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Home Termine & Ankündigungen

Mathias Bröckers über die Drogenlüge

von Robert Brungert
28.06.2016
in Termine & Ankündigungen
Lesezeit: 5 Minuten
Warum-Drogenverbote-der-Gesundheit-und-Sicherheit-schaden-b-1
⏱ 6 Min. Lesezeit·1.053 Wörter
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Im Jahr 2016 war auch der ehemalige taz Redakteur Mathias Bröckers zur Hanfmesse Mary Jane geladen, um einen Vortrag zu halten. Der Titel lehnt an sein Buch aus dem Jahr 2010 an (Die Drogenlüge – Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden.) und lautet: „Die Drogenlüge – Warum das Hanfverbot die Kriminalität fördert und der Gesundheit schadet“. Es ist immerhin eine Cannabisfachmesse mit dem Schwerpunktthema Hanf.

📑 Inhaltsverzeichnis

  1. Warum das Hanfverbot die Kriminalität fördert und der Gesundheit schadet
  2. Die Drogenlüge beginnt mit den Drogenverboten
  3. Drogenlüge oder Wahrheit?
  4. 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!

Mathias Bröckers hat einst auch das Buch „The Emperor Wears No Clothes“ ins Deutsche unter dem Titel „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ übersetzt. Die Drogenlüge hat er hingegen selbst verfasst.

Warum das Hanfverbot die Kriminalität fördert und der Gesundheit schadet

Dieser Hanf wird vielleicht gerade wieder relegalisiert, aber ist doch noch immer fast weltweit für die Konsumenten, die Erzeuger, Verarbeiter und Händler verboten. Deswegen wird Marihuana auf dem Schwarzmarkt veräußert, da die Leute wegen des Verbotes eben nicht ihren Konsum einstellen. Die Qualität wird dabei nicht geprüft und auch wenn eine gute Wirkung einsetzt, kann dieses Schwarzmarktmarihuana gesundheitsschädlich angebaut oder verstreckt worden sein.

GanjaFarmerGanjaFarmer

Kriminelle, Mafiosi und auch der CIA finden Wege, um sich die Taschen zu füllen. Man kann natürlich nicht zum Anwalt gehen, sondern muss das untereinander regeln. Wie das ausarten kann, zeigt sich in Mexiko. Die Polizei war derart korrupt, dass inzwischen die Armee gegen die Kartelle kämpft und diesen Kampf nicht gewinnen, aber doch verlieren kann.

Damit zeigt sich doch sehr deutlich, dass das Hanfverbot die Kriminalität fördert. Nur wegen der Verbote geht der komplette Cannabismarkt in den Schwarzmarkt über und die Kriminellen können sich finanzieren. Da nicht weniger gekifft wird und da Patienten nicht mit Hanfmedizin versorgt werden, die Schwarzmarktqualität, aber nicht nur 9 mm Bleikugeln bietet, ist all das auch sehr gesundheitsschädlich. Das ist die Drogenlüge, mit der den Kleinbürgern erklärt wird, mit Drogenverboten wird die Jugend geschützt und Schaden abgehalten.

Man bekämpfe skrupellose Kriminelle. Diese würde es doch gar nicht in der Anzahl oder mit der Finanzmacht geben, wenn sie sich nicht durch verbotene Dinge finanzieren könnten. Marihuana gibt es allerdings wie zuvor. Zu dem zu bekämpfenden „Schaden“ wird also noch mehr Schaden erzeugt, ohne in diesen Kreisen der Drogenverbotskrieger nach Jahrzehnten mal zu Verstand zu kommen.

Die Drogenlüge beginnt mit den Drogenverboten

Das britische Empire benötigte einen Motor, um die immensen militärischen Kosten für den eigenen Imperialismus zu stemmen. Was heute das Rohöl ist, das waren einst und sind es auch noch immer die Drogen. Die Briten bauten in Indien Schlafmohn an, um Opium zu gewinnen. Dieses wurde nach China importiert, um die Bevölkerung süchtig zu machen. Diese hat für das sozusagen kostenlos in Indien produzierte Opium gearbeitet, und die Briten haben die Erzeugnisse, abgesehen vom Transportaufwand, kostenlos für ihren eigenen Markt und den anderer Länder erhalten. Es wurden sogar zwei Opiumkriege gegen China geführt, da die Chinesen einfach Importverbote für Opium ausriefen, um sich aus der kollektiven Opiumsucht zu befreien. Es ging immerhin um den Freihandel, der als Begriff vermutlich erstmalig genannt wurde, dass man nicht einfach die Grenzen für den Produkthandel schließt.

