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Der Cannabis Eigenanbauantrag ist nun aussichtsreicher

Wozu den Unbedenklichkeitsbeweis ausgerechnet beim Hanf
Wozu den Unbedenklichkeitsbeweis ausgerechnet beim Hanf

Viele Patienten hoffen seit erfolgreicher Eigenanbauklage

Am 06.04.2016 wurde in Leipzig in letzter Instanz dem ersten deutschen Patienten das Recht zum Cannabis Eigenanbau zugesprochen. Das aber nur, da dieser Patient sich im Notstand befindet und ständig mit seiner Cannabismedizin unterversorgt ist. Diese ist die einzige Medizin, die seine Erkrankung erträglicher macht und eine gewisse Lebensqualität ermöglicht. Weil das Geld zum Kauf von Apothekenmarihuana fehlt und die Apotheken häufig nichts haben, wurde ein Cannabis Eigenanbauantrag gestellt. Es war nicht der einzige Anbauantrag an die BfArM und auch andere Kläger gewannen schon Prozesse. In Leipzig gewann aber der erste deutsche Patient in letzter Instanz. Die BfArM darf ein paar Auflagen für den Eigenanbau und den Umgang mit der Ernte erstellen. Diese müssen jedoch im praktischen Leben und nicht nur der Bürokratenphantasie umsetzbar sein. Es ist eine Einzelfallentscheidung und gilt nur für diesen einen Patienten.

Anfang Mai berichtete die Deutsche Apotheker Zeitung, dass monatlich beim BfArM ein Cannabis Eigenanbauantrag eingeht. Von März bis Mai 2016 waren es jedoch 130 neue Anträge. Inzwischen sind es vermutlich noch einige mehr. Wenn in anderen Ländern mit legaler medizinischer Cannabisabgabe 0,1 bis 1% der Bevölkerung auf dieses Medikament zurückgreift, wären 130 Anträge wenig. Ca. 80.000 bis 800.000 deutsche Bürger würden vermutlich sehr gerne legal Cannabis als Medikament verwenden. Mit Marihuanablüten und Cannabis Ferteigarzneimitteln werden rund 8.000 oder vielleicht schon einige weitere Patienten versorgt. Diese sind dennoch zu einem großen Teil aufgrund der Kosten oder schlechten Verfügbarkeit unterversorgt.

Wachsen auch ohne Cannabis Eigenanbauantrag ganz gut

Wachsen auch ohne Cannabis Eigenanbauantrag ganz gut

Kommt der eigene Cannabis Eigenanbauantrag durch?

Zu allererst muss der Antragsteller zum jetzigen Zeitpunkt über eine Ausnahmegenehmigung nach § 3 Abs. 2 BtMG verfügen, um einen Cannabis Eigenanbauantrag in Deutschland stellen zu können. Das wird vermutlich auch in den nächsten Jahren noch so bleiben, weil die Entscheider in Deutschland es beim Hanf legalisieren alles andere als eilig haben. Bislang haben über 600 deutsche Bürger diese Genehmigung, deswegen können nur diese einen aussichtsreichen Antrag auf Eigenanbau an die BfArM stellen. In Leipzig wurde, wie bereits erwähnt, eine Einzelfallentscheidung getroffen. Die BfArM wird jeden weiteren Antrag einzeln prüfen und nach Schwachstellen suchen, um ihn abzuschmettern. In diesen Kreisen will man den Hanf einfach nicht.

Dennoch ist seit diesem Urteil ein Cannabis Eigenanbauantrag in Deutschland so aussichtsreich, wie noch nie zuvor. Werden von 130 Antragstellern nur 13 durchkommen, wäre das bereits ein Erfolg, da die Tür damit ein Stück weiter offen wäre, um endlich Entscheidungen im Sinne aller Patienten ohne gerichtliche Einzelfallentscheidungen durchzukriegen.

