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Klimatische Bedingungen zum Stecklinge bewurzeln

Nur mit dem passenden Klima wurzeln Stecklinge
Nur mit dem passenden Klima wurzeln Stecklinge

Ohne Wurzeln sind die frischen Triebe sehr empfindlich

Erklärt wurde, wie man sich auf den Stecklingsschnitt vorbereitet und diese schneidet. Man sollte sich nicht lange mit dem einzelnen Pflänzchen aufhalten, sondern ruhig 50 Stück oder mehr in der Stunde schneiden. Nun möchte man die Stecklinge bewurzeln. Auch hier muss sehr genau gearbeitet werden. Damit dieses Bewurzeln gelingt, sollte der Raum oder die Pflanzbox zwischen 22 und 26° Celsius warm sein. Die Luftfeuchtigkeit soll bei 70 bis 80% liegen. Die jungen Setzlinge sollen nicht zu viel Licht erhalten.

Optimal sind hier 36 Watt Leuchtstoffröhren auf 1,2 Meter Länge, natürlich wird ein Pflanzenlichtspektrum verwendet, wie es dieses überall im Grow- oder Aquariumhandel zu kaufen gibt. Die Röhren dürfen ruhig bis zu den Trieben heran hängen, da sie nicht viel Licht oder Wärme erzeugen.

Auch in der Nacht sollte es nicht kälter als 18° Celsius werden. Und nun ein ganz wichtiger Punkt: Es darf auf keinen Fall wärmer als 26° Celsius werden. Ab dieser Temperatur bilden sich am Stiel der Stecklinge im Wuchsmedium Bakterien oder es tritt zumindest eine Fäulnis auf. Diese ist von außen nicht zu sehen, aber irgendwann kippen die Stecklinge einer nach dem anderen einfach um und damit ist einem nicht geholfen.

Die verfaulte Stelle kann abgeschnitten werden, um den Trieb erneut als Steckling in einem neuen Steinwollwürfel zu verwenden. Umgangssprachlich wird übrigens von der Umfallkrankheit gesprochen. Diese hat mehrere Ursachen mit gleichem Ausgang. Die Pflanze kippt um. Zu viel Wärme ist eine mögliche Ursache oder der Nährboden für diese eigentliche Ursache. Ganauso ist die Temperatur ab 26° Celsius eine Ursache oder eben der Nährboden für diese eine Ursache, die sich dann entwickelt.

Im Badezimmer Stecklinge bewurzeln

Ein geeigneter Raum zum Stecklinge bewurzeln wäre das Badezimmer, da die Temperatur hier meist recht stabil ist. Dennoch wird man meist keine 24° Celsius mit 80% Luftfeuchtigkeit haben. Meist reicht es allerdings aus, wenn die Stecklinge in ein kleines Gewächshäuschen, auch Propagator genannt, gestellt werden. In diesem ist es wegen der Beleuchtung ein wenig wärmer und wegen dem Deckel auch feuchter. Für mehr Feuchtigkeit kann ein Fließ auf den Boden des Propagators gelegt werden, um dieses zu befeuchten.

Vor beheizbaren Propagatoren wird gewarnt, da diese schnell zu intensiv heizen. Und da die Stecklinge in der Mitte schneller austrocknen, was man aber zuerst nicht sieht, bis es dann zu spät ist. Deswegen müssen gerade die Stecklinge in der Mitte beim zuheizen immer genau kontrolliert werden. Zwischenzeitlich wurde ein beheizbarer Propagator verwendet, aber immer nur eine Viertelstunde auf eine Halbestunde Pause lief. Über eine simple mechanische Zeituhr kann also unterschiedlich intensiv zugeheizt werden. Mit einer digitalen Zeituhr ginge es noch genauer, ist jedoch nicht wirklich notwendig und zudem schwieriger einzustellen. Die dazu nötige Intervallschaltung fehlt praktisch immer.

Es darf beim Stecklinge bewurzeln allerdings auf keinen Fall wärmer als 26° Celsius im Innern vom Propagator werden. Somit wird in diesen ein Thermo- Hydrometer gestellt, um die Temperatur und Feuchtigkeit beobachten zu können. Wenn es zu warm wird, dann wird der Deckel versetzt aufgesetzt oder abgenommen. Nun wird man meist das Problem haben, dass die Luft deutlich zu trocken ist. Die Stecklinge werden das Laub hängen lassen und drohen, einzugehen. Auch das soll nicht passieren.

