Home » Marihuana Growing » Grow Equipment » Leuchtstoffröhren als Zusatzbeleuchtung – Ist das sinnvoll?

Leuchtstoffröhren als Zusatzbeleuchtung – Ist das sinnvoll?

Auch wenn die guten alten Natrium-Dampf-Lampen bei den meisten Growern im Garten hängen: Immer mehr Leute steigen zurzeit auf LED um. Der Grund ist eindeutig: Eine LED produziert im besten Fall ein sehr breites Lichtspektrum, nicht nur rotes Licht wie eine NDL. LED-Lampen bestehen heutzutage hauptsächlich aus blauen, roten, grünen und weißen Chips. Dadurch ergibt sich ein sehr breites Lichtspektrum, die Pflanze kann also mehr Photonen verwenden und dadurch effektiver arbeiten.
Oder um es auch für Laien verständlich zu machen: Umso „breiter“ das Spektrum, desto höher der THC-Gehalt und desto mehr Terpene bildet die Pflanze!

Leuchtstoffröhren gibt es schon sehr lange, die Technik ist also definitiv erprobt und hat sich als „effektiv“ erwiesen, sonst wäre nicht jedes öffentliche Gebäude mit den schmucken Leuchtbalken vollgepflastert. „Aber die rüsten doch jetzt alle auf LED um?!“ – Ja, richtig! Auf WEIßE LED-Lampen. Denn: Weiße Chips sind die effektivsten, die es zurzeit auf dem Markt gibt. Blau, rot und grün lassen sich zwar gut erzeugen, die Chips leuchten aber nicht besonders hell… Zum Vergleich: Rote oder blaue Chips bringen an die 40 Lumen/Watt, ein weißer Chip ballert grandiose 200 Lumen/Watt raus. Und Leuchtstoffröhren? Kommen so an die 80-100 Lumen pro Watt, sind also eigentlich relativ effizient. Der eigentliche Vorteil liegt aber im Spektrum.

Leuchtstoffröhren: Die vergessenen Lampen!

Leuchtstoffröhren haben gegenüber einer NDL/MH einen riesigen Vorteil: Das Spektrum lässt sich verändern. Um das jetzt etwas genauer zu verstehen gehen wir jetzt mal in das Aquarium-Fachgeschäft um die Ecke: Dort leuchten die Becken oft in einem blauen Ton. Weil Wasser blau ist? Nein, wir wissen alle: Wasser ist durchsichtig, filtert aber mit zunehmender Tiefe blaues Licht heraus, wodurch es dann eben blau wirkt. Das doofe: Ein Aquarium ist nicht tief genug um das Licht richtig zu filtern. Um für die Fische eine natürliche Umgebung zu schaffen werden daher oft blaue Lampen eingesetzt. UND genau hier wird es spannend: Ein Aquarium ist, im Gegensatz zu einem Cannabisgrow, ein legales Hobby; es gibt eine riesige, zahlungsbereite Szene und hunderte Firmen. Um es anders zu sagen: Die Aquariumbranche ist immer auf dem neusten Stand der Technik. Und oh Wunder, oh Wunder: Aquariumprofis benutzen seit Jahrzehnten Leuchtstoffröhren.

Denn: Mit Leuchstoffröhren kann man blaues, grünes, und rotes Licht erzeugen, auch rot und Kombinationen aus diesen Farben ist kein Problem. Und so doof es klingt: Aber farbiges Licht können Leuchtstoffröhren tatsächlich effektiver herstellen als LEDs, vom Preis ganz zu schweigen. Eine 80W Leuchtstoffröhre mit gemischten Farbanteilen kostet knapp 20 Euro. Die Röhren sollten ungefähr ein mal im Jahr ausgetauscht werden, genau wie eine NDL. Auch LEDs sollten, je nach Hersteller, nach zwei bis maximal 3 Jahren ausgetauscht werden. Die Hersteller geben hier jedoch oft nur die absolute Lebensdauer heraus, nicht ab wann die Lampe an Effizienz verliert. Was oft zu sehr viel Verwirrung führt.

Aquarium-LEDs verwenden? Besser nicht!

