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Krank sein und dessen Bedeutung

Kranke Menschen demonstrieren für ihre Rechte
Kranke Menschen demonstrieren für ihre Rechte

Das Alltagsleben ist anders

Keiner will krank sein und sich dabei schlecht fühlen oder eingeschränkt sein. Wie mit anderen Sachen sucht es sich jedoch keiner aus. Es gibt einen gewissen Einfluss auf die eigene Gesundheit, der Rest ist jedoch Zufall. Auch kerngesunde Menschen können einen Unfall erleiden, jeder kann einen Erbfehler haben oder bei der Arbeit mit Giftstoffen kontaminiert werden. Wenn es keine Grippe oder ein Unfall ist, dann ist krank sein auch nicht von heute auf morgen da. Viele müssen erst einmal erkennen, dass sie bei der Norm nicht mitkommen.

Der Begriff „krank sein“ ist natürlich bereits hart gewählt. Wer krank ist, der ist nicht mehr vollwertig und kommt nicht mehr mit. Keiner will krank sein oder Kranken ausgesetzt sein. Dennoch soll hier kurz darauf eingegangen werden, dass man nicht zwingend krank sein muss, um eingeschränkt zu sein. Wer durch einen Unfall ein Bein verliert oder durch Übergewicht ausgebremst wird, der ist dementsprechend nicht krank sondern eingeschränkt.

Genau das ist die Grundlage in diesem Artikel, auch wenn gewisse Mediziner das anders sehen würden. Diese sollen sich erst einmal damit auseinandersetzen, in einer Gesellschaft zu leben und in dieser mitzuwirken, die andere Menschen im Leistungs- und Konsumwahn in Massen krank macht. Damit wird der Umsatz gesteigert, der für dieses kranke Wirtschaftssystem, welches auf Wachstum basiert, so wichtig ist, dass wir zugleich von einem unsinnigen und menschenverachtenden Krieg in den nächsten rennen. Soviel dazu, was in unserer „ethisch richtigen und freien Welt“ krank ist.

Wenn man der Norm nicht entspricht

Wer in unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft der Norm entspricht, der geht nach der Arbeit shoppen und trifft danach Freunde oder kümmert sich um die Familie. Mit 6 Stunden Pause geht es dann bereits in den nächsten Tag. Am Wochenende wird kein Schlaf nachgeholt sondern man fährt irgend wohin oder macht etwas.

Wer dieser Norm nicht entspricht und damit beim Tempo nicht mitkommt, der muss natürlich an einer oder allen Stellen kürzer treten. Vielen sieht man das Kranksein bereits an. Von diesen Menschen wird nicht viel erwartet. Man ist nett zu ihnen aber lässt sie gerne links liegen, da man mit der knappen Zeit nach der Arbeit immerhin noch was anfangen will. Und keiner will sich auf Leute einstellen, die bremsen.

Dann gibt es jedoch auch diejenigen, denen man es wirklich nicht ansieht und die sogar vom Hausarzt immer nur hören, dass sie gesund sind. Wozu dann überhaupt noch zu Ärzten gehen, wenn diese einen nur noch kaputter wieder heimschicken? Und genau diese Personen, die es gewiss reichlich gibt, können sich anhören, dass sie es in der eigenen Hand haben, es jedoch nicht wollen und es nur an ihnen selber liegt. Leser, die das Kranksein kennen, kriegen an dieser Stelle gewiss Brechreiz. Wer nämlich nicht krank aussieht, der kann seine Situation nicht erklären. Eingeschränkte Personen, die mit Mühe ihre Sachen fertig kriegen, wollen nicht noch durch die Innenstadt laufen, durch die Kneipen gehen oder auf Partys bis zum Sonnenaufgang „feiern“. Viele dieser Menschen können für den Moment viel, sehen also auch alles andere als eingeschränkt aus, müssen das dann jedoch wieder ausgleichen.

Dem Normmensch ist das nicht erklärbar, dieser wird einen links liegen lassen. Wer als Patient nicht krank aussieht und Cannabis medizinisch nutzt, der „schiebt seine Geschichte vor, da er ohne Repressalien Rauschgift konsumieren will.“ Auch an dieser Stelle wird vielen Lesern das Kotzen kommen, keiner will diese Diskussionen immer und immer wieder ergebnislos führen müssen. Die Patienten wollen als Beweis aber auch nicht ihr Cannabis absetzen und könnten sich dann etwas von Entzugssymptomen und Drogentherapie anhören.

Krank sein grenzt aus, Protest vor der Bundeopiumstelle

Krank sein grenzt aus, Protest vor der Bundeopiumstelle

Krank sein grenzt aus

Man muss es sich so vorstellen, dass Menschen, die Anfang 20 sind, ihre Freizeit nicht gerne mit Menschen über 70 verbringen, da diese beim Tempo nicht mehr mitkommen. Krank sein ist also so ähnlich wie alt sein. Die Menschen sortieren sich zueinander und jeder findet sich in der Gruppe wieder, in der er dann hingehört? So einfach ist es nicht, da dem die Ausgrenzung entgegen spielt und viele sich wirklich nicht dort befinden, wo sie hingehören würden, da es für viele diese „Orte“ gar nicht gibt.

Wer wenigstens noch krank aussieht, der erhält Verständnis und wird dennoch links liegen gelassen. Wem man sein Kranksein nicht einmal ansehen kann, der kann sich oft so einiges anhören. Wer jedoch schon eingeschränkt ist, dem schlägt die Laune noch schneller um. Auch dafür, auf das gute Zureden mit „das liegt alles nur an der eigenen Einstellung“ bereits gereizt zu reagieren, wird man noch stärker außen vor bleiben. Wer den ganzen Tag arbeitet und noch was vor hat, will sich immerhin nicht Leuten aussetzen, die nicht mit kommen und gereizt sind.

Wenn man eingeschränkt ist, nicht so aussieht und es definitiv nicht erklären kann, dann werden die gewissen Gespräche aus gutem Grund gemieden. Wer hat schon gute Laune, wenn seine Aussage, etwas nicht zu können oder zu wollen, nicht einfach akzeptiert wird?

Ps:

Von denen, die das hier jetzt lesen, verstehen das auch wieder nur die Leute, die das Problem kennen. Alle anderen erzählen solchen Schwund wie, dass man mal zum Arzt gehen soll oder es alles die Frage ist, ob man es selber will. Eine derartige Gesprächsgrundlage würde sich gewiss jeder gerne sparen.

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