Es folgt nur ein kurzer sowie weitgreifender Anriss, welchen Dünger Hanf benötigt und wie man richtig Hanf düngen kann. Hanf ist hierbei nicht allein Indoor angebautes Marihuana, sondern auch eine Outdoor wachsende Rohstoffpflanze. Hier erklären viele, dass Hanf keinen Dünger und keine Pestizide benötigt und irren beim Dünger.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Muss man Hanf düngen oder nicht?
- Stickstoff, Phosphor und Kalium
- Hanf düngen ist mehr als Dünger zu geben
- Hanf düngen – womit denn?
- Um es zu veranschaulichen
- Die Bioverfügbarkeit beim Hanf Düngen nicht vergessen
- Hanf düngen nach Wachstumsphase: NPK, Dosis und Zeitpunkt
- Wie viel Dünger braucht Cannabis? Der EC-Wert macht die Dosis messbar
- Mineralisch, organisch oder Fertigsystem: welcher Dünger passt zum Grow
- Cannabis-Dünger kaufen: worauf es bei der Auswahl ankommt
- Nährstoffblockade: wenn der Dünger stimmt und die Pflanze trotzdem hungert
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Muss man Hanf düngen oder nicht?
Einst baute man Getreide, Hanf, Rüben und anderes auf gutem „Mutterboden“ an, weil man in der Regel nicht ständig düngte. In Lehm- und Sandböden sind kaum Nährstoffe enthalten, aber mit Kunstdünger oder Gülle und Mist können fast dieselben Ertragsmengen erwirtschaftet werden. Auf Lehm und Sand bräuchte auch der Hanf Dünger, um auf vier Meter Höhe zu wachsen oder viel Saat oder Marihuana zu erzeugen.
Hanf würde jedoch weniger Dünger als andere Agrarpflanzen wie Baumwolle oder Mais benötigen. Wenn in einigen Landstrichen Deutschlands die Landwirte bereits mit Bodenproben testen, wie viel sie noch düngen dürfen, damit es noch nicht eingeht, wären die Werte für Hanf vielleicht niedriger als für Mais. Es ist dennoch vermutlich unsinnig, bis zu diesem Punkt den Hanf düngen zu wollen.
Es gibt im Übrigen sehr empfindliche Hanfsorten, die weniger als die Hälfte vom Dünger verkraften, der für kommerzielle Sorten empfohlen wird. Dieses ist gerade beim Indoor Anbau immer wieder der Fall. Es kommt also auch auf die Sorte an. Dieses wäre beim Mais oder Getreide nicht anders.
Hanf düngen ist auf guten Böden vielleicht nicht nötig und im Schnitt reicht weniger Dünger als für einige andere Pflanzenarten. Einige Indoor Strains verkraften dennoch sehr hohe Werte und auf mageren Böden oder auf Steinwolle geht es nicht ohne Hanf Düngen oder nicht ohne Ernteeinbußen.
Stickstoff, Phosphor und Kalium
Pflanzen sind etwas anderes als Tiere, aber funktionieren in gewisser Weise ähnlich. Wenn Tiere Kohlenhydrate, Proteine und Fett brauchen, kommen sie damit allein nicht aus, da sie noch Spurenelemente benötigen. Bei Pflanzen sind Stickstoff, Phosphor und Kalium als NPK Dünger die Grundkomponenten. Für den Wuchs wird mehr Stickstoff benötigt, für die Blüte und Fruchtreife weniger. Stickstoff lässt die Pflanzen in die Höhe schießen.
Aber wer Hanf düngen möchte, muss gegebenenfalls auch die Spurenelemente zuführen. Wer auf guter Erde anbaut, kann es fast beim NPK belassen, aber auf Steinwolle, in der Aeroponik oder auf anderen „kastrierten“ Wuchsmedien müssen unbedingt auch Eisen, Schwefel, Zink oder Kupfer sowie Vitamine oder andere Verbindungen enthalten sein.
Außerdem müssen alle Nährstoffe in einer für die Pflanze verfügbaren Form vorliegen. In der Erde sind Bakterien und diese bereiten Nährstoffe auf. Hier können andere chemische Verbindungen als für Steinwolle gegeben werden, da der Dünger hier praktisch schon in verwertbarer Form vorliegen muss. Für Erde kann hingegen auch seltener gedüngt oder mit Langzeitdünger gedüngt werden. Die Erde puffert es und gibt es nach und nach ab. Beim Hanf Düngen muss man somit sehr genau wissen, worauf angebaut wird, um den richtigen Dünger zu wählen. Für Steinwolle, Aeroponik usw. sollte immer ein Fertigdünger gewählt werden, wenn man sich nicht wirklich gut auskennt und exakt arbeiten kann. Der falsche oder falsch dosierte Hanf Dünger macht mehr Schaden als Nutzen!


