Der „liebe Alkohol“ als des Deutschen „Sportgetränk“ kann auch seine Tücken haben. Viele leiden am nächsten Tag auch unter ihren Erinnerungen, wenn sie viel, aber noch nicht genug gesoffen haben. Das liegt nun mal an der enthemmenden Eigenschaft vom Alkohol, dass man einfach für alles zu haben ist, auch für wirklich blöde Dinge. Gewiss gäbe es die Hälfte von uns ohne den Alkohol gar nicht, so enthemmend wirkt er. Besoffene machen also auch Dinge, die sie nie täten und sogar aus ethisch moralischen Gründen ablehnen, z. B. kiffen. Der Cannabis Mischkonsum mit Alkohol ist für Angetrunkene jedoch das sichere K.O.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Erst saufen, dann kiffen?
- Haut einen der Cannabis Mischkonsum immer um?
- Mischkonsum ist ein gefährlicher Konsum
- Was im Körper passiert, wenn Alkohol und Cannabis zusammenkommen
- Erst Alkohol, dann kiffen, oder besser umgekehrt?
- Die Reihenfolge im Überblick
- Wenn es kippt: Kreislauf, Übelkeit und der unterdrückte Brechreiz
- Mischkonsum am Steuer: 1.000 Euro und ein absolutes Alkoholverbot
- Alkohol und Cannabis im direkten Vergleich
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Wer viel getrunken hat, der geht oft selbst als erfahrener Kiffer nach dem Joint zu Boden. Wer zugleich unerfahren ist und den Alkohol Cannabis Mischkonsum betreibt, der wird gewiss glauben, dass er sterben muss. Sterben wird man jedoch nicht, da es beim Kiffen keine tödliche Überdosis gibt und man in dem Zustand kaum noch mehr saufen kann.
Berichte über lebensbedrohliche Zustände durch Kiffen sind damit immer sehr fragwürdig. Es fühlt sich selbst ohne Alkohol bei einer harten Überdosis nur so an, als würde man verrecken und sieht für viele auch so aus. Das ist jedoch nicht so. Ansonsten gäbe es so einige der besagten Cannabis Toten wirklich und das würde uns die ganze Zeit mit entsprechenden Statistiken und Auswertungen „um die Ohren gehauen werden“.
Erst saufen, dann kiffen?
Gerade junge Männer wollen bis an ihre Grenzen gehen, auch beim Rausch. Sie wollen förmlich zu Boden gehen. Beim Mischkonsum verschiedener Substanzen kann es zu Wirkverstärkungen, schlechtem Befinden, lebensbedrohlichen Zuständen oder auch zu besonders schönen Rauscherlebnissen kommen. Es gibt hierfür ganze Tabellen, wie man verschiedene Substanzen miteinander kombinieren kann oder eben nicht kombinieren darf.
Wer bereits merklich betrunken ist und dann den Joint gereicht kriegt, der sagt oft genug ja und zieht kräftig. Es bleiben einem dann nur Minuten, bis man wirklich flach liegt. Dieser Cannabis Mischkonsum verstärkt oder ergänzt die Trunkenheit erheblich, das kann sich alles andere als schön anfühlen.
Eigentlich weiß das jeder. Aber was interessiert einen das, wenn der Punkt erreicht wurde, ab dem es richtig lustig wird? Käme einer an und erklärt einem, man wäre kein Kerl und würde den Abflussreiniger deswegen nicht saufen, würde man ihn gewiss doch packen. Es passieren halt die dollsten und auch peinlichsten Dinge, weswegen viele erst recht trinken und zum Trinken anregen.
Wer bereits gut betrunken ist und dann zum Cannabis Mischkonsum greift, der kann sich jedoch sicher sein, dass er nicht mehr viele Schoten bringt, da er schön ruhig sein wird.
Haut einen der Cannabis Mischkonsum immer um?
Ob man Alkohol trinkt, Marihuana raucht oder den Cannabis Mischkonsum betreibt, wer es einmal kennt und zu den Personen gehört, welche die Kontrolle bewahren, der kann auch damit umgehen. Wer bereits richtig „stramm“ ist und es kennt, der zieht nur ganz wenig. Oder man trinkt bewusst eine gewisse Menge, um dann mit dem Cannabis Mischkonsum zu beginnen. Dann kann auch weiterhin getrunken werden, wobei man weniger trinkt. Die Mengen schmecken einfach nicht mehr. Wer auf Nummer sichergehen möchte, kann auch zuerst kiffen und dann mit dem Trinken nachlegen. Das ist viel sicherer, da erst die Wirkung vom Kiffen abgewartet wird. Je deutlicher diese einsetzt, umso weniger schmeckt der Alkohol, umso langsamer wird getrunken.
