Das Hanf Museum Berlin sammelt persönliche Videogeschichten zur Cannabis-Legalisierung. Die Clips werden Teil einer Sonderpräsentation zur Langen Nacht der Museen am 29. August 2026. Einsendeschluss ist der 20. August 2026. Gefragt sind keine aufwendigen Produktionen, sondern kurze und authentische Aufnahmen aus dem eigenen Alltag.
📑 Inhaltsverzeichnis
Worum es bei dem Aufruf geht
Das Museum im Nikolaiviertel dokumentiert seit 1994 die Kulturgeschichte der Hanfpflanze. Für die kommende Sonderpräsentation verschiebt sich der Blick von der Pflanze auf die Menschen. Gesucht werden Erfahrungen aus der Zeit der Kriminalisierung und aus den Jahren danach. Das Spektrum ist bewusst weit gefasst und reicht von der medizinischen Behandlung über politisches Engagement bis zu Begegnungen mit der Polizei.
Auch berufliche und familiäre Perspektiven sind ausdrücklich erwünscht. Dazu zählen unternehmerische Entscheidungen, Erlebnisse am Arbeitsplatz und die Sicht von Angehörigen. Ausgewählte Videos sollen anschließend Teil einer dauerhaften Installation werden, die die deutsche Cannabisgeschichte aus persönlicher Perspektive festhält. Wer den rechtlichen Rahmen dieser Zeitenwende nachlesen möchte, findet die Einordnung in unserem Überblick zur Cannabis-Legalisierung in Deutschland.
Die Vorgaben für die Einsendung
Die technischen Anforderungen sind bewusst niedrigschwellig gehalten. Gefilmt wird im Querformat, entweder mit dem Smartphone oder mit einer Kamera. Die Clips sollen etwa eine bis drei Minuten lang sein und dürfen maximal 250 MB groß sein. Wichtig ist ein klarer Ton ohne störende Hintergrundgeräusche. Die Einsendung läuft über ein Formular auf der Mitmach-Seite des Museums, für das ein Vorname, eine E-Mail-Adresse und die Bestätigung der Nutzungsrechte nötig sind.
Bemerkenswert ist die Anonymitätsoption. Wer nicht erkannt werden möchte, kann eine Maske tragen, mit Filtern arbeiten, nur die Hände filmen oder das Ganze als Schattenspiel anlegen. Ein echter Name ist nicht erforderlich. Diese Rücksicht ist kein Detail am Rande. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen überhaupt über Erfahrungen sprechen, die vor April 2024 strafbar waren.
Ein Blick auf die Rechteklausel
Wer teilnimmt, sollte die Nutzungsbedingungen aufmerksam lesen. Das Museum lässt sich das unwiderrufliche sowie zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkte Recht einräumen, die Beiträge auszustellen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Das schließt Archive und wissenschaftliche Zwecke ein. Für ein Museumsarchiv ist eine solche Klausel nicht ungewöhnlich, denn eine Sammlung lässt sich nur dauerhaft zeigen, wenn die Rechte gesichert sind. Wer sein Gesicht zeigt, trifft damit trotzdem eine Entscheidung für die Ewigkeit. Die Anonymitätsoption ist deshalb mehr als eine Höflichkeit.
Die Lange Nacht der Museen als Rahmen
Die Lange Nacht der Museen findet am 29. August 2026 von 18 bis 2 Uhr statt. Rund 75 Berliner Häuser beteiligen sich mit etwa 750 Veranstaltungen. Das Motto lautet in diesem Jahr „Crime in Berlin“, und genau daraus zieht der Aufruf seine Pointe. Cannabis war jahrzehntelang ein Kriminalitätsthema, und in einem Teilbereich ist es das bis heute. Ein Hanfmuseum, das unter diesem Motto Legalisierungsgeschichten sammelt, dreht die Perspektive um.
Das Haus ist mit solchen Formaten erfahren. Es hat bereits mehrfach zu Cannabis als Medizin informiert und ist ein fester Anlaufpunkt der Berliner Szene. In diese Reihe passen auch andere Formate der Hauptstadt, etwa die Hanfparade oder die Aktivistenkonferenz Cannabis Normal!. Was das Museum jetzt vorhat, geht allerdings weiter als eine Veranstaltung. Es geht um Quellensicherung.
Warum sich das Mitmachen lohnt
Die Geschichte der Prohibition ist in Deutschland gut dokumentiert, wenn es um Gesetze, Urteile und Statistiken geht. Schlecht dokumentiert ist, wie sich das Verbot im Leben einzelner Menschen angefühlt hat. Genau diese Lücke will das Museum schließen, solange die Erinnerungen frisch sind. Zwei Jahre nach dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes ist der Zeitpunkt gut gewählt. Wer eine Geschichte hat, hat bis zum 20. August 2026 Zeit.
Häufige Fragen
Bis wann kann ich ein Video einsenden?
Der Einsendeschluss ist der 20. August 2026. Die Sonderpräsentation läuft im Rahmen der Langen Nacht der Museen am 29. August 2026. Wer später einreicht, kann für diese Ausgabe nicht mehr berücksichtigt werden.
Muss ich mein Gesicht zeigen?
Nein. Das Museum stellt ausdrücklich Anonymitätsoptionen bereit. Möglich sind eine Maske, ein Filter, eine reine Aufnahme der Hände oder ein Schattenspiel. Auch ein echter Name ist nicht erforderlich, für die Einsendung genügen ein Vorname und eine E-Mail-Adresse.
Welche technischen Vorgaben gelten?
Das Video sollte im Querformat aufgenommen werden und etwa eine bis drei Minuten dauern. Die Datei darf höchstens 250 MB groß sein. Der Ton sollte klar verständlich sein, störende Hintergrundgeräusche sind zu vermeiden. Eine professionelle Ausrüstung wird nicht erwartet.
Was passiert mit meinem Beitrag?
Ausgewählte Videos werden Teil einer dauerhaften Installation zur deutschen Cannabisgeschichte. Das Museum lässt sich dafür weitreichende und unbefristete Nutzungsrechte einräumen, die auch die Archivierung und wissenschaftliche Zwecke umfassen. Die vollständigen Bedingungen stehen auf der Mitmach-Seite.
Welche Themen sind erwünscht?
Das Spektrum ist bewusst breit angelegt. Willkommen sind Erfahrungen mit der medizinischen Behandlung, mit politischem Engagement, mit Polizei und Justiz, mit dem Arbeitsplatz sowie Perspektiven aus der Familie. Entscheidend ist der persönliche Bezug, nicht die politische Bedeutung des Erlebnisses.
Quellen: Mitmach-Seite des Hanf Museums Berlin zur Sonderpräsentation, Aufruf vom 25. Juli 2026 (krautinvest.de).





































