Die Frage, warum dichtet Hanf Wasserrohre mit Schraubgewinden ab, ist weniger interessant als das Faktum, dass Hanffasern dabei über Jahrzehnte nicht verrotten. Viele andere Pflanzenfasern würden für den Moment gewiss ebenfalls Wasserrohre abdichten, aber wären im Moment danach bereits kaputt. Zudem gab es einst keine Wasserrohre aus Metall mit Schraubgewinde. Es gab aber Schiffsrümpfe aus Holzbohlen und auch an diesen sowie ähnlichen Stellen wurden und werden Hanffasern mit Holzteer, Gummi oder Pech zum Abdichten verwendet. Mit Hanf abdichten ist zudem umweltfreundlich und verursacht nur geringe Kosten.
📑 Inhaltsverzeichnis
Vor den Wasserrohren wurden bereits Schiffsbohlen abgedichtet
Wenn der Spalt stramm mit Hanffasern ausgefüllt wird, z. B. beim Wasserrohr mit Schraubgewinde, dann quellen die Hanffasern durch die Nässe etwas auf. Dabei dichten sie jedoch auch den allerletzten Spalt, so wie das Wasser sich nicht wie durch einen Schwamm durch diese Hanffasern hindurchzieht. Es ist dicht und weil die Fasern bei Nässe beständig sind, bleibt es über Jahrzehnte dicht. Es gibt verschiedene Anwendungsbereiche, bei welchen mit Hanf abdichten gearbeitet werden kann.
Warum dichtet Hanf so gut?
Weil es sich bei Nässe etwas ausdehnt und das Wasser sich nicht durchziehen wird. Entscheidend ist beim Abdichten mit Hanf jedoch der Punkt, der Beständigkeit der Hanffasern bei Nässe. In der Regel wird noch etwas Dichtpaste vor dem Zusammenschrauben aufgetragen. Hier geht es vielleicht mehr um das einfachere Verschrauben als um die Notwendigkeit. In der heutigen Zeit werden diese Hanffasern durch Teflon- oder Dichtungsband ersetzt, welches ebenfalls um das Gewinde gewickelt wird. Jedoch wäre dieses laut einiger Meinungen nicht ganz so gut oder beständig sowie es nicht einfach ökologisch abbaubar ist. Hanffasern sind aus ökologischer Sicht immer besser als Rohölprodukte.

Warum dichtet Hanf besser als Teflonband?
- Weil Hanffasern beständiger gegen die mechanischen Kräfte beim Zusammenschrauben ist
- Da es die Hitze bei Schweißarbeiten nahe der Verschraubung besser verkraftet
- Weil man zum Anwinkeln das Rohr ein ganz wenig zurückschrauben kann und dennoch alles dicht bleibt
Weshalb funktioniert mit Hanf abdichten nicht immer?
Wer etwas selten macht, macht in der Regel einiges falsch und benötigt z. B. bei Arbeiten wie mit Hanf abdichten einfach länger. Warum dichtet Hanf eigentlich? Nicht nur wegen der beschriebenen Eigenschaften, sondern auch durch das richtige Anbringen. Demnach werden die Hanffasern zur besseren Fixierung auf einem leicht aufgerautem Gewinde quer mit ca. 15 cm Überstand gelegt, um diesen Überstand nun über diese quer liegenden Fasern zu wickeln. Je nach Durchmesser wäre die Länge anzupassen. Nach zwei bis drei Umwickelungen wird der quer liegende Faserstrang mit dem anderen genommen und weiter eingewickelt. In den ersten Runden sind weniger Hanffasern im Gewinde und so kann man diese ersten Runden leicht aufschrauben und hat danach den nötigen Halt, um mit richtigem Werkzeug den Rest anzuziehen.
Es sollen nur so viele Fasern gewählt werden, wie sich in das Gewinde hinein wickeln lassen. Dann sollen diese Fasern abschließend noch mit der Drahtbürste gebürstet werden. Man bürstet längs mit den Gewinderillen. Nun wird etwas Dichtpaste aufgetragen und das Gegenstück aufgeschraubt. Wird dieses wieder um eine Drehung gelöst, ist es möglicherweise nicht mehr zu 100 % dicht. Wer zu weit zurückschraubt, sollte es ganz lösen, abdichten und neu zusammen schrauben. Mit Teflonband kann nicht einmal eine viertel Drehung zurückgedreht werden, was beim Hanf abdichten jedoch geht.
