Librakästen richtig aufbocken

Hydroponisch auf CoGr oder doch Steinwolle?
Hydroponisch auf CoGr oder doch Steinwolle?

Wasser oben rein gießen und unten wieder auffangen

Es gibt diverse Matten wie CoGr, Steinwolle oder Cocos, es gibt aber auch andere Möglichkeiten, die Libramatten sogar ohne ein Wuchsmedium zu nutzen. Je nach System ist auf ein sehr exaktes und sauberes Arbeiten zu achten. Wer allerdings keine Abflüsse im Boden hat, muss das unten wieder rauslaufende Wasser irgendwie auffangen, um es entweder wieder zu verwenden oder abzuleiten. Dazu muss man die Librakästen aufbocken und muss dennoch mit der Raumhöhe auskommen. Hier einige Tipps. Neben Eigenkonstruktionen finden sich im Growhandel natürlich auch Unterbauten, bei denen alles sehr exakt aufeinander abgestimmt wird. Aber auch diese müssen erst einmal mit ihren Proportionen in den eigenen Growraum reinpassen.

Wer hydroponisch arbeitet, wird nicht nur gießen, sondern auch wieder auffangen und/oder ableiten. Librakästen für den hydroponischen Anbau machen hierbei keinen Unterschied, sie sind allerdings sehr flexibel einsetzbar. Möchte man eine lange Pflanzreihe machen, dann kann einfach eine Aufbockung zu jeder Seite montiert werden. Die eine waagerechte Leiste soll etwas höher liegen, zur anderen Seite wird eine Regenrinne unter der Leiste angebracht. So kann man dann zwischen diesen Aufbockungen durchlaufen und einen Librakasten abstellen, solange, bis die ganze Länge voll steht. Das ist sehr Rückenschonend und geht schnell. Viele arbeiten aber mit einer Aufbockung an der Wand und einer im Raum und stellen die Librakästen dann von dem Mittelgang auf die Aufbockungen. Alternativ gibt es auch genormte Unterbauten mit Wannen, die in einen Auffangtank auslaufen. Wer mehrere dieser Aufbauten hintereinander und nebeneinander stellt, kann aber schlecht bis hinten durchlaufen.

Auf übliche Standartmaße setzen

Ob so oder so: Die Matten sind einen Meter lang und wenn die Ausläufe aus den Librakästen herausstehen, sollte für diese mindestens mit 1,1 Metern Breite pro Reihe kalkuliert werden, auch wenn viele Reflektoren auf einen Meter Breite ausgelegt sind. Insgesamt ist das System sehr zu empfehlen, da es in der Anschaffung günstig ist, sich leicht aufbauen lässt und auch wartungsarm betrieben werden kann. Selbst wer erst auf Erde anbaut aber flexibel sein möchte, sollte also Abschnittbreiten von 1,1 Metern einhalten. Dann kann man jederzeit mit Librakästen hydroponisch anbauen und auch viele andere Systeme lassen sich integrieren.

Wichtig ist, dass die Librakästen so stehen, dass das angesammelte Wasser durch die Ausläufe in die Rinne laufen kann, die Rinne soll sich in den Auffangtank leeren. Meist werden Zementkübel mit 90 Liter als Auffangbehälter verwendet. Die gesamte Aufbockung wird so bemessen, dass diese Zementkübel mit der Regenrinne noch gerade darunter passen. Für diese Aufbockung gehen schon mal gut 50 cm Höhe verloren, damit die automatisierte Bewässerung im Growraum wirklich arbeiten kann. Die Librakästen auf dieser Höhe abstellen zu können, ist außerdem rückenfreundlicher. Die Librakästen haben noch einmal über zehn cm und so fehlen einem vom Raum bereits ca. 70 cm. Wenn die Pflanzen bis zu einem Meter hoch werden, dann sind das 1,7 Meter Höhe. Je nach Höhe des Raumes bleibt dann nicht mehr viel Platz, um noch die Leuchtmittel über den Pflanzen zu postieren, zumal diese je nach Leuchttechnik und Reflektor auch noch einen gewissen Abstand zu den Pflanzen haben müssen. Wer hydroponisch anbaut, benötigt demnach fast immer etwas mehr Raumhöhe.

