ankündigung für Rückfragen zur Verfügung.








































