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Home Marihuana Growing Grow Equipment ein Erfolgsfaktor

LED vs. HPS: Was ist 2026 effizienter für den Cannabis-Anbau?

von Christian Schäfer
13.05.2026
in Grow Equipment ein Erfolgsfaktor
Lesezeit: 12 Minuten
LED-Growbar über Cannabispflanzen im Vergleich zu HPS-Leuchtmittel
⏱ 14 Min. Lesezeit·2.772 Wörter
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Wer im Jahr 2026 einen Cannabis-Homegrow plant, stößt spätestens bei der Beleuchtung auf die alte Glaubensfrage: LED oder HPS? Über zwei Jahrzehnte lang galt die Natriumdampf-Hochdrucklampe, kurz HPS, als unangefochtener Goldstandard unter Cannabis-Gärtnern. Seit etwa 2018 jedoch laufen moderne LED-Systeme den alten Natriumdampf-Brennern den Rang ab, und der Abstand wächst.

📑 Inhaltsverzeichnis

  1. LED vs HPS: Warum der Vergleich 2026 anders aussieht als 2018
  2. Effizienz in Mikromol pro Joule: die entscheidende Kennzahl
  3. Anschaffungskosten: HPS günstig im Einstieg, LED überholt beim Upgrade
  4. Stromkosten im Rechenbeispiel: Drei-Pflanzen-Set-up in Deutschland
  5. Wärmeabgabe und Klima-Management: der unsichtbare Kostenfaktor
  6. Ertrag pro Watt und Lichtspektrum: Was die Pflanze wirklich braucht
  7. Für welchen Grower-Typ eignet sich welche Lampe?
  8. MH, CMH und LEC: die oft übersehenen Alternativen
  9. Die richtige Dimensionierung: Watt pro Quadratmeter
  10. Fazit 2026: LED ist für 90 Prozent der Homegrower die bessere Wahl
  11. 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!

In diesem Ratgeber vergleichen wir die beiden Technologien anhand aller Dimensionen, die für Grower wirklich zählen: Effizienz in Mikromol pro Joule, Anschaffungskosten, Lebensdauer, Wärmeabgabe, Stromkosten, Ertrag pro Watt sowie das Lichtspektrum. Am Ende weißt du genau, welche Lampe zu deinem Set-up, deinem Budget und deinem Growraum passt.

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LED vs HPS: Warum der Vergleich 2026 anders aussieht als 2018

Die Debatte LED vs HPS ist so alt wie der Indoor-Grow selbst. Was sich in den letzten Jahren jedoch fundamental verändert hat, ist die Reife der LED-Technologie. Noch 2015 waren sogenannte UFO-LEDs mit Blaupunkt-Dioden kleiner Leistung und schlechter Verarbeitung ein Synonym für Ausfälle, Hotspots und enttäuschende Erträge. Heute liefern moderne Quantum-Boards und LED-Bars, bestückt mit Samsung LM301H EVO oder LM301B Dioden, eine Effizienz, die jede klassische Natriumdampflampe in den Schatten stellt.

GanjaFarmerGanjaFarmer

Gleichzeitig ist der Strompreis in Deutschland ein entscheidender Faktor geworden. Mit einem Haushaltsstrompreis, der je nach Tarif zwischen 32 und 45 Cent pro Kilowattstunde pendelt, ist die Energieeffizienz eines Leuchtmittels nicht mehr nur ein technisches Detail, sondern der wichtigste wirtschaftliche Hebel beim Homegrow. Wer heute eine 600-Watt-HPS in einer Growbox betreibt, verbrennt im zwölfstündigen Blütezyklus bares Geld. Ausführlich beleuchten wir diesen Aspekt in unserem Artikel zu den Homegrow-Kosten 2026.

Hinzu kommt die Klimabilanz. Der Indoor-Anbau gilt als extrem energieintensiv, wie eine Analyse zu Cannabis und Klimabilanz deutlich macht. Jede eingesparte Kilowattstunde reduziert nicht nur die Stromrechnung, sondern auch den CO₂‑Fußabdruck des Endprodukts. Vor diesem Hintergrund ist die Wahl zwischen LED und HPS 2026 längst nicht mehr reine Geschmackssache, sondern eine ökonomische und ökologische Entscheidung mit handfesten Konsequenzen.

