Home » Cannabis in der Medizin » Cannabis in der Schwangerschaft?

Cannabis in der Schwangerschaft?

Cannabis in der Schwangerschaft?
Immer diese Studien. Da scheint man sich einer Sache 100 Prozent sicher und dann kommt einer, der das wiederlegt. War ja klar. Also bislang ist man immer noch der Ansicht, dass Frauen während der Schwangerschaft keinen Alkohol und keine Zigaretten oder gar andere Drogen zu sich nehmen sollten. Leider tun das immer noch viel zu viele und das Ergebnis ist nach wie vor eindeutig: Drogen, Alkohol und Zigaretten wirken sich mehr als schädlich auf den Fötus und das ungeborene Kind aus, sodass dieses sogar sterben oder schwer behindert auf die Welt kommen kann. Die Risiken sind enorm hoch. Allerdings stellt man sich aktuell die Frage, ob das denn bei Cannabis genauso ist?

Wie sicher ist der Konsum von Cannabis während einer Schwangerschaft?

Forscher und Experten sind sich auf diesem Gebiet immer noch mehr als unsicher und uneinig, wie das eben beim Thema Cannabis fast überall der Fall ist. Und auch diese raten dringend davon ab, Tabak und Alkohol während einer Schwangerschaft zu konsumieren. Darüber brauche man gar nicht diskutieren. Beim Thema Cannabis ist man sich nicht so einig und wir gehen an dieser Stelle davon aus, dass die Rede von reinem Cannabis, pur geraucht, ist. Tabak und Cannabis wird zwar gerne im Joint gemischt, der Tabak würde sich jedoch sehr wohl negativ auf das Kind auswirken. Wir reden von reinen Konsumformen und vielleicht noch nicht einmal über das Rauchen.
Man diskutiert über dieses Thema auch nicht erst seit gestern, sondern bereist seit den 1960 er Jahren. Seither möchte man ausfindig machen, wie schädlich Cannabis auf das Ungeborene ist und ob man nicht doch viel mehr positive Auswirkungen feststellen könnte. Letzteres wäre natürlich zu begrüßen, wobei kiffende Schwangere immer noch kein gutes Bild abgeben würden und das wird sich demnächst auch nicht ändern.
Fakt ist aber, dass es zwar diesbezüglich Studien gibt, und zwar eine Menge, allerdings keine die wirklich die Wirkung von Cannabis und Schwangerschaft belegen konnte. Und zwar in beiden Richtungen. Die meisten Gesundheitsexperten würden jedoch ihre Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass kiffen während der Schwangerschaft in Ordnung sei. Ein paar von ihnen jedoch würden den Konsum von Cannabis während der Schwangerschaft empfehlen, denn es gab diesbezüglich schon ein paar positive Ergebnisse. Leider zu wenige um konkrete Aussagen für andere Schwangere treffen zu können.

Dr. Melanie Dreher und ihre ethnographische Studie

Im Jahr 1994 veröffentlichte Dreher eine Studie für das amerikanische Magazin für Pädiatrie. Darin untersuchte Dr. Dreher viele schwangere Mütter im ländlichen Gebiet von Jamaika. Einige von ihnen konsumierten Cannabis, überwiegend aus dem Grund, damit Schwangerschaftsübelkeit zu behandeln. Viele andere kifften nicht und Frau Dr. Dreher untersuchte und verglich die Babys nach der Geburt. Nach jeweils drei Tagen und noch einmal nach einem Monat wurden die neurologischen Entwicklungen und das Verhalten der Kinder untersucht.

Das Ergebnis: Die Babys dessen Mütter Cannabis konsumierten, verfügten über verbesserte soziale Fähigkeiten. Ein verringertes Geburtsgewicht und eine beeinträchtigte neurologische Entwicklung war nicht zu verzeichnen. Denken wir an die Neugeborenen von Müttern, die während der Schwangerschaft normale Zigaretten rauchen. Kein Vergleich also.

