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Home Marihuana Growing

Living Soil, Hydroponik oder Steinwolle? Lorenz Minks rechnet mit Anbau-Mythen ab

von Leo Hartmann
22.05.2026
in Marihuana Growing
Lesezeit: 12 Minuten
Lorenz Minks, Founder von Research-Gardens, in einem Cannabis-Anbau

Foto: Lorenz Minks / Research-Gardens (2022)

⏱ 12 Min. Lesezeit·2.353 Wörter
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Es gibt in der deutschsprachigen Cannabis-Szene wenige Stimmen, die so gleichzeitig technisch tief und ideologisch unverkrampft über Anbau-Methoden sprechen wie Lorenz Minks. Der Gründer von Research-Gardens hat ein Hortikultur-Studium, hat im Schweizer Linth-Becken 1,5 Hektar legales Cannabis auf einem biologischen Feld kultiviert und berät heute Cannabis-Unternehmen weltweit zu Anbau-Technik, Klimasteuerung und Crop Steering. Wer Minks reden hört, merkt: Das ist jemand, der die Praxis aus zwei Welten kennt – aus dem Mittagsschatten der Schweizer Berge genauso wie aus dem LED-Licht professioneller Indoor-Anlagen.

Genau diese Doppelperspektive macht das Gespräch mit ihm im Vorfeld der Mary Jane Berlin so wertvoll. Während die deutsche CSC-Szene 2026 vor der Frage steht, mit welcher Anbau-Methode sich 200 bis 500 Mitglieder versorgen lassen, kursieren in Foren und Social Media gleichzeitig Empfehlungen aus US-Communities, die für deutsche Bedingungen nicht passen. Living Soil wird zur Glaubensfrage, Steinwolle als „too industrial“ verschrien, Hydroponik gilt vielen als zu kompliziert. Minks räumt im Interview konsequent mit diesen Reflexen auf – und zwar nicht aus einer Marketing-Position heraus, sondern auf Basis von Pflanzenphysiologie, jahrelanger Beratung und seiner eigenen Konsumenten-Erfahrung.

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Bemerkenswert ist, wie ehrlich Minks mit sich selbst umgeht: Er war jahrelang Verfechter spezieller LED-Spektren und hat sogar eine Firma „380 nanometer“ genannt – heute hält er beides für überschätzt. Er konsumiert privat Wedding Cake von einem Schweizer Living-Soil-Anbauer und sagt im selben Atemzug, der Geschmack sei „austauschbar und definitiv nichts Besonderes“. Und er nennt konkrete Marken (Athena, CarbonActive, GrowLink), konkrete Preise (unter 50 Euro für Smarthome-Bewässerung), konkrete Werte (EC 3,0 mS/cm beim Einstieg). Was im folgenden Q&A herauskommt, ist deshalb keine theoretische Anbaulehre, sondern eine 2026er Bestandsaufnahme für deutsche Hobby-Grower und CSCs: Was lohnt sich, was ist Hype, und welche Anbau-Methode wird sich am Ende durchsetzen.

GanjaFarmerGanjaFarmer

💬 Im Gespräch

Lorenz Minks, Research-Gardens

Lorenz Minks ist Gründer von Research-Gardens, internationaler Cannabis-Consultant und einer der ganz wenigen mit Hortikultur-Studium und gleichzeitig hektargroßer Outdoor-Praxis (1,5 Hektar Cannabis-Anbau in der Schweizer Linth-Ebene). Auf der Mary Jane Berlin spricht er am Samstag, 13. Juni, um 12:30 Uhr auf der Masterclass Stage über Anbau-Methoden. Wir haben ihm vorab acht Fragen gestellt, die deutsche Hobby-Grower und Cannabis Social Clubs als Entscheidungsgrundlage 2026 brauchen.

Frage 1, Einstieg 2026

In welchem Setting sollte ein deutscher Hobby-Grower 2026 starten, und welche Empfehlungen aus US-Foren sind für DE-Bedingungen schlicht falsch?