Effizienz in Mikromol pro Joule: die entscheidende Kennzahl

Wenn Grower über Lampen-Effizienz sprechen, reden sie eigentlich über eine einzige Kennzahl: Mikromol pro Joule, abgekürzt μmol/J. Dieser Wert beschreibt, wie viele photosynthetisch nutzbare Photonen eine Lampe pro verbrauchter elektrischer Energieeinheit erzeugt. Je höher der Wert, desto mehr Licht, das die Pflanze wirklich verwerten kann, bekommst du pro eingesetztem Watt.

Eine klassische 600-Watt-HPS mit magnetischem Vorschaltgerät erreicht etwa 1,2 bis 1,4 μmol/J. Hochwertige Double-Ended-HPS-Systeme, die in professionellen Indoor-Anlagen zum Einsatz kommen, kratzen mit einem elektronischen Vorschaltgerät und gutem Reflektor an der 1,7-Marke. Das war jahrelang das technologische Maximum, das chemisch aus einer Natriumdampflampe herauszuholen war.

Moderne LED-Bars mit Samsung LM301H EVO Dioden und Meanwell-Treibern erreichen dagegen 2,7 bis 3,1 μmol/J. Die Spitzenmodelle von Lumatek, Gavita Pro 1700e LED oder Fluence Spydr kommen sogar auf Werte zwischen 2,9 und 3,2 μmol/J. Im Klartext bedeutet das: Eine moderne 400-Watt-LED liefert mehr verwertbares Licht als eine klassische 600-Watt-HPS. Du sparst ein Drittel Strom bei gleichem oder sogar höherem Ertrag.

Auch günstige Quantum-Boards im Hundert-Euro-Segment erreichen inzwischen 2,4 bis 2,6 μmol/J. Diese Boards sind für Einsteiger besonders interessant, weil sie die Vorteile der LED-Technik zu einem Preis anbieten, der in der Größenordnung einer kompletten HPS-Anlage mit Vorschaltgerät, Reflektor und Leuchtmittel liegt. Full-Spectrum COB-Module, also Chip-on-Board-LEDs mit einem Phosphor-Mischlicht, landen je nach Hersteller bei 2,0 bis 2,5 μmol/J und sind damit ebenfalls effizienter als jede HPS.

Anschaffungskosten: HPS günstig im Einstieg, LED überholt beim Upgrade

Rein bei den Anschaffungskosten scheint HPS auf den ersten Blick zu führen. Ein komplettes 600-Watt-HPS-Set, bestehend aus elektronischem Vorschaltgerät, Reflektor und Leuchtmittel, ist neu ab etwa 120 bis 180 Euro zu bekommen. Gebraucht sinkt der Preis auf 60 bis 90 Euro. Für angehende Homegrower mit knappem Budget ist das ein verführerisches Einstiegsangebot.

Eine vergleichbar starke LED-Lösung, die die gleiche Grow-Fläche von etwa 80 mal 80 Zentimetern ausleuchtet, startet bei etwa 180 Euro für ein solides 240-Watt-Quantum-Board und geht hoch bis 450 Euro für eine LED-Bar-Lösung im Markenqualitäts-Segment. Marken wie Lumatek ZEUS, Greenception oder Sanlight Evo spielen im oberen Preissegment zwischen 500 und 800 Euro. Der initiale Aufpreis gegenüber HPS liegt also bei 60 bis 300 Euro, je nach gewähltem Modell.

Dieser Aufpreis relativiert sich schnell, wenn man die Lebensdauer einbezieht. HPS-Leuchtmittel verlieren bereits nach etwa 5.000 Betriebsstunden rund 30 Prozent ihrer Lichtleistung und sollten spätestens nach 8.000 Stunden ersetzt werden. Bei zwei Grows pro Jahr mit jeweils 10 Wochen Blütephase à 12 Stunden ist das Leuchtmittel nach zwei bis drei Jahren fällig. Ein Ersatzbrenner kostet rund 30 bis 50 Euro. Das Vorschaltgerät hält deutlich länger, nämlich etwa 8 bis 12 Jahre.

Eine hochwertige LED-Leuchte übersteht problemlos 50.000 bis 60.000 Betriebsstunden, was bei typischer Homegrow-Nutzung etwa 15 bis 20 Jahre entspricht. Defekte einzelner Dioden lassen sich bei modularen Systemen wie Quantum-Boards in der Regel reparieren. Über einen Zeithorizont von fünf Jahren gerechnet, ist die LED fast immer günstiger als HPS, weil die Stromeinsparung den Mehrpreis mehrfach überkompensiert.

