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Starkstrom Growing in der Theorie

Welche Steckdosen oder Geräte laufen über welche Sicherungen
Welche Steckdosen oder Geräte laufen über welche Sicherungen

Starkstrom kann ganz leicht auf Haushaltsstrom gesplittet werden

Die kleinen Grower arbeiten meist mit einer oder wenigen Lampen. In diesem kleinen Rahmen lässt sich alles schnell regeln, ohne auf Starkstrom Growing auszuweichen. Für die Leuchtmittel und Ablüfter kann einfach der Waschmaschinenanschluss verwendet werden, der immer über eine eigene Haushaltssicherung gelegt wird.

Wenn mit allen Verbrauchern die 3680 Watt pro 230 Volt 16 Ampere Sicherung nicht überschritten werden, dann ist alles im grünen Bereich. Diese 230 Volt ergeben mit den 16 Ampere exakt 3680 Watt. Über die Zimmersteckdosen, die über eine andere Haushaltssicherung laufen, können weiterhin der Wasserkocher oder Staubsauger genutzt werden, ohne dadurch die Leitungen zu überlasten.

Häufig laufen der Flur, die Küche, das Bad oder einige der Wohnungsräume über unterschiedliche Haushaltssicherungen. Man schaltet im Sicherungskasten einfach eine Sicherung nach der anderen aus und prüft mit einem Stromprüfer, welche der Steckdosen über welche Sicherungen laufen. Die Schaltpläne in den Sicherungskästen stimmen häufig nicht. Aber so findet es selbst der Laie ohne Gefahr heraus. Er kann seine Verbraucher leicht auf die Steckdosen verteilt, ohne eine Sicherung mit über 3680 Watt zu belasten. Ansonsten bleibt einem das Starkstrom Growing.

Begriffsklärung

„Sicherungen“ ist hierbei eher ein umgangssprachlicher Begriff. Wer diese Produkte sucht, sollte nach „Sicherungsautomat“ oder Leitungsschutzschalter“ mit 230/400 Volt und 16 Ampere suchen. Ein Sicherungsautomat ergibt 230 Volt 16 A bis 3680 Watt. Drei hingegen aufgrund der „Drehstromeigenschaften“ 400 Volt mit 16 Ampere.

Die Sicherungen, die Stecker, die Bauteile und Materialien sind genormt und haben ihre Fachbegriffe. Damit kann jedes Bauteil exakt zu seinem angedachten Verwendungszweck zugeordnet werden. Der Normalbürger muss das jedoch nicht alles wissen, sollte jedoch einige Grundlagen kennen.

Vorab

Hier liegen keine Fachkompetenzen vor. Wenn geschildert wird, wie an ein Kabel eine Steckdose geklemmt wird, dann ist das rein theoretisch zu verstehen. So würde man es machen, darf es jedoch nicht. Nur ausgebildete Elektriker dürfen einem Stromleitungen verlegen und Steckdosen anklemmen. Allein deswegen wird dringend dazu geraten, nur die vorhandenen Steckdosen zu verwenden und nicht an diesen, den Sicherungskästen oder fest verbauten Elektrogeräten herum zu schrauben.

Jeder sollte im Übrigen wissen, dass bei einem Brand die Versicherung nur zahlen würde, wenn ein Elektriker alles angeschlossen hat. Wenn jedoch Marihuana angebaut wird und ein Brand alles vernichtet, zahlt die Versicherung ohnehin nicht. Dennoch sollte ein fachkundiger Elektriker es machen und eine offizielle Rechnung als Beleg ausstellen. Das sollte zumindest dann der Elektriker machen, wenn ihm erklärt werden kann, warum er das machen soll, ohne dass er gleich zur Polizei läuft.

Beim Starkstrom Growing auf Haushaltsstrom kommen

Wer um die 10.000 Watt Spitze oder mehr verbraucht, der hat es bereits nicht mehr ganz so leicht. Wenn ein nicht benötigter Herdanschluss zur Verfügung steht, dann kann dieser häufig wie auch einige, aber nicht alle Starkstromanschlüsse, auf drei einzeln gesicherte Haushaltssteckdosen gesplittet werden. Das ist hier als „Starkstrom Growing“ zu verstehen.