Lorenz: Vorab: Ich betreibe im Moment keine Living-Soil-Beete, habe jedoch in der Schweiz 1,5 Hektar auf einem biologischen Feld in der Linth-Ebene angebaut. Die Linth-Ebene führt im Linth-Kanal Wasser von Gletschern der Schweizer Alpen ab. Das Wasser ist durch den alpinen Ursprung sehr mineralreich und der Kanal dient als natürliche Bewässerung ohne künstliche Beregnungsanlage. Vorteil des Freilandanbaus ist nicht nur die Energie-Effizienz und kostenlose Bewässerung, sondern auch das Vorhandensein einer großen Bio-Diversität zur Schädlingsbekämpfung. Helfer-Mikroben, Marienkäfer, Raubmilben, Vögel und andere Nützlinge helfen dabei, Schädlinge und Krankheitserreger zu bekämpfen. Diese Vorteile hat der Indoor-Living-Soil-Anbau nicht, denn dort sind die kleinen Spalten der Räumlichkeiten zwar oft gerade so groß genug für den Eintritt von Schädlingen wie Thripsen und Spinnmilben, jedoch zu klein für Nützlinge wie Marienkäfer.

Das ist auch der größte Nachteil von Living Soil im Indoor-Bereich: Man versucht schon bei der Kontrolle der Kardinal-Parameter Temperatur, Luftfeuchte, Lichtintensität, CO2-Gehalt, Bodenfeuchte, Bodentemperatur und der richtigen Zusammensetzung der 17 essentiellen Nährstoffe „Gott zu spielen“. Jetzt auch noch die korrekte Zusammensetzung von Mikroben, Pilzen, Anteil pflanzenverfügbarer vs. nicht-pflanzenverfügbarer organischer Nährstoffe, Sauerstoff und Zuckern im Boden zu kontrollieren, multipliziert die Anzahl zu kontrollierender Parameter und damit das Fehlerpotential noch einmal deutlich.

Über aktuelle Empfehlungen in US-Foren bin ich leider nicht informiert. Aber meine klare Empfehlung mit zwei Pfaden: Wer „Techniker“ ist, fährt mit Steinwolle, einem Crop-Steering-Bewässerungs-System (etwa Smarthome-Setup für unter 50 Euro von Amazon), mineralischem Dünger wie Athena und gibt ihm. Das Ergebnis: maximale Erträge, definiertes Aromaprofil, schnelles Reagieren auf Fehler möglich. Wer „Pragmatiker“ ist, kauft Erde, biologischen Trockendünger und gibt ihm. Je mehr biologisches Leben, desto mehr „Living Soil“. Das Ergebnis: geringere Erträge, dafür komplexes Aroma und geringere Fehleranfälligkeit bei höherem Zufallsfaktor.

Frage 2, Living Soil entmystifiziert

Living Soil ist ideologisch aufgeladen. Was sind die echten, messbaren Vorteile vs. Mythologie?

Lorenz: Echte messbare Vorteile gibt es in meinen Augen nicht. Die Pflanzen ernähren sich sowohl bei mineralischer als auch bei biologischer Düngung von den gleichen 17 essentiellen „mineralischen“ chemischen Elementen. Diese werden beim Living-Soil-Anbau im Boden von komplexen, nicht-pflanzenverfügbaren Molekülen in pflanzenverfügbare Moleküle umgewandelt.

Subjektiv nehmen Living-Soil-Konsumenten anekdotisch oft ein komplexeres, vielschichtigeres Aroma wahr. Ein eher „runder“ Geschmack, wenn man die aus der Parfümerie bekannte Kopfnote, Herznote und Basisnote zur sensorischen Bestimmung nutzt. Living-Soil-Cannabis hat in meiner Wahrnehmung eine deutlich ausgeprägtere Basisnote und damit ein subjektiv runderes Aromaprofil. Das stößt bei vielen Cannasseuren auf positive Resonanz. Nachteil dieses runden Geschmacks: Aus meiner Erfahrung auf vielen Reisen in die Cannabis-Hotspots dieser Welt unterscheiden sich die Aromen verschiedener auf Living Soil angebauter Strains deutlich weniger als bei mineralisch angebauten Strains mit dominanterer Herz- und Kopfnote.