Stecklinge bewurzeln, damit diese in die Blüte können

Stecklinge bewurzeln, damit diese in die Blüte können

Die Luft befeuchten

Ist die Luft zu trocken, muss sie zum Stecklinge bewurzeln befeuchtet werden. Zerstäuber sind schlecht, da ein Großteil vom Wasser sich auf dem Boden absetzt. Nasse Handtücher aufhängen ist ein unschöner und teils unzureichender Kompromiss. Wirklich optimal sind Ultraschallvernebler. Diese gibt es im Klimabereich vom Baumarkt, im Growhandel oder im Internet zu kaufen. Diese Geräte haben meist einen vier Liter Tank und können auf eine beliebige Luftfeuchtigkeit eingestellt werden, mit der sie dann die Luft befeuchten werden. Allerdings darf man für die Ultraschallbefeuchter nur kalkfreies Wasser einsetzen, Leitungswasser scheidet deswegen fast immer aus. Regenwasser oder demineralisiertes Wasser würden gehen. Es kann im Aquariumbedarf auch eine kleine Umkehrosmoseanlage erstanden werden, um das Leistungswasser zu reinigen.

Wenn ein kalkfreies Wasser vorhanden ist, dann gibt es nichts Besseres als die Ultraschallbefeuchter. Diese können direkt auf die Stecklinge drauf nebeln und diesen wird es richtig gut ergehen. Die Tanks der Befeuchter reichen meist nur für 12 Stunden, man muss sie also zweimal am Tag wieder befüllen oder auf halber Kraft einsetzen, um den Wasserverbrauch zu senken. Es gibt allerdings auch schwimmende Ultraschallbefeuchter mit austauschbaren Membranen, die in einem Wassereimer ihre Arbeit aufnehmen. Diese sind auf die Nebelleistung im Kaufpreis günstiger und flexibler einsetzbar.

Für die Klimatisierung der Stecklinge kann es vorteilig sein, sie in einem Stecklingszelt zu bewurzeln. Diese gibt es mit mehreren Ebenen zu kaufen. In dem Zelt ist weniger Raum, der beheizt und befeuchtet werden muss. Somit sollte das alles kein großes Problem sein. Damit es im Innern nicht schimmelt, muss natürlich ein wenig nach Außen abgelüftet werden. Wer sich keines dieser Zelte kaufen möchte, der kann auch eine Bretterkiste bauen. Diese wird aber auch nicht billiger als solch ein Zelt und das Zelt kann immer wieder auf- und abgebaut werden, es ist viel praktischer.

Fotoinfos

Titelfoto:

Die Stecklinge stehen in einem großen Propagator in der Bewurzelungsbox. Diese wird mit zwei 36 Watt Röhren beleuchtet, es passen hier zwei Propagatoren mit rund 140 Stecklingen drunter, mit jeder Ernte werden aber nur 18 frische Jungpflanzen benötigt. Oben durch die Belüftungsschlitze hängt ein Fühler am schwarzen Kabel, der die Temperatur misst. Diese wird sehr genau beobachtet, um eine Überhitzung zu vermieden. Wenn die Stecklinge ca. vier Stunden nach dem Schneiden das Laub hängen lassen, wird die Luftbefeuchtung erhöht.

Der kleine Ultraschallbefeuchter links im Bild ist auf den Propagator ausgerichtet und sorgt bei Bedarf für die benötigte Feuchtigkeit. Die Luftfeuchtigkeit soll aber mit der Zeit ruhig runter gedreht werden, damit die gewurzelten Stecklinge die Umstellung der Luftfeuchtigkeit beim Einpflanzen besser verkraften. Dann müssen sie nach dem Einsetzen nicht extra befeuchtet werden, wenn sie sich vorher schon an die trockene Luft gewöhnen konnten.

Foto im Artikel:

Dieser Steckling stammt aus einer anderen Growanlage. Mit enormer Kraft hat dieses Exemplar seine Wurzeln ausgebildet und treibt sie in die Steinwolle. In diesen Pflanzen steckt einfach ein enormer Lebenswille, wenn man ihnen ein wenig Licht und die nötigen Nährstoffe gibt. Möglicherweise lässt sich dieses kräftigere Wurzeln auch auf einen anderen Wurzelstimulator beim Schneiden der Stecklinge zurück führen.

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