Vapor Pressure Deficit, kurz VPD, ist die wichtigste klimatische Steuergröße im Cannabis-Anbau – und gleichzeitig die am häufigsten missverstandene. Wer VPD versteht, kennt den Unterschied zwischen schwerfälligem Wachstum und kräftiger Fotosynthese. Eine Einordnung der Pflanzenphysiologie hinter dem Wert, der entscheidet, ob deine Stomata offen oder geschlossen bleiben.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Was VPD eigentlich misst
- Warum die Pflanze nicht Luftfeuchtigkeit, sondern VPD spürt
- Die Phasen-Empfehlungen und ihre Logik
- VPD-Tabelle für Cannabis: Zielwerte und die passende Luftfeuchte
- Die große VPD-Tabelle: alle Kombinationen aus Temperatur und Luftfeuchte
- Blatttemperatur ist nicht Lufttemperatur
- Was passiert bei Abweichungen
- Symptome richtig zuordnen: welcher Befund auf welche VPD-Lage zeigt
- Wie du den Wert für deinen Grow ermittelst
- Richtig messen: wo der Sensor hängt und wann der Wert stimmt
- Was VPD nicht leistet
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Was VPD eigentlich misst
VPD steht für Vapor Pressure Deficit, übersetzt Sättigungsdefizit. Der Wert beschreibt, wie viel mehr Wasserdampf die Luft theoretisch noch aufnehmen könnte, wenn ihre aktuelle relative Luftfeuchtigkeit auf 100 Prozent gehoben würde. Gemessen wird in Kilopascal (kPa) – einer Druckeinheit, weil Wasserdampf in der Luft als Partialdruck quantifiziert wird.
Die Berechnung folgt der Magnus-Formel (Alduchov & Eskridge 1996), die den Sättigungsdampfdruck als Funktion der Temperatur ausdrückt. Multipliziert mit dem Faktor (1 minus relative Luftfeuchtigkeit) ergibt sich der VPD. Das klingt akademisch, hat aber eine sehr praktische Konsequenz: VPD verbindet zwei Werte (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) zu einer einzigen Kennzahl, die für die Pflanze tatsächlich biologisch relevant ist.
Warum die Pflanze nicht Luftfeuchtigkeit, sondern VPD spürt
Cannabispflanzen transpirieren über ihre Stomata, kleine Atmungsöffnungen auf der Blattunterseite. Dabei verdampft Wasser aus dem Blattinneren und wird vom umgebenden Luftraum aufgenommen. Wie viel Wasser pro Zeiteinheit abgegeben werden kann, hängt nicht nur von der relativen Luftfeuchtigkeit ab, sondern entscheidend von der Differenz zwischen dem Dampfdruck im Blattinneren (nahezu 100 Prozent gesättigt) und dem Dampfdruck der umgebenden Luft.
Genau das misst VPD. Bei niedrigem VPD (hohe Luftfeuchtigkeit) ist die Differenz klein, Wasser kann kaum abgegeben werden, die Transpiration stockt. Bei hohem VPD (trockene Luft) ist der Sog groß, Wasser fließt zu schnell aus dem Blatt – die Stomata schließen als Schutzreaktion und blockieren damit die CO₂‑Aufnahme, die für die Fotosynthese unerlässlich ist. Optimal ist der mittlere Bereich, wo Wasseraufnahme und Fotosynthese in Balance laufen.
Die Phasen-Empfehlungen und ihre Logik
Cannabis hat in jeder Wachstumsphase einen anderen optimalen VPD-Bereich. Die Empfehlungen, die Caplan et al. (2017) und Chandra et al. (2017) systematisch zusammengetragen haben, sehen so aus:
- Klone und Sämlinge: 0,4 bis 0,8 kPa. Das junge Wurzelsystem kann noch wenig Wasser aufnehmen, Wachstum erfolgt über die Blätter. Hohe Luftfeuchte schützt vor Wasserstress.
- Vegetative Phase: 0,8 bis 1,2 kPa. Schnelles Biomassewachstum, voller Transpirationssog gewünscht für Nährstoffaufnahme über das Wasser.
