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Alles über Hanf #16 - Zukunft: Papier aus Hanf

Der Papierverbrauch steigt unaufhaltsam, auch wenn an manchen Stellen Papier inzwischen eingespart wird und Vieles online erledigt wird, hat dies den Verbrauch und die Nachfrage nach dem wichtigen Rohstoff keineswegs geschmälert. In Deutschland verbraucht jeder Bürger im Durchschnitt 240kg pro Jahr. Im Vergleich dazu werden in China 40 kg jährlich benötigt und in armen Ländern, wie zum Beispiel Indien, nur 4 kg.

Länder, die dabei sind ihren Lebensstandard zu erhöhen, schließen auf, werden in Zukunft noch viel mehr Papier verbrauchen und sind bei dieser Einschätzung noch nicht einmal mit eingerechnet.

Papier herstellen bedeutet leider immer noch, dass es dabei den Wäldern dieser Erde an den Kragen geht und der Raubbau an nordischen und tropischen Wäldern hat in Folge dessen keineswegs abgenommen.

Die steigende Nachfrage an Papier führt auch zu einem höheren Preis, der seit der Jahrtausendwende um etwas 80 Prozent gestiegen ist.

Obwohl die Hanfpflanze schon einmal fast 2000 Jahre lang als Papierpflanze im Mittelpunkt stand, hat sie sich auch heute noch nicht wieder durchgesetzt. Die Papierhersteller suchen natürlich nach neuen Möglichkeiten, um die Holzproduktion zu reduzieren. Die Hanfpflanze weckt nun wieder neues Interesse und könnte vielleicht dem Holz den Rang ablaufen. Die wachsenden Holzpreise und die Notwendigkeit nach umweltschonenderen Rohstoffen Ausschau zu halten, könnten die Chance für die Hanfpflanze sein, wieder zu einem großen Teil zu Papier verarbeitet zu werden.

Die Weiterentwicklung der Produktion von Hanffasern und Hanfpflanzenteilen wird in Zukunft die Preise sinken lassen und der Preisunterschied zur Holzpapierproduktion so verringern lassen, dass der Hanf das Holz durchaus verdrängen könnte.

Bei der Papierherstellung aus Holz, welches zu 50 Prozent aus Zellulose und zu 25 Prozent aus Lignin besteht, muss eine nicht unerhebliche Menge an chemischen Prozessen und Schwefelsalzen in Gang gesetzt werden, da das Lignin herausgelöst werden muss. Hanf hingegen hat einen Zelluloseanteil von etwas 65 Prozent in den Fasern und etwa 35 Prozent in den Hanfschäben, welche nur mit 3 Prozent Lignin gebunden sind.

Durch diese Verteilung ist es möglich Hanfpapier mit viel weniger Aufwand und unter weniger chemischem Einsatz herzustellen.

In Zukunft könnte man den Papierrohstoff aus Hanf aufblühen lassen, indem man auf nicht genutzten Flächen den Jahrespapierbedarf eines Landes mit dem Anbau von Hanfpflanzen deckt. Damit werden die Wälder und die Umwelt nachhaltig geschont!

One comment

  1. die legende mit dem 4x mehr kommt aus dem bulletin404, das hätte recherche ergeben. aber das ist sooo alt, das kann man eigentlich nicht mehr anwenden. moderne forstkultur ist was anderes als das, was die da in den 1930er jahren probiert haben.

    papier aus hanf wurde "damals" nicht direkt aus hanf gemacht, sondern aus lumpen. die normalen bürger trugen hanfkleidung, die die es sich leisten konnten baumwolle. die abgetragene kleidung wurde von lumpensammlern zusammengeholt und zur papiermühle gebracht, wo dann daraus papier gemacht worden ist. das ist ein recyclingkreislauf, der heute so nicht mehr existiert.

    grüße

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