Wer jedoch erst richtig trinkt und dann beim gereichten Joint zum Cannabis Mischkonsum übergeht, der hat meist schon „Party over“. Es ist richtiggehend gemein, wenn sogar absichtlich gewartet wird, bis jemand gut betankt ist, um ihm dann die Sportzigarette zu reichen. Es gibt natürlich Personen, die einander nicht leiden können und auch andere, die so etwas lustig finden. Das ist es jedoch nicht und beim erwiesenen Vorsatz wäre es vermutlich sogar ein Akt der strafbaren Körperverletzung.

Mischkonsum ist ein gefährlicher Konsum
Wie bereits erwähnt, gibt es ganze Tabellen, in denen ausgewertet wird, welche Substanzen sich miteinander vertragen und bei welchen Kombinationen man vielleicht nicht mehr den nächsten Tag erlebt. Der Cannabis Mischkonsum ist dabei noch harmlos, da es eben nur unangenehm und nicht wirklich gefährlich werden kann. Dennoch wird hier noch einmal vom Mischkonsum oder zur Aufforderung zum Mischkonsum abgeraten.
Wer möglicherweise mit dem Alkohol schon nicht umgehen kann, der soll vermutlich nicht zusätzlich noch etwas anderes dazu nehmen. Wenn der Erstkonsument die Zweitsubstanz noch nicht einmal kennt, dann soll er diese nicht verwenden, wenn er gerade schon etwas anderes genommen hat.
Wer Mischkonsum betreiben möchte, der soll all die verwendeten Substanzen bereits gut kennen, diese einschätzen und mit diesen umgehen können und sie zudem überlegt kombinieren. Alkohol und Cannabis Mischkonsum ist wirklich noch harmlos im Vergleich zu anderen Kombinationsmöglichkeiten. Cannabis kann jedoch zur Reduzierung und sogar zur Entwöhnung vom übermäßigen Alkoholkonsum beitragen, womit dieser Mischkonsum sogar gut sein kann.
Was im Körper passiert, wenn Alkohol und Cannabis zusammenkommen
Dass der Rausch beim Mischkonsum härter ausfällt, ist keine reine Erfahrungssache. Alkohol verändert messbar, wie viel THC überhaupt im Blut ankommt. Er erweitert die Gefäße und beschleunigt die Aufnahme über die Lunge. Das Cannabinoid erreicht den Kreislauf dadurch schneller und in höherer Konzentration.
Belegt hat das eine kontrollierte Studie von Lukas und Orozco aus dem Jahr 2001, erschienen in der Fachzeitschrift Drug and Alcohol Dependence. Die Teilnehmer tranken vor dem Rauchen entweder ein Placebo oder Alkohol in zwei Dosierungen, 0,35 und 0,7 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Wer Alkohol getrunken hatte, zeigte in den ersten 15 Minuten nach dem Rauchen deutlich höhere THC-Werte im Blutplasma. Die Probanden bemerkten die Wirkung außerdem früher und berichteten häufiger von Euphorie.
Damit ist der Alkohol beim Mischkonsum nicht nur eine zweite Substanz neben dem THC. Er wirkt zusätzlich als Verstärker für die erste. Genau das erklärt, warum dieselbe Menge Cannabis nüchtern locker verträglich ist und nach ein paar Bier plötzlich zu viel wird. Wie stark eine einzelne Portion ohnehin schwankt, zeigt unser Beitrag zu der Frage, wie viel THC ein Joint tatsächlich ins Blut bringt.
Erst Alkohol, dann kiffen, oder besser umgekehrt?
Die Reihenfolge ist der wichtigste Stellhebel beim Mischkonsum, und sie wirkt in beide Richtungen unterschiedlich stark. Alkohol vor dem Joint hebt den THC-Spiegel an, wie oben beschrieben. Umgekehrt bremst Cannabis die Aufnahme des Alkohols. THC verlangsamt die Magenentleerung, und der Alkohol gelangt dadurch langsamer aus dem Magen in den Blutkreislauf.
Untersuchungen aus den frühen 1990er Jahren zeigten genau diesen Effekt. Wurde vor dem Trinken geraucht, fiel der Spitzenwert des Alkohols niedriger aus und wurde später erreicht. Der Alkohol verschwindet dadurch nicht, er kommt nur verzögert an. Wer sich auf das nüchterne Gefühl der ersten halben Stunde verlässt und nachlegt, holt sich die Menge später trotzdem ab.
