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Falsch gedüngt oder pH-Wert falsch?

Passive Bewässerung für faule Grower
Passive Bewässerung für faule Grower

Wenn die Nährstoffe einfach nicht aufgenommen werden können

Der pH-Wert wurde in der Rubrik „Wasserwerte – Basiswissen“ noch nicht richtig erläutert. Nur die Grundlagen sollen hier schnell ergänzt werden, da sich auch hier wieder Fachbücher nur zu diesem Thema füllen ließen. Wenn der pH-Wert komplett falsch ist, können die Pflanzen die Nährstoffe nicht mehr aufnehmen. Sie sind damit dann unterdüngt, selbst wenn sie im Dünger stehen. Auch hier muss man es nicht bis ins Detail wissen aber sollte ein paar Kleinigkeiten kennen.

Das Wasser kann sauer oder basisch sein, dieses wird durch die Wasserionen H+ bestimmt, die es immer gibt. Sie sind im reinen Wasser zueinander zu den OH- Ionen immer ausgeglichen, da Wasser als H2O eben nur gleich viele H+ und OH- Ionen bilden kann. Sind diese ausgeglichen, hat das Wasser einen neutralen Wert von exakt 7 pH. Es geht aber bis 0 in den sauren Bereich runter und bis 14 in den basischen Bereich hoch. Mehr H+ macht das Wasser saurer, weniger basischer. Verschiedene Stoffe oder Stoffverbindungen können Wasserionen beeinflussen, damit anteilig mehr oder weniger H+ enthalten ist. So in etwa erklärte dieses und ein paar weitere Stellen jemand von Fach.

Die Temperatur an den Wurzeln spielt ebenfalls eine relevante Rolle. Bei 5 oder 35° Celsius direkt an den Wurzeln wird die Pflanze stagnieren und langfristig eingehen. Das Wasser und auch der Boden sollten demnach ca. bei 18 bis 21° Celsius liegen.

pH-Wert falsch – was machen?

Bei den pH-Wert– Empfehlungen für das Anrühren der Nährstofflösung wird immer der Mittelwert genannt, mit dem sich die ganz verschiedenen Nährstoffe in genügender Menge aufnehmen lassen. Diese haben für die Hanfwurzeln alle ihren schmalen oder breiten pH-Wert Bereich, in dem sie aufgenommen werden. Hier werden also von den Düngerherstellern immer die Schnittpunkte für alle Nährstoffe gesucht.

Weiterhin kann es passieren, dass wegen der Nährstoffaufnahme durch die Wurzeln der Boden angesäuert wird. Wer seine Erde mit einer Nährlösung von 6 pH gießt, hat vielleicht doch irgendwann in dieser 5,6 pH. Es soll natürlich Erde verwendet werden, die bei ca. 6 bis 6,3 pH liegt.

Wenn der pH-Wert im Drainwasser falsch ist, heißt das nicht, dass es allein am Gießwasser liegt. Mit diesem kann aber gegen gepolt werden. Hat man bei hydroponischen Systemen im Dränagewasser einen Wert mit 5 pH und möchte 5,2 bis 5,8, dann wird halt mit 6 pH gegossen. Es darf immer nur wenig vom empfohlenen Bereich abgewichen werden. Bei kleinen Unregelmäßigkeiten sollten die Unter- oder Oberwerte vom Wunschwert zum gegenpolen genutzt werden.

Bleibt der Wert stabil?

In den einstigen Growanlagen blieb der pH-Wert im Gießwasser und auch dem Dränagewasser recht stabil. Das kann jedoch von Dünger zu Dünger oder auch von Growtechnik zu Growtechnik unterschiedlich sein. Häufig wird von Schwankungen berichtet, die man dann gegenpolen sollte. Vielleicht sollte zugleich ein anderer Dünger probiert werden oder an der eigenen Growtechnik gearbeitet werden?

Wenn im Dränagewasser (wie direkt bei den Wurzeln) ein Wert von 5,4 bis 5,8 pH angesteuert wurde, lag der Wert in der einstigen Growanlage meist auch sehr exakt dort. Sonst wurde das Gießwasser eben mit 5,2 bis 6,0 pH angerührt, bis dieser Wert im Dränagewasser wieder passt. Das bedeutet, dass dieser entscheidende Wert direkt bei den Wurzeln praktisch immer im grünen Bereich war. Wird immer passendes Gießwasser verwendet, im Boden passt jedoch etwas nicht, dann sieht man es eben nur am Dränagewasser. Der Arzt schaut einem auch nicht ins Glas sonder macht eine Urinprobe.