Stromkosten im Rechenbeispiel: Drei-Pflanzen-Set-up in Deutschland

Seit dem Cannabisgesetz vom April 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland bis zu drei Cannabis-Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen. Ein typisches Drei-Pflanzen-Setup in einer 100-mal-100-Zentimeter-Growbox benötigt rund 300 bis 400 Watt an Lichtleistung. Mit einer modernen LED-Bar reichen etwa 320 Watt, um diese Fläche professionell auszuleuchten. Eine HPS-Lösung für die gleiche Fläche liegt bei 400 bis 600 Watt.

Rechnen wir konkret. Ein Grow-Zyklus aus vier Wochen Wachstum bei 18 Stunden Licht plus acht Wochen Blüte bei 12 Stunden Licht dauert zwölf Wochen. Die LED mit 320 Watt verbraucht in der Wachstumsphase 320 Watt mal 18 Stunden mal 28 Tage, das sind rund 161 Kilowattstunden. In der Blütephase kommen 320 Watt mal 12 Stunden mal 56 Tage hinzu, also 215 Kilowattstunden. In Summe sind das rund 376 Kilowattstunden pro Grow. Bei 40 Cent pro Kilowattstunde entspricht das 150 Euro Stromkosten allein für die Lampe.

Die HPS-Variante mit 600 Watt schlägt im gleichen Zeitraum mit 302 plus 403 Kilowattstunden, also rund 705 Kilowattstunden, zu Buche. Bei 40 Cent macht das 282 Euro Stromkosten. Die Differenz von 132 Euro pro Grow-Zyklus fällt zweimal jährlich an, das sind 264 Euro Ersparnis pro Jahr. Bei einer hochwertigen LED für 450 Euro amortisiert sich der Aufpreis gegenüber einem 150-Euro-HPS-Set somit in etwas mehr als einem Jahr. Ab dem zweiten Jahr ist die LED reiner Gewinn, abgesehen von niedrigeren Kühlkosten, auf die wir gleich eingehen.

Wer mehrere Grows im Jahr fährt oder eine größere Fläche beleuchtet, spart noch schneller. Bei einem 2-Quadratmeter-Zelt mit einer 1000-Watt-HPS versus einer 650-Watt-LED addiert sich die jährliche Ersparnis leicht auf 500 bis 700 Euro, abhängig vom Strompreis. Einen breiteren Überblick über die Gesamtkosten gibt unser Artikel zum Indoor Cannabis Anbau Guide.

Wärmeabgabe und Klima-Management: der unsichtbare Kostenfaktor

Eine HPS-Lampe setzt etwa 70 Prozent ihrer aufgenommenen Energie in Wärme um. Eine 600-Watt-HPS produziert demnach rund 420 Watt Wärme, was in einer geschlossenen Growbox zu Temperaturen von 32 bis 38 Grad Celsius führen kann. Für Cannabis ist das grenzwertig bis schädlich. Optimale Blütetemperaturen liegen bei 24 bis 27 Grad. Wer HPS betreibt, muss die Lampe entweder durch einen Aktivkohle-Cooltube kühlen oder die Abluft massiv verstärken, oft mit einem AC-Lüfter von 300 Kubikmetern pro Stunde oder mehr.

LEDs geben mit 40 bis 50 Prozent Wärmeverlust deutlich weniger Abwärme ab, und diese Wärme verteilt sich gleichmäßig über die gesamte Leuchtfläche statt punktuell wie bei einer HPS. Eine 320-Watt-LED produziert etwa 130 bis 160 Watt Wärme, ein Drittel dessen, was eine vergleichbare HPS abgibt. In einem gut belüfteten Growzelt genügt oft schon ein kleinerer 125er-Rohrventilator, um das Klima stabil zu halten. Die Temperaturunterschiede zwischen Lampe und Kronenhöhe sind bei LED zudem kleiner, was Stress für die Pflanzen reduziert.