Voraussetzung ist, dass die Starkstromanschlüsse über 230/400V 16A Sicherungsautomaten im Sicherungskasten gespeist werden. Dann ist das Splitten mit einem Kleinstromverteiler auf Haushaltsstrom zu 230V 16A möglich. Auch für 230/400V 32A Anschlüsse gibt es passende Kleinstromverteiler. Aber diese Abschnitte dürfen nur als Theoriewissen verstanden werden, natürlich darf man nicht einfach an Starkstromanschlüssen herum klemmen. Wer es einfach nur falsch macht, der kriegt nicht nur einen Schlag, sondern wird erschlagen.

Zum besseren Verständnis:

Es gibt beim Starkstrom verschiedene Größen. Die Kabel können sogar unterschiedlich viele Adern haben. Die Außenleiter laufen dabei alle über einen eigenen Sicherungsautomaten im Sicherungskasten. Dadurch kann beim Starkstrom auch viel mehr Strom an den Geräten ankommen. Im Normalfall hat die Starkstromleitung fünf Adern. Also drei Außenleiter. Wenn bei Haushaltsstrom maximal 16 Ampere über die Leitung gezogen werden können, dann gibt es Starkstromanschlüsse, mit denen 16, 32 oder noch mehr Ampere gezogen werden können.

Die Kabel sollen natürlich immer auch Adern mit einer genügenden Stärke haben, damit sie den ganzen Strom gefahrlos leiten können. Für 230 Volt 16 Ampere Haushalts-Wechselstrom werden Querschnitte von 1,5 mm reichen, zur Sicherheit können bei stark beanspruchten Leitungen dennoch 2,5 mm nicht schaden.

Weil es sich bei 400 Volt Starkstrom um „Drehstrom“ handelt, wären für 16 Ampere Kabelquerschnitte von wenigstens 2,5 und bei 32 Ampere von wenigstens 6 mm notwendig. Die „mm“ sind eigentlich nicht einmal die richtige Bezeichnung, es soll sich um Quadrat mm oder mm² handeln. Hier beim Starkstrom Growing sollen jedoch keine Starkstromkabel verlegt sondern wieder auf Haushalts-Wechselstrom gesplittet werden.

Weiterhin gilt das auch für die Stecker oder Steckdosen, dass die richtigen gewählt werden müssen. Natürlich sind diese sorgsam anzuschließen. Starkstromstecker und Starkstromsteckdosen gibt es für 16 oder 32 Ampere. Sie sehen sich zum verwechseln ähnlich. Die Stecker passen allerdings nur in die passenden Dosen. Bei 400 V 32A sind bereits 32 Ampere Sicherungsautomaten im Sicherungskasten, womit man diese Stärke schnell erkennt.

Ganz unterschiedliche Sicherungsautomaten

Da es für den Sicherungskasten ganz unterschiedliche Sicherungen gibt, kommt es eben auch auf diese an. Für den gewünschten Verwendungszweck müssen auch die richtigen Sicherungen verwendet werden. Für Haushalts. Wechselstrom jeweils eine 230 Volt 16A Sicherung, für Starkstrom mit 16A mehrere. Für Starkstrom können auch andere Amperezahlen wie 32A verwendet werden, womit man diese Anschlüsse nicht einfach auf Haushalts-Wechselstrom splitten kann.

Diese Sicherungen werden zusätzlich noch über einen FI Schutzschalter gesichert. Für das Badezimmer wird ein ganz empfindlicher FI Schalter vorgelagert, damit die Sicherungen viel schneller raus fliegen. Fällt einem der Föhn in das Wasser, hat man bessere Chancen. Ohne Sicherungen hätte man nicht mal eine Chance, sobald man in der gefüllten Wanne sitzt. Neben den Sicherungen gibt es Schutzschalter, Zeitrelais und sonstige Bauteile.

Die Normung

Der Strom wird mit zwei oder drei Haushaltssicherung jetzt also nicht 460 oder 690 Volt haben, da er anders eingespeist wird. Er hat als Drehstrom mit drei Außenleitern, die über drei Sicherungsautomaten mit 230V und 16A laufen, genau 400 Volt, die es in sich haben. Die Außenleiter werden im Übrigen als L1, L2 und L3 (in Deutschland zuvor R, S, T) bezeichnet und müssen bei Starkstromanschlüssen immer exakt auf den passenden Kontakt angeklemmt werden. L1 ist die braune, L2 die schwarze und L3 die silberne Ader. Bei einem normalen Haushaltskabel ist halt nur ein Außenleiter vorhanden, aber auch dieser heißt L1.

