Honigbienen gehören zu den nützlichsten Insekten. Gleichzeitig ist ihr Bestand durch verschiedene Umwelteinflüsse bedroht, was eine erhebliche Gefahr für das gesamte Ökosystem darstellt. Häufig sind es Infektionen durch Parasiten, die Bienenvölker dezimieren. Forschung ist auf diesem Gebiet dringend nötig, um neue Möglichkeiten zu finden, Populationen zu erhalten.
📑 Inhaltsverzeichnis
Bereits frühere Studien konnten zeigen, dass Cannabis auch antimikrobielle Eigenschaften besitzt und somit zur Behandlung von Infektionen in Betracht gezogen werden könnte. Eine 2025 veröffentlichte Studie konnte nun nachweisen, dass Hanf eine wirksame Behandlungsmethode gegen eine parasitäre Infektion bei Bienen darstellt.
Wirksam gegen einen gefährlichen Parasiten
Die Studie beschäftigte sich mit der Wirksamkeit der Blütenstände von Hanf gegen einen Parasiten mit dem Namen Nosema ceranae. Hierbei handelt es sich um einen einzelligen Parasiten, der vor allem Honigbienen befällt und die Infektion Nosemose auslöst. Bei dieser Infektion handelt es sich um eine der häufigsten Erkrankungen bei Bienenvölkern, die erheblich zur Bienensterblichkeit beiträgt.
Diese Erkrankung führt zu starker Austrocknung, was in etwa mit Durchfall beim Menschen vergleichbar ist. Besonders problematisch ist, dass verschiedene Pestizide, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, die Anfälligkeit der Bienen gegen Nosemose weiter erhöhen können. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob Extrakte aus Hanfblüten die Parasiten und deren Sporen in Bienenvölkern eliminieren können.
Hanfextrakte in Kandiszucker
Die Forscher untersuchten die Wirksamkeit von zwei verschiedenen Hanfsorten, bei denen eine CBD-dominant war und die andere hauptsächlich THC enthielt. Aus den Blüten wurden Extrakte hergestellt und diese wurden in unterschiedlichen Konzentrationen in Kandiszucker eingearbeitet. Die Konzentrationen betrugen dabei 1 %, 2 % und 4 %. Dieses Zuckerextrakt wurde an Bienenvölker verfüttert, die von Nosema ceranae befallen waren. Das Ergebnis: Es kam in allen Behandlungsgruppen zu einem signifikanten Rückgang der Sporen von Nosema ceranae.
Unabhängig vom Cannabinoidprofil wurde die Sporenlast umso geringer, je höher die Konzentration des Hanfextraktes im Kandiszucker war. Bei der Wirksamkeit gegen Sporen konnte dabei jedoch kein eindeutiger Unterschied zwischen THC- und CBD-lastigen Extrakten festgestellt werden. Die Sporen des Parasiten zu eliminieren ist hierbei von großer Bedeutung, da diese in der Umwelt lange Zeit überlebensfähig und weiterhin infektiös sind.
Auffällig war, dass Bienen, die mit CBD-Extrakten in einer Konzentration von 1 % oder 2 % behandelt wurden, eine längere Überlebensdauer hatten als jene, die mit THC-reichen Extrakten behandelt wurden. Der Gehalt an CBD und THC hatte auch einen Einfluss auf die Nahrungsaufnahme. Bienen, die mit THC-Extrakten mit 2 % oder 4 % behandelt wurden, zeigten eine deutlich stärkere Aufnahme von Wasser und Futter.
Eine schonende Alternative
Die Wirkung der Hanfextrakte wurde mit dem Standardmedikament Fumagillin verglichen. Dabei handelt es sich um ein Standardpräparat gegen Nosemose, welches in der Imkerei ebenfalls dem Zuckersirup hinzugefügt wird. Fumagillin kann die Sporen des Parasiten sehr effektiv bekämpfen, geht allerdings mit erheblichen gesundheitlichen Risiken einher. So können Spuren des Medikaments auch in den Honig übergehen.
Zwar konnten die getesteten Hanfextrakte Sporen nicht so effektiv eliminieren wie Fumagillin, auch wenn die Überlebenszeit jener Bienen, die mit niedrigen CBD-Konzentrationen behandelt wurden, signifikant länger war. Dennoch lässt sich als Fazit sagen, dass die untersuchten Hanfextrakte effektiv gegen Nosema ceranae wirksam waren und in Zukunft als gesundheitlich unbedenkliche Alternative in Betracht gezogen werden sollten.
Nosemose ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Honigbienen, verursacht durch den Parasiten Nosema ceranae. Sie führt zu starker Austrocknung der Bienen und trägt erheblich zur Bienensterblichkeit bei. Besonders kritisch: Pestizide aus der Landwirtschaft können die Anfälligkeit der Bienen gegenüber dem Parasiten zusätzlich steigern.
Die Forscher bereiteten Extrakte aus den Blüten von CBD- und THC-dominanten Hanfsorten auf und mischten sie in Konzentrationen von 1 %, 2 % und 4 % in Kandiszucker. Infizierte Bienenvölker wurden damit gefüttert. In allen Behandlungsgruppen sank die Sporenlast von Nosema ceranae signifikant – unabhängig vom Cannabinoidprofil.
Fumagillin ist das gängige Standardpräparat gegen Nosemose, kann aber in den Honig übergehen und gesundheitliche Risiken bergen. Hanfextrakte erzielten in der Studie zwar eine etwas geringere Wirksamkeit gegen Sporen, verlängerten bei CBD-Extrakten in niedriger Dosierung aber die Überlebensdauer der Bienen. Neben diesem Potenzial besitzt Cannabis auch ein nachgewiesenes antibiotisches Potenzial (CBG), das die Forschung weiter beflügelt.













































