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Facharbeiter-Migration: Die besten Cannabis-Züchter ziehen von Holland nach Kanada

In vierzig Jahren Coffeeshop-Geschichte hat sich die europäische Cannabis-Metropole Holland, und dort speziell Amsterdam, einen gewissen Ruf erarbeitet. Das Kiffer-Mekka mit den besten Sorten in der größten Auswahl, welche man dann mit der maximalen bekannten Freiheit in den Shops konsumieren darf.


In der Zwischenzeit jedoch wurden die Niederlande in Sachen Liberalität oder Toleranz von anderen Ländern abgehängt. Während Holland nun in Richtung kontrollierter, legaler Cannabis-Anbau stolpert mit einer Modellprojektphase, an der teilzunehmen einige Shops verweigern, machen Nationen wie Uruguay und Kanada Nägel mit Köpfen. Ja sogar in Europa wird Holland der Rang als Cannabis-Mittelpunkt bald durch Länder wie Spanien oder Portugal abgelaufen.

Der Green Brain Drain – Kanada wirbt Fachkräfte ab

Im Lauf der Jahrzehnte haben die Niederlande ein paar echte Legenden geschaffen, zum einen in Puncto Hanfsorten, aber auch an Meistern der Züchter-Zunft. Menschen mit Unternehmergeist und dem richtigen Riecher für das beste Kraut. Einer von ihnen ist Arjan Roskam, der Besitzer des Green House Coffeeshops, der sich sogar bei internationaler Prominenz einen Namen gemacht hat. Snoop Dogg, Rihanna und Eminem zählte er bereits zu seinen Gästen. 43 Cannabis-Cups soll Roskam, der sich als König des Cannabis bezeichnet, bisher schon eingeheimst haben. Auf seiner Suche nach Samen, aus welchen er in seinen niederländischen Labor neue Strains züchtet, bereist Roskam die ganze Welt. Mittlerweile legalisierte Kanada den Freizeit-Gebrauch von Marihuana und öffnete einen legalen Markt. Damit bietet Kanada auch einem Arjan Roskam bessere Möglichkeiten in seinem Geschäft zu agieren, also ist es kaum verwunderlich, dass solche Meister des Hanf ihre Talente in Zukunft auf solche freien Märkte konzentrieren werden. Roskam arbeitet jetzt in Übersee mit dem Cannabis-Giganten Canopy Growth zusammen, um neue Strains für den kanadischen Markt zu kreieren. Somit gehen zahlreiche Marihuana-Innovationen an Holland vorbei, und diejenigen Experten, die gerne in einem legalen Umfeld mit Cannabis in industriellen Größenordnungen arbeiten möchten, setzen natürlich auch zielstrebig über den großen Teich, und den Niederlanden laufen die Fachkräfte weg.

Hollands Toleranzpolitik mit Tücken

Das alles begründet sich auf dem sogenannten „Hintertür-Problem“, ein Paradoxon der niederländischen Cannabis-Toleranz-Politik. Denn lediglich der Anbau von bis zu fünf Pflanzen wird nicht strafrechtlich verfolgt, und die Coffeeshops können sich nicht legal von Großproduzenten beliefern lassen, sondern müssen ihre Ware illegal, also durch die Hintertür, einkaufen. Unterdessen entstehen in Kanada Cannabis-Anbauflächen mit Ausmaßen von mehreren Fußballfeldern. Auf dem medizinischen Sektor sieht es nicht viel besser aus. Während in Kanada 133 Lizenzen für den Anbau vergeben wurden, vergab Holland gerade einmal eine einzige für den Anbau von Medizinalhanf. Die ganze Toleranz-Politik in der Form, in der die Niederlande sie praktizieren, scheint fragwürdig. Schließlich lässt sie trotz geduldetem Konsum dem Schwarzmarkt und der organisierten Kriminalität den Raum, den sie brauchen, um den Handel unter ihrer Kontrolle zu behalten. 

Ab 2020 beginnt Hollands Legalisierungs-Experiment

Auch Arjan Roskam attestiert den Niederlanden den Anschluss an Kanada und einige US-Bundesstaaten verloren zu haben, da man sich in Sachen Legalisierung seit langem nicht wirklich vorwärts bewegt hat. Nun soll im Jahr 2020 in Holland eine vierjährige Experimentierphase für eine Legalisierung mit reguliertem Markt beginnen. Ob das die Pioniere und Experten zurückholen wird, bleibt fraglich, aber wenigstens könnte man früher oder später dann wieder von ihrem Schaffen, den neuen Strains, profitieren.

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