Der ein oder andere denkt sich jetzt „mhm, im Aquarium-Fachgeschäft sehe ich auch ganz viele LED-Lampen, kann ich dann einfach die verwenden?“ – Nein, die kosten nämlich genauso viel wie eine Grow-LED und haben natürlich genau das gleiche Problem (Stichwort Lumen pro Watt…).
Außerdem habt ihr ja bereits eine NDL (mit sehr viel rot!) und seid also auf der Suche nach einer Lampe mit blauem und grünem Spektrum. Und genau diese Kombination gibt es eben als Leuchtstoffröhren zu kaufen.
Optimal ist beispielsweise eine Kombination aus 400W NDL und 2x39W T5-Leuchtstoffröhren in blau mit einem kleinen Grünstich rechts und links neben dem NDL-Reflektor. T5-Leuchtstoffröhren sind dünner als die herkömmlichen „Neonröhren“ und sind die modernste Variante auf dem Markt.
Im Internet findet man außerdem sehr leicht die passenden Reflektoren, Vorschaltgeräte und so weiter. Fakt ist: Wenn ihr eine blau/grüne Aquarium-Leuchtstoffröhre in euren Grow integrieren wollt, müsst ihr euch diese selbst basteln. In einem Aquarium werden diese Lampen als „Hauptlicht“ eingesetzt, meistens 4 oder 8 Röhren nebeneinander. Bei euch sind sie aber nur als Zusatzbeleuchtung, um die Pflanze mit blauem Licht zu versorgen.

Auf was solltet ihr achten?

Auf das Spektrum. Die Pflanze will blaues Licht im Bereich um 450nm, genau das sollte eure Lampe auch liefern. Bei professionellen Herstellern bekommt ihr immer eine Grafik mit dem Lichtspektrum der jeweiligen Lampe, was natürlich sehr praktisch ist. Achtet darauf, dass die Lampe kein/kaum rotes Licht produziert, denn davon liefert eure NDL mehr als genug.

Ich hoffe ihr erinnert euch an diesen Artikel wenn ihr das nächste Mal eure Lampen wechseln wollt. Fragen zu dem Thema bitte einfach in die Kommentare.

One comment

  1. Mit Verstand ausgewählte LSR können NDL und auch LED ergänzen.

    NDL strahlen vorwiegend GELB, orange und zum roten und nahen Infrarotbereich hin abnehmend.
    Warmweiße LED, deren spektraler Rotbuckel bei ca. 640nm liegt, können wegen der zum Licht von NDL umgekehrten Verteilung auch den Blüte-stretch verringern.

    Die derzeitigen weißen LED bestehen praktisch alle aus blaustrahlenden Chips mit fluoreszierendem
    Farbstoff drauf und haben spektrale Mängel. Von ihrer Grundwellenlänge mit ca. 450nm zu violetten, kürzeren Wellenlängen in Richtung UV, normalerweise links im Spektraldiagramm und auch im Bereich von etwa 480nm weisen sie relativen Mangel auf, der bei extremer Gesamtlichtmenge in Einzelfällen durch unzureichende Anregung von Carotinoiden auch zu Schäden führen kann, die erst wie Nährstoffmängel wirken.
    Hohe Photosyntheserate und deswegen zuviel Sauerstoff, der garnicht mehr schnell genug raus kann.

    Der „Vergleich: Rote oder blaue Chips bringen an die 40 Lumen/Watt, ein weißer Chip ballert grandiose 200 Lumen/Watt raus.“
    ist primär nur die alte Mißachtung der Tatsache, daß die Einheit Lumen auf menschlicher Sehschwäche basiert. Die blaustrahlenden Chips, auf denen die weißen LED basieren sind schon sehr effizient, werden aber wegen der irreführenden Lumen abgewertet. Blau und Gelb zusammen ergeben grundsätzlich schonmal etwas das sehr nach Weiß wirkt.
    Aber wirklich effiziente rote Chips sind tatsächlich nicht zu finden. Sie werden wohl auch wegen der irreführenden Einheit Lumen kaum produziert, obwohl sie sinnvoll wären von 680nm bis 750nm. Mensch sieht sie schlecht und daher gibt’s vermutlich auch kaum Anstrengungen von Herstellern zu höherer Effizienz.

    Sich auf Lumenangaben als Maß für Effizienz zu verlassen und dabei gleichzeitig Rot und Blau beachten ist leider ziemlich widersinnig, denn im Bereich von Grün-Gelb ist das menschliche Sehvermögen bzw. Helligkeitsempfinden am höchsten. Und dafür ist diese irreführende Einheit nunmal gedacht.
    Aber leider nicht für Pflanzen bzw. deren „Sehvermögen“

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*