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Cannabis legalisieren? #7 – Warum denn nicht?

Cannabis mit offenen Augen legalisieren
Wer das Thema "Cannabis legalisieren" mit offenen und wer mit geschlossenen Augen betrachtet, zeigt dieses Bild im Schloss!

Abschließendes Fazit des Redakteurs zur Cannabis Legalisierung:

Die Inhalte sprengen den Rahmen, hier ein Mitschnitt:

Eine öffentliche Podiumsdiskussion einer Fachschaft Jura mit einem Polizeipräsidenten und einem CDU Landtagsabgeordneten, die sich mehrheitlich gegen Cannabis- oder sogar Drogenverbote ausspricht, hätte es vor über 10 Jahren in dieser Form und mit diesen qualitativ hochwertigen Inhalten in Deutschland nicht geben können. Dass Herr Wimber sein Amt trotz seiner persönlichen Position weiter ausführen darf, bis er vermutlich 2015 die Rente antritt, und sich die Dame aus der Rechtsmedizin nicht klar zu positionieren hat, wären undenkbar gewesen. Anhand der Fragerunde zeichnet sich ab, dass nur die Position von Herrn Biesenbach für Unbehagen sorgt. In der CDU und CSU spricht man Deutsch und hat eben doch auf Linie zu sein. Dass Herrn Biesenbach hierbei nicht auffällt, wie sehr er sich mit seinen „Wahrheiten“ selber widerspricht, liegt in dem Punkt, dass er es nicht nach außen trägt, es fällt allerdings auch ihm auf, dass Cannabisverbote nicht zweckmäßig sind. Vor 20 Jahren konnte man sagen, dass es eben nur diese öffentlichen Informationen gibt und man deswegen solch eine Meinung einnimmt, Cannabis verbieten zu müssen. Heute geht das nicht mehr, da weit mehr über Cannabis und das Scheitern aller repressiven Drogenverbote auch aus wissenschaftlicher Sicht bekannt ist.

Punkte, in denen sich Herr Biesenbach bloß stellt:

In den Niederlanden ist das Drogenproblem aufgrund der Coffee Shops und der damit verbundenen Trennung der Märkte eher milder, wobei viele Konsumenten eben anreisen und keine Holländer sind. Außerdem hat das Land viele Häfen und ist somit auch Transitland. Wenn das Alter für Coffee Shops von 16 auf 18 für den Eintritt und Kauf von Cannabis hochgesetzt wurde und damit 16 Jährige weniger häufig oder gefährlich konsumieren, wie will er das dann den illegalen Dealern erklären, bei denen häufig nicht die Substanzen zueinander getrennt verkauft werden? Außerdem haben die noch nicht perfekten Modelle in Spanien und Portugal das gesellschaftliche und persönliche Drogenproblem bereits abgefedert, nicht nur für Cannabis. Zudem müsste auf die jüngst erschienene Zahlen der Drug Policy Aliance verwiesen werden: In Colorado gibt es 3% weniger Verkehrsunfälle, 2,3% weniger Gewaltverbrechen und 8,9% weniger Diebstahl und Raub. Wenn Cannabis nicht dafür verantwortlich ist, dann, dass 2014 weniger Alkohol getrunken wurde und somit ist eben wieder die Cannabislegalisierung dafür verantwortlich: Unsere Gesellschaft und der Straßenverkehr werden sicherer. Denn auch wenn Cannabiskonsum die Fahreignung für die Rauschzeiten beeinträchtigt, so fährt der Kiffer eben nicht oder entsprechend vorsichtiger. Wird jedoch weniger gesoffen, ist dieses wiederum gut für die Verkehrssicherheit wobei gewiss nicht weniger Rauschfahrten stattfanden. Auch ist der Wirkstoffgehalt im heutigen Marijuana nicht höher als vor 40 Jahren im Haschisch. Patienten in Washington erhalten nur noch Extrakte mit 75 bis über 90% Wirkstoffgehalt oder müssen dort kaufen, wo Konsumenten kaufen. Und selbst wenn der Konsum von Cannabis für Jugendliche eine Gefahr darstellt, so wird schwerkranken Kindern und Jugendlichen in den USA und in anderen Ländern Cannabis als Medizin verschrieben, da bei den entsprechenden Erkrankungen der Nutzen weit höher einzuschätzen und zudem erwiesen ist. In Deutschland schützt man die Jugend lieber mit Totalverboten, die auch alle Erwachsenen betreffen und lässt sie sterben! Zu Herrn Biesenbachs Schlusswort stellt sich die Frage: Warum sollte jemand Gesetze befolgen, die er als nicht zweckmäßig erachtet? Bei Raub und Vergewaltigung das Opfer und den Schaden zu finden fällt leicht. Wo ist der Schaden, sich gegenseitig mit ein paar Gramm auszuhelfen? Was für eine Signalwirkung soll das sein, mit der erwachsene Menschen als unmündig wie Kleinkinder bevormundet werden und eben nicht frei und selbstbestimmt über sich selber entscheiden dürfen?

