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Christian Rätsch – Hanf in der Ethnomedizin

Immer am Nachtschatten Stand
Immer am Nachtschatten Stand

Christian Rätsch über Hanf und griechische Gottheiten

Dr. Phil. Christan Rätsch ist in gewissen Kreisen nicht nur eine Fachkompetenz für die spirituelle und vielleicht auch mystische Welt, Drogenpflanzenkunde darf hierbei nicht fehlen. Er ist damit auch eine sehr interessante Stimme, die sich mit der Gesamtheit des Seins und der Existenz befasst. Seine Bücher werden im Nachtschattenverlag verlegt. Aufgrund seiner verdienten Bekanntheit wurde er gebeten, einen wissenschaftlichen Vortrag in Berlin im Mai 2016 auf der Hanfmesse Mary Jane zu Hanf in der Medizin zu halten. Er referiert über Hanf in der Ethnomedizin, mit der zweiten Hälfte vom Vortrag wird es nicht nur interessanter sondern auch komplexer.

Ganz zu Beginn schmettert er jedoch schon einmal ein paar Aussagen in die Runde:

„Aus anthropologischer Sicht sind Spiritualität und Religion zwei verschiedene Dinge. Die haben, genaugenommen, nichts mit einander zu tun.“

„Ich mache da keinen Hehl draus, ich halte Religion für eine kulturelle Geisteskrankheit der Menschheit.“

Etwas später im Vortrag:

„Die Mythologie hat auch nichts mit Religion zu tun.“

Was genau möchte uns Herr Rätsch über Hanf in der Ethnomedizin sagen?

Die Probleme fangen bereits beim Vortragstitel an, wenn man mit dem Begriff „Ethnomedizin“ nicht viel anfangen kann. Dieser lehnt sich an die Ethnologie und lässt sich mit Völkerkunde übersetzen. Die verschiedenen Völker haben in ihren unterschiedlichen Epochen ihre Medizin oder ihre medizinischen Praktiken. Der Hanf gehört hierbei häufig dazu. Aber wie kommt Herr Rätsch jetzt von „Hanf in der Ethnomedizin“ zu griechischen Gottheiten? Dieses liegt daran, dass die alten Griechen in der Antike eine Denkerkultur der Philosophie hatten, welche noch heute unsere Sprache prägt. Wer heutige Wörter verstehen möchte, muss damit teils vor Christi Geburt zurückgehen und schauen, was denn die ursprünglichen Wörter bedeuteten oder noch immer bedeuten.

Der Zusammenhang vom Hanf in der Etnomedizin zu den alten Griechen wird also über die Deutung von heute noch gebräuchlichen Wörtern hergestellt. Der Hanf oder eher dessen Konsumenten, Erzeuger und Händler werden heute leider immer noch durch den „War on Drugs“ fast weltweit mit der Strafverfolgung geahndet. Jüngste Entwicklungen der Legalisierung sind begrüßenswert, hier aber kein Thema. Jetzt wird also Krieg gegen den Kiffer geführt. Kiffer würden sich jedoch „Harmonie“ zu ihrer Außenwelt wünschen. Das Wort „Harmonie“ geht allerdings auf die alten Griechen zurück und hat eine ganz andere Bedeutung, als wir darunter verstehen. Krieger harmonisieren die Situation, wenn es zu viele Menschen oder Probleme gibt, damit das Leben danach weitergeht. Herr Rätsch kann das deutlich komplexer formulieren, aber welchen Sinn diese Harmonie als Begriff gepaart mit dem Hanf und dem „War on Drugs“ gibt, ist nun die Frage. Denn der „War on Drugs“ mit seinen Drogenkriegern harmonisiert im Sinne von „Problem gelöst“ doch überhaupt nichts sondern ist unser derzeitiges Drogenproblem. Für viele Menschen mögen Drogen schlimm sein, aber ein Krieg, der gegen sie geführt wird, macht es gewiss nicht besser.

Christian Rätsch über Hanf in der Ethnomedizin

Christian Rätsch über Hanf in der Ethnomedizin

Muss man das verstehen?

Wenn Herr Rätsch loslegt, werden unvorbereitete Zuhörer gewiss schnell aufstehen und gehen. Bei den Ebenen, in denen das Denken verläuft, sollte man diese vor solch einem Vortrag selber wenigstens schon einmal erahnt haben. Herr Rätsch erwähnt im Vortrag seinen persönlichen Freund als besten Werbeträger für sein eigenes Produkt, der erst mit 102 Jahren verstarb: Albert Hofmann. Es wird nicht grundlos von einer „Reise“ gesprochen, wenn man denn dieses Produkt oder auch einige Naturprodukte konsumiert. Die „Reise“ ist dabei jedoch nicht als eine „räumliche Bewegung“ zu verstehen. Sie kann allerdings bei den richtigen Personen und bei dem entsprechenden Umgang mit den „Reisetickets“ viel bewegen.

Dann ist jedoch alles sehr sinnig, derartige Aussagen zu verstehen. Einen Unterschied zwischen der sogenannten toten oder lebenden Materie gibt es nicht, da jede Form von Materie lebt. (Jede Form von Materie baut sich aus Energie nach festen Konzepten auf. Demnach gibt es in der materiellen Welt nur Energie und Energie ist etwas Lebendiges.)

Deswegen muss man nicht alles verstehen, was Herr Rätsch uns erzählen kann. Bereits einige eigene spirituelle Erfahrungen gemacht zu haben, kann dabei jedoch mehr als nur hilfreich sein. Dann braucht man auch nicht zwingend Christian Rätsch zuzuhören, sondern denkt sich vieles auch bereits selber. Die Gedanken brauchen vielleicht etwas, sie finden jedoch bei sehr vielen Reisenden ihren Weg zu den gleichen Erkenntnissen. Warum die christliche Religion als Instrument der Machtausübung nur das Essen des Apfels vom Baum der Erkenntnis verbietet?

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