Das hat Konsequenzen für Stromverbrauch und Anschaffung der Peripherie. Ein leistungsstarker AC-Lüfter kostet 80 bis 150 Euro und verbraucht zusätzlich 40 bis 100 Watt pro Stunde. Die Geräuschentwicklung steigt, die Vibration erfordert teilweise Entkoppler. Bei LEDs sind diese Peripheriekosten deutlich niedriger, und in kleinen Growboxen reicht manchmal sogar passive Kühlung mit gelegentlichen Clip-Fans für die Luftzirkulation. Damit der Aufbau dennoch diskret bleibt, empfiehlt sich ohnehin der Blick auf das Thema Geruchsfilter beim Cannabis-Anbau, die mit der geringeren Abluftmenge bei LED länger halten.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem das Thema Luftfeuchtigkeit. Die starke Abwärme einer HPS senkt die relative Luftfeuchtigkeit in der Box oft so stark ab, dass ein Luftbefeuchter nötig wird, um in der Wachstumsphase über 60 Prozent zu bleiben. Bei LED bleibt die Feuchtigkeit natürlicher, weil weniger Wasser aus dem Substrat verdampft. Das spart nicht nur die Anschaffung eines Luftbefeuchters, sondern reduziert auch das Risiko für Transpirations-Stress und Schimmelbildung bei falscher Steuerung.

Ertrag pro Watt und Lichtspektrum: Was die Pflanze wirklich braucht

Der Ertrag pro Watt ist das ultimative Argument in der Debatte LED vs HPS. Erfahrene Grower erreichen mit einer 600-Watt-HPS etwa 1,0 bis 1,2 Gramm getrocknete Blüten pro Watt, also zwischen 600 und 720 Gramm pro Grow. Spitzenwerte von 1,4 Gramm pro Watt sind bei sehr erfahrenen Growern mit idealer Sorte und perfektem Klima möglich, aber selten. Die 600-Watt-HPS verbraucht in einem Zyklus dabei, wie oben gezeigt, rund 700 Kilowattstunden.

Moderne LEDs im Leistungsbereich von 320 bis 400 Watt liefern 1,5 bis 1,8 Gramm pro Watt, Spitzenmodelle auch 2,0 Gramm pro Watt unter Idealbedingungen. Eine 320-Watt-LED liefert damit regelmäßig 500 bis 640 Gramm pro Grow, bei weniger als der Hälfte des Stromverbrauchs einer 600-Watt-HPS. Gerechnet auf den eingesetzten Strom in Kilowattstunden ergibt das bei LED etwa 1,4 bis 1,7 Gramm pro Kilowattstunde, während HPS bei 0,8 bis 1,0 Gramm pro Kilowattstunde stagniert.

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Beim Spektrum zeigen sich historisch klare Stärken und Schwächen. HPS leuchtet dominant im gelb-orangen Bereich zwischen 570 und 620 Nanometern, ideal für die Blütenphase. Für die Wachstumsphase haben erfahrene Grower deshalb traditionell eine Metallhalogenlampe (MH) eingesetzt, die im bläulichen Bereich strahlt. Wer klassisch mit HPS arbeitet, braucht also zwei Leuchtmittel oder einen Kompromiss in einer Phase.

Moderne Full-Spectrum-LEDs bilden das Sonnenspektrum nahezu komplett ab, von 380 bis 780 Nanometern, oft mit zusätzlichen UV- und Fern-Rot-Dioden für den Emerson-Effekt. Die Pflanze bekommt ein biologisch sinnvolles Spektrum über den gesamten Grow-Zyklus, ohne dass der Grower zwischen Wachstums- und Blütelampe wechseln muss. Das Spektrum lässt sich bei vielen Markenmodellen sogar per Dimmer-Controller fein regeln, ideal für Growing-Enthusiasten, die experimentieren wollen. Das passt auch wunderbar zu fortgeschrittenen Set-ups wie Hydroponik vs. Erde im Homegrow.

Für welchen Grower-Typ eignet sich welche Lampe?

Einsteiger mit kleinem Budget

Wer zum ersten Mal drei Pflanzen in einer 80-mal-80-Zentimeter-Box anbauen will und unter 250 Euro für die Beleuchtung ausgeben kann, fährt mit einem Quantum-Board im 150-bis-240-Watt-Bereich am besten. Marken wie Mars Hydro, Spider Farmer oder Greenception bieten solide Einsteigermodelle. Alternativ ist ein gebrauchtes 250-Watt-HPS-Set für 60 bis 80 Euro denkbar, wenn das Budget wirklich knapp ist, der Platz zum Lampenabstand jedoch ausreicht.