Die Rechtmäßigkeit der Drogenverbote

Wir leben in der freien demokratischen westlichen Welt, wird uns in der Schule erklärt. Hier herrschen Meinungsfreiheit, Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, sowie dass alle vor dem Gesetz gleich sind. Das Recht des selbstbestimmten Lebens, wenn kein Außenstehender dabei Schaden nimmt, könnte hier hinein interpretiert werden. Für Kranke und Gesunde gilt zudem das Recht auf körperliche Unversehrtheit. In der jungen BRD galt bereits das Grundgesetz und auch das Menschenrecht, jedoch nicht für Homosexuelle. Dieses waren erst Kriminelle, dann Geisteskranke und heute ist es schick, schwul zu sein. Wenn es denn verboten oder stigmatisiert wird, schwul zu sein und mich will der Richter belehren oder der Psychologe heilen: Sage ich, dass ich weiterhin stockschwul bin und nach der Sitzung erst mal meine ganzen Szenefreunde rann nehmen werde? Ich erzähle, ich war nur angetrunken, wäre gar nicht schwul und kaufe den Playboy, den ich überall liegen lasse, pfeife Frauen hinterher und reiße frauenfeindliche Witze, um mich zu tarnen. Was erzählt der Cannabis- oder Drogenkonsument dem Richter oder dem Psychologen? Es geht soweit, dass der autofahrende nüchterne Kiffer dem Polizisten erklärt, ein Bier getrunken zu haben, damit der in keinem Fall einen Drogentest auf Cannabis macht. Das oberste Verfassungsgericht entschied, dass die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten nicht verhältnismäßig oder mit der Verfassung konform sei. Mit der danach beschlossenen geringen Mengenregelung kann davon abgesehen werden, muss es jedoch nicht. Deswegen stärkt heutiges Gesetz eben nicht den Rücken von Herrn Biesenbach, es ist verfassungswidrig, der Konsum von Cannabis mit seinen konsumbezogenen Handlungen ist eben weiterhin nicht legal! Und wie die Gesetze auch sind: sind sie falsch und man hält sich dran, wodurch Mitmenschen zu Unrecht benachteiligt werden, dann ist das falsch. Oder ist das Dritte Reich vor Mai 1945 rechtmäßig gewesen? Sollte dann ein falsches Gesetz in Deutschland oder einem anderen Land rechtmäßig sein?

Und wenn wir Cannabis legalisieren und vielleicht auch alle Drogenverbote in regulierte Abgabemodelle wandeln, wir stehen nur in der Reihe hinter Hexen, Schwulen, Farbigen, Juden, Geisteskranken und anderen ehemals oder noch immer verfolgten Minderheiten und sind sie mit uns fertig, stellt sich nur die Frage, wen es als nächsten trifft. Denn so funktioniert unser System: Andere benachteiligen und auf ihre Kosten Leben, um davon zu profitieren und sich selber als etwas Besseres darstellen!

„Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“ Bertold Brecht

Und wäre ein anderer nicht schlechter, könnt man auch nicht besser sein als er!

Jurastudenten: Cannabis legalisieren?

Vor allem Studenten besuchten die Podiumsdiskussion der Fachschaft Jura aus Münster.

Weil wir alle dumm sind

Der Richter, der Psychologe, der Psychiater, der Rechtsmediziner, der Staatsanwalt und vor allem die Politiker sind alles gebildete und kluge Menschen. Sie haben die Weisheit gepachtet und meinen es immer nur gut mit uns. Alles ist zum Wohle der Gesellschaft, auch wenn es mal einen, einige oder sogar viele trifft. Unser Problem ist leider, dass wir zu dumm sind, für uns selber zu wissen, was wir fühlen, wie es uns geht, was wir uns wünschen, wie wir es erreichen wollen, was richtig oder falsch ist, was wir tun und lassen sollen, was wir denken und sagen sollten und wir sind sogar zu doof dafür, vor dem Fernseher das richtige Programm zu wählen. Deswegen müssen wir freie und mündige Bürger von all denen, die die Weisheit mit Löffeln fressen, uns vor den Kopf schauen lassen: Die blicken das direkt und wissen es dann für uns am besten: Wir würden gar nicht klar kommen, wenn uns keiner wie Deppen bevormunden würde. All das macht bei derart dummen Menschen einfach Sinn und wo das alles hinführt sehen wir im Geschichtsbuch. An der Geschichte sind dann jedoch nicht wir schuld, da wir eben zu dumm sind, daraus zu lernen und uns von denen mit der gepachteten Weisheit doch nur leiten ließen.

Alle Teile dieser Artikelserie im Überblick

>> Startbeitrag – Podiumsdiskussion
>> Cannabis legalisieren? #1 – Polizeipräsident Wimber gegen Drogenverbote
>> Cannabis legalisieren? #2 – aus der Sicht der Drogenhilfe
>> Cannabis legalisieren? #3 – aus der Sicht eines Staatsdieners
>> Cannabis legalisieren? #4 – aus der Sicht des Verkehrsrechts
>> Cannabis legalisieren? #5 – Aus der Sicht der Drogenkrieger
>> Cannabis legalisieren? #6 – Fragen aus dem Publikum und Schlussworte
>> Cannabis legalisieren? #7 – Warum denn nicht?

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