Wird die derzeitige Geschwindigkeit der Hanflegalisierung verfolgt und in Relation zu Gerichtsprozessen gestellt, dann kann der heute gestellte Cannabis Eigenanbauantrag zum Gerichtstermin vielleicht schon überflüssig sein. Sobald es durch mehrere Instanzen geht oder man mehrere Anläufe machen muss, gehen immer Jahre ins Land. Für Patienten ist das ein grausamer und unhaltbarer Missstand. Dennoch sollte man nicht einfach auf die Legalisierung für Patienten und hoffentlich auch jeden anderen erwachsenen Menschen warten. Dann kommt diese erst später oder gar nicht. Wenn jetzt jeder irgendwo etwas macht, auch wenn das vielfach wenig Aussicht auf Erfolg haben wird, dann steigt der öffentliche Druck und die aussichtsreichen Kandidaten können nicht mehr abgebügelt werden. Wer als Patient einen Cannabis Eigenanbauantrag stellen kann, sollte das deswegen unbedingt machen.

Hier findet sich ein Vordruck.

Den Antrag kann man natürlich einfach stellen und auf die Ablehnung warten. Damit geht es zum Anwalt, um diese anzufechten. Weil der normale deutsche Cannabispatient bereits mittellos ist, sollte vor dem Gang zum Anwalt im Amtsgericht die Beratungskostenhilfe beantragt werden. Mit dieser geht es zum Anwalt, der dann die Prozesskostenhilfe beantragen kann. Man muss jedoch zwingend zuerst zum Amtsgericht dieses Formular beantragen. Dann kostet es einen nur Zeit und Nerven. Über das knappe Geld kann sich weiterhin der Apotheker freuen.

2 comments

  1. So viele Lügen unserer Gesellschaft.

    Ich habe 20 Jahre in rauen Mengen Cannabis geraucht bis 2003 und lebe immer noch. Ich bin es Leid. Mich kotzen alle die Leute an, die behaupten, Cannabis sei ein Problem. Für mich gab es daher nur eine Lösung: Suizid oder Totale Verweigerung. Kein THC seit 2003 mehr.

    Immer dieses Versteckspielen mit der Polizei und diese Angst vor den Denunzianten. Sowas nennt man wohl zusammenleben im Quartier.
    Leider haben auch die eigenen Pflanzen (3 gezüchtete) sehr stark geschmeckt. Es ist aber lange her, noch vor 2003.

    Seit 2006 war ich auf dem Sozialamt und nun IV seit 4 Jahren. Anstatt Suizid war das, finde ich, eine gute Lösung. Ich habe schon lange erkannt, wie die Menschen sind und was sie tun. Cannabis macht nicht blind. Es beruhigt nur.

    Heutzutage nehme ich Antidepressiva/Schlafmittel/Blutdruckmittel anstatt Cannabis. Falls Cannabis THC jemals legal wird, werde ich wohl wieder umstellen wollen. Aber dies wird meiner Lebtage nicht geschehen, so kenne ich die Menschen leider. Es ist bitter aber ich bin es gewohnt. Ich fühle mich nicht als Verlierer, obwohl es so aussieht. Mir geht es hier, wo ich bin, bestens.

    Aber mit einem THC Gefühl im Kopf geht es einem halt noch viel besser. Dieser Genuss ist etwas schönes und er wurde mir genommen. Ich habe immer nach dem Feierabend eine geraucht und fühlte mich gut. Kein Alkohol oder sonstige Drogen. Mit Alkohol hatte ich so extrem viele Probleme.

    Grund für meinen Drogen/Antidepressiva Konsum:
    Ich bin zu empfindlich und zu Gerechtigkeitsliebend um all den Scheiss zu ertragen, den die Menschen veranstalten, deswegen muss ich mich beruhigen und dämpfen. Sonst flippe ich aus und fange an blöd herumzunörgeln und dumme Dinge zu tun. Ich weiss zu viel und sehe zuviel. Manchmal bin ich auch nicht sehr diplomatisch.
    Vor allem nerve ich mich über das Gelaber wie gefährlich Hanf sei. Es gibt Tonnenweise Studien über die Wirkungsweise. Und Millionen Menschen, die das bestätigen können. Aber auch viele, die von der Hanf/Menschen Prohibition/Jagt profitieren.

    Ich wünsche Euch und allen Hanf Freunden viel Erfolg.

    Euer alter Hanf Freund Stephan
    ehem. aus Bülach und Basel

  2. Lieber Stephan,

    Sie sprechen mir aus der Seele! Ich kann Ihren Worten nur beipflichten.

    Alles Gute für Sie!

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