Hanf düngen ist mehr als Dünger zu geben
Wenn der Hanf Dünger alle nötigen Nährstoffe enthält, ist damit allein möglicherweise noch gar nichts gewonnen. Die Pflanzenwurzeln können jeden einzelnen Nährstoff nur in einem gewissen PH Bereich aufnehmen. Deswegen muss dieser pH-Wert im Boden und Gießwasser passen. Für hydroponische oder ähnliche Systeme können ca. 5,4 bis 5,8 PH angepeilt werden, für Erde ca. 6 PH.
Neben dem PH Wert ist außerdem die Temperatur im Boden sehr wichtig für die Aufnahme von Nährstoffen. Bei Kälte oder zu viel Hitze im Boden wird das Wachstum erheblich gebremst oder die Pflanzen gehen sogar ein. Temperaturen um 20° Celsius sind optimal, in der Nachtphase kann es ein paar Grad abkühlen. Aber es sollte nicht zu stark abkühlen oder erheblich wärmer werden. Ab 26° Celsius scheinen sich zudem Bodenbakterien oder Bodenkrankheiten zu bilden, die Hanfpflanzen dahinsiechen lassen, die noch keine faserigen und holzigen Wurzeln haben. Für die älteren Pflanzen sind diese Temperaturen jedoch ebenfalls kontraproduktiv.
Hanf düngen – womit denn?
Einst brachte man den Dung auf die Felder, um diesen zu entsorgen. Man stellte bereits einen besseren Wuchs fest, aber düngte nur nahe liegende Felder, da es viel Arbeit ist und um die Entsorgung ging. Dung enthält neben NPK viele weitere wichtige Stoffe, es ist jedoch nicht jeder Dung gut. Dieser sollte immer erst reifen und rotten und erst dann aufgetragen werden. (Man hat schon von Leuten gehört und diese auch gekannt, die sich in den Topf entledigt haben, das ist zu frisch!) Weiterhin haben verschiedene Tierarten unterschiedliche Qualitäten. Auf Erdbeeren gibt man z. B. Pferde- oder Hühnermist, das ist der Hit!
Neben Dung können auch Pflanzen als Kompost reifen und verwendet werden. Viele Algenarten sollen hervorragende Eigenschaften als Dünger haben. Aber auch andere vorbereitete Pflanzenreste haben gute Nährstoffbilanzen zum Hanf Düngen. Es werden aber auch Tierreste wie Knochenmehl, Hornspäne, Fischmehl und Blutmehl zum Düngen eingesetzt. Diese können unverarbeitet allerdings auch Schädlinge anziehen. Neben organischen Stoffen sind auch viele anorganische Gaben sinnvoll. Dolomitkalk puffert nicht nur den PH Wert von oben und auch unten in den grünen Sektor. Eisen- oder Schwefeldünger wären auf vielen aber nicht allen Böden ebenfalls sehr wirksam.
Teils muss man wissen, was bereits drinnen ist, um Anderes zu ergänzen. Es kommt auf die Ausgewogenheit an. Ein Übermaß des einen kann z. B. die Aufnahme des Anderen behindern. Zudem muss die Ausgewogenheit auf das Wuchsstadium der Pflanzen abgepasst werden, um die Ergebnisse zu optimieren. Nicht nur der Stickstoff sollte während der Blüte einen anderen Anteil als in der Vorblüte haben.
Um es zu veranschaulichen
Für die Vorblüte würde man NPK mit dem Verhältnis von ca. 3- 1- 4 geben. Für die Blüte hingegen 1 – 1 – 2. Die Pflanzen brauchen andere Nährstoffe intensiver und wird der Dünger nicht angepasst, lagern sich einzelne Nährstoffe ab und belasten damit das Bodenklima. Bei Überdüngung mit einzelnen oder vielen Nährstoffen sollten pro Liter Wurzelmedium 1 bis 2 Liter PH und Temperatur angeglichenes Wasser durchgespült werden. Dabei sollte möglichst die Staunässe am nächsten Tag schon überwunden sein. Die Pflanzen benötigen zwingend Luft an den Wurzeln. Die Pflanzen mit Wasser zu ersäufen ersäuft sie dann auf Dauer wirklich, wenn es sich nicht um Steinwolle oder ähnliche Wurzelmedien handelt!