Ich persönlich beziehe seit über zwei Jahren das gleiche Wedding Cake von Swiss Extract, angebaut auf Living Soil in einem Folien-Gewächshaus ohne technischen Schnickschnack. Aus Konsumenten-Sicht taugt mir das Produkt absolut, auch wenn der Geschmack sehr austauschbar und definitiv nichts Besonderes ist. Swiss Extract trocknet und lagert das Cannabis jedoch so gut, dass es sehr sanft verdampft. Denn oft kommen Kopf- oder Herznoten durch Terpene zustande, die beim Verdampfen oder Verbrennen deutlich entzündlicher und damit kratzender in den Atemwegen wirken. Diese Duftnoten sind auf der anderen Seite jedoch unverzichtbar für die Ausprägung prägnanter Aromen, für die Strains bekannt sind.

Makro-Aufnahme eines Living-Soil-Querschnitts mit Myzel und Wurzeln

„Echte messbare Vorteile gibt es in meinen Augen nicht. Die Pflanzen ernähren sich von den gleichen 17 essentiellen chemischen Elementen, egal ob mineralisch oder biologisch gedüngt.“

Lorenz Minks · Research-Gardens

Frage 3, Hydroponik in DE

Hydroponik hat in DE einen schweren Stand, obwohl der Ertrag oft höher ist. Woran liegt das aus deiner Erfahrung, Technik-Aversion, Wasser-Mentalität, Zeitfaktor?

Lorenz: Du hast die wichtigsten Punkte genannt. Die technischen Hürden erscheinen auf den ersten Blick riesig, wenn man an Hydroponik denkt. Die Angst vor Wasserschäden ist groß, besonders bei dauerhaft wasserführenden Systemen wie Aeroponik, Deep Water Culture oder Nährstoff-Film-System. Dabei wird oft verdrängt, dass es mit dem Anbau auf Steinwolle ein hydroponisches System gibt, welches an die Bewässerung ähnliche Anforderungen stellt wie ein Anbau auf erdähnlichem Substrat. Ich habe auch schon oft kleinere Balkon- oder Indoor-Grows auf Steinwolle mit der Hand bewässert. Es muss nicht immer High-End-Crop-Steering für Top-Ergebnisse sein.

Der Zeitfaktor im initialen Aufbau eines Steinwoll-Anbaus ist bei diesem Vorgehen genau wie das Risiko eines Wasserschadens gleich wie beim Anbau auf Erde. Die ersten 10 Tage muss man bei Nutzung eines Steinwoll-Slabs sowieso nicht gießen, hat also nach Anbau-Start mindestens diese 10 Tage Zeit, um sich eine günstige Pumpe mit Smarthome-Integration für unter 50 Euro einzurichten. Denn Jungpflanzen benötigen diese 10 bis 14 Tage, um Wurzeln zu entwickeln und das gespeicherte Wasser im Steinwoll-Slab soweit zu verbrauchen, dass Wasser nachgegossen werden muss.

Ich sehe in den sozialen Medien immer mehr Homegrower, die auf Steinwolle anbauen. Ich habe durchaus das Gefühl, dass German Engineering mit Steinwolle und Crop Steering endlich einen neuen Spielplatz gefunden hat. Es gibt zahlreiche Bastler in Deutschland und der Schweiz, die gerade ihre eigenen Crop-Steering-Systeme für Homegrower entwickeln.

Professionelle Hydroponik-Anlage mit Cannabis-Pflanzen und Monitoring-System

Frage 4, Steinwolle in der Praxis

Was sind die drei häufigsten Fehler beim Einstieg in Steinwolle, und wie kann man sie unkompliziert vermeiden?

Lorenz: Don’t overthink it. Athena-Dünger nach Schema auf einen EC-Wert von 3,0 mS/cm anmischen, Steinwoll-Block oder -Slab 24 Stunden vor Pflanzenbesatz einweichen, den Anzuchtblock daraufsetzen. Mit der ersten Wässerung 10 bis 14 Tage warten, bis das Medium soweit zurückgetrocknet ist, dass die Oberfläche gerade noch etwas feucht, aber nicht nass ist.