- Frühe Blüte: 1,0 bis 1,4 kPa. Stretch-Phase, leicht erhöhter VPD reduziert Schimmelrisiko und fördert kompaktes Wachstum.
- Späte Blüte: 1,2 bis 1,5 kPa. Kurz vor der Ernte ist trockenere Luft Pflicht, um Botrytis (Grauschimmel) in den dichten Buds zu vermeiden.
VPD-Tabelle für Cannabis: Zielwerte und die passende Luftfeuchte
Die Phasenwerte oben sind Zielgrößen in Kilopascal. Im Growraum stellst du aber keine Kilopascal ein, sondern eine Temperatur und eine relative Luftfeuchtigkeit. Die folgende VPD-Tabelle übersetzt die vier Phasenbereiche in genau diese beiden Stellgrößen. Alle Werte gelten für eine Blatttemperatur von zwei Grad unter der Lufttemperatur.
| Phase | VPD-Zielbereich | rF bei 22 °C Luft | rF bei 24 °C Luft | rF bei 26 °C Luft |
|---|---|---|---|---|
| Klone und Sämlinge | 0,4 bis 0,8 kPa | 58 bis 73 % | 62 bis 75 % | 65 bis 77 % |
| Vegetative Phase | 0,8 bis 1,2 kPa | 43 bis 58 % | 48 bis 62 % | 53 bis 65 % |
| Frühe Blüte | 1,0 bis 1,4 kPa | 35 bis 51 % | 42 bis 55 % | 47 bis 59 % |
| Späte Blüte | 1,2 bis 1,5 kPa | 32 bis 43 % | 38 bis 48 % | 44 bis 53 % |
Die Tabelle liest sich von links nach rechts. Suche zuerst die Phase, in der deine Pflanzen stehen. Lies dann in der Spalte deiner Lufttemperatur ab, welches Feuchtefenster den Zielbereich trifft. Liegt deine Messung unter diesem Fenster, ist der VPD zu hoch. Liegt sie darüber, ist der VPD zu niedrig.
Auffällig ist die Verschiebung von links nach rechts. Je wärmer die Luft, desto höher muss die Luftfeuchtigkeit liegen, um denselben VPD zu halten. Wer im Sommer nur die Feuchte regelt und die Temperatur steigen lässt, verlässt den Zielbereich, ohne es am Hygrometer abzulesen. In der späten Blüte ist das besonders heikel, weil dort die Blütenfäule Botrytis mitbestimmt, wie viel Feuchte vertretbar bleibt.
Die große VPD-Tabelle: alle Kombinationen aus Temperatur und Luftfeuchte
Wer lieber vom Messwert aus denkt, nutzt die zweite Tabelle. Sie zeigt den Blatt-VPD in Kilopascal für die gängigen Kombinationen aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit. Jeder Wert wurde mit der oben genannten Magnus-Formel berechnet, wieder mit einer Blatttemperatur von zwei Grad unter der Luft.
| relative Luftfeuchte | 20 °C | 22 °C | 24 °C | 26 °C | 28 °C |
|---|---|---|---|---|---|
| 40 % | 1,13 | 1,28 | 1,45 | 1,64 | 1,85 |
| 45 % | 1,01 | 1,15 | 1,30 | 1,47 | 1,66 |
| 50 % | 0,89 | 1,01 | 1,15 | 1,30 | 1,47 |
| 55 % | 0,78 | 0,88 | 1,00 | 1,13 | 1,28 |
| 60 % | 0,66 | 0,75 | 0,85 | 0,96 | 1,09 |
| 65 % | 0,54 | 0,62 | 0,70 | 0,80 | 0,90 |
| 70 % | 0,43 | 0,49 | 0,55 | 0,63 | 0,71 |
| 75 % | 0,31 | 0,35 | 0,40 | 0,46 | 0,53 |
| 80 % | 0,19 | 0,22 | 0,26 | 0,29 | 0,34 |
Ein Beispiel macht die Logik greifbar. Bei 24 Grad Lufttemperatur und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit liegt der VPD bei 0,85 Kilopascal und trifft damit die vegetative Phase. Dieselben 60 Prozent ergeben bei 20 Grad nur 0,66 Kilopascal und bei 28 Grad bereits 1,09 Kilopascal. Die Luftfeuchtigkeit allein sagt also wenig über die Belastung der Pflanze aus.