Zum Hanf Düngen wird natürlich auch Kunstdünger eingesetzt, der aus irgendwelchen anorganischen Stoffen oder auch fossilen Energieträgern in Chemiewerken hergestellt wird. Kunstdünger sollten eine wirklich gute Qualität aufweisen. Man sollte nicht den Rasendünger für den Indoor Hanfanbau verwenden, nicht mal für das Gewächshaus.


Die Bioverfügbarkeit beim Hanf Düngen nicht vergessen
Es wurde bereits erklärt, dass Bodenbakterien den Dünger aufbereiten und für die Pflanze verfügbar machen. Beim Hanf Düngen auf Erde muss der Dünger für die Bodenbakterien natürlich auch verwertbar sein. Wer bei einem Eisenmangel einen rostigen Nagel in den Boden steckt, wird nichts erreichen. Auch wenn der ganze Nagel nach und nach verrostet, ist das Eisen noch nicht in einer chemischen Verbindung vorhanden, die von den Pflanzen oder davor den Bodenbakterien verwendet werden kann.
Wer Dünger selber anmischt, um seinen Hanf düngen zu können, muss somit darauf achten, dass die Pflanzen oder die Bodenbakterien die Nährstoffe überhaupt aufnehmen können. Danach kommt es sehr darauf an, dass mit dem im Boden enthaltenen und den zusätzlich gegebenen Dünger alles sehr ausbalanciert vorhanden ist.
Wird auf Erde angebaut und man mischt einfach ein wenig Kompost und etwas Kalk darunter wird nicht viel verkehrt gemacht. Wer jedoch keine Möglichkeiten zum Kompostieren hat und keinen Dung verwenden will, sollte einfach fertigen Dünger passend zum Wuchsmedium kaufen und nach Herstellerangaben oder etwas vorsichtiger verwenden. Gerade bei den „schwierigeren“ Wuchsmedien wie Cocos, Steinwolle, Aeroponik oder Fließmatten auf Fließtischen sollte man nicht das Risiko eingehen, beim Hanf Düngen durch eine schlechte Eigenkreation alles zu vernichten. Wer die hier notwendigen Zutaten alle einzeln in Kleinstmengen beschafft und nach eigenem Rezept anrührt, zahlt gewiss 5x soviel, als wenn einfach ein guter Fertigdünger zum Hanf Düngen erworben wird und macht sich weniger Arbeit. Bei den einzelnen Zutaten und auch fertigen Düngemitteln ist immer ebenfalls auf die Haltbarkeit zu achten, wodurch Fertigprodukte wieder die Nase vorne hätten.
Für Erde oder Outdoor in Erde kann man mal experimentierfreudig werden. Man sollte für den Indoor Anbau auf Erde jedoch wissen, dass man sich mit dem Kompost auch Krankheiten, Schädlinge und unerwünschtes „Zeugs“ einfängt.
Hanf düngen nach Wachstumsphase: NPK, Dosis und Zeitpunkt
Wer wissen will, mit was er seinen Hanf düngen soll, stößt schnell auf eine zweite Frage: wann und wie viel. Der Nährstoffbedarf einer Hanfpflanze ist keine feste Größe. Er verschiebt sich über den gesamten Grow. In der Wuchsphase baut die Pflanze Blattmasse und Stängel auf und zieht dafür vor allem Stickstoff. Sobald die Blüte einsetzt, wandert der Schwerpunkt zu Phosphor und Kalium. Ein einziger Dünger, der beide Phasen gleich gut bedient, ist deshalb immer ein Kompromiss.
Die folgende Übersicht fasst die Richtwerte zusammen, die sich beim Hanf Düngen in der Praxis bewährt haben. Sie ersetzt keine Herstellerangabe, sondern hilft dabei, sie einzuordnen. Wichtig zum Verständnis: Die drei Zahlen auf der Flasche sind ein Verhältnis, keine Mengenangabe. Ein Dünger mit 3-1-4 sagt nichts darüber aus, wie viele Milliliter davon ins Gießwasser gehören.
