Da die Wurzeln meist im Substrat verborgen und damit schlecht sichtbar sind, ist es nicht immer ganz einfach zu erkennen, wie es um deren Gesundheit steht. Deswegen sollte man die Blätter der Hanfpflanze im Auge behalten. Sie deuten oft als Erstes auf Wurzelprobleme hin. Überwässerung, Austrocknung und Überdüngung sind die häufigsten Probleme, mit denen Hanfwurzeln zu kämpfen haben.
📑 Inhaltsverzeichnis
Überwässerung von Hanfwurzeln
Übertreibt man es mit dem Wässern des Substrats, erhalten die Wurzeln zu wenig Sauerstoff und anaerobe Fäulnisprozesse und Schimmel können die Folge sein. Zeigt die gesamte Pflanze herabhängenden Blätter, die zu einer gelblichen Verfärbung neigen, ist die Erde ständig nass und durchweicht, ist diese ein klares Indiz für eine Überwässerung. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, ist ein Aquariumluftstein mit angeschlossener Luftpumpe ideal geeignet.
Der Luftstein wird einfach am Boden des Pflanzengefäßes platziert, unter der Pflanzenerde begraben und kann so die Wurzel optimal mit Sauerstoffe versorgen. Eine andere Methode, um Wurzelfäulnis zu behandeln, ist 1 Teil 3 %-iges Wasserstoffperoxid mit 2 Teilen Wasser zu mischen und dieses über die betroffenen Wurzeln zu gießen. Wasserstoffperoxid, also H2O2 reagiert mit der Erde und zerfällt in Wasser und Sauerstoff. Dieser lässt die Wurzeln wieder „aufatmen“ und kann Schimmel und Fäulnisbakterien abtöten.

Austrocknung von Hanfwurzeln
Bei Austrocknung der Wurzeln ist die Situation schon etwas schwieriger zu lösen. Diese zeigt sich in Form von trockener, fast staubiger Erde und einer Hitzeempfindlichkeit der Pflanze. Sind die Wurzel einmal ausgetrocknet, können sich diese nur in seltenen Fällen wieder regenerieren. Die Hanfpflanze kann auch unter diesen Umständen überleben, allerdings kann der Ertrag dadurch stark gemindert werden. Am besten man handelt hier präventiv und gießt die Pflanzen häufiger, aber dafür mit kleineren Wassermengen. Eine automatische Bewässerung gepaart mit einer Zeitschaltuhr kann dabei sehr hilfreich sein.
Überdüngung von Hanfwurzeln
Von Überdüngung spricht man, wenn die Wurzeln einer zu hoch konzentrierten Nährstofflösung ausgesetzt sind und dadurch unter Wurzelbrand leiden. Diese erkennt man an braunen Blattverfärbungen in deren Spitzen und Rändern. Der überschüssige Dünger sammelt sich dort in Form von kristallisierten Salzen. Überdüngte Pflanzen behandelt man am besten, indem man das Substrat gut mit Wasser durchspült und dabei achtet, dass es zu keiner Staunässe kommt. Sobald die Pflanze sich wieder erholt hat, kann diese Schritt für Schritt wieder mit kleinen Mengen von Dünger versorgt werden.

Trichoderma und Endomykorrhiza in Symbiose mit Wurzeln
Die beiden Pilze gehören zu der Familie der Mykorrhiza. Sie siedeln sich auf den Kapillarwurzeln an, nehmen Pflanzennährstoffe auf und leiten sie an die Wurzeln weiter. So können die Nährstoffe noch schneller und effizienter von der Pflanze aufgenommen werden und ermöglichen ihr kräftiges Wachstum sowie eine üppige Blüte. Ein weiterer Vorteil von Trichoderma ist, dass er eine wertvolle Schutzfunktion für die Wurzel erfüllt. Hat der Pilz sich erst mal im Substrat ausgebreitet, lässt er für die Hanfpflanze tödliche Pilze wie Pythium- und Fusarium keinen Lebensraum mehr. Trichoderma und Endomykorrhiza sind in den meisten Growshops und Onlinehändlern für Growbedarf erhältlich.
Wurzelstimulatoren und Enzyme für optimales Wurzelwachstum
Wer den Wurzeln einen zusätzlichen Wachstumsschub und mehr Gesundheit schenken möchte, kann dafür Wurzelstimulatoren einsetzen. Diese erhöhen die Wachstumsgeschwindigkeit von Wurzeln und Pflanze, womit auch die Vegetationsperiode verkürzt wird. Beginnt Cannabis zu blühen, sind Wurzelstimulatoren allerdings nicht mehr notwendig, da ab diesen Zeitpunkt das expansive Wurzelwachstum für die Pflanze abgeschlossen ist. Um deine Wurzeln in der Blütephase bestmöglich zu unterstützen, sind Enzyme eine ausgezeichnete Wahl. Sie können beim Einsatz von mineralischen Düngern die Versalzung des Substrats verringern, das Wohlbefinden der Pflanzen steigern und so für einen maximalen Ernteertrag sorgen.
Pflanzentaschen von Root Pouch
Das familiengeführte Unternehmen Root Pouch erzeugt einzigartige Pflanztaschen, die ideale Voraussetzungen für ein gesundes Wurzelwachstum zu schaffen. Stoßen die Wurzeln an das innere der Pflanztaschen, verfangen sich diese im Gewebe, wachsen nicht mehr in die Länge und bilden stattdessen neue Verzweigungen in Form von neuen Feinwurzeln. Dadurch wird die von herkömmlichen Pflanzentöpfen bekannte Ringwurzelbildung verhindert und dank der Förderung von Feinwurzelwachstum die Nährstoffaufnahme vereinfacht. Zudem ermöglichen die Pflanzentaschen dank ihrer Durchlässigkeit eine optimale Durchlüftung und Sauerstoffversorgung des Substrats.