Das ist noch nicht die Drogenlüge, da hier immerhin mit offenen Karten gespielt und nicht mit Jugendschutz argumentiert wurde. Mit den Argumenten der Gesundheit und dem Jugendschutz wurden Anfang des 20. Jahrhunderts die sogenannten Opiumkonferenzen abgehalten, mit denen gewisse Substanzen erstmalig international verboten wurden. Opium, Kokain oder Cannabis gehörten dazu. Die USA scheiterten gerade an der Alkoholprohibition und waren eine der treibenden Kräfte, den Hanf zu verbieten und dann wurden sie unter Anslinger zu der treibenden Kraft, diese Cannabisverbote international durchzusetzen und laufend zu verschärfen.

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Jetzt muss man nicht viel Fantasie aufbringen, um zum Schluss zu kommen, dass die USA einfach den Wirtschaftsmotor der Briten abwürgen wollten und deswegen maßgeblich an internationalen Drogenverboten mitwirkten. Dieser Wirtschaftsmotor wird nun durch die Mafia, Rebellentruppen, Terroristen oder der CIA zur Finanzierung ihrer Projekte oder ihres Lebensstandards genutzt. Es wird vermutlich ein Jahresumsatz von 400 oder sogar über 500 Mrd. US-Dollar sein, der einfach dem Schwarzmarkt überlassen wird, wodurch von ganz allein gehäuft Kriminelle aufkommen müssen und sich ganze Kriege finanzieren lassen.

Mathias Bröckers über Die Drogenlüge
Mathias Bröckers über Die Drogenlüge

Drogenlüge oder Wahrheit?

Wer lieber in der „schönen heile Weltkulisse“ an Jugendschutz, Gesundheitsvorsorge und den Schutz der Gesellschaft denkt, sollte sich am besten eine Milchglasbrille aufsetzen, um seinen Horizont zu verkürzen. Dennoch kann die schöne heile Welt schnell zerbrechen, wenn die Angehörigen wegen des Joints oder eher der Drogenlüge vor dem Richter stehen oder man selbst Krebs bekommt, der durch den Hanf immerhin auf humanem Weg geheilt werden könnte.

Die Drogenlüge ist natürlich erst einmal der bequeme und angenehme Weg. Da sind Kriminelle, die verkaufen „Rauschgift“ und zerstören damit die Jugend. Der „War on Drugs“ schützt uns genau wie der „War on Terror“. Aber das stimmt eben nicht und löst keine Probleme, sondern blendet diese nur aus, bis sie einen ganz direkt betreffen. Denn indirekt betreffen sie jeden Einzelnen innerhalb der Gesellschaft, auch wenn die meisten das nicht verstehen wollen.

Die Wahrheit ist jedoch die gleiche wie beim Rohöl, bei Sklaven oder auch den Medienmogulen. Es geht eben nicht um die der Öffentlichkeit präsentierten Gründe, mit Frauenrechten und Brunnen bohren. Es geht allein um Macht-Machterhalt, die Macht ausbauen und den Kontrollverlust vermeiden, wenn andere sich vielleicht Macht aneignen.

Und wenn eben die Entschuldigung lautet: „Mache nicht ich es, dann macht es jemand anderes“ dann ist das nicht aus der Welt zu weisen, aber dennoch keine Entschuldigung, sondern eine schlechte Begründung, bei diesem versteckten Armageddon gewissenlos mitzuwirken. Man könnte dem auch entgegenstehen, damit die Welt auch für die anderen schöner wird. Jede Drogenregulierung wäre besser als die Drogenverbote. Eine intelligente Regulierung wäre sogar viel besser. Die Menschen wären in ihrem Privatleben frei, so wie die Welt friedlicher werden würde. Der Grund, warum Adam und Eva im Paradies nicht die Frucht vom Baum der Erkenntnis essen sollten, war nicht der, sie schützen zu wollen. Es ging hierbei um den Machterhalt durch dumm halten.

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