Welche Vaporizer-Typen gibt es?
Es gibt mittlerweile einen großen, beinahe unübersichtlichen Markt im Vaporizer-Segment, von einfachsten Geräten, die mithilfe von Feuerzeugflammen betrieben werden, über elektrische oder katalytisch betriebene Mittelklasse-Geräte, bis zu den Top-Produkten, deren Preisspanne sich von ca. 160 € bis knapp unter 1000 € erstreckt.
📑 Inhaltsverzeichnis
Direkte und indirekte Erhitzung im Vaporizer
Das Prinzip des Verdampfens ist in jedem Fall dasselbe, wobei es aber hier innovativste Technologien gibt, die andere Geräte alt aussehen lassen. Grundsätzlich ist zwischen direkter und indirekter Erhitzung des Pflanzenmaterials zu unterscheiden, wobei Letzteres sich in vielen Fällen positiv auf die Ergiebigkeit auswirkt und ein Verbrennen des Krauts oder Extraktes eher unwahrscheinlich ist. Weiterhin hat man die Wahl zwischen transportablen und stationären Geräten. Bei allen geht es um die möglichst effiziente, gesundheitsschonende Extraktion von pflanzlichen Wirkstoffen ohne Verbrennung.
Wie funktioniert ein Tisch-Vaporizer im Detail?
Wir erklären anhand eines sehr populären, mittelpreisigen Tisch-Vaporizers die Funktionsweise. Die meisten Tisch-Geräte funktionieren nach folgendem Prinzip. Ein mikroprozessorgesteuertes (Keramik-) Heizelement erhitzt Luft, die beim Einatmen aus demselben strömt. Die Kräuterkammer ist dabei direkt über dem Heizelement angebracht, hat aber keinen Kontakt zu diesem. Die heiße Luft strömt nun durch die Kammer und erhitzt das darin enthaltene Pflanzenmaterial, wodurch flüchtige Stoffe wie die Terpene (Geruchsmoleküle) zuerst freigegeben werden. Ab 157 °C verdampft das THC, welches sich aufgrund der Hitzeeinwirkung aus seiner nicht psychoaktiven Grundform THCA (THC-Säure) umgewandelt hat. Je höher die Temperatur, desto schneller geht der Extraktionsprozess vonstatten und weitere Cannabinoide wie CBD (~170 °C), CBN (185 °C) bis zu denen, die jenseits von 200 °C verdampfen, werden freigesetzt.
Wer mehr über die optimale Nutzung nach dem Kauf erfahren möchte, findet in unserem Ratgeber Wie vaporisiere ich richtig? alle wichtigen Tipps zur richtigen Befüllung, Temperaturwahl und Reinigung.
Ballon oder Schlauch: Inhalationsmodi im Vergleich
Ab 200 °C besteht die Gefahr, dass sehr trockenes Kraut zu glühen beginnt, ab 230 °C kommt es in jedem Fall früher oder später zur Selbstentzündung, was nicht nur zu schädlicher Rauchentwicklung, sondern auch zu einem sehr unangenehmen Geschmack führt (mal abgesehen von dem plötzlichen Feuer im Verdampfer). Moderne Geräte lassen sich auf ein Grad genau justieren, wodurch maximale Effizienz bei minimaler Schadstoffentwicklung sichergestellt wird. Der Dampf wird entweder im sogenannten Shisha-Modus direkt durch einen Silikonschlauch inhaliert oder aber mittels Gebläse in einem Ballon gesammelt, aus dem dann direkt inhaliert werden kann. Die Ballon-Funktion ist bei Geräten ab 200 € zu finden und ist für Anwender interessant, die entweder keine Lust haben an einem Schlauch zu „nuckeln“ und große Mengen Dampf binnen weniger Züge inhalieren möchten – oder auf Partys anwenden möchten.
Vaporizer für medizinische Nutzer und Einsteiger
Aufgrund der unterschiedlichen Verdampfungstemperaturen und den vielfältigen Wirkstoffen im Cannabis lässt sich der erwünschte Effekt gezielt über die Temperaturkontrolle des Vaporizers steuern, was besonders für medizinische Anwender und Neulinge interessant ist.
Dass Vaporisieren im Vergleich zum Rauchen deutlich weniger Schadstoffe erzeugt, erklärt unser Artikel Warum Vaporisieren gesünder ist. Für einen direkten Wirkungsvergleich zwischen Rauchen und Verdampfen empfehlen wir außerdem: Ist die Wirkung von Cannabis beim Verdampfen stärker als beim Rauchen?
Häufig gestellte Fragen zum Vaporizer
Ab welcher Temperatur verdampft THC im Vaporizer?
THC verdampft ab etwa 157 °C. Es entsteht dabei aus der nicht psychoaktiven Vorstufe THCA durch Hitzeeinwirkung (Decarboxylierung). CBD verdampft bei rund 170 °C, CBN bei ca. 185 °C. Temperaturen über 200 °C können dazu führen, dass trockenes Material zu glühen beginnt. Neben THC, CBD und CBN enthält Cannabis noch zahlreiche weitere, kaum erforschte Verbindungen – etwa das seltene Cannabinoid CBG-O.
Was ist der Unterschied zwischen einem Ballon- und einem Schlauch-Vaporizer?
Beim Schlauch-Vaporizer (Whip-Modus) zieht man den Dampf direkt durch einen Silikonschlauch. Beim Ballon-Vaporizer sammelt ein Gebläse den Dampf in einem Kunststoffbeutel, aus dem man dann nach Belieben inhalieren kann. Der Ballon-Modus eignet sich besonders für Gruppen und ermöglicht größere Dampfmengen in kurzer Zeit.
Welcher Vaporizer-Typ eignet sich für Einsteiger?
Für Einsteiger empfehlen sich elektrische Tisch-Vaporizer im mittleren Preissegment (ca. 100–200 €). Sie bieten präzise Temperaturkontrolle, einfache Bedienung und gleichmäßige Ergebnisse. Portable Vaporizer sind praktisch unterwegs, erfordern aber etwas mehr Erfahrung im Umgang mit Füllmenge und Temperatur. Im medizinischen Bereich kommen zunehmend spezialisierte Geräte zum Einsatz – so übernahm etwa Philip Morris den Entwickler medizinischer Cannabis-Inhalatoren Syqe Medical.
Wie viel kostet ein guter Vaporizer?
Die Preisspanne ist groß: Einfache Geräte gibt es schon ab rund 50 €, solide portable Vaporizer kosten meist zwischen 100 und 250 €. Hochwertige Tisch-Vaporizer mit Ballon-Funktion und präziser Temperatursteuerung liegen je nach Modell zwischen 200 € und knapp 1.000 €. Für Einsteiger ist ein Gerät im mittleren Preissegment in der Regel die beste Wahl.
Worin unterscheiden sich Tisch- und portable Vaporizer?
Tisch-Vaporizer sind stationäre Geräte mit starker, sehr präziser Heizleistung und oft einer Ballon- oder Schlauch-Funktion – ideal für zu Hause und für medizinische Anwender. Portable Vaporizer sind akkubetrieben, handlich und diskret für unterwegs, bieten aber meist etwas weniger Dampfvolumen und kürzere Sessions. Die Funktionsweise – Erhitzen ohne Verbrennung – ist bei beiden identisch.


