| Phase | Dauer (Richtwert) | NPK-Verhältnis | Anteil der Herstellerdosis |
|---|---|---|---|
| Keimling und Steckling | erste 1 bis 2 Wochen | keine Düngung nötig | 0 Prozent |
| Vegetatives Wachstum | 3 bis 6 Wochen | etwa 3-1-4 | zunächst 50, später 75 Prozent |
| Vorblüte und Streckung | Woche 1 bis 3 der Blüte | gleitender Übergang | 75 Prozent |
| Hauptblüte | Woche 3 bis 6 der Blüte | etwa 1-1-2 | 100 Prozent |
| Reife und Abschluss | letzte 10 bis 14 Tage | keine Düngung mehr | 0 Prozent |
Der Wechsel vom Wuchs- zum Blütedünger passiert nicht an einem einzigen Tag. In der Streckungsphase wächst die Pflanze noch kräftig und braucht weiterhin Stickstoff, während der Bedarf an Kalium bereits steigt. Sinnvoll ist deshalb ein gleitender Übergang über zwei bis drei Gaben. Wie sich die Dosierung innerhalb der Blüte weiter entwickelt, haben wir in Die Marihuanablüte richtig düngen im Detail beschrieben. Warum am Ende gar nichts mehr gedüngt wird, erklärt Vor der Ernte Dünger absetzen oder spülen.
Wie viel Dünger braucht Cannabis? Der EC-Wert macht die Dosis messbar
Die häufigste Ursache für Probleme ist nicht der falsche Dünger, sondern die falsche Menge. Wer sich unsicher ist, startet mit der halben Herstellerangabe und tastet sich über mehrere Gaben nach oben. Eine unterversorgte Pflanze zeigt das früh und lässt sich in wenigen Tagen wieder aufbauen. Eine überdüngte Pflanze braucht deutlich länger, weil zuerst das Wurzelmedium gespült werden muss.
Messbar wird die Dosis über den EC-Wert, also über die elektrische Leitfähigkeit der Nährlösung. Er zeigt an, wie viele gelöste Salze im Wasser sind. Als grobe Richtwerte gelten 0,8 bis 1,0 mS/cm für Stecklinge und junge Pflanzen. Im vegetativen Wachstum sind es 1,2 bis 1,6 mS/cm, in der Blüte 1,6 bis 2,0 mS/cm. Vom gemessenen Wert muss der Eigenanteil des Leitungswassers abgezogen werden. Hartes Wasser bringt allein schon 0,4 bis 0,6 mS/cm mit. Wie sich pH- und EC-Wert bei jungen Pflanzen verhalten, zeigt unser Beitrag zu pH- und EC-Wert für Jungpflanzen.
Wie streng man messen muss, hängt vom Medium ab. Erde puffert Nährstoffe und verzeiht eine zu hohe Gabe eine Weile. Auf Cocos, Steinwolle oder in der Aeroponik fehlt dieser Puffer vollständig, dort landet jeder Fehler sofort an der Wurzel. Ein einfacher Kontrollpunkt für Erde und Cocos ist das Ablaufwasser aus dem Topf. Liegt sein EC-Wert deutlich über dem der Gießlösung, sammeln sich Salze im Substrat an und die nächste Gabe sollte schwächer ausfallen.
Mineralisch, organisch oder Fertigsystem: welcher Dünger passt zum Grow
Mineralische Dünger, oft auch Salzdünger genannt, liegen bereits in pflanzenverfügbarer Form vor. Die Pflanze nimmt sie ohne Umweg auf. Die Wirkung setzt innerhalb von Stunden bis Tagen ein, und die Menge lässt sich über den EC-Wert exakt steuern. Genau diese Direktheit ist auch ihr Nachteil, denn ein Dosierfehler wird nicht abgefedert. Für Steinwolle, Aeroponik und alle Systeme ohne Bodenleben führt trotzdem kein Weg an ihnen vorbei.
Organische Dünger gehen den Umweg über das Bodenleben. Bakterien und Pilze schließen die Nährstoffe erst auf, bevor die Wurzel sie verwerten kann. Das macht sie träger in der Wirkung und gleichzeitig deutlich verzeihender, weil eine einzelne zu große Gabe nicht sofort an der Wurzel ankommt. Voraussetzung ist ein lebendiges Substrat. Worauf es bei der Auswahl im Einzelnen ankommt, haben wir in Biologische Dünger, worauf sollte man achten zusammengetragen.
Die dritte Variante sind fertige Düngesysteme, meist als Zweikomponenten-Dünger mit einer A- und einer B-Flasche. Sie decken den Grundbedarf inklusive Spurenelementen ab und sind für Einsteiger die sicherste Wahl. Rund um diese Grundversorgung verkaufen die Hersteller eine ganze Reihe von Zusätzen. Wirklich nötig ist neben dem Grunddünger meist nur ein Calcium-Magnesium-Präparat, und das auch nur bei sehr weichem Wasser oder unter LED-Beleuchtung. Ein Überblick über die verschiedenen Produktgruppen steht in Düngerarten für den Marihuanaanbau.