Allerdings wurde direkt im Anschluss an dieses Ergebnis auch eine Warnung ausgesprochen, denn diese Ergebnisse seien nicht wirklich so ernst zu nehmen. Es stimmt zwar, dass bei den Cannabis-Babys verstärkte Unterschiede (im positiven Sinne) zu verzeichnen waren, allerdings kann dies auch stark von den allgemeinen Lebensumständen der Mütter zu tun haben.

Was soll das heißen, das kiffende Mütter liebevoller sind?

Man möchte niemandem etwas unterstellen und schon gar nicht möchte man sich an dieser Stelle mit werdenden Müttern anlegen. Allerdings ist ja längt belegt, dass Kiffen die Sinne und die Seele beruhigt, eine entspannende Wirkung hat und ein wohliges Gefühl in einem auslöst. Entspannte Mütter strahlen dies auch auf ihre Kinder aus und so könnte der Effekt der sozial verträglicheren Babys auch zustande gekommen sein, – so meint es jedenfalls Frau Dr. Melanie Dreher. Somit wäre es eigentlich sinnvoller, nach der Geburt hin und wieder einen zu Rauchen oder nicht?

Keine Bestätigung für werdende Mütter

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal betonen, dass werdende Mütter jetzt nicht empfohlenermaßen zum Joint greifen sollen. Der Konsum von Tabak in diesem ist nach wie vor sehr gefährlich. Der Konsum von Cannabis während der Schwangerschaft ergab zwar keine negativen Auswirkungen auf die Kinder, positive und wirklich auffallende Merkmale waren nicht zu verzeichnen. Soll heißen, dass Cannabis-Babys nicht mehr oder weniger gesünder auf die Welt kommen, als bei Nichtrauchern. Leider wurde Frau Dr. Dreher die Durchführung einer weiteren diesbezüglichen Studie verweigert und wir werden von ihr wohl keine weiteren Ergebnisse erwarten können.
Das Traurige: Von nur einer Studie können wir keine endgültigen Beweise bekommen und schon gar nicht, wenn es so viele gegenteilige Studien dazu gibt. Ein anderer Wissenschaftler aus den USA, Herr Dr. Nachim, gab zu bedenken, dass die Behandlung mit Marihuana während der Schwangerschaft mit Alternativen ersetzt werden sollte. Es gibt eben noch keine Nachweise dafür, dass die Sicherheit für die Babys garantiert ist.

Weiß man mehr über die Auswirkungen von THC auf die Föten?

Ein weiterer Aspekt ist auch noch die Auswirkung von THC auf den Fötus oder das Baby. Auch hier untersuchte man mögliche Auswirkungen, doch die Forschung steht hier noch ganz am Anfang. Festgestellt wurde einmalig eine verminderte neurologische Entwicklung, allerdings wichen die Ergebnisse ständig voneinander ab, sodass auch hier keine fixen Ergebnisse zu verzeichnen sind.

Also Finger weg vom Cannabis während der Schwangerschaft?

Ärzte sind sich aktuell noch darüber einig, dass solange man die genauen Auswirkungen, die exakten Vor- und Nachteile nicht kenne, solange sollte man von berauschenden Arzneien einfach die Finger lassen. Denn eines ist ganz sicher: Föten entwickeln sich zu 100 Prozent ganz normal, wenn man grundsätzlich auf andere Substanzen, unerforschte Medikamente oder Drogen verzichtet. Sicherlich wird es dem Baby keinen extremen Schaden zufügen, wenn die Mutter hin und wieder an einem Joint zieht, allerdings liegt die Verantwortung immer noch bei der Mutter. Und das Risiko einer Fehlgeburt oder ähnlichen Schäden wächst leider auch mit Risikoschwangerschaften oder anderen Problematiken.
Ist es das Risiko wert? Sicher nicht. Der Artikel sollte lediglich dazu dienen, weitere offene Auswirkungen von Cannabis auf den menschlichen Körper aufzuzeigen. Und zu verstehen geben, dass es noch viel zu erforschen gibt. Sehr viel. Doch solltest du dich gerade in einer Schwangerschaft befinden, dann musst du nicht als Versuchskaninchen herhalten und es ausprobieren. Iss anstelle dessen lieber ein paar Hanfsamen, die enthaltenen Proteine und Nährstoffe und sind definitiv gut für dich und dein Baby.

 

 

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*