Danach am Morgen immer so viel wässern, dass etwas Drain unten herauskommt. Nicht zu viel Nährlösung auf einmal gießen, sondern schrittweise in kleinen Mengen mit Abständen von etwa 15 Minuten, bis irgendwann Wasser aus dem Medium fließt. Mit automatischen Smarthome-Pumpen kann man das für weniger als 50 Euro automatisieren. In den ersten zwei Blütewochen kann man auf den Drain verzichten, falls noch nicht viele sichtbare Wurzeln im Medium (unten oder an den Seiten) zu sehen sind. In diesem Stadium ist ein etwas trockeneres Medium vorteilhaft, weil die Wurzeln im trockenen Milieu schneller wachsen, da sie nach Wasser suchen. Ab Blütewoche drei empfehle ich dann wieder jeden Morgen Drain zu erzeugen.

Für präzises Crop Steering kann man Bodenfeuchte-Sensoren nutzen (Achtung: viele sind leider ungenau) oder das Medium mit der Pflanze immer mal wiegen, nachdem Drain unten rauskommt. So weiß man, wie viel Wasser das Medium maximal aufnehmen kann. Von dieser Grundlinie kann man dann etwa 15 bis 20 Prozent Gewicht abziehen, um den minimalen Wassergehalt des Mediums auszurechnen, den man nicht unterschreiten sollte. Um diesen Wert, besonders bei ausgeprägtem Wurzelwerk, nicht zu unterschreiten, kann man über den Tag ein paar Korrektur-Bewässerungen geben, um das Medium genügend feucht zu halten.

Viele haben Angst vor hohem Salzgehalt im Medium, vor Austrocknen oder Überwässerung: Dahingehend ist Steinwolle sehr verzeihend. EC-Werte von bis zu 25 mS/cm habe ich schon oft gesehen, und die Pflanzen sahen trotzdem super aus. Besonders bei ausgeprägtem Wurzelwerk ziehen die Pflanzen das Wasser sehr schnell aus dem Block, und die poröse Struktur von Steinwolle stellt fast immer genügend Sauerstoff bereit, um Überwässerungs-Erscheinungen zu verhindern. Auch ein Austrocknen ist unwahrscheinlich, weil Steinwolle auch bei sehr geringem Wassergehalt noch Wasser an die Pflanze abgeben kann.

Pro-Tipp: Immer mal mit einer Plastik-Spritze den pH-Wert im Medium kontrollieren. Falls der EC-Wert im Block mal zu hoch sein sollte, zeigen die Pflanzen das sehr zeitnah mit gelben Blattspitzen an. In dem Fall hilft Spülen des Mediums, also Drain erzeugen, um die Pflanzen vom Salzstress zu erlösen. Auch das dauert nicht lange.

Cannabis-Setzling in Steinwolle-Slab mit Bewässerungssystem

Frage 5, CSC-Skalierung

CSC-Anbau wird 2026 zur Skalierungsfrage. Welche Methode skaliert technisch und wirtschaftlich am saubersten auf 200 bis 500 Mitglieder?

Lorenz: Definitiv Steinwolle. Vor allem mit dem anwenderfreundlichen Athena-Dünger kann man ein Dünge-Rezept für alle Genetiken fahren, ohne Einbußen festzustellen. Früher habe ich für jeden Strain das richtige Rezept finden müssen, das ist heute deutlich anwenderfreundlicher geworden.

Während Living Soil immer wieder für Überraschungen gut ist, wenn man gerade am wenigsten daran denkt, ist der Anbau auf Steinwolle reproduzierbar. Wenn man immer die gleichen Reinigungs-Protokolle befolgt und mit einem System wie von CarbonActive bodenfeuchtigkeitsgesteuertes Crop Steering betreibt, verhält sich Steinwolle sehr vorhersehbar. Living Soil hingegen kann nach einigen Wochen bis Monaten komplett kippen. Wegkippen muss man dann im Fall tonnenweise Erde. Vorkonditionierte Living Soil in rauen Mengen ist nicht so schnell wieder angeliefert oder nach eigenen Anforderungen kultiviert und erst recht nicht einfach auf die Beete verteilt.

