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H.E.M.P. Erntemaschine funktioniert im Feldeinsatz

Marijn Roersch van der Hoogte als Initiator der H.E.M.P. Erntemaschine
Marijn Roersch van der Hoogte als Initiator der H.E.M.P. Erntemaschine

Vorwissen zum Crowdfunding H.E.M.P.

Viele Bauern würden gerne Faserhanf anbauen haben aber keine Abnehmer in der Region. In der Landwirtschaft und Verarbeitung wird industrialisiert. Man hat erst einmal einen sehr hohen Aufwand für die Maschinen und die Fabrik. Dann können sehr große Mengen verarbeitet werden. Ein einzelner Bauer kann jedoch niemals diesen Aufwand alleine stemmen und das erschwert die wieder Eingliederung der Faserhanfpflanze in Deutschland enorm.

Das Crowdfunding für die H.E.M.P. Erntemaschine, über das bereits berichtet wurde, möchte ein entscheidender Baustein für diese Wiedereingliederung der Faserhanfpflanze auf deutschem Boden sein. Deutschlandweit gab es keine Erntemaschinen für Hanfsamen, die deswegen importiert werden. Dabei wird jedoch nicht nur in Brandenburg für die Zulieferung zur Hanffaser Uckermark Faserhanf angebaut. Wenn dieser auf dem Feld nach dem Schneiden nachreift (notwendiger Schritt), reifen die Samen ebenfalls nach. Mit der H.E.M.P. Erntemaschine sollen diese geerntet werden, um Fasern und Hanfsamen verwerten zu können. Da für die Hanffasergewinnung früher geerntet wird, kann nicht einfach der obere Abschnitt direkt zur Samenernte mit speziellen Erntemaschinen getrennt verarbeitet werden.

Wenn neben den Hanffasern als Zweitprodukt Hanfsamen geerntet werden, wird hier vermutlich nicht die gleiche Menge anfallen, da für die Hanfsamenproduktion weniger Pflanzen pro ha angebaut werden, damit die Hanfsamen sich besser entwickeln. Dennoch sind diese ein wertvolles Nebenprodukt. In der Wirtschaft sind derartige „Mehrfachausbeutungen“ bereits etabliert. Demnach werden Heizkraftwerke zur Stromgewinnung in der Regel dort errichtet, wo die Abwärme zweitverwertet werden kann. Derartiges ist sinnvoll.

Dankeschön- Erntefest mit erfolgreicher H.E.M.P. Erntemaschine- Präsentation

Durch das Crowdfunding kam genug Geld zusammen, um an der H.E.M.P. Erntemaschine weiter zu arbeiten. Es handelt sich eher um bestehende Ideen, die mit der Finanzspritze besser umgesetzt werden können. Eigens für das Erntefest (15.08.2015, Samstag nach der Hanfparade 2015!) wurde noch Faserhanf angebaut, der jedoch niedrig blieb, aber dennoch seine Samen bilden konnte. Da dies eigentlich die Fasern die Hauptfrucht sind, wurde vorab ein Teil geerntet.

Auf dem Erntefest wurde noch ein Teil mit der Schneidemaschine zur Anschauung geerntet, um das bereits nachgefreifte Schnittgut mithilfe von H.E.M.P. zu dreschen. Es handelt sich bei der H.E.M.P. Erntemaschine um eine Annahme, die vor den Mähdrescher gebaut wird und lediglich den Faserhanf vom Boden aufnimmt und in den Drescher gibt, in dem die Samen entnommen und der Faserhanf wieder ausgestoßen werden. Höhepunkt war der Drescher auf der Betonplatte, der die Hanfsamen herausschüttete. Es handelte sich um den Beweis, dass es funktioniert!

Es gab weiterhin einen Rundgang, Musik und Verköstigung für die interessierten Geldgeber, die allerdings nicht alle extra zur Hanffaser Uckermark im Brandenburger Raum anreisten. Von 299 Geldgebern waren rund 50 zugegen. Der Artikel entsteht erst jetzt für das Hanf Magazin, da erst jetzt für die Unterstützer das interne Video online ging.

Die H.E.M.P. Erntemaschine soll eine zweites Erntegut erschließen

Die H.E.M.P. Erntemaschine soll eine zweites Erntegut erschließen

Der aktuelle und geplante Stand der H.E.M.P. Erntemaschine

Das Crowdfunding H.E.M.P. wurde ursprünglich mit der Fundingschwelle von 50.000 Euro angesetzt. Viele werden sich jedoch gedacht haben, warum sie für ein symbolisches Dankeschön eine Wirtschaftsmaschine finanzieren sollen, mit der doch Geld generiert wird. Es wird zuerst einmal nicht verdient, sondern investiert. Die H.E.M.P. Erntemaschine ist eigentlich nur ein Modul, welches vor einem gewöhnlichen Mähdrescher angebaut wird. Um Erfahrungswerte zu sammeln, soll zum Selbstkostenpreis für die Bauern die Hanfsaat mit H.E.M.P. geerntet werden. Weiterhin ist dieses nur ein Nebenprodukt und die Bauern würden für die Erntearbeiten nicht einmal viel Geld ausgeben wollen. Marijn Roersch van der Hoogte ist der eigentliche Initiator von H.E.M.P., die Hanffaser Uckermark unterstützt ihn lediglich. Diese H.E.M.P. Erntemaschine muss wirtschaftlich komplett unabhängig zur Hanffaser Uckermark betrachtet werden, die derzeit kein Interesse an Hanfsamen hat. Marijn will diese deswegen zum Selbstkostenpreis für die Bauern vermarkten, damit diese damit hoffentlich Gewinn machen. Machen diese Gewinn, wird dieses die Weiterentwicklung der H.E.M.P. Erntemaschine beflügeln und weitere Gelder für die Ausreifung des Systems sind greifbar.

Nur durch den Einsatz der H.E.M.P. Erntemaschine finden sich die Schwachstellen, um H.E.M.P. weiter ausreifen zu können. Ist es ausgereift, sieht man es im Einsatz der H.E.M.P. Erntemaschine, diese wird sich deswegen für weitere Exemplare finanzieren lassen und schlussendlich wird gewiss jemand Geld verdienen, vermutlich jemand anderes. Aber wenn sich mit Faserhanf durch die H.E.M.P. Erntemaschine mehr Geld verdienen lässt, werden mehr Bauern diesen Faserhanf anbauen und dieses wird die Wiedereinführung vom Hanf auf deutschen Äckern beflügeln. Damit wäre das ursprüngliche Ziel erreicht und deswegen wünschen wir viel Glück!

One comment

  1. Hallo,

    guter Artikel, aber ein kleiner Fehler ist unterlaufen: Es ist nicht nur ein Modul für VOR den Mähdrescher, es ist auch ein Modul IM Mähdrescher.

    Standardmodelle behandeln den Hanfsamen zu schlecht, als das man es so gut für Lebensmittelhanfsamen nutzen könnte

    beste Grüße

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