Warum dichtet Hanffaser so beständig?
Weil er durch Nässe allein nicht verrottet. Wären es Abwasserrohre mit vielen Bakterien, würden die Hanffasern möglicherweise doch nach Jahren verrotten, aber weit langsamer als andere Pflanzenfasern.

Warum dichtet Hanf besser und wird kaum verwendet?
Mit den Cannabisverboten wurde nicht nur Marihuana, sondern in der Regel auch der Faserhanfanbau verboten. Dort, wo er nicht verboten war, wurde er aufgrund dieser internationalen Verbotssituationen dennoch weniger oder gar nicht mehr angebaut. Dabei wurde dieser ganze Rohstoff- und Nahrungsmittelaspekt einfach ausgeblendet, da man alles aus Öl machen kann.
Warum dichtet Hanf besser? Auch, weil es ökologischer ist. Deswegen sollte man Hanf immer einsetzen, wenn es sich einrichten lässt, selbst wenn er etwas teurer ist. Für Folgegenerationen wird er jedoch kostenlos sein, Abfallprodukte aus Rohölprodukte jedoch nicht!
FAQ: Rohre mit Hanf abdichten
Wie dichtet man ein Rohr mit Hanf richtig ab?
Die Hanffasern quer über das Gewinde legen und dann längs 2-3 Lagen einwickeln. Abschließend mit einer Drahtbürste bürsten, Dichtpaste auftragen und das Gegenstück festschrauben. Wichtig: Nur so viele Fasern verwenden, wie sich satt ins Gewinde einwickeln lassen – zu viel macht das Verschrauben unnötig schwer.
Warum dichtet Hanf besser als Teflonband?
Hanffasern quellen bei Nässe auf und füllen auch kleinste Spalten im Gewinde. Im Gegensatz zu Teflonband lässt sich eine Hanfdichtung eine Viertelumdrehung zurückschrauben, ohne die Dichtigkeit zu verlieren. Hanf ist außerdem langlebiger, hitzebeständiger bei Schweißarbeiten und ökologisch abbaubar. Wer auf ökologisches Bauen mit Hanf setzt, trifft die bessere Wahl.
Wie lange hält eine Hanfdichtung?
Eine richtig angebrachte Hanfdichtung hält Jahrzehnte. Da Hanffasern bei klarem Wasser nicht verrotten, bleibt die Dichtung dauerhaft intakt. Nur bei stark bakterienhaltigem Abwasser können die Fasern langfristig leiden. Die Langlebigkeit macht Hanf wirtschaftlich und ökologisch besser als Kunststoff-Dichtungsmaterialien, die gleichen Eigenschaften lassen Hanffasern auch zur nachhaltigsten Textilfaser der Welt werden.
Für welche Rohre eignet sich Hanf zum Abdichten?
Hanf eignet sich für Metallrohre mit Schraubgewinde – Wasserleitungen, Heizungsrohre und Gas-Verbindungen (in Absprache mit einem Fachmann). Nicht geeignet ist Hanf für glatte Steckverbindungen oder Kunststoffrohre, bei denen spezielle Dichtungsringe verwendet werden. Alles über Hanf als Baustoff – von Hanfbeton bis Hanfziegel – findest du in unserem Baustoff-Artikel. Hanf wird mittlerweile sogar zur nachhaltigen Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus erforscht.
Aus was besteht Hanf zum Abdichten?
Hanf zum Abdichten – im Handel oft als Dichtungshanf oder Klempnerhanf verkauft – besteht aus langen, gekämmten Naturfasern (Werg), die aus dem Bast des Hanfstängels gewonnen werden. Diese unbehandelten Bastfasern quellen bei Kontakt mit Wasser auf und verdichten so das Gewinde. Es handelt sich um genau dieselbe robuste Bastfaser, die Hanf auch zu einem gefragten Industrierohstoff macht – bis hin zu nachhaltigen Materialien für Windräder. Verarbeitet wird der Hanf meist zusammen mit einer Dichtungspaste, welche die Fasern bindet und zusätzlich vor Feuchtigkeit schützt.