Cannabis-Dünger kaufen: worauf es bei der Auswahl ankommt
Das wichtigste Kriterium steht auf dem Etikett. Ein vollständiger Dünger nennt neben den NPK-Werten auch die Spurenelemente, also Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. Fehlen sie in der Deklaration, ist das Produkt als alleinige Nährstoffquelle für ein bodenloses System ungeeignet. Ebenfalls hilfreich ist der Hinweis auf chelatierte Spurenelemente. Chelate halten vor allem Eisen auch dann in Lösung, wenn der pH-Wert etwas zu hoch liegt.
Dass mineralische Systeme in zwei Flaschen geliefert werden, hat einen chemischen Grund. Calcium einerseits und Sulfat oder Phosphat andererseits würden im Konzentrat ausfallen und als unlöslicher Bodensatz verloren gehen. Die beiden Komponenten gehören deshalb nacheinander ins Wasser und niemals unverdünnt zusammen. Beim Preisvergleich lohnt es sich, auf den Preis pro Liter fertiger Nährlösung zu rechnen statt auf den Flaschenpreis. Konzentrate unterscheiden sich in der Verdünnung erheblich.
Ein letzter Punkt betrifft die Lagerung. Flüssigdünger gehören kühl, dunkel und frostfrei aufbewahrt. Auskristallisierte Reste am Flaschenboden sind ein Zeichen dafür, dass die Lösung nicht mehr vollständig ist, und der Dünger sollte dann ersetzt werden. Wer stattdessen zu einem Produkt aus dem Gartenmarkt greifen möchte, sollte die Deklaration besonders genau lesen. Was an solchen Hausmitteln dran ist, haben wir in Tomatenerde für Cannabis geprüft.
Nährstoffblockade: wenn der Dünger stimmt und die Pflanze trotzdem hungert
Ein Nährstoff kann vollständig vorhanden und trotzdem unerreichbar sein. Verantwortlich dafür ist der pH-Wert im Wurzelbereich, denn jeder Nährstoff hat ein eigenes Fenster, in dem er löslich bleibt. Rutscht der Wert in Erde unter etwa 5,5, werden Calcium und Magnesium schlecht aufgenommen. Steigt er über 7, fallen vor allem Eisen und Mangan aus. In Cocos und in hydroponischen Systemen liegt das brauchbare Fenster enger, weil der Puffer des Bodens fehlt. Wie sich der Wert im Gießwasser einstellen lässt, beschreibt Gießwasser: welchen pH-Wert für Hanf verwenden.
Tückisch ist daran vor allem, dass eine Blockade genauso aussieht wie ein echter Mangel. Die Blätter vergilben, die Pflanze wächst langsamer, und der naheliegende Reflex ist eine höhere Düngergabe. Genau die verschlimmert das Problem, weil sie die Salzkonzentration weiter erhöht, ohne die Aufnahme zu verbessern. Vor jeder zusätzlichen Gabe gehört deshalb der pH-Wert gemessen. Wie sich ein echter Mangel von einer Blockade unterscheiden lässt, zeigt am Beispiel des häufigsten Falls Cannabis Stickstoffmangel erkennen und richtig beheben.
Häufige Fragen zum Hanf düngen
Womit kann man Hanf am besten düngen?
Die Basis bildet ein NPK-Dünger aus Stickstoff, Phosphor und Kalium, ergänzt um Spurenelemente wie Eisen, Zink und Schwefel. Auf guter Erde reichen organische Gaben wie reifer Kompost, Hornspäne oder Dolomitkalk; auf Steinwolle, Cocos oder in der Aeroponik solltest du immer einen Fertigdünger nehmen, da die Nährstoffe hier sofort pflanzenverfügbar sein müssen. Welches Medium am besten zu dir passt, zeigt unser Vergleich Living Soil vs. Hydroponik.
Welches NPK-Verhältnis braucht Hanf in Wuchs und Blüte?
In der Wuchsphase braucht die Pflanze viel Stickstoff – ein NPK-Verhältnis von etwa 3-1-4 ist hier sinnvoll. Zur Blüte sinkt der Stickstoffbedarf, gefragt sind dann mehr Kalium und Phosphor, also ungefähr 1-1-2. Wie du in der Blütephase richtig dosierst, erklären wir Schritt für Schritt in Die Marihuanablüte richtig düngen.
Wie erkenne ich eine Überdüngung beim Hanf?