Die Tabelle deckt den üblichen Arbeitsbereich ab. Für Zwischenwerte oder eine abweichende Blatttemperatur rechnest du den Wert mit unserem VPD-Rechner genau aus.
Blatttemperatur ist nicht Lufttemperatur
Eine Feinheit, die viele übersehen: VPD wird streng genommen mit der Blatttemperatur berechnet, nicht mit der Lufttemperatur. Cannabisblätter liegen typischerweise 1 bis 3 Grad Celsius unter der Lufttemperatur, bei intensiver Beleuchtung manchmal noch tiefer. Ein Infrarot-Thermometer am Blatt liefert hier Klarheit. Wer ohne misst, kann pauschal –2 °C als Offset annehmen – das ist der typische Wert in geschlossenen Growräumen mit guter Belüftung.
Was passiert bei Abweichungen
VPD zu niedrig (zu feucht): Die Pflanze kann nicht effektiv transpirieren. Nährstofftransport im Xylem stockt, was sich in Calcium-Mangelerscheinungen zeigen kann (verzogene Blätter), obwohl Calcium im Substrat ausreichend vorhanden ist. Bei sehr niedriger Differenz steigt zusätzlich das Risiko für Mehltau und in der späten Blüte für Schimmel.
VPD zu hoch (zu trocken): Die Pflanze schließt ihre Stomata, um Wasserverlust zu begrenzen. Damit stoppt die CO₂‑Aufnahme, die Fotosynthese geht zurück, das Wachstum verlangsamt sich. Zudem zeigt die Pflanze sichtbar Stresszeichen wie Blattkrümmen.
Symptome richtig zuordnen: welcher Befund auf welche VPD-Lage zeigt
Ein falscher VPD zeigt sich selten zuerst als Zahl, sondern an der Pflanze. Die folgende Übersicht ordnet die häufigsten Beobachtungen der wahrscheinlichen Klimalage zu. Sie ersetzt keine Diagnose, grenzt aber ein, wo du zuerst nachmisst.
| Beobachtung | wahrscheinliche VPD-Lage | Gegenprobe | erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Verzogene junge Blätter trotz ausreichender Calciumversorgung | VPD zu niedrig | Feuchte auf Blatthöhe messen und mit dem Phasenfenster vergleichen | Luftfeuchtigkeit senken oder die Temperatur anheben |
| Weißer, mehliger Belag auf den Blättern | VPD über längere Zeit zu niedrig | Luftbewegung im Bestand prüfen, auch zwischen den Blättern | Entfeuchten und die Umluft erhöhen |
| Fäulnis im Inneren dichter Blüten | VPD in der späten Blüte zu niedrig | Feuchte auf Blütenhöhe messen, nicht am Zeltrand | Den Zielbereich der späten Blüte anfahren |
| Nach oben gekrümmte Blattränder bei kräftigem Licht | VPD zu hoch | Blatttemperatur mit dem Infrarot-Thermometer messen | Befeuchten oder die Lufttemperatur senken |
| Wachstumsstillstand ohne erkennbares Nährstoffsymptom | VPD zu hoch, Stomata geschlossen | Den Wert mehrfach über die Lichtphase verteilt ablesen | Den Zielbereich schrittweise anfahren |
| Klimawerte stimmen, die Symptome bleiben | Der VPD ist nicht die Ursache | Blätter beidseitig auf Schadbilder absuchen | Nach Schadbild bestimmen statt weiter am Klima zu drehen |
Die letzte Zeile ist die wichtigste. Stehen Temperatur und Feuchte über mehrere Tage im Zielfenster und bleiben die Symptome trotzdem, liegt die Ursache woanders. Dann hilft der Abgleich mit den typischen Schadbildern in unserem Überblick zu Cannabis-Schädlingen und Krankheiten. Geht es dagegen nur um die Feuchteregelung im Zelt, ist der Beitrag zum Anpassen der Growkammer-Luftfeuchtigkeit der praktischere Einstieg.
