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Decarboxylierung von Marihuana macht es potenter

Ein Teil der Cannabinoide liegt in der nicht wirksamen Vorstufe vor
Ein Teil der Cannabinoide liegt in der nicht wirksamen Vorstufe vor

THC oxidiert an der Luft, THCA nicht

Wer gutes Marihuana raucht, wird high oder stoned, soweit ist es allen klar. Aber wie genau funktioniert das mit den Wirkstoffen? Immerhin fängt es mit dem Trocknen an, die Qualität vom Marihuana zu erhalten. Wer den Inhalt in diesem Artikel versteht, wird mit der gleichen Marihuanamenge möglicherweise mehr Wirkstoffe real nutzen können. Im Marihuana liegen THC als der high machende Wirkstoff und THCA als die nicht berauschende Vorstufe zum THC vor. Durch die Decarboxylierung kann THCA zu THC umgewandelt werden.

Im Körper wird Tetrahydrocannabinol als THC zum THC-COOH verstoffwechselt. Da die Cannabinoide nicht Wasser- sondern Fettlöslich sind, hilft es dem Autofahrer nicht, wenn das THC vom Joint sich nach vier Stunden oder von Speisen sich meist nach ein bis zwei Tagen praktisch vollständig zu THC-COOH abgebaut haben. Dieses nicht berauschende Abbauprodukt lagert sich über Wochen oder Monate im Fettgewebe ein. Bei einem Drogentest wird es festgestellt, da es vom Fettgewebe nach und nach an das Blut und somit dem Körper wieder abgegeben wird. Ist der Wert vom Abbauprodukt zu hoch, reicht allein das, um von einem regelmäßigen Konsum auszugehen, mit dem der Führerschein eingezogen werden kann. Dabei ist es egal, ob man im Straßenverkehr oder daheim in der Wohnung zum Drogentest genötigt wird. Da es durch das Kiffen diese von Cannabisgegnern herbeifantasierten „Flashbacks“ eben nicht gibt, werden andauernd Menschen, von denen kein erhöhtes Risiko für den Straßenverkehr ausgeht, die Führerscheine weg genommen. Dann müssten auch alle Christen ihren Führerschein abgeben, da sie „himmlisch eingebende Visionen“ kriegen könnten.

Das aber nur nebenbei, in diesem Artikel geht es um die Decarboxylierung von Cannabinoiden. Nicht nur THC liegt im Marihuana zum Teil als Vorstufe vor, auch andere Cannabinoide liegen zu einem gewissen Anteil in nicht wirksamen Vorstufen vor. Deren Konsum wird einem nicht schaden aber eben nicht den gewünschten Effekt bringen.

Die taktische Decarboxylierung von THC

Bei anderen Cannabinoiden wie dem CBD passiert es nicht, dass diese allein durch den Sauerstoffkontakt zersetzt werden. Haschplatten werden deswegen zum Rand dunkler, da das enthaltene THC unter Sauerstoffkontakt abgebaut wird und somit seine Wirkung verliert. Deswegen ist für die Nutzung vom THC die taktische Decarboxylierung wichtig. Das THCA wird durch Wärmeeinwirkung in THC umgewandelt und kann dann seine Wirkung entfalten. Zwei Sekunden in der Glutspitze vom Joint werden genügen. Wer hingegen backen oder kochen möchte, konsumiert nicht direkt beim Erhitzen, sondern erst etwas später. Dann sollte man nur bis maximal 140 (80 bis 140 Grad Celsius) erhitzen, aber dafür 20 bis 120 Minuten. Je wärmer, umso weniger Zeit wird genügen. Durch diese Decarboxylierung vom Marihuana oder Haschisch werden die Vorstufen in die Wirkstoffe umgewandelt. Nach dieser Decarboxylierung sollte das fertige Material entweder schnell verwendet oder luftdicht versiegelt werden, wenn es einem um das THC geht.

Wer Hanfbutter macht und Kekse backt, muss sein Marihuana oder Haschisch vorab nicht unbedingt im Backofen erhitzen. Dieses passiert bereits beim Kochen und Backen. Möglicherweise wird THC durch die Fettsäuren vor einem Abbau durch Sauerstoff besser als in einer Marihuanablüte geschützt.

Wer einen Joint raucht oder einen Vapo mit genügender Temperatur nutzt, muss nicht unbedingt sein Marihuana oder Haschisch vorher im Backofen erwärmen. Die Decarboxylierung erfolgt bereits während des Konsums. Dennoch gibt es Personen, die empfehlen, das Marihuana oder Haschisch kurz vor dem Rauchen oder Inhalieren im Backofen zu erwärmen. Der Geschmack wird leiden, da wegen der Temperatur sich viele Terpene verflüchtigen, die das High oder die medizinische Wirkung beeinflussen. Deswegen wäre vielleicht mit mehr Zeitaufwand eine geringere Temperatur die schonendere Decarboxylierung. Das Marihuana oder Haschisch wird mit beiden Vorgehensweisen potenter. Dieses kann gerne jeder für sich selber ausprobieren.

