Hilft Hanf gegen Tics?

Buds of Medical Marijuana with stethoscope

Professor Dr. Kirsten Müller-Vahl aus der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) geht derzeit der Frage nach, ob Cannabis-basierte Medikamente zur Behandlung von Erwachsenen mit Tourette-Syndrom geeignet sind.

CANNA-TICS lautet der Name der Studie

Die Studie unter dem Namen CANNA-TICS soll noch 2016 ergründen, ob die Extrakte der Hanfpflanze Wirksamkeit in der Behandlung von Tourette Patienten zeigen.
Tourette ist eine nicht heilbare Nervenerkrankung die mit Tics einhergeht - nicht nur was die unkontrollierten Lautäußerungen angeht, sondern auch die unwillkürlichen Bewegungen. Derzeit werden Patienten, die an Tourette leiden mit Psychopharmaka oder verhaltenstherapeutisch behandelt. In den kommenden drei Jahren sollen 96 Patienten in elf bis 13 Wochen in sieben deutschen Zentren behandelt werden.

Seit Jahren wird auch die Anwendung von Tetrahydrocannabinol (THC) an Patienten untersucht. Ausreichende Erkenntnisse wurden allerdings noch nicht ergründet, die eine Behandlung begründen würde. Bei der Studie von Professor Dr. Kirsten Müller-Vahl soll es darum gehen, wie wirksam Sativex, ein Hanfplanzen-Extrakt bestehend aus THC und Cannabidiol (CBD), in der Behandlung des Tourette-Syndroms ist, genauso was die Sicherheit dieses Medikaments angeht.

Eigentlich könnten Cannabis-basierte Medikamente auch bereits jetzt zur Behandlung derartiger Tics, die durch das Tourette-Syndrom ausgelöst werden, verordnet werden. Einzig und allein die fehlende Kostenübernahme der deutschen Krankenkassen ist verantwortlich für das Scheitern der Verschreibung. Grund hierfür ist eindeutig fehlende Nachweis für die positive Wirksamkeit, was die Behandlung von Patienten mit Tourette-Syndrom angeht.

Professor Dr. Kirsten Müller-Vahl hat rund 2500 Tourette-Patienten und Patienten mit Tics kennengelernt, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. „Das Cannabinoid-Rezeptor-System ist in unserem Körper weit verbreitet und dessen Stimulation führt zu vielfältigen Wirkungen. Deshalb helfen Cannabis-basierte Medikamente möglicherweise bei rund 50 Krankheiten beziehungsweise Symptomen“, sagt sie.

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