Ertragsoptimierer mit mittlerem Budget

Grower, die regelmäßig zwei bis vier Grows im Jahr fahren und ein Budget von 400 bis 600 Euro für die Beleuchtung haben, sollten kompromisslos zur LED-Bar greifen. Lumatek ZEUS Compact, Sanlight Q-Serie oder Greenception GCx sind langlebig, effizient und amortisieren sich innerhalb von 18 bis 24 Monaten gegenüber jeder HPS-Lösung. Die niedrigere Abwärme reduziert gleichzeitig die Klimatisierungskosten und macht das Set-up leiser.

Klassik-Liebhaber und Traditionalisten

Es gibt immer noch Grower, die auf die gelb-orangene Lichtfarbe der HPS schwören und der Überzeugung sind, dass sich bestimmte Terpen-Profile nur unter Natriumdampf optimal entwickeln. Die wissenschaftliche Studienlage dazu ist dünn und überwiegend anekdotisch. Wer aber das Look-and-Feel einer klassischen Grow-Anlage liebt, den Sonnenuntergangston in der Blütephase schätzt und den Mehrpreis an Strom in Kauf nimmt, findet in Double-Ended-HPS-Systemen von Lumatek oder Gavita Pro immer noch hochwertige, langlebige Technik.

Nachhaltigkeits-Grower

Wer Wert auf einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck legt, kommt an LED nicht vorbei. Die Kombination aus geringerem Stromverbrauch, doppelter Lebensdauer und geringerem Elektronikschrott pro Kilogramm Ertrag macht LED zur klaren Wahl. Optimal wird es, wenn der Stromvertrag eine echte Ökostrom-Zertifizierung trägt oder eine Balkon-Solaranlage einen Teil der Growbox-Leistung abdeckt.

MH, CMH und LEC: die oft übersehenen Alternativen

Neben der klassischen HPS und der modernen LED existieren weitere Gasentladungslampen, die vor allem ambitionierte Hobbygärtner kennen sollten. Metallhalogen-Lampen (MH) liefern ein bläuliches Spektrum und wurden früher für die Wachstumsphase parallel zur HPS genutzt. CMH, also Ceramic Metal Halide, und LEC (Light Emitting Ceramic) vereinen Teile der Vorteile beider Welten: Sie haben ein breiteres, sonnenähnlicheres Spektrum als HPS und erreichen eine Effizienz von 1,9 bis 2,1 μmol/J.

CMH wurde in den späten 2010ern als Zwischenlösung gefeiert, ist aber 2026 technisch überholt. Eine moderne Full-Spectrum-LED schlägt CMH in jeder relevanten Dimension, bei vergleichbarem oder geringerem Anschaffungspreis. Wer bereits eine CMH-Lampe betreibt, muss nicht sofort wechseln, doch für Neuanschaffungen ist die Technologie nicht mehr zu empfehlen.

Die richtige Dimensionierung: Watt pro Quadratmeter

Egal ob LED oder HPS, die Dimensionierung entscheidet maßgeblich über den Erfolg. Als Faustregel gelten bei HPS etwa 400 Watt pro Quadratmeter in der Blüte, bei LED reichen dank höherer Effizienz rund 300 Watt pro Quadratmeter. Wer eine 120-mal-120-Zentimeter-Box betreibt, landet damit bei einer 400-Watt-LED oder einer 600-Watt-HPS.

Wichtig ist, dass die Leistung dimmbar ist. Moderne LEDs lassen sich meist von 40 bis 100 Prozent stufenlos regeln. In der Keimlingsphase genügen 25 Prozent, in der frühen Wachstumsphase 50 Prozent, zur Endblüte 100 Prozent. Bei HPS gibt es ebenfalls dimmbare Vorschaltgeräte, die zwischen 50, 75 und 100 Prozent schalten, allerdings mit größeren Sprüngen und spürbarem Verlust an Effizienz außerhalb des Nennbetriebs.

Der richtige Abstand zur Pflanzenkrone unterscheidet sich erheblich. HPS benötigt in der Regel 40 bis 50 Zentimeter, um Verbrennungen zu vermeiden. LED-Bars können bei Dimmung auf 25 Zentimeter herunter, Quantum-Boards sogar auf 20 Zentimeter. Diese räumliche Flexibilität ist vor allem in niedrigen Growboxen ein entscheidender Vorteil, wenn die Raumhöhe unter 160 Zentimeter liegt.

