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Muss der Grower seine eigene Mutterpflanze finden?

Stecklinge schneiden und schauen, ob die Testpflanzen gut sind
Stecklinge schneiden und schauen, ob die Testpflanzen gut sind

Die eigene Mutterpflanze finden ist für viele nicht verhältnismäßig

Für den Eigenbedarfsgrower lohnt der Aufwand nicht wirklich, sich so viel Selektionsmühe zu machen, um eine eigene Mutterpflanze zu finden. Wenn es möglich ist, dann sollte man sich auf die Profis verlassen, die das bereits machen, um sich von diesen die Stecklinge über den Handel in Österreich oder im Untergrund zu kaufen. Wer einige wirklich gute Stecklinge ergattern kann und Angst hat, dass er nicht wieder an welche rankommt, der sollte ein zwei Stecklinge zu Mutterpflanzen ziehen und von diesen eigene Stecklinge nehmen.

Alternativ kann sehr leicht mit feminisierten Marihuanasamen gearbeitet werden, die sich über den Versand oder in einigen Ländern schnell einkaufen lassen. Damit spart man sich die ganzen arbeits- und kostenintensiven Kapazitäten für Mutterpflanzen und Stecklingsbewurzelung ein.

Gekaufte Stecklinge oder Seeds haben weiterhin den Vorteil, dass man nicht ständig über Monate jeden Tag nach allem schauen muss obwohl man vielleicht nur ein oder zweimal im Jahr anbaut, oder die Blüte soweit automatisiert, dass mit einer Wochenendkontrolle die Arbeit erledigt ist.

Auch so kommt der Grower auch zu einer exzellenten Qualität und Quantität und muss sich nicht erst Arme und Beine verrenken, um eine eigene Mutterpflanze zu selektieren. Wer nicht an Stecklinge gelangen kann, dem werden feminisierte Seeds deswegen empfohlen, da hier nicht für die männlichen und zwitterigen Seeds mitgezahlt und gearbeitet wird und exakter kalkuliert werden kann. Ohne den Testdurchlauf könnten sogar von allen feminisierten Pflanzen Stecklinge genommen werden, bevor diese in Blüte gehen. Nach einigen Wochen nimmt man von diesen wieder Stecklinge und noch einmal, damit die Jungpflanzen nicht zu groß in den nächsten Blütekammerschwung gehen. Die alten Vorblütepflanzen werden dann nicht mehr benötigt. Einfacher und platzsparender wäre jedoch, direkt wieder mit feminisierten Seeds neu zu beginnen.

Eigene Mutterpflanze für den Growerfolg nicht notwendig

In der Regel wird auch mit feminsierten Seeds oder Fremdstecklingen das Ergebnis stimmen, wenn eine gute Genetik ohne Schädlinge und Krankheiten abgegriffen werden kann. Viele Selbstversorger wollen nicht einmal selber Stecklinge ziehen, da sie dafür eine zweite Kammer brauchen und sich der ganze Aufwand für nur einen m² Blütefläche eigentlich nicht lohnt. All diese Grower haben Recht, wenn sie keine eigene Mutterpflanze selektieren. Wer z.B. nur zwei Blüten im Jahr einleitet, hätte mit eigenen Mutterpflanzen dennoch das ganze Jahr über Arbeit und Kosten.

Über die in diesem Kapitel beschrieben Methode kann versucht werden, ein paar eigene Seeds zu ziehen. Aber angemerkt sei: Die Seeds der richtigen Profis sind einfach besser. Die haben es voll drauf und arbeiten mit Tricks und Kniffen oder auch Hightech, damit die erzeugten Samen wirklich erste Sahne sind. So entstehen auch Hybriden. Dieses sind Sorten, die eine Sorte als Mutter und eine andere als Vater haben. Diese Hybriden sind für die F1 Generation sehr stabil, dann zerfallen sie allerdings wieder in Mutter und Vater und viele Zwischenstufen.

Hybriden werden immer als diese starke F1 Generation in den Handel gegeben. Wer selber Samen ziehen möchte, der sollte deswegen keine Hybriden verwenden und er sollte nicht von sich erwarten, dass die eigenen Samen so gut wie die der Profis werden. Wer ein Detail am ganzen macht, erzielt in diesem Detail in der Regel auch die deutlich besseren Ergebnisse oder weswegen spezialisiert sich unsere komplexer werdende Arbeitswelt immer weiter? Es ist natürlich schön, wenn man wirklich alles auch selber könnte, da dieses Unabhängigkeit bedeutet.

Wer wirklich das Maximum aus der Beleuchtung rausholen möchte, der sollte sich einfach immer wieder Samen kaufen und kann dabei natürlich jedesmal eine andere der vielen Spitzensorten antesten. Somit spart man sich die platz- und stromzehrende Vorblütebeleuchtung neben der Blütekammer.

