Wie manche vielleicht bereits wissen, gibt es unter den sinnvollen und ökologisch wertvollen Produkten aus Hanf oder Nutzhanf auch Hanfschokolade. Hanfschokolade ist im Prinzip normale Schokolade mit geschälten Hanfsamen als Nussersatz. Wer den Geschmack von Hanfsamen oder Hanföl kennen und lieben gelernt hat, ist für eine solche Nahrungsergänzung dankbar und alle anderen, die es gerne mal probieren möchten, natürlich auch.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Statistik zu den Inhaltsstoffen verschiedener Speiseöle
- Welche Bedeutung haben mehrfach ungesättigten Fettsäuren?
- Mit Hanföl kochen: warum Erhitzen tabu ist
- Die besten Anwendungen für Hanföl in der Küche
- Hanföl, Hanfsamenöl und CBD-Öl: die Unterschiede
- Rezeptideen mit Hanföl zum Nachmachen
- Hanföl richtig aufbewahren und dosieren
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Ein weiteres tolles Nahrungsmittel ist das Hanföl aus Nutzhanf. Was manche wohl schon wissen, ist, dass Hanföl aus den Samen der Pflanze im Wesentlichen keine psychoaktiven Stoffe enthält. Hanföl ist ein Speiseöl aus Hanfsamen mit Hanfgeschmack.
Statistik zu den Inhaltsstoffen verschiedener Speiseöle
| Fett oder Öl | gesättigt | 1-fach ungesättigt (Ölsäure, Omega 9) | 2-fach ungesättigt (Linolsäure, Omega 6 | 3-fach ungesättigt (Alpha-Linolensäure, Omega 3) | 3-fach ungesättigt (Gamma-Linolensäure, Omega 6) |
| Butter | 67 | 25 | 2 | 1 | |
| Distelöl | 9 | 9 | 77 | ||
| Erdnussöl | 18 | 58 | 24 | ||
| Hanföl | 10 | 14 | 52 | 16 | 3 |
| Haselnussöl | 8 | 78 | 9 | ||
| Heringsöl | 22 | 56 | 22 | ||
| Kokosfett | 88 | 6 | 1 | ||
| Kürbiskernöl | 17 | 28 | 50 | ||
| Leinöl | 9 | 19 | 16 | 51 | |
| Maiskeimöl | 13 | 34 | 53 | ||
| Mandelöl | 8 | 70 | 22 | ||
| Mohnöl | 10 | 28 | 62 | ||
| Nachtkerzenöl | 10 | 17 | 63 | 10 | |
| Olivenöl | 15 | 76 | 9 | ||
| Palmfett | 51 | 38 | 11 | ||
| Palmkernfett | 82 | 15 | 3 | ||
| Rapsöl | 7 | 62 | 18 | 8 | |
| Rindertalg | 52 | 44 | 4 | ||
| Schweineschmalz | 41 | 49 | 10 | ||
| Sesamöl | 16 | 38 | 41 | ||
| Sojaöl | 16 | 28 | 46 | 5 | |
| Sonnenblumenöl | 10 | 17 | 68 | ||
| High Oleic Sonnenblumenöl | 7 | 78 | 10 | ||
| Traubenkernöl | 10 | 14 | 71 | ||
| Walnussöl | 9 | 18 | 54 | 14 | |
| Weizenkeimöl | 18 | 15 | 55 | 7 |
Summe der Fettsäuren = 95 % (plus 5 % Glyzerin = 100 %)
Welche Bedeutung haben mehrfach ungesättigten Fettsäuren?
Fette bestehen aus Glycerin und Fettsäuren. Hanföl höchster Qualität ist kalt gepresst, das heißt, dass bei der Extraktion aus den Hanfsamen maximal eine Temperatur von 45 °C erreicht wird. Kaltpressung hat den Vorteil, dass keine wesentlichen Inhaltsstoffe zerstört werden. Hanföl hat, wie man der Tabelle entnehmen kann, einen Anteil von 70 % an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, darunter Linolsäure und Alpha-Linolensäure.