Für die Praxis heißt das zweierlei. Die im Text weiter oben beschriebene Reihenfolge, also zuerst kiffen und erst danach trinken, ist tatsächlich die kontrollierbarere Variante. Sie ist aber nicht die harmlose. Sie verschiebt das Risiko nur vom plötzlichen Umkippen hin zu einer schleichenden Unterschätzung der getrunkenen Menge.
Die Reihenfolge im Überblick
| Reihenfolge | Was im Körper passiert | Praktische Folge |
|---|---|---|
| Erst Alkohol, dann Cannabis | Der THC-Spiegel im Blut steigt schneller und höher als ohne Alkohol | Der Rausch kippt oft innerhalb weniger Minuten, Kreislaufprobleme sind typisch |
| Erst Cannabis, dann Alkohol | Die Magenentleerung verlangsamt sich, der Alkohol wird verzögert aufgenommen | Der Spitzenwert kommt später, die getrunkene Menge wird leicht unterschätzt |
| Beides gleichzeitig | Beide Effekte überlagern sich, der Verlauf ist kaum noch einzuschätzen | Weder die Wirkung noch der richtige Zeitpunkt zum Aufhören sind vorhersehbar |
| Nur eine Substanz | Ein bekannter Verlauf ohne gegenseitige Beeinflussung | Die eigene Erfahrung mit der Dosis bleibt belastbar |
Wenn es kippt: Kreislauf, Übelkeit und der unterdrückte Brechreiz
Das im Szeneslang als Greening out bekannte Umkippen läuft nach einem festen Muster ab. Die Haut wird blass, der Betroffene schwitzt kalt, der Puls rast und alles dreht sich. Dazu kommen Übelkeit, Angst und das Gefühl, gleich das Bewusstsein zu verlieren. Der Zustand ist unangenehm, klingt aber in der Regel nach ein bis drei Stunden von selbst ab. Was dabei körperlich passiert, ordnet unser Beitrag zur Cannabis-Überdosis ein.
Es gibt allerdings einen Punkt, an dem die Kombination gefährlicher ist als jede der beiden Substanzen allein. Cannabis dämpft den Brechreiz, und genau dieser Reflex ist bei einer Alkoholvergiftung die körpereigene Notbremse. Wer zu viel getrunken hat, erbricht normalerweise und stoppt damit die weitere Aufnahme. Bleibt dieser Reflex aus, kann der Alkoholpegel ungebremst weiter steigen. Die eigentliche Gefahr geht dabei vom Alkohol aus, nicht vom THC.
Praktisch bedeutet das vor allem eines: Niemanden in diesem Zustand allein lassen. Die betroffene Person gehört an die frische Luft, sollte sich hinlegen und in kleinen Schlucken Wasser trinken. Bei Bewusstlosigkeit gehört sie in die stabile Seitenlage. Kommt sie nicht mehr richtig zu sich, atmet flach oder lässt sich nicht mehr ansprechen, ist der Notruf 112 fällig. Eine Alkoholvergiftung ist ein medizinischer Notfall und keine Frage der Peinlichkeit.
Mischkonsum am Steuer: 1.000 Euro und ein absolutes Alkoholverbot
Seit dem 22. August 2024 gilt in Deutschland ein gesetzlicher THC-Grenzwert von 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum. Wer ihn überschreitet, zahlt 500 Euro Bußgeld und bekommt einen Monat Fahrverbot. Für den Mischkonsum hat der Gesetzgeber eine eigene Regel geschaffen, weil die Kombination als besonders riskant gilt. Für Cannabiskonsumenten gilt am Steuer ein absolutes Alkoholverbot, und zwar unabhängig von der Promillegrenze.
Wer beides kombiniert und erwischt wird, zahlt bei der ersten Tat 1.000 Euro. Für Fahranfänger in der Probezeit und für Fahrer unter 21 Jahren gilt der erhöhte Grenzwert von 3,5 Nanogramm ohnehin nicht. Wie lange sich THC überhaupt nachweisen lässt, zeigt die Abbaukurve von THC. Die vollständigen Regeln, Grenzwerte und Rechte stehen in unserem Überblick zu Cannabis und Straßenverkehr. Die Debatte um die Höhe der Strafen behandelt der Beitrag zum Mischkonsum im Straßenverkehr.
