Am 24. September 2026 trifft sich die Schweizer Nutzhanfbranche zur 2. Hanftagung im Inforama Rütti in Zollikofen bei Bern. Die landwirtschaftliche Beratungszentrale Agridea und die IG Hanf Schweiz stellen dort Projekte vor, die Industrie- und Faserhanf vom Feld bis zum fertigen Produkt bringen. Wer teilnehmen will, muss sich bis zum 17. September anmelden.
📑 Inhaltsverzeichnis
Hanftagung 2026: Termin, Ort und Anmeldung
Die Tagung dauert einen halben Tag, von 9 bis 14 Uhr, und findet in der Mehrzweckhalle des Inforama Rütti statt. Das Inforama ist das Bildungs- und Beratungszentrum für die Berner Landwirtschaft. Der Standort passt, denn die Veranstalter richten sich ausdrücklich an alle, die sich für die Hanfbranche im landwirtschaftlichen Umfeld interessieren. Die Kurspauschale beträgt 120 Franken, Mittagessen und Pausen sind darin enthalten.
Angemeldet wird über den Kursshop von Agridea unter der Kursnummer 26.331. Die Anmeldefrist endet am 17. September 2026. Bis zu diesem Tag ist auch eine Abmeldung kostenlos. Wer später absagt, zahlt eine Gebühr von 100 Franken. Die Tagung ist zweisprachig und läuft auf Deutsch und Französisch. Partner auf der französischsprachigen Seite ist die IG Hanf unter ihrem Namen CI Chanvre.
Das Programm: Vom Hanfbaustoff bis zum Faseranbau
Nach der Begrüßung durch die Kursleitung, Ludovic Piccot und Sanzio Rombini von Agridea sowie Lukas Brunner von der IG Hanf, gibt es einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Hanfsektor. Danach folgen vier Praxisblöcke. Den Anfang macht das Bauen. Dieter Baltensperger von Stroba Naturbaustoffe spricht über Industriehanf für Gebäude, anschließend stellt Martin Bodmer von Cancret Materials CO2-reduzierte Architektur mit Hanf vor. Wie Hanf als Dämmstoff und Hanfkalk im Bau funktioniert, erklärt unser Überblick zum Bauen mit Hanf. Wo der Baustoff seine Grenzen hat, zeigt der Vergleich von Hanfkalk und Beton.
Nach der Kaffeepause geht es um Lebensmittel. Marlene Nyffenegger von Alpenpionier berichtet über den Anbau von Bio-Speisehanf in der Schweiz. Der vierte Block blickt nach vorn. Jawad Reddawi von Prometerre, dem Waadtländer Landwirtschaftsverband, und Rina Rohrbach von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL sprechen über die Perspektiven des Faserhanfs. Dazu gehören Anbauversuche mit Faserhanf und die geplante Gründung einer Interessengruppe für Pflanzenfasern. Eine offene Diskussion schließt den Vormittag ab, das Mittagessen wird mit Hanfprodukten gestaltet.
Warum die Schweiz auf Faserhanf setzt
Hanf wurde in der Schweizer Landwirtschaft traditionell genutzt, war aber lange Zeit kaum noch auf den Feldern zu sehen. Seit einigen Jahren versuchen engagierte Betriebe, die Kultur wiederzubeleben. Das Interesse ist nachvollziehbar. Hanf braucht wenig Pflanzenschutz, lockert die Fruchtfolge auf und liefert Rohstoffe für mehrere Märkte zugleich. Aus den Schäben entsteht Baustoff, aus den Fasern Dämmmaterial oder Textilien, aus den Samen Öl und Protein.
Das Nadelöhr ist die Verarbeitung. Ohne regionale Entholzungsanlagen und verlässliche Abnehmer bleibt der Anbau für Landwirte ein Risiko. Genau hier setzt die Tagung an, wenn sie nach dem Aufbau von Wertschöpfungsketten fragt. Deutsche Landwirte kennen das Problem, wie unser Praxistest zu Chancen und Risiken des Nutzhanfs zeigt. Einen Gesamtüberblick über Anbau, Verarbeitung und Märkte bietet der Guide zu Nutzhanf und Industrie.
Einordnung: Nutzhanf abseits der Cannabisdebatte
In der Schweiz dreht sich die öffentliche Debatte meist um die geplante Regulierung von Cannabis als Genussmittel. Die IG Hanf ist daran beteiligt und hat zuletzt mehr Tempo bei der Schweizer Cannabisregulierung gefordert. Parallel laufen die Pilotversuche, deren Ergebnisse die Zwischenbilanz der SCRIPT-Studie gerade beschrieben hat. Der Weg dorthin war lang, wie ein Blick auf die frühe Diskussion um die Schweizer Modellprojekte zeigt.
Die Hanftagung setzt bewusst einen anderen Schwerpunkt. Sie behandelt Hanf als landwirtschaftliche Kultur und Rohstoff. Dass eine landwirtschaftliche Beratungsorganisation wie Agridea das Thema zum zweiten Mal aufgreift, zeigt, wie ernst der Sektor den Nutzhanf inzwischen nimmt. Für Betriebe aus Deutschland und Österreich lohnt der Blick über die Grenze, denn die Fragen nach Verarbeitung, Absatz und Faserqualität stellen sich dort genauso.
Häufige Fragen
Wann und wo findet die Hanftagung 2026 statt?
Die 2. Hanftagung findet am Donnerstag, 24. September 2026, von 9 bis 14 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Inforama Rütti in Zollikofen bei Bern, genauer die Mehrzweckhalle an der Adresse Rütti 5.
Wie viel kostet die Teilnahme an der Hanftagung?
Die Kurspauschale beträgt 120 Franken. Darin sind das Mittagessen mit einem alkoholfreien Getränk, die Pausen und der Kursraum enthalten. Die Rechnung wird nach der Tagung verschickt.
Bis wann kann man sich für die Hanftagung anmelden?
Die Anmeldefrist endet am 17. September 2026. Angemeldet wird über den Kursshop von Agridea mit der Kursnummer 26.331. Bis zum selben Datum ist eine Abmeldung kostenlos, danach werden 100 Franken fällig.
Für wen ist die Hanftagung gedacht?
Die Tagung richtet sich an alle, die sich für die Hanfbranche im landwirtschaftlichen Umfeld interessieren. Angesprochen sein dürften damit vor allem Landwirte, Verarbeiter, Planer aus dem Baubereich und Lebensmittelhersteller. Die Vorträge laufen auf Deutsch und Französisch.
Welche Themen stehen auf dem Programm?
Das Programm umfasst Industriehanf für Gebäude, CO2-reduzierte Architektur mit Hanf, den Anbau von Bio-Speisehanf in der Schweiz und die Perspektiven des Faserhanfs. Zum Faserhanf gehören Anbauversuche und die geplante Gründung einer Interessengruppe für Pflanzenfasern.
Quellen: IG Hanf Schweiz, Ankündigung „Hanftagung 2026: Industrie- und Faserhanf in der Schweiz“ (31.07.2026); Agridea, Kursprogramm 26.331 „2. Hanftagung 2026“.





