Wenn es ein Starkstromanschluss mit nur zwei Außenleitern ist, dann fehlt eben eine der Farben. Da sich die Bezeichnungen und die Farben für diese Stromanschlüsse mit der Zeit ändern, waren in Deutschland und Österreich zuvor eine braune und zwei schwarze Adern und in der Schweiz eine schwarze, eine rote und eine weiße Ader für die Außenleiter vorgesehen. Bei den Anpassungen geht es darum, dass es eine internationale Norm wird. Dennoch sollte man das für ältere Anschlüsse oder ältere Geräte wissen.

Damit lauten nicht nur an älteren Elektrogeräten sondern auch in älteren Beschreibungen die Bezeichnungen anders und in älteren Kabeln stimmen die Farben nicht.

An solchen Anschlüssen den Kleinstromverteiler für das Starkstrom Growing anklemmen

An solchen Anschlüssen den Kleinstromverteiler für das Starkstrom Growing anklemmen

Nicht einfach an Starkstromanschlüssen hantieren

Starkstrom kann einen nicht nur um hauen, er kann einen ins Jenseits treten. Folglich sollte man weder am Sicherungskasten noch am Starkstromanschluss hantieren, wenn nicht wirklich Fachwissen vorliegt. Wer einen Starkstromanschluss hat, kann an diesen jedoch eine handelsübliche Abzweigbox, einen sogenannten Kleinstromverteiler, anklemmen. Stecker rein und fertig ist. Das schafft selbst der Laie. Es sollen jedoch für das Starkstrom Growing die besseren Modelle gewählt werden, die bereits über eigene Sicherungen verfügen. An diesen Stellen darf wirklich nicht gespart werden. Zum Anschluss muss natürlich ein Kleinstromverteiler mit der passenden Amperezahl gewählt werden.

Wer z.B. am Küchenherd, am Durchlauferhitzer oder an einem sonstigen Gerät nur das Kabel ohne Steckdose liegen hat, kann diese Steckdose einfach anklemmen. Es muss jedoch zur Amperezahl die passende Steckdose verwendet und sachgemäß angeschlossen werden.

Wer hier einen Außenleiter und den Nullleiter verwechselt, hat vermutlich erst einmal Grund zum fluchen. Schlampiges Anklemmen kann sich auch noch nach Jahren mit einem Brand rächen. Aber mit der Starkstromsteckdose kann dann immer der passende Kleinstromverteiler angeklemmt werden, der dann wieder über mehrere Sicherungen auf Haushaltsstrom verteilt. Diese Kleinstromverteiler gibt es für 16 oder 32A Starkstromanschlüsse, um wieder auf mehrere 230V 16A Anschlüsse zu kommen.

Wie man es beim Starkstrom Growing umklemmen würde

Das Allerwichtigste zuerst: Bevor man irgendwo an den Adern rumschraubt und Kabel verlegt, nimmt man die Sicherungen im Sicherungskasten raus. Jetzt wird mit dem Spannungsprüfer, der bis 400 Volt geht, geprüft, dass kein Strom mehr drauf ist. Sonst ist es sehr gefährlich, oft genug werden die Haushaltssicherungen im Sicherungskasten völlig falsch beschriftet oder diese sind unverständlich. Den Beschriftungen in den Sicherungskästen ist deswegen nicht zu trauen. Erst wenn man sich vergewissert hat, dass der Strom runter ist, kann man sicher arbeiten. Das übliche Kabelmaterial und Werkzeug vorab bereitzulegen, ist ebenfalls von Vorteil.

