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Studie: Cannabis bei Paranoia

Die Wirkung von Cannabis ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Einer der interessantesten und zugleich seltsamen Aspekte im Hinblick auf den Konsum von Cannabis ist, dass sich manche Menschen dadurch weniger gestresst und glücklicher fühlen und sich weniger Gedanken machen. Auf der anderen Seite scheinen Personen dadurch Angstgefühle zu entwickeln, die sich in einer handfesten Paranoia manifestieren können.


Dabei sind diese beiden Extreme gar keine Seltenheit. Vor allem die durch Cannabis verursachte Paranoia kann ziemlich intensiv werden.

Cannabis und paranoide Gefühle

Das Wort Paranoia stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich in etwa „wider den Verstand“, „verrückt“, oder „wahnsinnig“. In der Psychotherapie ist Paranoia eine Bezeichnung für eine psychische Störung, die mit Wahnvorstellungen einhergeht.

Wie bei so vielen Aspekten, die mit Cannabis zu tun haben, ist Cannabis und Paranoia noch nicht sehr gut erforscht. Es gibt zwar ein paar Studien, die Menge an gesammelten Daten lässt aber aufgrund der Prohibition leider zu wünschen übrig.

Es scheint allerdings so, als spiele Cannabis eine Rolle bei der Entstehung paranoider Gefühle.

Im Jahr 2014 untersuchten Wissenschaftler der Universität Oxford den Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum und Paranoia. Im Rahmen der Studie erhielten 121 Erwachsene entweder THC oder ein Placebo. Die Dosis sollte dabei in etwa einem durchschnittlichen Joint entsprechen.

Nach der Einnahme von THC sollten die Teilnehmer einen Fragebogen über ihre Gefühle und Erlebnisse ausfüllen. Das Ergebnis: Von den Personen, die THC erhielten, berichteten 50% von paranoiden Gefühlen. Im Gegensatz dazu gaben bei der Placebo Gruppe nur 30% an, paranoide Gefühle wahrzunehmen.

Interessanterweise kamen die Forscher nicht zu dem Ergebnis, dass Cannabis direkt für die Entstehung von Paranoia verantwortlich ist. Vielmehr stellten sie fest, Cannabis verändere vermutlich die Wahrnehmung, wodurch die Entstehung von Paranoia begünstigt wird.

Durch die Wirkung von Cannabis erleben wir eine veränderte sensorische Wahrnehmung sowie veränderte Gefühle, wodurch manche Menschen nervös, ängstlich und in manchen Fällen eben auch paranoid werden. Es scheint so, als entstünde Paranoia nicht direkt durch den Konsum von Cannabis. Vielmehr sei das veränderte Bewusstsein ein möglicher Grund für paranoide Gefühle, so die Autoren der Studie.

Kann Cannabis Paranoia verschlimmern?

Es lässt sich ziemlich sicher sagen, dass Cannabis Gefühle verstärken kann. Das bedeutet, dass Menschen, die von Natur aus sehr ängstlich oder paranoid sind, unter dem Einfluss von Cannabis eher zur Entwicklung paranoider Gefühle neigen.

Hat man Spaß an der Wirkung und kann sich entspannen, ist das Risiko für Paranoia offensichtlich wesentlich geringer. Fühlt man sich dadurch seltsam oder sogar eingeschüchtert, kommt es häufiger zu paranoiden Gefühlen.

Wie bereits erwähnt, ist die Wirkung von Cannabis individuell unterschiedlich. Dabei gibt es verschiedene Variablen, die unsere Wahrnehmung beeinflussen können:

  • Persönlichkeit
  • genetische Veranlagung
  • Das körpereigene Endocannabinoid-System
  • Potenz des konsumierten Cannabis‘
  • Wie viel THC konsumiert wurde
  • Toleranz
  • Häufigkeit des Konsums

Wird die Wirkung von Cannabis als angenehm oder anstrengend empfunden?

Es gibt viele Faktoren, die die Entstehung paranoider Gefühle beim Konsum von Cannabis beeinflussen. Selbst, wenn man normalerweise nicht dazu neigt, kann es aufgrund einer zu starken Wirkung von Cannabis zu Paranoia kommen. Sei es, weil man schlichtweg zu viel konsumiert hat, neue Sorten ausprobiert, oder sich nach einer längeren Abstinenz wieder damit beschäftigt.

Es gibt aber auch ein paar Maßnahmen, die bei akuter Paranoia durch die Wirkung von Cannabis, helfen können:

  • Tief Ein- und Ausatmen und immer daran denken, dass es so etwas wie eine „Überdosis Cannabis“ nicht gibt.
  • Eine Tasse heiße Zitrone oder Kräutertee zur Beruhigung
  • Eine warme Dusche kann wahre Wunder wirken
  • CBD ist dafür bekannt, die Wirkung von THC abzuschwächen. Ein paar Tropfen CBD-Öl unter der Zunge können für Entspannung sorgen

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One comment

  1. Wer das Problem mit „Paranoia“ hat dem rate ich bei Mischkonsum mit Tabak, den Tabak wegzulassen. Der „Freund eines Freundes“ hat die Erfahrung gemacht das viele unerwünschte Nebenwirkungen sich mit dem Einsatz eines Vaporizers verhindern lassen. Gerade was „Kopfkino“ angeht. Und noch viele andere Nebenwirkungen wie Atemwegsbeschwerden, Stimmungsschwankungen oder Kreislaufprobleme, etc… Lasst den Tabak weg!

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