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Das Marihuanaverbot und seine Konstruktion

Seit der letzten Kaltzeit ist Cannabis des Menschen Freund. Denn was brauchten die Menschen, um mit wachsender Hirnkapazität bei schrumpfender Robustheit zu überleben? Anstelle von Fell Kleidung, anstelle von Krallen und Zähnen Werkzeuge und anstelle von Winterspeck Vorratshaltung. Ein ganz wichtiger Mosaikstein in der Erfolgsgeschichte der Menschheit war ausgerechnet die Pflanzengattung Cannabis, die vor dem Marihuanaverbot allgegenwärtig war. Dieses Marihuanaverbot ist im Übrigen die Folge von einer Lüge, der die nächste folgte und immer weiter gelogen wurde, um genau dieses Verbot rechtfertigen zu können.

Wir leben mit einer Lüge

Warum war gerade diese Pflanzengattung so wertvoll? Weil sie das liefert, was die Menschen immer brauchen. Cannabis ist eine Faserpflanze mit der entscheidenden Eigenschaft, Fasern gegen Nässe beständig zu halten. Kleidung, Segel und Taue wurden verwendet, um z.B. die neue Welt mit Segelschiffen entdecken zu können. Die Lüge über die Gefahr durch diese Kulturpflanze stammt paradoxer Weise aus genau dieser neuen Welt, jedoch von Menschen mit europäischer Abstammung.
Während der Marihuanaverbote wurden nicht nur in Deutschland weiterhin Wasserrohre mit Hanffasern abgedichtet, da es einfach nichts besseres als diese beständigen Hanffasern gibt. Es handelt sich auch um Nahrung, Futtermittel, Rohstoff, Baustoff, Medizin und natürlich ein Genussmittel. Es ist zugleich ein Genussmittel, welches für Körper und Geist ein geringes Risiko ausmacht, wenn es denn dieses Marihuanaverbot mit dem unkontrollierten Schwarzmarkt und der Konsumentenverfolgung nicht geben würde. Genau diese Gefahren, vor denen wir angeblich beschützt werden sollen, liegen in den Verboten. Ohne diese wäre dieser angebliche „Mörder der Jugend“ nicht einmal halb so bedenklich für die Betroffenen und damit die Gesellschaft.

Die Lüge ohne Ende

Cannabis macht bereits bei einmaligem Konsum wahnsinnig und auch zum Mörder. Das sollte es der Propagandafilm „Reefer Madness“ den Bewohnern der USA ab dem Jahr 1936 vermitteln. Mit Kampagnen wurde in den ganzen USA nach Mordfällen gesucht, bei denen der Gewalttäter unter dem Einfluss von diesem „Marijuana“ war, welches den Bürgern als Begriff zuerst unbekannt war. Sie wussten einfach nicht, dass genau dieses Marihuana ihr guter Hanf war, der in den USA sogar schon als Zahlungsmittel verwendet wurde.
In einer Nation mit Millionen Menschen gibt es leider auch Mordfälle und einige der Mörder rauchten vielleicht wirklich mal einen Joint. In der statistischen Erhebung musste man also fündig werden oder Fälle finden, die man so aussehen lassen konnte. Mit all diesen aufgebauschten Einzelfällen wurden die Schmierblättchen gedruckt. Aber es gab ein Problem: So sehr man auch suchte, von diesen besagten Einzelfällen gab es praktisch keinen einzigen, und so musste man halt nach alter Manier zur Lüge zurückgreifen und alles frei erfinden, wie es einem gerade einfiel.
Übrigens ist dieses Marihuana laut der Lüge heute angeblich stärker, damit keine weiche Droge und noch viel schlimmer, als 1936, als Reefer Madness in den Kinos erschien. Noch immer muss man suchen und frei erfinden, möchte man solche Psychopathenmorde mit Marihuana in Verbindung bringen und den gerauchten Joint als Mordursache erklären.

Sind wir jetzt alle verrückt?