Hanföl und Haschisch-Öl sind zwei vollkommen unterschiedliche Produkte, denn im Gegensatz zum Haschisch-Öl enthält das Hanföl nahezu keine psychoaktiven Wirkstoffe. Dabei spielt es in der Theorie und vermutlich auch in der Praxis keine Rolle, ob die Hanfsamen von Nutzhanf oder „Konsumhanf“ stammen. Für die Backfreudigen sei aber angemerkt, dass die meisten Cannabinoide, wie das THC, sowohl in Öl als auch in Alkohol löslich sind.
Das Verhältnis von 3:1 der beiden Hauptfettsäuren ist ideal für den menschlichen Körper. Dieser Fakt ist ebenso einzigartig bei Pflanzenölen. Schon 15 bis 20 Gramm Hanföl pro Tag decken den Bedarf an wichtigen Fettsäuren.
So wertvoll Hanföl ernährungsphysiologisch ist, so wenig verzeiht es Fehler in der Zubereitung. Wer mit Hanföl kochen möchte, sollte deshalb ein paar einfache Regeln kennen. Vor allem die Frage nach der Hitze entscheidet darüber, ob die gesunden Fettsäuren erhalten bleiben. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie du das nussige Speiseöl in der Küche richtig einsetzt.
Mit Hanföl kochen: warum Erhitzen tabu ist
Hanföl ist ein reines Kaltpressöl und gehört nicht in die heiße Pfanne. Seine mehrfach ungesättigten Fettsäuren reagieren empfindlich auf Hitze. Schon ab etwa 130 bis 165 Grad Celsius wird der Rauchpunkt erreicht. Oberhalb dieser Schwelle oxidieren die Omega-3-Fettsäuren, und es entstehen unerwünschte Abbauprodukte. Gleichzeitig verliert das Öl seinen nussigen Geschmack und wird bitter.
Zum Braten, Frittieren oder scharfen Anbraten ist Hanföl deshalb nicht geeignet. Für diese Zwecke greifst du besser zu hitzestabilen Ölen wie raffiniertem Rapsöl oder Kokosfett. Hanföl entfaltet seinen Wert dort, wo es kalt oder höchstens lauwarm zum Einsatz kommt. So bleiben die wertvollen Fettsäuren und das volle Aroma erhalten.
Die besten Anwendungen für Hanföl in der Küche
Am besten kommt Hanföl in der kalten Küche zur Geltung. Als Dressing für Blattsalate, Rohkost oder frische Tomaten ist das nussige Aroma ein echter Gewinn. Auch in Dips, Kräuterquark oder Hummus sorgt ein Schuss Hanföl für Tiefe. Wer morgens einen Smoothie mixt, kann einen Teelöffel unterrühren und so den Omega-3-Gehalt anheben.
Warme Gerichte verträgt Hanföl nur, wenn du es erst nach dem Kochen zugibst. Ein Löffel über die fertige Suppe, über Ofengemüse oder über gekochte Kartoffeln funktioniert wunderbar. Die Restwärme des Tellers schadet dem Öl nicht. Wichtig ist nur, dass das Öl nicht mitgekocht oder mitgebraten wird.
Auch pur schmeckt Hanföl vielen Menschen. Ein Teelöffel am Morgen deckt bereits einen Teil des täglichen Bedarfs an essenziellen Fettsäuren. Wer den kräftigen Eigengeschmack mag, kann das Öl über ein frisches Butterbrot träufeln. In Kombination mit etwas Salz und frischen Kräutern entsteht so ein einfacher Genuss.
Hanföl, Hanfsamenöl und CBD-Öl: die Unterschiede
Im Handel begegnen dir mehrere Produkte, die leicht zu verwechseln sind. Hanföl und Hanfsamenöl bezeichnen dasselbe Speiseöl aus gepressten Hanfsamen. Es enthält praktisch kein THC und kein CBD und ist ein reines Lebensmittel. Für die Küche ist genau dieses Öl gemeint.