Fazit 2026: LED ist für 90 Prozent der Homegrower die bessere Wahl

Die Zahlen sind eindeutig. Moderne LED-Systeme übertreffen HPS in Effizienz, Ertrag pro Watt, Lebensdauer, Wärmemanagement und Spektrum. Der einzige Bereich, in dem HPS noch mithält, ist der reine Anschaffungspreis, und auch hier schrumpft der Vorsprung seit 2022 Jahr für Jahr. Für einen Homegrower, der die drei legal erlaubten Pflanzen effizient, leise und mit guter Klimabilanz anbauen will, führt im Jahr 2026 kaum noch ein Weg an einer LED-Bar oder einem hochwertigen Quantum-Board vorbei.

HPS bleibt eine Option für Tradition, für Grower mit sehr engem Budget oder für spezialisierte Terpen-Experimente. Für die große Mehrheit gilt jedoch: Die 100 bis 300 Euro Mehrinvestition für eine moderne LED zahlen sich spätestens nach dem zweiten Grow aus, reduzieren den Stromverbrauch um bis zu 50 Prozent und liefern gleichzeitig höhere Erträge. Eine Investition, die sich ökologisch wie ökonomisch lohnt.

Häufige Fragen

Ist eine LED-Lampe wirklich besser als eine HPS für Cannabis?

In den meisten Dimensionen ja. Moderne LEDs erreichen 2,7 bis 3,2 μmol/J, während HPS bei 1,4 bis 1,7 μmol/J stagniert. Das bedeutet rund 50 Prozent weniger Stromverbrauch bei gleichem Ertrag. Auch Lebensdauer, Wärmeabgabe und Spektrum-Flexibilität sprechen für LED. Nur beim reinen Anschaffungspreis hat HPS noch einen Vorsprung.

Wie viel Watt LED brauche ich für drei Cannabis-Pflanzen?

Für drei Pflanzen in einer 80-mal-80-Zentimeter-Box genügen 240 bis 320 Watt LED-Leistung. In einer 100-mal-100-Zentimeter-Box sollten es 300 bis 400 Watt sein, um die Ecken gleichmäßig auszuleuchten. Die Regel lautet rund 300 Watt pro Quadratmeter bei LED, im Gegensatz zu 400 Watt pro Quadratmeter bei HPS.

Wie hoch sind die Stromkosten pro Cannabis-Grow in Deutschland?

Bei einem typischen Drei-Pflanzen-Set-up mit 320-Watt-LED und 12 Wochen Grow-Dauer fallen rund 376 Kilowattstunden an, bei 40 Cent pro Kilowattstunde entspricht das 150 Euro allein für die Lampe. Mit einer 600-Watt-HPS verdoppeln sich die Stromkosten auf etwa 282 Euro pro Grow. Peripherie wie Abluft, Umluft und Geruchsfilter kommen zusätzlich hinzu.

Wann lohnt sich der Umstieg von HPS auf LED?

Wenn die alte HPS-Leuchte mehr als 5.000 Betriebsstunden hinter sich hat oder ein Lampenwechsel und ein Vorschaltgerät-Defekt gleichzeitig anstehen, ist der Umstieg auf LED fast immer wirtschaftlich. Bei zwei Grows pro Jahr amortisiert sich der LED-Aufpreis von 200 bis 300 Euro durch die Stromersparnis innerhalb von 12 bis 18 Monaten.

Brauche ich bei LED einen Aktivkohlefilter oder Abluftventilator?

Ja, ein Aktivkohlefilter bleibt bei LED genauso wichtig wie bei HPS, weil der Cannabis-Geruch unabhängig vom Leuchtmittel entsteht. Der Abluftventilator darf jedoch kleiner dimensioniert werden, da die thermische Belastung der Box bei LED rund ein Drittel niedriger liegt. Ein 125-Millimeter-Rohrventilator reicht bei moderner LED meistens aus, wo bei HPS ein 150er oder 200er nötig wäre.

Welche LED-Marken sind 2026 empfehlenswert?

Im Einsteigersegment überzeugen Mars Hydro, Spider Farmer und Greenception Basic. Im Mittelklasse-Bereich sind Lumatek ZEUS, Sanlight Q-Serie und Greenception GCx solide Optionen. Im Premium-Segment spielen Gavita Pro 1700e LED, Fluence Spydr und Sanlight EVO ganz vorne mit. Achte beim Kauf auf Samsung LM301H EVO Dioden, Meanwell-Treiber und eine Herstellergarantie von mindestens fünf Jahren.

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