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Marihuana – Todesdosis doch möglich?

Verbote halten doch nicht vom Konsum ab
Verbote halten doch nicht vom Konsum ab

Aber nicht im realen Leben

Wir leben in einer Welt, in der demineralisiertes Wasser tödlich ist. Die Todesdosis liegt bei mehreren Litern. Warum ist schon jemand vom Wasser saufen gestorben? Im demineralisierten Wasser liegen keine Salze oder anderen Stoffe vor, es ist wirklich nur Wasser. Im Darm zieht dieses die Salze aus dem Körper heraus, bevor der Körper dieses Wasser aufnehmen kann. Wer z.B. 5 Liter in eins trinkt, stirbt. Wer hingegen 5 Liter Meerwasser mit hohen Salzgehalten trinkt und sonst nichts, stirbt möglicherweise auch bereits. Isotonische Getränke hingegen haben einen Salzgehalt, wie er auch im Blut vorliegt. Hier kann das Wasser direkt aufgenommen werden, ohne dass sich der Salzgehalt beider Seiten erst austauschen muss.

Auch beim Marihuana oder eher dem Wirkstoff Tetrahydrocanabinol gibt es laut Wikipedia diese tödliche Dosis. Aufgrund von Tierversuchen hochgerechnet würden bei der Verabreichung von 10,5 Gramm THC über die Venen 50% der Probanden sterben. Es wird ein Gewicht von 70 Kilo zugrunde gelegt.

Wikipedia gibt diese Quelle für eine Todesdosis von nur 4 Gramm THC an: Lester Grinspoon, James B. Bakalar: Marihuana, die verbotene Medizin. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-86150-060-4. Für die Tierversuche wir diese Quelle angegeben: Eberhard Teuscher, Ulrike Lindequist: Biogene Gifte. Akademie-Verlag, Berlin 1988, Letale Dosen von THC bei Maus und Rhesusaffe, S. 65 f.

Zugleich wird jedoch erklärt, dass beim Inhalieren nur ca. 20% und über den Darm nur ca. 6% vom THC aufgenommen wird. Wenn das Marihuana zugleich nur einen Wirkstoffgehalt von 10% hätte, dann müsste man als Todesdosis schon 525 Gramm rauchen oder 1,75 kg essen. Wer versucht, 500 Gramm schnell genug zu rauchen, wird nicht am THC, sondern einer Rauchvergiftung versterben. Es wären mindestens 510 Joints, wenn diese pur mit jeweils einem Gramm gewickelt werden.

Rein theoretische Todesdosis

Auch andere Studien haben die Todesdosis allerhöchstens rein theoretisch hoch gerechnet. Die DEA, als die Verfolgerbehörde überhaupt kommt zum Schluss, dass man 1500 Pfund in nur 15 Minuten rauchen müsste, um an den enthaltenen Cannabinoiden zu versterben.

„1:20,000 or 1:40,000. In layman terms this means that in order to induce death a marijuana smoker would have to consume 20,000 to 40,000 times as much marijuana as is contained in onemarijuana cigarette. NIDA-supplied marijuana cigarettes weigh approximately .9 grams. A smoker would theoretically have to consume nearly 1,500 pounds of marijuana within about fifteen minutes to induce a lethal response.“

DATED: SEP 6 1988, FRANCIS L. YOUNG,

Administrative Law Judge

UNITED STATES DEPARTMENT OF JUSTICE –

Drug Enforcement Administration

http://www.ccguide.org/young88.php

Es ist einfach noch niemand allein vom Kiffen gestorben, und zum Glück werden solche Studien nicht an Menschen durchgeführt. Dennoch wird in vielen Studien gemutmaßt, dass herzkranke Menschen durch das Kiffen möglicherweise einen Infarkt auslösen und an diesem versterben. Ganz klar gibt es beim Cannabis verschiedene Risikogruppen, die etwas vorsichtiger sein sollten. Das geht mit dem unkontrollierten Schwarz- oder Grauzonenmarkt nicht.

Für die Todesdosis einmal tief inhalieren und auch durch ziehen

Für die Todesdosis einmal tief inhalieren und auch durch ziehen

In einem regulierten Markt könnten die Risikogruppen einfach das Marihuana verwenden, welches für sie weniger bedenklich oder sogar gesund ist. Wer sehr reines THC sehr hoch dosiert, kann damit psychische Probleme wie Psychosen verstärken oder auch sein Herz belasten. Im regulierten Markt wären allerdings auch Marihuanasorten mit THC und hohem CBD Gehalt erhältlich. Oder Sorten mit wenig THC und viel CBD. Dieses Cannabidiol macht die Wirkung vom THC nicht nur angenehmer. Es kann eine Psychose abfedern und das Herz kräftigen. Auch hier gibt es bereits viele Studien, es wird derzeit sehr intensiv geforscht. Es hilft vielleicht nicht jedem, aber die Gefahr vom THC wird durch das CBD gemindert. Ob es eine Todesdosis für CBD gibt, wurde bislang vermutlich noch gar nicht erforscht, da es einfach niemanden interessierte. Auch hier gibt es noch keinen nachgewiesenen Todesfall. Auch hier gehen Mediziner und Wissenschaftler davon aus, dass es diese Todesdosis für das praktische Leben einfach nicht gibt.

Fakt ist jedoch, dass die Leute trotz der Verbote oder Arztempfehlungen kiffen. Mit dem regulierten Markt könnten sie allerdings gesünder kiffen oder mit dem richtigen Marihuana sogar ihre Leiden lindern. Dass es eine rechnerische Todesdosis für Marihuanakonsum gibt, mag für gewisse Personenkreise ein tolles Argument gegen den Hanf sein. Dass diese Personenkreise mit anderen Dingen wie den wirtschaftlichen Ursachen für Grundwasserverseuchung, Luftverschmutzung oder Giftstoffen in Nahrungsmitteln, Kleidung und Baustoffen weniger Probleme haben, wird hier gewiss keinen Leser verwundern.

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