Modifizierte Librakästen in einer Auffangwanne

Modifizierte Librakästen in einer Auffangwanne

Die Raumhöhe für den Anbau auf Librakästen richtig nutzen

Wenn mit Aufbockung und den Pflanzen ca. 1,5 Meter Höhe bereits weg sind und das Growzelt nur zwei Meter hoch ist, bleibt nicht mehr viel über. Zum Glück gibt es inzwischen einige Reflektoren für NDL Systeme, die aufgrund ihrer Form selbst mit einem heißen Leichtmittel keine Hotspots ausbilden und die Fläche dennoch sehr gut ausleuchten. Solche High Tech Reflektoren kann man mit relativ geringem Abstand über die Pflanzen hängen und holt bessere Erträge als mit Billigreflektoren, da die Fläche dennoch gut ausgeleuchtet wird. Wenn man hydroponisch anbaut und einem die Höhe ausgeht oder wenn man das Maximum aus dem Leuchtmittel herausholen möchte, dann gibt es nichts Besseres als solche High Tech Reflektoren ohne Hotspot. Diese können fast direkt über den Blütentrieben hängen und so werden auf die Schnelle gut 40 cm Raum eingespart und das Licht wird sogar noch effektiver genutzt. Dieser Mehrinvestition sollte sich mit der ersten Ernte bereits mehr als bezahlt machen und ist eine Empfehlung, selbst wenn man viel Raumhöhe hat. Es ist im Übrigen besser, wenn über den Leuchtmitteln noch etwas Raum ist, damit sich die warme Luft stauen kann. Alternativ kann auch mit wärmeneutraleren LED Lampen gearbeitet werden, wenn man die richtigen Modelle von genügender Lichtqualität wählt.

Im Übrigen gibt es auch hydroponische Kompaktsysteme für Growzelte mit z.B. 1m², welche das Wasser direkt wieder auffangen. Es gibt diese Systeme in allen Größen, für verschiedene Wuchsmedien und für jeden Growraum, man muss nur die passenden Produkte kombinieren. Es ist jedoch ein erheblicher Unterschied, ob das Drainagewasser entsorgt, oder erneut zum Gießen verwendet wird, dazu an anderer Stelle mehr. Wer hydroponisch anbaut, unterscheidet innerhalb all dieser Systeme deswegen zwischen Systemen, die rezierkulierend das Drainagewasser erneut verwenden oder den Systemen, bei denen es entsorgt wird. Die Aeroponik oder die Waterfarm sind hingegen nicht hydroponisch sondern ähnliche Systeme. Es kommt hier sogar noch mehr auf die Details und stabilen Klimawerte an, damit man erfolgreich Marihuana anbauen kann.

Fotoinfos

Titelfoto:

Für das Anbauen von Marihuana gibt es inzwischen so viele Möglichkeiten und sehr viele spezielle Systeme, dass es schwer wird, alles noch zu überschauen. Es liegt immer auch an einem selber, was gut und richtig ist. Jeder hat seine eigenen Vorlieben. Der Anbau auf CoGr ist nicht schwer aber liegt vielleicht nicht jedem. Dieser Anbau auf CoGr war auch nach dem Anbauen eine Freude.

Foto im Artikel:

Hier wurde aus den Librakästen ein modifiziertes System hergestellt. Die Auffangwanne ist zugleich der Auffangtank. Deswegen stehen die Librakästen etwas höher in dieser. Diese werden mit einem Deckel abgeschlossen, in dem drei Löcher für Pflanzen sind. Bei diesem spezielleren NFT System soll sehr genau und hygienisch gearbeitet werden, damit es gelingen kann.

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