Wie du den Wert für deinen Grow ermittelst
Zwei Werte musst du kennen: Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit, beides idealerweise auf Pflanzenhöhe gemessen. Ein günstiges Hygrometer-Thermometer-Kombigerät reicht. Mit beiden Werten und einer angenommenen Blatttemperatur (–2 °C unter Luft als Faustregel) kannst du den VPD direkt mit unserem VPD-Rechner bestimmen.
Wer es genauer braucht, ergänzt ein Infrarot-Thermometer und misst die Blatttemperatur direkt. Der Aufwand lohnt sich besonders in der Blütephase, wo eine VPD-Optimierung Ertrag und Qualität messbar steigern kann.
Richtig messen: wo der Sensor hängt und wann der Wert stimmt
Der beste Zielwert nützt nichts, wenn die Messung nicht zur Pflanze passt. Der Sensor gehört auf die Höhe der Blattetage, nicht auf den Boden und nicht an die Zeltwand. Dort ist die Luft kühler und feuchter, der abgelesene VPD fällt zu niedrig aus.
Ebenso wichtig ist der Abstand zu den Störquellen. Direkt vor dem Zuluftschlauch misst du die Außenluft, direkt unter der Lampe vor allem die Strahlungswärme. Ein Platz in der Mitte des Bestandes, leicht seitlich versetzt, liefert den belastbarsten Wert.
Der VPD schwankt außerdem über den Tag. Maßgeblich ist die Lichtphase, weil nur dort Fotosynthese stattfindet. In der Dunkelphase sinkt die Blatttemperatur und der VPD fällt mit, ohne dass das ein Fehler wäre. Wer regelt, regelt deshalb auf die Lichtphase und akzeptiert nachts einen niedrigeren Wert.
Verändert wird der VPD immer über die Klimatechnik, nicht über die Zahl auf dem Display. Wie viel Luft dein Zelt dafür bewegen muss, zeigt die Berechnung von Abluft und Aktivkohlefilter.
Was VPD nicht leistet
Der VPD beschreibt ausschließlich den Wasserdampfhaushalt zwischen Blatt und Luft. Er sagt nichts darüber, wie viel Licht die Pflanze bekommt. Diese Größe erfasst die tägliche Lichtsumme, für die es einen eigenen DLI-Rechner gibt.
Auch die Versorgung mit Kohlendioxid bleibt außen vor. Ein optimaler VPD hält die Stomata offen, füllt aber keinen ausgezehrten Luftraum mit CO₂. Genauso wenig ersetzt der Wert die Kontrolle der Substratfeuchte, denn eine trockene Wurzel liefert kein Wasser für die Transpiration.
Und schließlich gilt die Phasenlogik nur für die lebende Pflanze. Nach der Ernte zählt nicht mehr die Fotosynthese, sondern der kontrollierte Wasserentzug. Die Richtwerte dafür stehen im Guide zum Ernten, Trocknen und Curing.
Misst du beim Anbau bereits den VPD-Wert?
Häufige Fragen
Reicht es, nur die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren?
Nein. Dieselbe Luftfeuchtigkeit ergibt bei unterschiedlichen Temperaturen unterschiedliche VPD-Werte. 60 Prozent bei 20 °C ergeben einen niedrigeren VPD als 60 Prozent bei 28 °C. Pflanzen reagieren auf VPD, nicht auf RH allein.
Sind die Phasen-Empfehlungen sortenspezifisch?
Mittelwerte aus der Literatur. Sativa-dominierte Sorten aus tropischen Klimaten tolerieren niedrigere VPD, robuste Indica-Sorten aus den Bergregionen vertragen höhere Werte. Die Bandbreite liegt typischerweise bei plus/minus 0,1 kPa um den Mittelwert.
Wie reagiere ich, wenn der VPD daneben liegt?