Und dieses Marihuana ist so stark, dass man vom passiv Kiffen schon Psychosen kriegt? So wird es wohl sein, denn wegen dem Verbot erlag die objektive Forschung und es wurden wirklich Marihuanasorten gezüchtet, die viel THC aber fast kein CBD enthalten. Für empfindliche Personen und sogar normale Konsumenten ist das ungünstig. Eine sehr hohe Dosis von THC kann ohne einen entsprechenden Anteil von CBD selbst beim gesunden Menschen erst einmal sehr unangenehm wirken. Also wird in der Geschichte um den bösen Hanf nun die Folge der Marihuanaverbote als Begründung für diese herangeführt? Ja, genauso funktioniert das. Es wird etwas behauptet, es werden Schäden angerichtet und mit diesen Schäden werden die vorhergehenden Behauptungen wieder untermauert.

Gerade Jugendliche kommen besser an Marihuana als an Alkohol, da der Jugendschutz beim Alkohol immerhin einen Teilerfolg bringt. Natürlich gibt es immer Jugendliche, die dennoch an Alkohol gelangen, es sind jedoch weniger, als würde man diesen unter der Hand erwerben. Genauso kann es auch beim Marihuana einen Jugendschutz nur mit einem regulierten Markt geben. Dass dieses Verbot die Jugend schützt, ist demnach eine Lüge, da die Jugendlichen mit dem Verbot sogar über Dealerei ihren bedenklichen Eigenkonsum finanzieren können. Oder gibt es jugendliche Alkoholiker, die ihren Alkoholkonsum mit dem Handel von Alkohol finanzieren können? Höchstens als seltene Einzelfälle.

Worum es wirklich geht

Und so reiht sich eine Lüge an die nächste. Jeder außenstehende Betrachter empfindet das als logisch nachvollziehbar und weiß in Wirklichkeit nicht, worum es beim Marihuanaverbot geht. Es geht hier für die einen um wirtschaftliche Interessen, für die andere um Machtausübung oder Machterhalt und für die nächsten um beides. Harry J. Anslinger als derjenige, der zu Zeiten der Alkohlprohibition gesagt haben soll, dass von genau diesem Hanf keine Gefahr für die Gesellschaft ausgeht, änderte seine Meinung zum Ende dieser Alkoholprohibition um 180 Grad. So konnte er seinen Job in der einstigen Verfolgerbehörde nicht nur erhalten, er konnte für diese mittels einer nicht mehr endenden Lüge viel Geld für noch mehr Personal freisetzen.

War es Harry J. Anslinger alleine? Nein. Ob es Zufall oder seit langem geplant war, dass der Hanf unter dem Begriff „Marijuana“ als der „Mörder der Jugend“ geächtet wurde, das lässt sich hier nicht genau sagen. Zumindest war Anslinger mit einflussreichen Personen bekannt oder durch seine Heirat sogar verwandt. Genau diese sehr einflussreichen Personen sahen in einem aufkommenden Hanfboom eine Gefahr für ihre Investitionen, womit sie alles unterstützten, um die Lüge um den Hanf in die Welt zu bringen. Damit setzten sie wirklich ein weltweites Marihuanaverbot um. Davon weiß die besorgte Mutter natürlich nichts, wenn sie die Einstiegesdrogen-Lüge vom Politiker präsentiert bekommt, der gerne mit der Angst spielt, um erneut gewählt zu werden.

Nur zur Ergänzung: Warum investierten diese Personen denn so dumm? Sie konnten nicht absehen, dass für den schwer zu verarbeitenden Hanf Maschinen und Verarbeitungstechniken entwickelt wurden, mit denen in diesen Zeiten wirklich der Hanfboom prophezeit wurde. Nur mithilfe des Marihuanaverbots konnten die einstigen Investitionen gesichert werden. Rein zufällig handelte es sich bei den einflussreichen Personen neben dem einstigen US-Finanzminister Melown als Investor bei Dupont, welches seine Nylonfaser vor der Naturfaser verteidigen wollte, auch um den Medienmogul Hearst, der jedes seiner Schmierenblättchen mit den „Mörder der Jugend“ Geschichtchen voll druckte.

Um all diese Tatsachen zusammenzubringen, müsste man gewiss ein ganzes Buch füllen. Selbst wenn es schon lange vor dem Verbot einen Geheimplan gegeben hat oder immer noch gibt, so handelt es sich doch um eine Verkettungsgeschichte von unglaublichem Ausmaß.

Hanf war vor der Baumwolle und vor dem Marihuanaverbot die entscheidende Textilpflanze

Hanf war vor der Baumwolle und vor dem Marihuanaverbot die entscheidende Textilpflanze

[Titelbild: George A. Hirliman Productions; via Youtube]

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