Wer hingegen ein Extrakt gewinnt und bei der Herstellung und der Einnahme mit etwas Pflanzenöl (weil es nicht wasser- sondern fettlöslich ist, würde es ohne das Pflanzenöl über den Verdauungstrakt gar nicht vom Körper aufgenommen werden.) auf jegliche Wärmeeinwirkung verzichtet, der vergeudet möglicherweise sogar die größere Hälfte der Inhaltsstoffe, da diese zum Teil noch als Vorstufe der Wirkstoffe vorliegen. In dieser Situation ist es umso wichtiger, vor dem Konsum eine Decarboxylierung einzuleiten. Deswegen wurden viele im Handel erhältliche CBD Extrakte bereits während der Herstellung erwärmt, um das CBDA in wirksames CBD umzuwandeln. Bei dem Extraktionsaufwand und den Produktpreisen ist ein kurzes Erwärmen in der Produktionskette immerhin kein nennenswerter Mehraufwand. Der Kunde sollte also beim Kauf von einem Extrakt darauf achten, wie dieses hergestellt wurde und wie sich die Inhaltsstoffe zueinander verteilen. Möglicherweise wäre nicht nur das selbst hergestellte sondern auch gekaufte Extrakt vor der Einnahme noch zu erwärmen, um das Maximum an Wirkung heraus zu holen. CBD Extrakte berauschen einen natürlich nicht, aber wegen dem bis 0,2% legal enthaltenen THC können sie ab gewissen Mengen vielleicht doch zu einem positiven Drogentest führen.

Auch beim Cannabidiol wandelt eine Decarboxylierung die Vorstufe in den Wirkstoff um

Auch beim Cannabidiol wandelt eine Decarboxylierung die Vorstufe in den Wirkstoff um

Die richtige Lagerung von THC haltigen Genussmitteln

Auch altes Marihuana, welches an der Luft lagerte, kann im Joint noch ein gute Wirkung entfalten, da durch die Decarboxylierung beim Rauchen das THCA in THC umgewandelt wird. Das vorher bereits vorhandene THC wurde durch den Sauerstoff nach einigen Wochen und Monaten bereits vernichtet. Von diesem Marihuana hätte man bei einem Konsum ohne vorheriges Erhitzen ganz bestimmt keine THC Wirkung. Andere Cannabinoide würden dennoch ihre medizinische Wirkung entfalten. Man würde aber nicht high werden.

Wer das bereits vorhandene THC beim Lagern nicht verlieren möchte, sollte sein Marihuana, sein Haschisch, sein Extrakt, seinen Haschkeks, sein Hautpflegeprodukt oder sonstiges Produkt von Sauerstoff abschirmen und dann lagern. Weiterhin wäre eine kühle Lagerung empfehlenswert, damit sich die Terpene nicht verflüchtigen. Im Marihuana sind Terpene für den Geschmack, Geruch und auch etwas für die Wirkung verantwortlich. Sie beeinflussen die Wirkung einiger Cannabinoide, wirken für sich allein jedoch nicht dementsprechend.

Einige Terpene verflüchtigen sich bereits ab warmen Raumtemperaturen. Eine kühle Lagerung ist deswegen immer die bessere. Vielfach wird Marihuana oder Haschisch sogar im Kühlschrank oder dem Gefrierfach gelagert. Es vorher zu vakumieren wäre die Empfehlung, um Gefrierbrand zu vermeiden. Beim Aufmachen der Verpackung sollte immer sehr genau darauf geachtet werden, dass sich im Innern vom Beutel keine Feuchtigkeit abgesetzt hat. Ansonsten sollte der Inhalt erst einmal geprüft und getrocknet werden.

Weiterhin wichtig für die richtige Lagerung vom Marihuana, Haschisch oder Extrakten ist die dunkle Lagerung. Sonnenlicht wird das wertvolle Gut zumindest an der Oberfläche angreifen und neben dem Geschmack auch die Wirkstoffe vernichten.

Wurde das Marihuana, Haschisch oder Extrakt mangelhaft gelagert, kann auch eine Decarboxylierung nicht mehr die ursprüngliche Qualität zurückbringen. Im schlimmsten Fall kann das wertvolle Gut nur noch entsorgt werden. Gerade für die medizinische Nutzung sollte nur eine einwandfrei hergestellte und akkurat gelagerte Qualität eingesetzt werden.

2 comments

  1. Würdet ihr vor dem Fermentieren von Blüten diese Erhitzen, oder ohne vorherige Erhitzung Fermentieren?

    • Ohne. Delta 9 THC oxidiert an der Luft und verliert seine Wirkung. Deswegen sollte man erst kurz vor dem Konsum eine Decarboxylierung versuchen oder die Blüten anschließend luftdicht verschließen.

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