Bei zu niedrigem VPD: Luftfeuchtigkeit senken (Entfeuchter, mehr Belüftung) oder Temperatur erhöhen. Bei zu hohem VPD: Luftbefeuchter, weniger Belüftung, Temperatur senken. Veränderungen schrittweise, der Klimawert braucht 30 bis 60 Minuten zur Stabilisierung.
Kann zu hoher VPD die Ernte verbessern?
In der späten Blüte ja, weil das Schimmelrisiko sinkt und Trichome konzentrierter ausgebildet werden. Aber nur, solange die Pflanze nicht in den Wasserstress kippt. Werte über 1,5 kPa sind selten produktiv.
Welche VPD-Werte sind pro Wachstumsphase optimal?
Als grobe VPD-Tabelle gilt: Klone und Sämlinge 0,4 bis 0,8 kPa, vegetative Phase 0,8 bis 1,2 kPa, frühe Blüte 1,0 bis 1,4 kPa und späte Blüte 1,2 bis 1,5 kPa – die Begründung zu jeder Phase steht in den Phasen-Empfehlungen oben. Wichtiger als das Jagen einzelner Werte ist, den Zielbereich mit der passenden Growbox- oder Growzelt-Ausstattung stabil zu halten.
Warum zählt die Blatttemperatur mehr als die Lufttemperatur?
Streng genommen wird der VPD mit der Blatttemperatur berechnet, und Cannabisblätter liegen durch Transpiration typischerweise 1 bis 3 Grad Celsius unter der Lufttemperatur. Wer nur die Raumtemperatur misst, schätzt den VPD zu hoch; ein Infrarot-Thermometer am Blatt schafft Klarheit, ersatzweise gilt ein Offset von etwa −2 °C. Wie das Klima ins Gesamtsetup passt, zeigt der komplette Indoor-Anbau-Guide.
Welche Luftfeuchtigkeit brauche ich für einen VPD von 1,0 kPa?
Das hängt an der Lufttemperatur. Für einen VPD von 1,0 Kilopascal brauchst du bei 20 Grad rund 45 Prozent relative Luftfeuchtigkeit, bei 24 Grad rund 55 Prozent und bei 28 Grad rund 62 Prozent. Die Werte gelten für eine Blatttemperatur von zwei Grad unter der Luft und stehen so auch in der VPD-Tabelle oben.
Gilt die VPD-Tabelle auch für die Dunkelphase?
Nein, sie ist auf die Lichtphase gerechnet. Nachts kühlt das Blatt ab und die Differenz zur Luft wird kleiner, deshalb sinkt der VPD von selbst. Ein niedrigerer Nachtwert ist normal und kein Regelfehler. Kritisch wird es erst, wenn die Luftfeuchtigkeit in der späten Blüte nachts so weit steigt, dass Schimmel entstehen kann.
Warum weicht mein Klimacontroller von der Tabelle ab?
Die meisten Geräte rechnen mit der Lufttemperatur statt mit der Blatttemperatur. Der angezeigte Wert liegt dann systematisch höher als der Blatt-VPD in dieser Tabelle. Prüfe in den Einstellungen, ob sich ein Blatt-Offset hinterlegen lässt. Zwei Grad sind der übliche Ausgangswert.
Muss ich den VPD auch im Trocknungsraum einstellen?
Im Trocknungsraum gelten eigene Zielwerte. Dort geht es nicht mehr um die Fotosynthese, sondern um einen langsamen und gleichmäßigen Wasserentzug aus den Blüten. Die Phasenwerte aus dieser Tabelle sind dafür nicht gedacht. Maßgeblich sind die Richtwerte für Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Dauer aus dem Curing-Guide.
Wissenschaftliche Quellen: Alduchov & Eskridge (1996) zur Magnus-Formel · Caplan D et al. (2017) zur Cannabis-Klimaoptimierung · Chandra S et al. (2017) zu methodischen Anforderungen an Anbaubedingungen.







