Typische Anzeichen sind verbrannte, klauenartig nach unten gebogene Blattspitzen, dunkelgrüne Blätter und ein gehemmtes Wachstum. Spüle das Wurzelmedium dann mit dem 1- bis 2-fachen Volumen an pH- und temperaturangepasstem Wasser durch und achte darauf, dass keine Staunässe entsteht. Wie du Nährstoffe von Anfang an ausgewogen hältst, liest du in Cannabis-Erde & Dünger im Bio-Anbau.
Kann man Hanf outdoor einfach mit Kompost düngen?
Auf Erde im Freien kannst du ruhig experimentieren: Etwas reifer Kompost und Kalk untergemischt machen meist nicht viel verkehrt. Bedenke aber, dass du dir mit Kompost auch Schädlinge, Krankheiten und unerwünschte Beikräuter einfangen kannst. Mehr zu gesundem Wachstum im Freien zeigt Wie Hanfpflanzen den Garten verschönern, und für schwierige Medien lohnt der Blick auf Growing auf Cocos.
Wie viel Dünger braucht Cannabis in der Hydrokultur?
In Hydrokultur, auf Steinwolle oder Coco fehlt der Puffer des Bodens – die Pflanze bekommt praktisch alle Nährstoffe über die Nährlösung. Nutze deshalb einen vollständigen Mineraldünger und steuere die Menge über den EC-Wert, während der pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0 liegen sollte. Anders als wilder Hanf, der sich seine Nährstoffe selbst aus dem Boden zieht (mehr dazu in Wo wächst Hanf wild?), ist die Pflanze im Hydro-System vollständig auf deine Dosierung angewiesen.
Kann man Cannabis-Dünger selbst herstellen?
Ja – organische Selfmade-Dünger wie Brennnesseljauche (viel Stickstoff), Beinwelljauche (reich an Kalium), Wurmtee oder gut verrotteter Kompost funktionieren vor allem auf Erde und im Freiland gut. Die Dosierung lässt sich dabei schwerer steuern als bei einem Fertigdünger. Weil Hanf botanisch kein anspruchsloses Getreide ist (dazu: Ist Hanf ein Getreide?), lohnt sich eine ausgewogene Mischung aus Stickstoff-, Kalium- und Phosphorquellen statt einer einzelnen Zutat.
Was bedeuten die NPK-Zahlen auf der Düngerflasche?
NPK steht für die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium. Die Zahlen geben deren Anteil in Prozent an und beschreiben damit ein Verhältnis, keine Dosierung. Ein Dünger mit 3-1-4 enthält also dreimal so viel Stickstoff wie Phosphor und ist auf das vegetative Wachstum ausgelegt. Wie viele Milliliter davon ins Gießwasser gehören, steht davon unabhängig in der Herstellerangabe.
Wie oft muss man Cannabis düngen?
Das hängt vor allem vom Wuchsmedium ab. In vorgedüngter Erde reichen die ersten zwei bis vier Wochen ohne jede Gabe, danach genügt eine Düngung bei jedem zweiten bis dritten Gießen. Auf Cocos wird dagegen fast bei jeder Gabe gedüngt, weil das Substrat selbst keine Nährstoffe liefert. In hydroponischen Systemen steht die Nährlösung ohnehin dauerhaft zur Verfügung und wird regelmäßig erneuert.
Welcher EC-Wert ist beim Düngen richtig?
Als Richtwerte gelten 0,8 bis 1,0 mS/cm für Stecklinge und Jungpflanzen. Im vegetativen Wachstum sind 1,2 bis 1,6 mS/cm üblich, in der Blüte 1,6 bis 2,0 mS/cm. Der Eigenanteil des Leitungswassers gehört dabei abgezogen, bei hartem Wasser sind das 0,4 bis 0,6 mS/cm. Empfindliche Sorten kommen mit deutlich weniger aus, weshalb der gemessene Wert immer nur ein Startpunkt ist.
Worauf sollte man beim Kauf von Cannabis-Dünger achten?
Die Deklaration sollte neben den NPK-Werten auch die Spurenelemente Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän ausweisen, idealerweise in chelatierter Form. Für bodenlose Systeme ist ein zweiteiliger Mineraldünger die sichere Wahl, für Erde reicht meist ein organischer Grunddünger. Beim Preis lohnt die Rechnung pro Liter fertiger Nährlösung statt pro Flasche, weil sich die Konzentrate stark unterscheiden.







































