Seit der Legalisierung von Cannabis in Kanada am 17. Oktober dieses Jahres wurde seitens der Polizei in den meisten Provinzen bei Kontrollen der Fokus auf das Fahren unter dem Einfluss von THC gelegt. Aus diesem Grund wurden seit Inkrafttreten der neuen Gesetze generell verstärkt Verkehrskontrollen durchgeführt.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Cannabis im Fahrzeug unterliegt ähnlichen Regeln wie Alkohol
- Es lohnt sich die neuen Cannabis Gesetze zu kennen
- Der THC-Grenzwert am Steuer: Kanadas abgestufte Regelung
- Bußgeld, Fahrverbot und Haft: die Strafen im Detail
- Wie die Polizei den Cannabiskonsum am Steuer kontrolliert
- Null Nanogramm für junge und gewerbliche Fahrer
- Kanada und Deutschland im Vergleich
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Das Aufkommen von Fahrern unter Cannabis-Einfluss hielt sich jedoch ziemlich in Grenzen, viele Kritiker hatten anderes erwartet. Was einige Kanadier aber anscheinend noch nicht verstanden haben, ist, dass sie auch mit dem Gesetz in Konflikt geraten können, wenn sie völlig nüchtern sind. Denn auch beim Fahren mit Cannabis im Auto gilt es einige gesetzliche Regulierungen zu beachten, will man nicht trotz legal gekauftem Marihuana Probleme mit der Polizei bekommen.
Cannabis im Fahrzeug unterliegt ähnlichen Regeln wie Alkohol
Grundsätzlich ist der Transport des eigenen Cannabis im Fahrzeug nicht illegal, aber es gibt hier einige Regeln, auf deren Einhaltung man achten muss, um im legalen Rahmen zu agieren. Die wichtigste ist wahrscheinlich, dass das Cannabis im Fahrzeug in einem verschlossenen Behälter außerhalb der Reichweite des Fahrers zu verbleiben hat. Dies ist ziemlich genau das gleiche wie die Gesetze, die man in vielen US-amerikanischen Staaten im Umgang mit Alkohol kennt. Das Cannabis muss nicht zwingend ungeöffnet in der Originalverpackung sein, jedoch vollständig verschlossen, und auch der Beifahrer und andere Passagiere dürfen nicht im Auto kiffen oder auf eine andere Weise Cannabis konsumieren. In Ontario empfiehlt die Polizei den Transport im Kofferraum, so ist es für keinen Insassen zugänglich und es entstehen keine Schwierigkeiten, wenn man in eine Verkehrskontrolle gerät.
Es lohnt sich die neuen Cannabis Gesetze zu kennen
Was die Bestrafung der Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen anbelangt, handelt es sich generell um Geldstrafen. Aber das kann schnell ziemlich teuer werden. In Ontario zum Beispiel werden Fahrer, die mit einem offenen Päckchen Cannabis in ihrem Auto erwischt werden, mit einer Geldbuße von 125 US-Dollar und in British Columbia mit rund 230 Dollar zur Kasse gebeten. In Nova Scotia wurden einem Fahrer sogar einmal 295 Dollar für offen im Fahrzeug gehaltenes Gras berechnet, und in Manitoba musste ein Mann eine Geldstrafe von über 600 Dollar bezahlen, weil er Cannabis am Steuer seines Autos konsumiert hatte. Seit der Legalisierung von Cannabis führt die Polizei in allen Provinzen häufiger Kontrollen durch. Solange, bis sich die Kanadier an ihre neuen Gesetze gewöhnt haben, und sie einhalten, ergibt das auch durchaus Sinn.
Der THC-Grenzwert am Steuer: Kanadas abgestufte Regelung
Das eigentliche Herzstück der kanadischen Verkehrsregeln zu Cannabis sind die Grenzwerte für THC im Blut. Der Bund hat sie 2018 zeitgleich mit der Legalisierung im Strafgesetzbuch verankert. Anders als beim Transport geht es hier nicht um verschlossene Behälter, sondern um den Wirkstoffgehalt im Körper des Fahrers.
Kanada arbeitet mit drei Stufen. Wer zwischen 2 und unter 5 Nanogramm THC pro Milliliter Blut fährt, begeht das mildeste Vergehen. Ab 5 Nanogramm gilt der schwere Tatbestand. Eine dritte Regel greift bei der Kombination aus Cannabis und Alkohol. Hier reichen bereits 2,5 Nanogramm THC zusammen mit 50 Milligramm Alkohol pro 100 Milliliter Blut.
Bußgeld, Fahrverbot und Haft: die Strafen im Detail
Die milde Stufe zwischen 2 und 5 Nanogramm wird als reines Ordnungsdelikt behandelt. Sie kostet bis zu 1.000 kanadische Dollar Geldstrafe. Ab 5 Nanogramm sowie beim Mischkonsum wird es deutlich ernster, weil die Tat dann als Hybriddelikt gilt.
