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Starkstrom Growing in der Theorie

Der alte Sicherungskasten enthält noch Keramiksicherungen
Der alte Sicherungskasten enthält noch Keramiksicherungen

Starkstrom kann ganz leicht auf Haushaltsstrom gesplittet werden

Die kleinen Grower arbeiten meist mit einer oder wenigen Lampen und in diesem kleinen Rahmen lässt sich alles schnell regeln, ohne auf Starkstrom Growing auszuweichen. Für die Leuchtmittel und Ablüfter kann einfach der Waschmaschinenanschluss verwendet werden, der immer über eine eigene Haushaltssicherung gelegt wird. Wenn mit allen Verbrauchern die 3500 Watt nicht überschritten werden, dann ist alles im grünen Bereich. Über die Zimmersteckdosen kann man dann auch den Wasserkocher oder Staubsauger nutzen, ohne dadurch die Leitungen zu überlasten, weil diese Geräte dann über eine andere Haushaltssicherung gespeist werden. Häufig laufen der Flur, die Küche, das Bad oder einige der Wohnungsräume über eigene Haushaltssicherungen. Man schaltet im Sicherungskasten einfach eine Sicherung nach der anderen aus und prüft mit einem Stromprüfer, welche der Steckdosen über welche Sicherungen laufen. Die Schaltpläne in den Sicherungskästen stimmen häufig nicht. Aber so findet man es ohne Gefahr heraus, wie man seine Verbraucher leicht auf die Steckdosen verteilt, ohne eine Sicherung mit über 3500 Watt zu belasten. Ansonsten bleibt einem das Starkstrom Growing.

Von Starkstrom auf Haushaltsstrom kommen

Wer um die 10.000 Watt Spitze oder mehr verbraucht, der hat es bereits nicht mehr ganz so leicht. Wenn ein nicht benötigter Herdanschluss zur Verfügung steht, dann kann dieser wie alle Starkstromanschlüsse auf zwei oder drei Haushaltssteckdosen gesplittet werden. Das ist sehr einfach aber diese Abschnitte dürfen nur als Theoriewissen verstanden werden, natürlich darf man nicht einfach an Starkstromanschlüssen herum klemmen.

Man nimmt vorab immer alle Sicherungen raus, prüft, dass kein Strom mehr auf den einzelnen Adern liegt und geht mit dem Herdanschluss in eine Lüsternklemme mit fünf Kammern, da es sich um fünf Adern handelt. Nun geht man mit dem gelb grünen Schutzleiter und dem blauen Nullleiter dreimal zu drei neuen Kabeln raus und ergänzt zu jedem der Kabel mit einem der braunen oder schwarzen Außenleiter. Alle Kabel sollen in einer Steckdose münden, bitte nicht die Billigdosen aus dem Baumarkt sondern die gummierten wählen. Es werden natürlich Kabel mit einer 1,5 mm Aderstärke verwendet.

Jeder Außenleiter im Herdanschluss läuft über eine Sicherung im Sicherungskasten. So kann man dann drei mal 3500 Watt ziehen, das reicht für die mittelgroßen Growanlagen bereits aus. Wenn man alles angeklemmt hat, geht man zum Sicherungskasten und legt eine Sicherung nach der anderen wieder rein. Hat man etwas falsch gemacht, fliegt die entsprechende Sicherung direkt wieder raus, man nimmt auch die anderen wieder raus und sieht sich alles an. Selbst wenn alles erst mal läuft, sollte man sich alles wieder ansehen, ob nicht vielleicht doch etwas schmort. Die Lüsterklemmen mit den angeklemmten Adern sollen nach der ganzen Aktion natürlich nicht einfach offen im Raum hängen oder vielleicht durch Nässe erreicht werden können, hier sollte man natürlich alles in entsprechende Dosen für Elektroanschlüsse an der Wand sichern. Das gilt im übrigen ganz allgemein für Elektroinstallationen, dass nicht hinterher Schmutz und Feuchtigkeit an die Stellen mit den offenen Adern oder leitenden Metallteilen kommen kann.

Aber das allerwichtigste: Bevor man irgendwo an den Adern rum schraubt und Kabel verlegt, nimmt man die Sicherungen im Sicherungskasten raus und prüft mit dem Stromprüferschraubenzieher, dass kein Strom mehr drauf ist. Sonst ist es sehr gefährlich, oft genug werden die Haushaltssicherungen im Sicherungskasten völlig falsch beschriftet – den Beschriftungen in den Sicherungskästen ist deswegen nicht zu trauen! Das übliche Kabelmaterial und Werkzeug vorab bereit zu legen, ist ebenfalls von Vorteil.

Wer einen Starkstromanschluss hat, kann auf Starkstrom Growing ausweichen

Wer einen Starkstromanschluss hat, kann auf Starkstrom Growing ausweichen

Warum Starkstrom Growing und keine neuen Leitungen ziehen?