Die laufenden Kosten eines mineralischen Anbaus sind durch die höhere operative Sicherheit deutlich kalkulierbarer als im biologischen Anbau. Die Kosten für Dünger sind mit etwa 5 Prozent der Gesamtproduktionskosten (bei Handtrimmung) kein signifikanter Kostentreiber und sollten nicht als Entscheidungs-Grundlage für Living Soil vs. Steinwolle herhalten. Andere hydroponische Systeme erzeugen gar keine Kosten für Substrat, liegen bei Steinwolle jedoch auch „nur“ bei 3 bis 5 Prozent der Gesamtproduktionskosten. Living Soil ist genauso teuer, rechnet sich jedoch mehr, wenn man das Substrat länger als ein Jahr in Folge nutzt.

„German Engineering hat mit Steinwolle und Crop Steering endlich einen neuen Spielplatz gefunden.“

Lorenz Minks · Research-Gardens

Frage 6, Praxiserkenntnis für die MJB

Welche überraschende Praxiserkenntnis wirst du auf der Mary Jane teilen, die in keinem Lehrbuch steht?

Lorenz: Ich werde keine Praxiserkenntnisse teilen, die sonst nirgends bereits niedergeschrieben wurden. Ich erfinde das Rad ja nicht neu. Ich möchte vor allem die Angst vor den verschiedenen Anbaumethoden nehmen und die zahlreich kursierenden Praxis-Hinweise in kompakter Form aufbereiten. Viele Tipps habe ich in diesem Interview bereits geteilt. Für alles Weitere und Tiefgehendere, was nicht in diesen Artikel passt, lade ich alle herzlich zu meinem Vortrag am Samstag, 13. Juni, um 12:30 Uhr auf der Mary Jane ein. Es wird auch ein Überraschungs-Experte für Living Soil dabei sein.

Frage 7, Equipment vs. Marketing

Welche Equipment-Investition lohnt sich für DE-Grower 2026 wirklich, und welche ist Marketing?

Lorenz: Für CSCs und kommerziellen Anbau: Den meisten Mehrwert im operativen Betrieb bringt ein integriertes Crop-Steering-System wie beispielsweise von CarbonActive oder GrowLink, um die Bewässerung bodenfeuchtigkeitsbasierend einstellen zu können.

Für Homegrower lohnt sich die Investition in ein günstiges Smarthome-Bewässerungs-System, das man von Woche zu Woche manuell an den Wasserverbrauch der Pflanzen anpasst. Kosten unter 50 Euro.

Was man im mitteleuropäischen Klima definitiv nicht benötigt, sind Klima-Anlagen. Bei CarbonActive haben wir das offene Lüftungs-System für kommerzielle Anbau-Flächen soweit optimiert, dass man ganzjährig optimale VPD-Werte fahren kann. Mit diesem System schaffen auch Einsteiger praxiserwiesene 2 g/Watt, auf Steinwolle, bei atmosphärischem CO2-Gehalt, ohne Klima-Anlage.

Unter „Hype“ fallen für mich Under-Canopy-Lights. Ob man mehr Watt über oder unter den Pflanzen gibt, macht nach immer mehr Erfahrungswerten aus der Praxis bei entsprechender Kulturführung (Defolieren, Runterbinden) keinen Unterschied. Genauso wenig halte ich mittlerweile von speziellem Spektrum in der Leuchte, auch wenn ich jahrelang großer Verfechter von speziellen Spektren war und sogar eine meiner Firmen „380 nanometer“ genannt habe. (Lacht.)

Frage 8, 24-Monats-Ausblick

Wo siehst du den deutschen Cannabis-Anbau in 24 Monaten, und welche Methode wird sich durchsetzen?

Lorenz: Mit Blick auf viele Clubs und auch immer mehr Homegrower scheinen sich die deutschen Grow-Liebhaber zunehmend am Medium Steinwolle oder auch Kokos zu erfreuen. Es liegt uns gewissermaßen in den Genen, alles perfekt steuern zu wollen. Und da spielt uns der hydroponische Anbau mit Crop Steering doch perfekt in die Karten.

Hinweis: Das Interview wurde schriftlich geführt. Antworten wurden für Lesbarkeit und Rechtschreibung leicht redigiert, ohne inhaltlich verändert zu werden. Lorenz Minks spricht am Samstag, 13. Juni 2026, um 12:30 Uhr auf der Masterclass Stage der Mary Jane Berlin zum Vergleich von Anbau-Methoden. Weiterführend: research-gardens.com.

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