Hanf oder Dichtband – was ist besser?
Beide dichten Gewinde ab, funktionieren aber unterschiedlich: Hanf wird mit Dichtungspaste ins Gewinde gelegt, quillt mit dem Wasser auf und hält erfahrungsgemäß über Jahrzehnte – auch bei höheren Drücken sowie an Heizungs- und Wasserleitungen. PTFE-Dichtband (Teflonband) ist sauberer und schneller angebracht, eignet sich aber eher für kleinere Verschraubungen und verzeiht ein Nachjustieren schlechter. Für dauerhafte Metallgewinde gilt Hanf daher meist als die zuverlässigere Wahl. Wie vielseitig der nachwachsende Rohstoff darüber hinaus ist, zeigt sich auch jenseits der Sanitärtechnik – etwa als Grundstoff für Bio-Treibstoff.
Wofür braucht man Fermit-Paste beim Abdichten mit Hanf?
Die Dichtungspaste – im Handel oft als Fermit bekannt – wird zusammen mit dem Hanf ins Gewinde eingearbeitet: Sie hält die Fasern zusammen, lässt sich leichter verschrauben und schützt den Hanf zusätzlich vor dem Austrocknen. Zum „Einhanfen“ legt man die Fasern ums Gewinde, bestreicht sie satt mit Paste und verschraubt das Bauteil – die Kombination aus aufquellenden Naturfasern und Paste macht die Verbindung dauerhaft dicht. Dass Hanffasern auch unter Dauerbelastung kaum nachgeben, kennt man von Seilen aus Hanf, die bis heute ungeschlagen sind.
Gewindedichtfaden oder Hanf – was nimmt der Profi?
Gewindedichtfaden – etwa aus PTFE-getränkten Multifilamenten – ist sauber und schnell verarbeitet und eignet sich gut für kleinere Verschraubungen und Übergänge. Für große Metallgewinde sowie Heizungs- und Trinkwasserleitungen bevorzugen viele Installateure aber nach wie vor klassischen Dichtungshanf, weil er höhere Drücke aufnimmt, sich nachjustieren lässt und über Jahrzehnte hält. Ein weiterer Pluspunkt: Hanf ist ein nachwachsender, kompostierbarer Rohstoff – ein Vorteil, der auch beim Bauen mit Hanf für die Umwelt zählt.
Wie dichtet man ein Eckventil mit Hanf ab?
Auch das kleine Gewinde eines Eckventils lässt sich mit Hanf abdichten – hier reicht aber deutlich weniger Material als bei großen Rohrgewinden. Eine dünne Lage Dichtungshanf quer auflegen, ein- bis zweimal längs einwickeln, satt mit Dichtungspaste bestreichen und das Ventil handfest plus eine Viertelumdrehung anziehen. Weil das Gewinde fein ist, sollte der Hanf sparsam dosiert werden, damit sich das Ventil noch sauber ausrichten lässt. Die dafür genutzte Bastfaser stammt vom Nutzhanf, dessen Anbau in Europa gezielt gefördert wird – etwa als staatlich finanzierter Nutzhanf-Anbau in Graubünden.
Was tun, wenn ein Gewinde am Wasserhahn tropft?
Tropft eine Verschraubung am Gewinde, ist die Dichtung meist undicht geworden. Bei einer Hanfdichtung genügt oft eine Viertelumdrehung zum Nachziehen, ohne dass sie ihre Dichtigkeit verliert – ein Vorteil, den Teflonband nicht bietet. Hält die Verbindung dauerhaft nicht dicht, lohnt das komplette „Neu-Einhanfen“: altes Material entfernen, frischen Dichtungshanf mit Paste einarbeiten und neu verschrauben. Dass Hanf als robuster Industrierohstoff weltweit gefragt ist, zeigt sich auch beim internationalen Handel mit industriellem Hanf.



































