Während Frankfurt und London im Mai 2026 vor allem die Investorenseite der Cannabis-Industrie versammeln, setzt Berlin Ende des Monats einen anderen Schwerpunkt: Am 28. und 29. Mai 2026 findet im CVK Forum 3 der Charité der siebte Medicinal Cannabis Congress statt. Veranstaltet von der Deutschen Medizinal-Cannabis Gesellschaft (DMCG e.V.) und unterstützt vom Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA), richtet sich der Kongress klar an die Versorgungspraxis. Das diesjährige Motto lautet „Resilienz und psychische Stabilität – ein ganzheitlicher Ansatz“.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Charité als Veranstaltungsort: Zeichen für die wissenschaftliche Verankerung
- Programm und Sprecher: Schwerpunkt auf Schmerz und Psyche
- Niedrigschwellige Tickets: Bewusste Abgrenzung zu Investoren-Konferenzen
- Versorgungsfragen drücken: Warum das MCC 2026 politisch relevant ist
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Charité als Veranstaltungsort: Zeichen für die wissenschaftliche Verankerung
Die Wahl des Tagungsorts ist mehr als logistische Entscheidung. Mit dem CVK Forum 3 auf dem Campus Virchow-Klinikum siedelt sich der Kongress mitten in einem der renommiertesten Universitätsklinika Europas an. Diese Verortung verschiebt die Wahrnehmung von Cannabis-Medizin in Deutschland weiter weg vom Nischenthema und hin zur akademischen Versorgungsforschung. Für die teilnehmenden Apotheker, Ärzte und Industrievertreter bedeutet das, sich in einem Umfeld zu bewegen, das von klinischer Routine geprägt ist.
Die Akkreditierung mit zwölf CME-Fortbildungspunkten unterstreicht diesen Anspruch. Damit ordnet sich das MCC formal in die regulären ärztlichen Fortbildungsformate ein. Wer als Mediziner teilnimmt, erfüllt damit unmittelbar Pflichten zur kontinuierlichen Weiterbildung, ohne den Umweg über zusätzliche Veranstaltungen.
Programm und Sprecher: Schwerpunkt auf Schmerz und Psyche
Auf der Sprecherliste stehen unter anderem Dr. Konrad F. Cimander, Leiter des Kompetenzzentrums Cannabismedizin Hannover, sowie Dr. Christiane Neubaur, Geschäftsführerin der VCA. Mit Dr. Richard Ibrahim, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, und Dr. Thomas Vaterrodt sind außerdem zwei Stimmen vertreten, die das Spannungsfeld zwischen klassischer Schmerztherapie und cannabinoidbasierter Behandlung kennen. Das passt zum gewählten Motto: Resilienz und psychische Stabilität sind Themen, die sowohl die Schmerzmedizin als auch die psychiatrische Versorgung mit Cannabinoiden zentral berühren.
Inhaltlich gliedert sich das Programm in Vorträge, Workshops und Posterpräsentationen. Eine separate Industry Lounge bietet Raum für Hersteller, ihre Forschungsergebnisse und Produkte vorzustellen. Anders als bei reinen Business-Events bleibt der wissenschaftliche Kern dabei führend, das Industriegespräch ist räumlich und programmatisch klar abgegrenzt.
Niedrigschwellige Tickets: Bewusste Abgrenzung zu Investoren-Konferenzen
Während die parallel laufenden Cannabis-Wirtschaftsgipfel in Frankfurt und London Eintrittspreise im hohen drei- bis vierstelligen Bereich aufrufen, verlangt der Medicinal Cannabis Congress 60 Euro für das Zwei-Tages-Ticket und 45 Euro für eine Tagesteilnahme. Diese Preisstruktur richtet sich gezielt an die Versorgungspraxis. Apotheker, Ärzte und niedergelassene Therapeuten sollen ohne ökonomische Hürde teilnehmen können. Die Bring-a-Friend-Aktion vom 5. bis 26. März bot zudem zwei Tickets zum Preis von einem, was die niedrige Eintrittsbarriere zusätzlich unterstreicht.
Damit positioniert sich das MCC bewusst als Gegengewicht zu den Investorenformaten. Es ist kein Zufall, dass der Kongress unter Federführung der DMCG e.V. läuft, einer Fachgesellschaft, die anders als private Veranstalter keine Renditeerwartungen an die Tagung knüpft. Wer zwischen den großen Branchentreffen einen Termin sucht, der konkret mit Verschreibungspraxis, Apothekenversorgung und klinischer Forschung zu tun hat, findet hier ein klares Profil. Der Mai 2026 ist damit für die deutsche Cannabis-Branche dicht getaktet: Erst der World Class Cannabis Business Europe in Frankfurt, dann die Cannabis Europa in London und schließlich der MCC in Berlin.