Vor dem Ansetzen der Nährstofflösung wurden vorab die Werte im Dränagewasser geprüft. Es wurden neben dem pH auch der EC-Wert gemessen. Dann wurden zuerst entweder weniger oder mehr Nährstoffe zugefügt, umgerührt und weniger oder mehr pH-Wert Pufferlösung verwendet.

Dadurch, dass das Gießwasser dem Dränagewasser angepasst wurde, trat nie wieder eine kritische Überdüngung oder ein völlig falscher pH-Wert ein, dennoch wurde reichlich gedüngt.

Wenn der pH-Wert falsch ist, werden die Nährstoffe nicht mehr aufgenommen

Wenn der pH-Wert falsch ist, werden die Nährstoffe nicht mehr aufgenommen

Nicht den pH-Wert falsch anrühren

Vor einem Messen wird natürlich immer erst umgerührt. Zum pH- für Vorblüte: Besteht dieses pH- für Vorblüte aus Salpetersäure, dann ändert sich der Wert im Wasser zuerst nur langsam und dann ruckartig. Ständig ist der Wert beim Abpassen deswegen viel zu niedrig gewesen, weswegen auch für die Vorblüte pH- mit Phosphorsäure für die Blüte eingesetzt wurde. Seltener wurde pH+ auf Kaliumoxid Basis gegeben. Diese pH + und – Produkte wandeln sich in Nährstoffe um. pH- für die Vorblüte und Blüte passt dann entweder besser zur Vorblüte oder zur Blüte. Das ist allerdings nicht so bedeutend, als dass das zum Problem werden würde. Wer jedoch zum dritten Mal den pH-Wert total falsch anrührt und ausgleichen muss, sollte es weg kippen und komplett frisches Gießwasser ansetzen. PH+ wird für Vorblüte und Blüte verwendet.

Weiterhin gibt es Personen, die ihr Gießwasser mit dem sauren CO² Gas auf einen passenden pH-Wert einstellen. Dieses Gas gast jedoch im Boden bei den Pflanzen aus und dort passt der pH-Wert möglicherweise etwas später nicht mehr. Es soll allerdings sehr gut funktionieren, aber auch um einiges teurer sein.

Ist ein pH Messgerät notwendig?

Wird auf Erde angebaut, dann kann auf ein Messgerät noch verzichtet werden, da die Erde den Wert ein wenig puffert und somit das Gießwasser angleicht. Vorausgesetzt, dass für den guten Boden ein akzeptables Ausgangswasser verfügbar ist. Mäßiges Ausgangswasser sollte „aufbereitet“ werden, um es überhaupt einsetzen zu können.

Wer hydroponisch, aeroponisch oder sonst wie arbeitet, der sollte zwingend ein pH sowie ein EC Messgerät benutzen. Für Erde wäre ein pH-Wert von ca. 6 mit 5,6 bis 6,4 pH perfekt, für Steinwolle oder CoGr hingegen von 5,2 bis 5,8. Je nach Anbautechnik muss nicht nur der entsprechende Dünger zur jeweiligen Lebensphase gewählt werden, es muss auch der richtige pH-Wert eingestellt werden. Meist wird für das gleiche Wuchsmedium jedoch durchgehend mit den gleichen pH-Werten gearbeitet.

Es gibt Düngemittel, die den pH-Wert automatisch puffern, damit man nicht mehr den pH-Wert falsch einstellen kann. Hesi oder Ferro haben einige Produkte im Sortiment, die für Anfänger oder kleine Grower ohne ph Messgerät sehr geeignet sind. Es kann auch vor jeder Verwendung vom Boden etwas Dolomitkalk beigemischt werden. Dieser wird den niedrigen pH-Wert heben und den hohen pH-Wert drücken. 50 bis 100 Gramm auf 10 Liter sollten bereits genügen.

Fotoinfos

Titelfoto:

Ohne den passenden pH-Wert werden diese Pflanzen nicht gut wachsen. Nur bei einem passenden pH-Wert nehmen sie Nährstoffe auf. Bei der Hydroponik wären es 5,2 bis 5,8 pH, auf Erde 5,6 bis 6,4 ph. Der pH-Wert muss nicht nur im Gießwasser, sondern auch im Boden stimmen.

Foto im Artikel:

Es gibt viele pH Messgeräte verschiedener Hersteller im Handel, die sich sehr gut zum regelmäßigen oder auch permanenten Messen vom pH-Wert im Wasser eignen.

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