Jeder Außenleiter im Starkstromanschluss läuft über eine Sicherung im Sicherungskasten. So kann daraus beim Starkstrom Growing mit dem Kleinstromverteiler wieder auf drei mal 3680 Watt gesplittet werden. Das reicht für die mittelgroßen Growanlagen bereits aus. Wenn alles angeklemmt wurde, wird im Sicherungskasten eine Sicherung nach der anderen wieder rein gelegt. Wurde etwas falsch gemacht, fliegt die entsprechende Sicherung direkt wieder raus. Es werden auch die anderen wieder raus genommen, um sich alles anzusehen. Selbst wenn alles erst mal läuft, sollte man sich alles wieder ansehen, ob nicht vielleicht doch etwas schmort.

Fotoinfos

Titelfoto:

Wer in seiner Wohnung mit starken Verbrauchern hantiert oder sogar an den Leitungen etwas ändern möchte, sollte erst einmal in den Sicherungskasten schauen. Man sollte hierbei ermitteln, welche Anschlüsse in der Wohnung oder den Räumen über welche Sicherungen gespeist werden. Auf diesen Sicherungen steht dann, wie sie gespeist werden.

Hier handelt es sich um eine Wohnung mit Nachtspeicherheizungen, in der stellenweise auch mal „etwas um die Ecke“ gearbeitet wurde. Die meisten Sicherungen könnten bis 380 Volt und bis 16A, einige bis 20A verwendet werden. Bevor für normale Starkstromleitungen 400 Volt gängig wurden, galten 380 Volt. Diese Sicherungen können jedoch für Haushaltsstrom oder miteinander kombiniert für Starkstrom verwendet werden.

Für einige starke Verbraucher wie den Durchlauferhitzer werden dreimal 230V zu 16A verwendet, um wegen der speziellen Eigenschaften vom Strom auf 400 Volt zu kommen. Die zwei 16A und die eine 20A Sicherungen gehen zum Herd. Auch für die Nachtspeicherheizung werden 20A Sicherungen eingebaut.

Damit zeigt sich, dass der Laie und somit auch ich eben nicht auf Gut Glück an Starkstromanschlüssen oder dem Sicherungskasten hantieren können. Selbst wenn man keinen Schlag kriegt, erschlägt es einem vielleicht doch die Elektrogeräte oder überlastete Leitungen werden zu tickenden „Brandbomben“. Wer jedoch bereits einen Starkstromanschluss hat, muss nur noch den passenden Kleinstromverteiler für das Starkstrom Growing anklemmen, um mehrfach gesichert auf Haushaltsstrom zu kommen.

Foto im Artikel:

Hier sind normale, 5 polige Starkstromstecker und Dosen zu sehen. Die Starkstromdose wird an die Wand geschraubt und dort angeklemmt. Dann kann der Starkstromstecker rein gesteckt werden, der vom Deckel zugleich fest gehalten wird. Damit rutscht der Stecker nicht einfach wieder raus, wenn man nicht sehr fest an ihm zieht oder den Deckel hebt. Weiterhin hat der Stecker einen kleinen Pin, mit dem er nur richtig herum in die Starkstromdose gesteckt werden kann. Hier darf der Stecker eben nicht so oder anders rum in die Dose gesteckt werden. Wenn alles richtig angeklemmt wurde, wird es auch funktionieren.

So einfach ist das jedoch nicht, da die Stecker und Steckdosen für 16A und 32A praktisch identisch aussehen. Man kann es auch den Kabeln nicht ansehen, ob sie mit 16A oder 32A zu jeweils 400 Volt Starkstrom angeklemmt wurden. Das sollte man jedoch wissen, um an solch eine Starkstromsteckdose seinen Kleinstromverteiler für das Starkstrom Growing zu klemmen. Zum Glück passen die 16A Stecker nicht in die 32A Steckdosen, womit im Regelfall nichts Schlimmes passieren kann. Es gibt sogar Adapter, mit denen 16A Kleinstromverteiler oder 16A Verbraucher doch an die 32A Anschlüsse geklemmt werden können.

Neben der Voltzahl ist die Ampere Zahl entscheidend. Viele Geräte laufen mit 230 oder 400 Volt aber ziehen einige Ampere, womit die Regelgeräte und Sicherungen überlastet werden. Man sollte also auch immer darauf achten, dass nicht zu viel Ampere über einzelne Regelgeräte oder Sicherungen laufen. Die Wattzahl ist hingegen nur das, was als Verbrauch gezählt und bezahlt wird.

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