Beim ersten Verstoß dieser schweren Kategorie fällt eine Mindeststrafe von 1.000 kanadischen Dollar an. Der zweite Verstoß zieht mindestens 30 Tage Haft nach sich, der dritte mindestens 120 Tage. Dazu kommen je nach Provinz eigene Führerscheinsperren. In British Columbia etwa droht ab 5 Nanogramm ein sofortiger Entzug der Fahrerlaubnis für 90 Tage.
Wie die Polizei den Cannabiskonsum am Steuer kontrolliert
Zur Durchsetzung dieser Grenzwerte darf die Polizei seit 2018 zugelassene Speicheltestgeräte einsetzen. Ein solcher Schnelltest weist THC im Mundraum nach und liefert den ersten Verdacht. Voraussetzung ist ein begründeter Anfangsverdacht, etwa Cannabisgeruch oder auffälliges Fahrverhalten.
Fällt der Speicheltest positiv aus, folgen standardisierte Nüchternheitstests am Straßenrand oder die Untersuchung durch einen geschulten Drogenerkenner. Erst eine anschließende Blutprobe liefert den gerichtsfesten Nanogramm-Wert. Der Speicheltest allein begründet also noch keine Verurteilung, sondern öffnet die Tür zur genaueren Messung.
Null Nanogramm für junge und gewerbliche Fahrer
Für bestimmte Gruppen gilt in fast allen Provinzen eine strikte Nulltoleranz. Fahranfänger in der Probezeit, Fahrer unter einem festgelegten Mindestalter und Berufskraftfahrer dürfen überhaupt kein THC im Blut haben. Schon der geringste Nachweis führt bei ihnen zu einer Sperre der Fahrerlaubnis und zu Bußgeldern.
Diese Aufteilung erklärt, warum die Regeln je nach Wohnort variieren. Der Bund legt die Straftatbestände und die Nanogramm-Grenzen fest. Die Provinzen ergänzen eigene Verwaltungsstrafen, Sperrfristen und Pflichtschulungen. Wer über Provinzgrenzen hinweg fährt, sollte deshalb die jeweiligen Zusatzregeln kennen.
Kanada und Deutschland im Vergleich
Für deutsche Leser lohnt der Blick über den Atlantik, seit auch hierzulande ein fester Grenzwert gilt. In Deutschland liegt die Schwelle seit August 2024 bei 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum, wie wir im Beitrag zum neuen THC-Grenzwert im Straßenverkehr ausführlich erklären.
Kanada setzt seine unterste Stufe mit 2 Nanogramm tiefer an, staffelt die Strafen dafür aber klarer nach Schwere. Beide Länder verfolgen den Mischkonsum besonders streng, wie unser Ratgeber zu Alkohol und Cannabis im Mischkonsum zeigt. Die kanadischen Erfahrungen seit der Legalisierung von 2018 gelten vielen Fachleuten bis heute als Blaupause.
Häufige Fragen
Ab welchem THC-Wert darf man in Kanada nicht mehr fahren?
Ab 2 Nanogramm THC pro Milliliter Blut beginnt die Strafbarkeit. Der Bereich von 2 bis unter 5 Nanogramm gilt als leichtes Vergehen, ab 5 Nanogramm als schwere Straftat. Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum reichen bereits 2,5 Nanogramm THC.
Darf ich Cannabis legal im Auto transportieren?
Ja, der Transport ist erlaubt. Das Cannabis muss aber verschlossen und außerhalb der Reichweite des Fahrers verstaut sein. In Ontario rät die Polizei zur Aufbewahrung im Kofferraum. Der Konsum während der Fahrt ist für alle Insassen verboten.
Wie kontrolliert die kanadische Polizei den Cannabiskonsum am Steuer?
Bei begründetem Verdacht darf die Polizei einen Speicheltest verlangen. Fällt er positiv aus, folgen Nüchternheitstests und eine Blutprobe. Erst der Blutwert entscheidet über die Strafe. Der Speicheltest liefert nur den ersten Hinweis.
Welche Strafen drohen beim Fahren unter Cannabiseinfluss?
Im leichten Bereich droht eine Geldstrafe bis 1.000 kanadische Dollar. Ab 5 Nanogramm gilt eine Mindeststrafe von 1.000 Dollar beim ersten Mal, 30 Tage Haft beim zweiten und 120 Tage beim dritten Verstoß. Dazu kommen die Führerscheinsperren der Provinzen.
Gelten für alle Fahrer dieselben Grenzwerte?
Nein. Für Fahranfänger, junge Fahrer und Berufskraftfahrer gilt in den meisten Provinzen eine Nulltoleranz. Sie dürfen gar kein THC im Blut haben. Schon der kleinste Nachweis führt zu einer Sperre der Fahrerlaubnis.





































