Home » Cannabis in der Medizin » Allgemeines zur Cannabismedizin » Wenn Patienten ihr Mediweed nicht zahlen können

Wenn Patienten ihr Mediweed nicht zahlen können

Soll dieser Beitragszahler für Hanfmedizin betteln gehen?
Soll dieser Beitragszahler für Hanfmedizin betteln gehen?

Es ist in Deutschland bereits ein gewohntes Bild, wie Senioren und andere mittellose Menschen nach Leergut im Müll suchen. Cannabispatienten stechen der Öffentlichkeit mit ihrer Armut weniger ins Auge.

Wenn mittellose Personen immerhin bei der Tafel etwas zu Essen oder auch gebrauchte Kleidung erhalten können, so will die Apotheke für Mediweed noch immer Geld sehen. Man stelle sich vor, es ginge nicht um Mediweed, sondern um Insulin, ein Mittel gegen hohen Blutdruck oder um Antibiotika und der Patient könnte nicht zahlen. Was wäre denn dann los?

Kann der Patient sein Mediweed nicht zahlen, kann er immer noch zum Arzt und sich was anderes verschreiben lassen, so vermutlich die Meinung. Ganz so einfach ist das für die meisten Patienten, die zum jetzigen Zeitpunkt ihr Marihuana aus der Apotheke holen dürfen jedoch nicht. Sie sind nun mal austherapiert, womit kein anderes Medikament, welches für den Patienten zumutbar wäre, genügend wirkt. Mit dem neuen Cannabis Medizin-Gesetz ist es nicht mehr ganz so schlimm, dass der Patient erst alles andere durch haben muss, um sein Mediweed aus der Apotheke zu erhalten. Aber auch hier geht der Mediziner davon aus, dass dieses ihm am besten hilft und füllt erst dann das BtM Rezept aus.

Spendenaufrufe für Mediweed

Wer auf Facebook sehr viele Cannabispatienten im Freundeskreis hat oder sich in „Patientengruppen“ tummelt, dem werden immer wieder die Bitten um Spenden für Mediweed auffallen. Fast immer wird es sich um reale Gesuche handeln, bei denen die Spenden wirklich in der Apotheke landen. Bei vielen Bittstellern reicht ein Blick auf ihr Profil, damit sie glaubwürdig sind. Es ist dennoch einleuchtend, dass auf diesem Wege praktisch nie jemand etwas spenden wird. Wie viele dieser Spendengesuche hätten wir sonst täglich vor Augen, wenn das funktionieren würde?

Es ist aber doch sogar noch schlimmer, als wenn mittellose Menschen sich mit etwas Flaschenpfand die Barkasse aufbessern wollen, wenn Menschen sehr massiv leiden müssen. Wer bis zum März 2017 seine Ausnahmegenehmigung nach § 3 Abs. 2 BtMG durch hatte, der hatte der BfArM immerhin eine sehr schwere Erkrankung vorzuweisen. Und mit dem Joint in der Hand können viele dieser Menschen ihr Leben wieder schön finden oder müssen noch nicht sterben. Um genau so viel geht es bei schwerwiegenden Erkrankungen.

Diese Menschen werden einfach allein gelassen. Das soll natürlich weniger ein Aufruf dafür sein, für Mediweed an wildfremde Menschen zu spenden. Dieses ist eher ein Aufruf an alle, um auf unsere „Gesellschaftslenker“ massiv Druck zu machen. Es muss sich nicht lediglich irgendetwas zum Besseren verändern. Zugleich muss es auch schnell besser werden.

Ob es um das Flaschensammeln oder um Mediweed geht: Wir leben in einer Welt der Überproduktion, in der Arbeit und Umsatz künstlich erzeugt werden. Es kann genug für alle geben und mit intelligenterem Konsum muss die Umwelt weniger leiden. Es liegt lediglich daran, dass die Politik schnellstmöglich wieder zu Verstand kommt, zur Menschlichkeit zurückfindet und nicht nur eine Umverteilung, sondern auch Umstrukturierung innerhalb der Güterproduktion bewerkstelligt.

Viele Patienten sind aus Not mit dabei - sie brauchen Mediweed und können nicht selber zahlen oder anbauen

Viele Patienten sind aus Not mit dabei – sie brauchen Mediweed und können nicht selber zahlen oder anbauen

Es war eben solch eine Bitte um Spenden für Mediweed für einen mittellosen Patienten, wo man sich doch wirklich fragen muss, ob das nicht peinlich für unser Gesellschaftsgebilde ist, in dieser Welt mit Überfluss die einfachen Bürger derart stehen und dahinsiechen zu lassen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*