Versorgungsfragen drücken: Warum das MCC 2026 politisch relevant ist
Das Timing fällt in eine Phase, in der die deutsche Medizinalcannabis-Versorgung gleich mehreren Veränderungen ausgesetzt ist. Die Bundesregierung plant ein Versandverbot für Cannabisblüten, eine engere Bindung der Verschreibung an den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt und schärfere Voraussetzungen für die Telemedizin. Parallel steht die Frage im Raum, ob die gesetzlichen Krankenkassen die Erstattung von Cannabisblüten dauerhaft einstellen sollen. Genau für die Apothekerschaft und die behandelnden Ärzte sind diese Themen unmittelbare Praxis, nicht nur politisches Hintergrundrauschen.
Die VCA als unterstützender Verband hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt zu diesen Reformplänen geäußert und Nachbesserungen am Medizinal-Cannabisgesetz gefordert. Auf dem Kongress dürfte daher nicht nur klinische Evidenz im Vordergrund stehen, sondern auch der berufspolitische Austausch über die kommenden Regulierungsschritte. Wer ins Programm schaut, sieht eine Tagung, die ihre Sprecher in die deutsche Versorgungsrealität einbettet.
Häufige Fragen
Wann und wo findet der Medicinal Cannabis Congress 2026 statt?
Der siebte Medicinal Cannabis Congress läuft am 28. und 29. Mai 2026 im CVK Forum 3 auf dem Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin. Veranstalter ist die Deutsche Medizinal-Cannabis Gesellschaft (DMCG e.V.), Unterstützer ist der Verband der Cannabis versorgenden Apotheken.
Wer ist die Zielgruppe der Tagung?
Der Kongress richtet sich an Ärzte, Apotheker und Industrievertreter, die im Bereich der medizinischen Cannabisversorgung arbeiten. Die niedrigen Eintrittspreise und das CME-akkreditierte Programm zeigen, dass die Veranstaltung bewusst die operative Versorgungspraxis anspricht und nicht primär Investoren oder Großhändler.
Wie viele CME-Punkte gibt es?
Die Tagung ist mit zwölf CME-Fortbildungspunkten anerkannt. Damit lässt sich die Teilnahme regulär in die ärztliche Fortbildungspflicht einrechnen.
Was kostet ein Ticket?
Ein Tagesticket kostet 45 Euro, das Zwei-Tages-Ticket 60 Euro. Damit liegt der Kongress preislich deutlich unterhalb der parallelen Investoren-Events in Frankfurt und London und ist auch für niedergelassene Apotheker und Ärzte realistisch zu finanzieren.
Was ist das Motto des MCC 2026?
Unter dem Leitthema „Resilienz und psychische Stabilität – ein ganzheitlicher Ansatz“ beschäftigen sich Vorträge und Workshops mit dem Spannungsfeld zwischen Cannabis-Therapie, Schmerzmedizin und psychischer Gesundheit. Die Sprecherliste mit Vertretern aus Schmerzgesellschaft und Cannabis-Kompetenzzentren spiegelt diesen interdisziplinären Anspruch.
Wie hebt sich der MCC von anderen Cannabis-Tagungen 2026 ab?
Im Mai 2026 finden mit dem World Class Cannabis Business Europe in Frankfurt, der Cannabis Europa in London und dem MCC drei größere Branchen-Termine im selben Monat statt. Anders als die Wirtschaftsgipfel fokussiert der Berliner Kongress auf Versorgungspraxis und klinische Inhalte. Industrievertreter sind in einer separaten Industry Lounge präsent, das Hauptprogramm bleibt aber wissenschaftlich-medizinisch geprägt.
Quellen: Medicinal Cannabis Congress (medicinal-cannabis-congress.org), VCA – Verband der Cannabis versorgenden Apotheken e.V. (vca-deutschland.de), DMCG – Deutsche Medizinal-Cannabis Gesellschaft e.V. (medi-can.de), Cansativa Group, Charité – Universitätsmedizin Berlin (Stand: 03.05.2026).









































