Hanf gilt seit eh und je als Bodenverbesserer. In der heutigen Landwirtschaft wird häufig auf Fruchtwechsel gesetzt, damit die Böden weniger schnell verbraucht werden. Einige Pflanzen können nicht lange auf derselben Fläche angebaut werden, ohne dass die Erträge einbrechen. Die Phytosanierung ist noch etwas anderes. Hier sind die Böden verseucht und deswegen nicht mehr brauchbar oder nur eingeschränkt brauchbar. Es werden gewisse Pflanzen angebaut, die diese Böden entgiften. Hanf ist eine der Pflanzen, die sich häufig eignet, selbst gegen Radioaktivität. Dazu sollte man wissen, dass es zum einen Strahlung gibt und demnach auch Strahlenquellen.
Verbrauchte Böden retten mit Hanf
Der Hanf kann einige dieser Strahlenquellen aufnehmen, Pflanzen scheinen auf Radioaktivität weniger empfindlich zu reagieren. Rund um Tschernobyl scheint der Hanf neben anderen Pflanzen bereits gute Dienste geleistet zu haben. Aufgrund der Verbotsgesetze kann er teils nicht überall dort für die Phytosanierung eingesetzt werden, wo man es tun würde.
Bei der Phytosanierung werden in der Regel die Pflanzen oberirdisch oder/und unterirdisch beim Ernten entfernt, womit die Giftstoffe abgetragen werden. Dabei können diese Pflanzen teils noch verarbeitet und genutzt werden. Dann kann kostenneutral gewirtschaftet werden. Hanf ließe sich immerhin noch zu Energie verarbeiten und es bliebe nur Asche, über die auf der Sondermüllkippe weit weniger Platz einnehmen würde. Die Giftstoffe aus dem Rauch müssten natürlich rausgefiltert werden. Im Vergleich dazu wäre es sehr aufwendig weiträumiges Ackerland abzutragen, zu entsorgen und zu ersetzen. Es wäre praktisch bereits unmöglich!

Die Phytosanierung wird vorangetrieben
Es gibt Pflanzen, die Giftstoffe in ihrer organischen Masse binden, die zu entsorgen ist. Andere Pflanzen können einige Schadstoffe aufnehmen, umwandeln und an die Luft geben. Es gibt zudem Pflanzen, die das Bodenklima verbessern, damit hier die Schadstoffe abgebaut werden können. Es wird sogar daran gearbeitet, mit Pflanzen Stoffe aus dem Boden aufzunehmen und aus diesen zurückzugewinnen, um Rohstoffe zu fördern. Dass Hanf die Böden verbessert, ist lange bekannt. Aber die Phytosanierung als Wissenschaft ist gewiss ein junges Themengebiet. Es gibt viele Giftstoffe und diese werden von unterschiedlichen Pflanzen unterschiedlich gut aufgenommen. Diese wachsen auf verschiedenen Böden oder Klimabedingungen unterschiedlich gut. In leicht sauren Böden werden viele Gifte besser aufgenommen oder neutralisiert.
Die richtige Düngung ist ebenfalls für die Bodensanierung entscheidend. Wie der industrialisierte Mensch es in allen Bereichen macht, so auch in der Phytosanierung. Es werden nicht nur geeignete Pflanzen ausfindig gemacht, sondern mit diesen noch bessere gezüchtet. Es werden Pflanzen entwickelt, die noch mehr Giftstoffe aus dem Boden holen oder neutralisieren können. Dieser Forschungszweig ist begrüßenswert, allerdings noch besser wäre es, die Böden gar nicht so weit zu ruinieren, dass man die Phytosanierung einsetzen muss. Anzumerken wäre an dieser Stelle, dass es auf natürlichem Wege verseuchte oder verstrahlte Böden gibt. Der Mensch schafft immerhin nicht alle Giftstoffe selber, z. B. Schwermetalle gibt es auch ohne ihn. Der Mensch holt es jedoch aus dem Boden und verteilt es auf diesem. Die Phytosanierung wird deswegen große Zukunft haben, mit ihr der Hanf!
Quellen und Links
Häufige Fragen zur Phytosanierung mit Hanf
Wie funktioniert die Phytosanierung mit Hanf?
Hanf nimmt während des Wachstums Schadstoffe wie Schwermetalle und radioaktive Partikel über die Wurzeln auf und bindet sie in den Pflanzenfasern. Nach der Ernte wird die belastete Biomasse oberirdisch und unterirdisch entfernt – mit jeder Ernte sinkt die Schadstofflast im Boden. Cannabispflanzen reagieren dabei deutlich weniger empfindlich auf Strahlung als viele Nutzpflanzen.
Bei welchen Schadstoffen hilft Hanf konkret?
Rund um Tschernobyl wurde Hanf erfolgreich gegen radioaktives Cäsium-137 und Strontium-90 eingesetzt. Darüber hinaus bindet er Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Nickel und Zink sowie organische Schadstoffe aus alten Industrie- und Bergbauflächen. In leicht sauren Böden funktioniert die Aufnahme besonders effektiv.
Was passiert mit dem geernteten Hanf nach der Bodenreinigung?
Da die Biomasse Schadstoffe enthält, lässt sie sich nicht als Lebensmittel oder Textilfaser nutzen. Sie kann jedoch in geschlossenen Anlagen zur Energiegewinnung verbrannt werden – die übrig bleibende Asche nimmt auf einer Sondermülldeponie nur einen Bruchteil des verseuchten Erdvolumens ein. Spannend sind auch neue Verwertungspfade wie Hanf-Batterien als Lithium-Ionen-Alternative, die Faserreststoffe sinnvoll weiterverwenden.
Welche weiteren ökologischen Vorteile hat Hanf?
Hanf bindet pro Hektar etwa 9 bis 15 Tonnen CO₂, kommt fast ohne Pestizide aus und unterdrückt Beikräuter durch sein schnelles Wachstum. Die Pflanze verbessert die Bodenstruktur, lockert verdichtete Flächen und liefert Rohstoffe für nachhaltige Produkte – etwa Hanftextilien als nachhaltigste Faser der Welt oder Dämmstoffe für den klimaneutralen Hausbau.






