CBD-Öl ist dagegen ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Speiseöl im klassischen Sinn. Es wird aus den Blüten und Blättern gewonnen und enthält den Wirkstoff Cannabidiol. Zum Kochen ist CBD-Öl nicht gedacht, da Hitze das Cannabinoid ebenfalls schädigt. Wer mit Hanf kochen möchte, greift also zum reinen Hanfsamenöl.
Rezeptideen mit Hanföl zum Nachmachen
Für den Einstieg eignen sich Salate besonders gut. Unser Blattsalat mit Hanföl-Apfel-Balsam-Dressing zeigt, wie gut das Öl mit fruchtigen Noten harmoniert. Etwas herbstlicher wird es mit der Kürbissuppe mit Hanföl, bei der das Öl erst zum Schluss über die Suppe kommt. Auch das Rote-Bete-Carpaccio mit Hanföl ist ein Klassiker der kalten Küche.
Wer tiefer in die Warenkunde einsteigen möchte, findet in unserem Hanf-Lebensmittel-Guide einen umfassenden Überblick. Dort erfährst du auch, wie sich Hanföl von anderen Hanfprodukten unterscheidet. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf das Nährstoffprofil der Hanfsamen, aus denen das Öl gepresst wird. So verstehst du, warum das Öl ernährungsphysiologisch so wertvoll ist.
Hanföl richtig aufbewahren und dosieren
Damit Hanföl seine Qualität behält, solltest du es kühl und dunkel lagern. Licht und Sauerstoff lassen die empfindlichen Fettsäuren schneller ranzig werden. Nach dem Öffnen gehört die Flasche am besten in den Kühlschrank. Dort hält sich das Öl je nach Hersteller etwa ein bis drei Monate.
Bei der Dosierung reichen kleine Mengen völlig aus. Schon ein bis zwei Esslöffel am Tag decken den Bedarf an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Mehr ist nicht nötig, da Hanföl trotz gesunder Fettsäuren energiereich ist. Ein Teelöffel im Dressing oder im Smoothie ist im Alltag eine praktische Menge.
Häufige Fragen
Kann man Hanföl zum Braten verwenden?
Nein, Hanföl ist zum Braten nicht geeignet. Sein niedriger Rauchpunkt führt dazu, dass die wertvollen Fettsäuren bei Hitze oxidieren. Verwende das Öl ausschließlich kalt oder gib es erst nach dem Kochen zum fertigen Gericht.
Wie schmeckt Hanföl?
Hanföl hat einen kräftigen, nussigen Geschmack mit einer leicht grünen Note. Viele beschreiben das Aroma als an Sonnenblumenkerne oder Nüsse erinnernd. In Dressings und Dips kommt dieser Eigengeschmack besonders gut zur Geltung.
Ist Hanföl gesünder als Leinöl?
Beide Öle liefern viel Omega-3. Hanföl bietet zusätzlich ein günstiges Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 von etwa 3 zu 1. Leinöl enthält zwar mehr Alpha-Linolensäure, das ausgewogene Fettsäureprofil macht Hanföl in der Alltagsküche jedoch besonders wertvoll.
Wie viel Hanföl sollte man täglich zu sich nehmen?
Ein bis zwei Esslöffel Hanföl pro Tag gelten als sinnvolle Menge. Damit deckst du bereits einen großen Teil deines Bedarfs an essenziellen Fettsäuren. Größere Mengen sind nicht nötig, da das Öl sehr energiereich ist.
Muss Hanföl in den Kühlschrank?
Nach dem Öffnen ist der Kühlschrank der beste Aufbewahrungsort. Kälte und Dunkelheit verlangsamen die Oxidation der empfindlichen Fettsäuren. Ungeöffnet reicht ein kühler, dunkler Schrank, solange die Flasche vor Licht geschützt ist.






