Es gibt wirklich so viele erstklassige Marihuanasorten, dass man ein ganzes Leben brauchen wird, um sie alle kennen zu lernen. Außerdem machen diese Profizüchter immer wieder gewaltige Fortschritte in der Qualität und der quantitativen Ausbeute der Pflanzen. Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, der muss somit immer wieder neue Seeds ansetzen, es lohnt sich.

Eine eigene Mutterpflanze finden dauert seine Zeit

Eine eigene Mutterpflanze finden dauert seine Zeit

Ein paar Marihuanasamen selber ernten

An dieser Stelle soll noch erklärt werden, wie man sich ein paar Marihuanasamen zulegt, ohne gleich die gesamte Ernte zu versauen. Es wird mit regulären Seeds angebaut. Nach ca. zwei Wochen Blüte zeigen sich die männlichen Pflanzen. Diese können alle bis auf eine Pflanze vernichtet und entfernt werden, es können auch mehrere stehen bleiben. Jetzt werden alle männlichen Pflanzen kräftig zurück geschnitten.. Man schneidet praktisch alles runter, bis auf ein Blatt mit einer Achsel, wo ein Knäul mit Bömmeln sprießt. Auch diese Bömmel werden größtenteils entfernt, alle bis auf ganz wenige. Nun kann gewartet werden, bis der Bömmel sich öffnet. Der Pollen wird mit einem Wattestäbchen aufgenommen und dieses streift man über einige der weiblichen Blüten. Es wird aber auch einiges an Pollen selber den Weg zu den Blüten finden.

Deswegen sollte man einen Gefrierbeutel über die Blattachsel und den Bömmeln ziehen, bevor diese sich öffnen. Man sieht es ein zwei Tage vorher schon, jetzt kann das störende Blatt sogar noch entfernt werden, damit der Beutel besser drüber geht. Der Gefrierbeutel wird mit einem Band an den Stiel fixiert. Sobald der Bömmel sich geöffnet hat fällt der Pollen in die Tüte. Nun wird einfach der Stiel unter der Tüte durchgeschnitten, die Tüte wird senkrecht gehalten und geöffnet. In der Tüte sollen sich nun Spuren vom Pollen befinden. Dieser wird mit dem Wattestäbchen aufgenommen um dieses nun über einige Blüten zu streifen. Somit sollen nur in diesen Samen wachsen und der Rest der Blüten sollte Sensimila bleiben.

So kann man die Marihuanapflanze ziehen und wenige Seeds ernten. Jeder kann einige dutzend oder hundert Samen ernten ohne sich ein paar hundert Gramm gutes Weed zu versauen. Wer mit Hybriden arbeitet, wird das Gegenteil von homogener Marihuanasaat ernten. Hybriden sind nur in der F1 Generation stabil und prägen hier ihre Vorteile aus, in den nächsten Generationen jedoch nicht.

Diese Bestäubungstechnik wurde leider nicht mit Fotos dokumentiert oder diese gingen unter. Da der männliche Pollen auch Feuchtigkeit enthält, lässt er sich nicht lagern oder einfrieren. Er muss immer frisch verwendet werden. Wer die Möglichkeit hat, kann die männlichen Pflanzen auch in einem anderen Anbauraum hoch ziehen, um die weiblichen Pflanzen noch weniger zu gefährden.

Fotoinfos

Titelfoto:

Das Werk ist vollendet. Von jeder Pflanze wurden vier Stecklinge genommen. Die Mutterpflanzen wurden ein wenig gelichtet. Sie sollten noch einige Tage neu austreiben dürfen, um dann in die Blüte zu kommen. So wird die Zeit gespart, die die Stecklinge ansonsten zum Wurzeln und Heranwachsen benötigen. Hier wurde es jedoch noch anders gemacht und die Saatpflanzen blieben als Mutterpflanzen zurück. Das kostete einen guten Monat Zeit. So wurden insgesamt mit einem anderen Detailfehler ca. sechs Wochen verschenkt, in denen immerhin das Nachdenken gelang.

Aber wozu die Mühe, wenn man immer wieder gute Stecklinge organisieren kann? Oder man erhält diese einmalig und zieht diese zur Mutterpflanze? Dann spart man sich viel Arbeit und Zeit, es kann direkt los gelegt werden.

Foto im Artikel:

Viel Aufwand, wenn man seine eigene Mutterpflanze finden will. Die Testpflänzchen sind eine Woche alt und stehen mit sattem Grün. Sie erhalten aber zuerst nur das Licht von 36 Watt Leuchtstoffröhren mit Pflanzenlicht. Das reicht für die ersten drei Wochen, viel Licht ist noch nicht notwendig. Auch in der Natur, wenn es Frühjahr ist, würde die Sonne noch nicht viel Lichtdruck bieten. Es gehört zur Natur der Pflanzen, dass sie zuerst mit weniger Lichtdruck auskommen, ohne Defizite zu haben.

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