So kann auch überschüssiges Wasser gleichmäßig abfließen, wodurch Staunässe verhindert wird. Außerdem schützen die Pflanzentaschen bei extremen Temperaturen, indem sie bei Kälte eine gute Wärmeisolierung bieten sowie bei Hitze für einen ausgleichenden Kühleffekt sorgen. Root Pouch verwendet für die Herstellung seiner Pflanzgefäße ausschließlich gebrauchte Wasserflaschen und recycelte Naturfasern und leistet so einen wertvollen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit. Die Pflanztaschen erfreuen sich unter professionellen Züchtern, Baumschulen sowie Heimgärtnern großer Beliebtheit und werden mittlerweile weltweit eingesetzt, um beste Wachstumsbedingungen für fast alle Sorten von Pflanzen zu schaffen.
Wer mehr über Root Pouch erfahren möchte, erhält auf der Webseite ein breites Informationsangebot zur Firmenphilosophie und den smarten Produkten. Wissbegierige, angehende Hobbygärtner finden dort lehrreiche Tipps & Tutorials für einen erfolgversprechenden Pflanzenanbau.
Häufige Fragen zu Hanfwurzeln
Wie erkenne ich Wurzelfäule bei Cannabis?
Wurzelfäule zeigt sich an braunen, matschigen statt cremeweißen Wurzeln, einem fauligen Geruch des Substrats sowie an welken, gelblichen Blättern trotz feuchter Erde. Hauptursache ist Staunässe durch Überwässerung und mangelnde Sauerstoffversorgung der Wurzeln. Wer das Gießverhalten anpasst und erst bei abgetrocknetem Substrat erneut wässert, beugt der Fäule am wirksamsten vor – mehr dazu in unserem Ratgeber, wie oft man Hanf gießen sollte.
Warum wurzeln meine Cannabis-Stecklinge nicht?
Stecklinge bilden keine Wurzeln, wenn das Substrat zu nass oder zu trocken ist, die Temperatur unter etwa 20 °C liegt oder die Luftfeuchtigkeit zu gering ausfällt. Auch ein ungeeignetes Anzuchtmedium verzögert die Bewurzelung. Ein lockeres, gut durchlüftetes Substrat ist entscheidend – welche Eigenschaften die richtige Erde für Hanf mitbringen muss, erklären wir im Detail.
Wie lange brauchen Cannabis-Stecklinge, bis sie Wurzeln bilden?
Unter guten Bedingungen bilden Cannabis-Stecklinge nach etwa 7 bis 14 Tagen die ersten Wurzeln. Bis sich ein tragfähiges Wurzelwerk entwickelt hat, vergehen rund zwei bis drei Wochen. Konstante Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und ein steriles Werkzeug beschleunigen den Prozess und senken das Risiko für Fäulnis.
Was hilft gegen Wurzelbrand bei Hanfpflanzen?
Wurzelbrand entsteht meist durch Überdüngung oder eine zu hohe Salzkonzentration im Substrat, die die feinen Wurzelspitzen verätzt. Spüle das Medium bei Verdacht gründlich mit klarem Wasser, reduziere die Nährstoffgaben und setze auf nützliche Mikroorganismen wie Trichoderma. Wie man insgesamt das Beste aus seinen Pflanzen herausholt, zeigt unser Interview rund um optimale Pflanzenpflege.
Wie fördere ich gesundes Wurzelwachstum bei Cannabis?
Gesundes Wurzelwachstum gelingt mit einem luftigen, gut drainierenden Substrat, maßvollem Gießen, ausgewogener Düngung und einer Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen. Auch atmungsaktive Pflanztaschen fördern die Feinwurzelbildung. An besseren Anbautechniken wird laufend geforscht – etwa am Schweizer Forschungsinstitut für Hanfanbau.
Wann kann ich bewurzelte Cannabis-Stecklinge einpflanzen?
Bewurzelte Stecklinge sind umpflanzbereit, sobald sich ein kräftiges, weißes Wurzelnetz gebildet hat und die ersten Wurzeln aus dem Anzuchtwürfel oder Topfballen ragen – meist nach zwei bis drei Wochen. Setze sie vorsichtig und ohne die feinen Wurzelspitzen zu beschädigen in ein lockeres Substrat um und gieße zunächst nur mäßig an. Wie du kräftige Klone heranziehst und für eine zügige Bewurzelung sorgst, erklären wir Schritt für Schritt in unserer Einführung in Klonen und Stecklingszucht.
Was tun bei überwässerten Hanfwurzeln?
Bei überwässerten Wurzeln bekommt das Substrat zu wenig Sauerstoff, wodurch anaerobe Fäulnis droht. Lass die Erde vor dem nächsten Gießen deutlich abtrocknen, verbessere die Drainage und sorge mit einem Luftstein oder atmungsaktiven Pflanztaschen für mehr Sauerstoff an den Wurzeln. Ein durchdachtes Gieß- und Belüftungskonzept ist die halbe Miete – alle Grundlagen dazu findest du in unserem kompletten Indoor-Anbau-Guide.




