Beim Starkstrom sind im Kabel mehrere Außenleiter und jeder Außenleiter geht im Sicherungskasten über eine Haushaltssicherung. Starkstrom Growing ist also die Lösung, wenn man nicht genügend Steckdosen hat, die über verschiedene Haushaltssicherungen gespeist werden. Das bedeutet, dass man auch einfach im Sicherungskasten weitere Sicherungen rein setzen kann, um von diesem ausgehend ganz neue Leitungen zu ziehen. Man muss halt sehen, was für einen sinnvoller, einfacher und vor allem sicherer ist.

Wie bereits erklärt, liegt hier keine Ausbildung vor und beim Leser vermutlich ebenfalls nicht. Wer selber fachkundig ist oder jemanden hat, kann viel einfacher in den Sicherungskasten neue Sicherungen einfügen und neue Leitungen verlegen als an den Starkstromanschluss zu gehen. Dann kann der Herd weiterhin zum Kochen verwendet werden. Aber: Wer nicht fachkundig ist, der ist eigentlich schon mutig, wenn er am Herd mit dem Starkstrom Growing anfängt. Man sollte lieber die Finger vom Sicherungskasten lassen und höchstens rausgesprungene Sicherungen wieder rein klicken.

Wer wirklich an eine richtige Starkstromdose ran kommt, hat es sogar noch viel viel einfacher, wenn er auf das Starkstrom Growing geht. Im Baumarkt gibt es mobile Abzweig- oder Sicherungskästen. Diese werden an den kleinen oder großen Starkstromanschluss geklemmt und in diesen Kästen sind teils sogar Sicherungen enthalten und es finden sich abzweigende Steckdosen für Haushaltsstrom. Man muss nur einen Stecker in die Dose stecken und ein paar Verlängerungskabel ziehen, schon holt man sich Strom. Es muss natürlich ein mobiler Sicherungskasten gewählt werden, der für die eigenen Bedürfnisse geeignet ist.

Wer nicht an den Herd möchte und keine Starkstromdose hat, sollte einfach den Elektriker kommen lassen, der einem die Dose und ein paar gesicherte Kabel in den „neuen Werkraum“ legen soll, in dem dann die richtig wuchtige Standbohrmaschine kommt. Schon hat man eine Story und kriegt seinen Starkstromanschluss. Es kann sich auch um andere Verbraucher handeln, für die man Starkstromanschlüsse benötigt oder zumindest Kabel, die alle über eine einzelne Haushaltssicherung gespeist werden. Solange der Elektriker nichts sieht oder riecht, fragt er nur nach Geld. Mit einem fachkundigen Elektriker ist man bei solchen Dingen einfach auf der sicheren Seite und kann die Leitungen noch immer mit Verlängerungskabeln selber weiter ziehen.

Fotoinfos

Titelfoto:

Auf dem Bild ist einer der älteren Sicherungskästen zu sehen, der sogar noch einige Keramiksicherungen enthält. In diesen ist eine Sicherung, die irgendwann durch schmort und dann gewechselt werden muss. Wie bei schnurgebundenen Telefonen handelt es sich um eine veraltete Technik. Heutige Haushaltssicherungen haben einen Schalter. Springt dieser raus, behebt man den Fehler und drückt ihn wieder rein. Vor den Sicherungen ist immer noch der FI Schutzschalter, der noch einmal alle Sicherungen zusammen schützt. Es gibt viele Elektrobauteile wie Zeitrelais und Stromstoßrelais, die ebenfalls in Sicherungskästen eingebaut werden. Oft hat man in den teils alten Sicherungskästen das Problem wie hier, dass kaum noch freie Steckplätze für neue Sicherungen vorhanden sind. Dann ist es manchmal sogar notwendig, einen neuen Sicherungskasten installieren zu lassen. Da man für kleine Anlagen aber nicht viele Sicherungen braucht, sollte es unnötig sein. Für größere Anlagen wird der Strom häufig gezapft, um einen schwarzen Sicherungskasten zu versorgen, um nicht zu zahlen oder aufzufallen. Es zapfen übrigens nicht nur Grower.

Foto im Artikel:

Für Growanlagen ab mittlerer Größe können auch diese Geräte helfen. Es handelt sich um Verteilerkästen, die von Starkstrom auf Haushaltsstrom splitten. In dem rechten großen Kasten sind sogar noch mehrere Sicherungen enthalten, um die Steckdosen zu sichern. Man braucht diese Verteiler aber nicht wirklich, da man auch von einem Starkstromkabel auf Haushaltsstrom splitten kann. Das Starkstromkabel ist bereits mit drei Sicherungen für dreimal Haushaltsstrom im Sicherungskasten abgesichert. Aber wer auf das Starkstrom Growing ausweicht und wenig Ahnung von Elektrizität hat, sollte zur Vorsicht solch einen Verteilerkasten wählen, wenn er in seinen Gegebenheiten über einen Starkstromanschluss verfügt und seinen Verbrauch über mehrere Sicherungen verteilen möchte. Wer keine Ahnung von Elektrikschaltungen hat, sollte nicht mal seine Geräte für 240V Haushaltsstrom selber verkabeln und in keinem Fall an Starkstrom herangehen.

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