Alkohol und Cannabis im direkten Vergleich
Für die Fahrtüchtigkeit gibt es belastbare Vergleichszahlen. Eine Untersuchung von Hartman und Kollegen aus dem Jahr 2015 am National Advanced Driving Simulator hat beides gegeneinander gemessen. Blut-THC-Werte von 8,2 und 13,1 Mikrogramm pro Liter führten zu einem Schlingern in der Fahrspur, das etwa 0,5 und 0,8 Promille Blutalkohol entsprach. Die Kombination verhielt sich additiv und nicht überadditiv. Fünf Mikrogramm THC plus 0,5 Promille erzeugten ungefähr so viel Schlingern wie 0,8 Promille allein.
Aus solchen Zahlen lässt sich allerdings keine Rangliste der Gefährlichkeit ableiten. Die beiden Substanzen unterscheiden sich vor allem im Verlauf einer möglichen Abhängigkeit und in den körperlichen Langzeitfolgen. Ob starker Cannabiskonsum überhaupt mit einem höheren Alkoholkonsum einhergeht, behandelt der Beitrag zum gefährlichen Mischkonsum. Was die Laborforschung zu der Kombination herausgefunden hat, fasst unser Überblick zur aktuellen Forschung zum Mischkonsum von THC und Alkohol zusammen. Die Frage, ob Cannabidiol bei einer Alkoholabhängigkeit helfen kann, ist Thema einer eigenen Studienauswertung.
Häufige Fragen zu Alkohol und Cannabis
Was passiert, wenn man Alkohol trinkt und dazu kifft?
Der Alkohol erhöht die Menge an THC, die tatsächlich im Blut ankommt. Der Rausch setzt schneller ein und fällt stärker aus, als die gerauchte Menge vermuten lässt. Typisch sind Schwindel, kalter Schweiß, rasender Puls und Übelkeit. Bei erfahrenen Konsumenten bleibt es oft bei einem unangenehmen Abend, bei unerfahrenen kippt es deutlich schneller.
Ist es besser, erst zu kiffen und dann zu trinken?
Diese Reihenfolge ist besser kontrollierbar, aber nicht ungefährlich. Cannabis verlangsamt die Magenentleerung, der Alkohol wird dadurch verzögert aufgenommen. Der Spitzenwert kommt also später, dafür oft überraschend. Wer sich am Gefühl der ersten halben Stunde orientiert und weitertrinkt, unterschätzt die eigene Menge zuverlässig.
Kann der Mischkonsum von Alkohol und Cannabis tödlich sein?
Eine tödliche THC-Dosis ist beim Rauchen praktisch nicht erreichbar. Gefährlich wird die Kombination über den Alkohol. Cannabis dämpft den Brechreiz, und dieser Reflex ist bei einer Alkoholvergiftung die natürliche Notbremse. Fällt er aus, kann der Alkoholpegel weiter steigen. Bei Bewusstlosigkeit oder flacher Atmung gilt deshalb immer: stabile Seitenlage und Notruf 112.
Wie lange sollte man nach dem Mischkonsum mit dem Autofahren warten?
Eine pauschale Stundenzahl gibt es nicht, weil sich beide Substanzen unterschiedlich schnell abbauen. Sicher ist nur: Für Cannabiskonsumenten gilt am Steuer ein absolutes Alkoholverbot. Wer beides kombiniert hat, sollte das Auto stehen lassen und den nächsten Tag abwarten. Bei Edibles kann sich der Nachweis noch deutlich länger hinziehen.
Was kostet Mischkonsum am Steuer?
Die reine Überschreitung des THC-Grenzwerts von 3,5 Nanogramm pro Milliliter kostet 500 Euro und einen Monat Fahrverbot. Kommt Alkohol dazu, verdoppelt sich das Bußgeld bei der ersten Tat auf 1.000 Euro. Unabhängig davon kann die Fahrerlaubnisbehörde ein eigenes Verfahren einleiten.
Hilft Essen oder Wasser gegen das Umkippen?
Wasser in kleinen Schlucken hilft gegen die Mundtrockenheit und beruhigt den Kreislauf ein wenig. Den Rausch selbst verkürzt es nicht. Etwas Zuckerhaltiges kann den Kreislauf stützen, wenn der Blutdruck absackt. Am wirksamsten sind frische Luft, eine liegende Position und jemand, der danebenbleibt.





































