Während der Eigenanbau und die Cannabis Social Clubs (CSC) bereits Teil des deutschen Alltags geworden sind, wartet die Wirtschaft sowie viele Konsumenten sehnsüchtig auf den nächsten großen Schritt: die Einführung der sogenannten „Säule 2“.
📑 Inhaltsverzeichnis
Hierbei geht es um die wissenschaftlich begleiteten Modellvorhaben zur kommerziellen Abgabe von Cannabis in Fachgeschäften. Doch wo genau steht der Prozess aktuell und was bedeutet das für die Branche?
Die rechtliche Grundlage: Kommerzielle Lieferketten im Test
Im Gegensatz zur ersten Säule (Eigenanbau/Clubs), die auf dem Prinzip der Nicht-Gewinnorientierung basiert, erlaubt Säule 2 die Erprobung echter kommerzieller Lieferketten. Das bedeutet: Produktion, Großhandel und Einzelverkauf in lizenzierten Fachgeschäften – ähnlich wie man es aus einigen US-Bundesstaaten oder Kanada kennt, jedoch streng wissenschaftlich evaluiert.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) arbeitet unter Hochdruck an der entsprechenden Verordnung. Ziel ist es, belastbare Daten darüber zu sammeln, wie sich ein legaler Verkauf auf den Jugendschutz, den Gesundheitsschutz und den Schwarzmarkt auswirkt.
Kommunen in den Startlöchern
Zahlreiche Städte haben bereits ihr Interesse bekundet, als Modellregion zu fungieren. Vorn mit dabei sind Metropolen wie Berlin, Frankfurt am Main, Köln und Bremen, aber auch kleinere Kommunen prüfen die Teilnahme.
Voraussetzungen für Modellregionen
| Wissenschaftliche Begleitung | Einbindung einer Universität oder eines Forschungsinstituts zur Datenerhebung. |
| Strenge Zugangskontrollen | Verkauf nur an registrierte, volljährige Einwohner der jeweiligen Region. |
| Präventionskonzepte | Verpflichtende Schulungen für Personal und Aufklärungsmaterial für Kunden. |
Zeitplan: Wann öffnen die ersten Shops?
Experten und Brancheninsider gehen davon aus, dass die ersten Ausschreibungen für Kommunen und interessierte Unternehmen noch im zweiten Halbjahr 2026 veröffentlicht werden. Da die Evaluierung auf fünf Jahre angelegt ist, wird dieser Zeitraum entscheidend für die Frage sein, ob Deutschland langfristig den Weg einer vollflächigen, kommerziellen Legalisierung geht.
Fazit für die Branche
Für Unternehmer ist Säule 2 der eigentliche „Gamechanger“. Hier entstehen erstmals legale Absatzmöglichkeiten für professionell produziertes Cannabis außerhalb der medizinischen Schiene. Für das Hanf Magazin bleibt die Lage spannend: Wir werden berichten, sobald die erste Stadt offiziell den Zuschlag erhält und die ersten legalen Ladentüren öffnen.
Sollten die Modellprojekte für Cannabis-Fachgeschäfte schneller starten?
Häufige Fragen zu Säule 2 des CanG
Was ist Säule 2 des CanG?
Säule 2 des Cannabisgesetzes (CanG) regelt wissenschaftlich begleitete Modellprojekte zur kommerziellen Abgabe von Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften. Im Gegensatz zu Säule 1 (Eigenanbau und Cannabis Social Clubs) erlaubt sie erstmals echte Lieferketten mit Produktion, Großhandel und Verkauf. Eine Einordnung in den Gesamtkontext liefert unser Überblick zum CanG 2026.
Wann starten die Modellprojekte in Deutschland?
Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) arbeitet aktuell an der Verordnung. Brancheninsider erwarten erste Ausschreibungen für Kommunen und Unternehmen im zweiten Halbjahr 2026; die wissenschaftliche Evaluation ist auf fünf Jahre angelegt. Wo das Cannabisgesetz heute steht, fasst der CanG-Zwischenbericht von April 2026 zusammen. Ein vergleichbarer Modellversuch läuft bereits in der Schweiz, das Lausanner Pilotprojekt Cann-L meldete 20 Prozent weniger Konsum und Millionenverluste für den Schwarzmarkt.
Welche Städte werden Modellregion?
Berlin, Frankfurt am Main, Köln und Bremen haben bereits Interesse bekundet, ebenso prüfen kleinere Kommunen die Teilnahme. Voraussetzungen sind eine wissenschaftliche Begleitung, strenge Zugangskontrollen für volljährige Einwohner und verpflichtende Präventionskonzepte. Welche Erwartungen realistisch sind, zeigt die Bilanz der bisherigen Legalisierung.
Was bedeutet Säule 2 für die Cannabis-Branche?
Säule 2 öffnet erstmals legale Absatzwege außerhalb der medizinischen Schiene, für Produzenten, Großhändler und den Einzelhandel. Sie könnte den Importdruck verringern; aktuell sinken die Cannabis-Importe in Deutschland erstmals wieder auf 50,5 Tonnen im Q1 2026. Für Unternehmer entscheidet die Modellphase, ob Deutschland langfristig auf eine vollflächige kommerzielle Legalisierung umstellt.






























