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Wie verhalten sich THC und THCa im Cannabistee?

Cannabistee aus Blüten und Blättern hat sich inzwischen etabliert im Kräuterteeregal, auch für gesetzestreue Konsumenten, die einen Aufguss abseits vom Schwarztee-Mainstream schätzen. Das ist auch zu begrüßen, denn aus einer normalen, einheimischen Heilpflanze wird nun mal traditionell und wohltuend ein Heißwasseraufguss hergestellt. Der offiziell verkaufte Cannabistee besteht natürlich aus sogenanntem Speisehanf, also Nutzhanf mit EU-Zulassung, welcher sich durch verschwindend geringen THC-Gehalt auszeichnet. Der brave Kräuterfreund braucht auch bei exzessivem Gebrauch keine gesetzeswidrige gute Laune oder gar einen moralisch verwerflichen Rauschzustand zu fürchten. Nur wenige Angebote gehen explizit auf CBD-Gehalt der Pflanze ein, meist wird der Hanf einfach als Kräutertee beworben.

Die Preise für den legalen Stoff scheinen keinem erkennbaren Muster zu folgen. Die Angebote von Cannabistee im Internet schwanken zwischen 10 und über 40 Euro pro 100 Gramm. Das wäre immer noch billiger, als Rauchhanf, aber die Kalkulationen muten schon etwas seltsam an. Das scheint aber keinen groß aufzuregen, da macht wohl auch der langweilige Faserhanf die Kunden ziemlich gleichgültig. Auch die Angaben zum Geschmack schwanken stark zwischen gewöhnungsbedürftig und äußerst wohlschmeckend.

Handelsüblichen Cannabistee richtig zubereiten

Bei den Zubereitungsempfehlungen sind sich die Anbieter aber wieder einig. Ein Aufguss mit kochendem Wasser sollte 5 bis 10 Minuten ziehen. Die Wirkung wird einhellig als appetitregulierend und überhaupt total gesund beschrieben. Nur wenige nehmen bei den Rezepten Rücksicht auf die lipophilen Eigenschaften der wirksamen Pflanzenbestandteile und empfehlen, den Hanf 20 Minuten in Milch auszukochen. Das allerdings nur für den Fall, dass der herkömmliche Tee einmal langweilig werden sollte.

Denn auch im Wasser gezogen kann ein Kräuteraufguß durchaus gehaltvoll sein. Wir können davon ausgehen, dass Anteile von allen Terpenen in den Tee übergehen. Die sind zwar nur in Fett löslich, aber das ist bei den Ätherischen Ölen immer so (ein ätherisches Öl ist das in der Pflanze vorkommende Gemisch der verschiedenen Terpene). Auch die Wirkstoffe von Pfefferminz oder Kamille lösen sich zwar nicht im Wasser, aber schwimmen ungelöst darin herum oder dampfen wohltuend in die Nase. Beim Hanfblütentee handelt es sich also um ein traditionelles Rezept, das wahrscheinlich angenehm wirkt und in jedem Fall nicht schadet.

Potenter Cannabistee – macht das Sinn

Nun fragen wir uns aber, was wohl passiert, wenn wir den teuren, rezeptpflichtigen Hanf mit vielen wertvollen Cannabinoiden einfach in Wasser auskochen. Immerhin werden hier Preise von 5 bis 10 Euro pro Gramm plus Strafandrohung im Falle des Erwischtwerdens aufgerufen. Wäre da ein Wasseraufguss nicht eine Verschwendung des begehrten Wirkstoffes? Denn das THC löst sich ja nicht im Wasser, außerdem wird es bei einem einfachen Aufguss gar nicht decarboxyliert und wäre damit weitgehend unwirksam?

Mit diesen Fragen rund um wirksamen Cannabistee haben sich Kollegen von Liquid News, cannabis-special.com dankenswerterweise sehr detailliert auseinandergesetzt. Deshalb sei hier nur kurz zusammengefasst, wie es mit THC-haltigem Cannabistee aussieht. Den kann man durchaus mal brauen. Denn es braucht sich kein THC im Wasser lösen, es wird tatsächlich nur sehr wenig decarboxyliert, aber es kann trotzdem ein wenig Spaß machen und sehr ordentlich heilsam wirken. Mit einem einfachen Aufguss ist es da allerdings nicht getan. Man muss die Blüten schon 20 Minuten sanft auskochen. Das wird so auch niederländischen Patienten empfohlen, als Alternative zum bevorzugten Vaporizer. Eine Basisrezept empfiehlt ein Gramm pro Liter Wasser.

Tatsächlich geht dabei auch ein großer Teil der Wirkstoffe ins Wasser über. Da sind sie dann zwar nicht gelöst, sondern in Form ungelöster Kleinstpartikel, als sogenannte Emulsion, vorhanden. Dem Konsumenten kann das egal sein, denn die Cannabinoide werden mit dem Wasser getrunken, die ausgewaschenen Kräuter können entsorgt werden.

Allerdings wird beim Kochen nicht viel der sauren, nicht-psychoaktiven Vorläufermoleküle THCA zum psychoaktiven THC umgewandelt. Das Verhältnis von THC zu THCA beträgt im Wassersud höchstens 1:5. Ein Cannabistee bringt also im Vergleich zu im Ofen decarboxyliertem Esshanf nur einen sehr milden Rausch. Oder man muss eben eine entsprechend größere Menge Hanf verkochen. Bei durchschnittlich potentem Gras müsste man hier also statt 0,2 Gramm Einstiegsdosis 0,5 bis 1 Gramm pro Person empfehlen. Das kann man sich also zu besonderen Anlässen durchaus mal leisten. Es gibt außerdem berechtigten Anlass zu der Vermutung, dass grade die Kombination aus THCA und THC eine positive medizinische Wirkung hat. THCA allein etwa wirkt nachweislich positiv auf das Immunsystem. Das Wissen um die genau Wirkung von Cannabinoid-Mischungen ist aber noch nicht sehr tief. Die Forschung konzentrierte sich bisher weitgehend auf das decarboxylierte THC. Wohl wissen wir aber, dass beim Hanf – wie übrigens bei den meisten Heilkräutern – die Kombination der Inhaltsstoffe von entscheidender Bedeutung für ihre Wirkung ist. Wir können also von einer Wirkung auch des Wassergekochten Cannabistees ausgehen. Zumal der Tee in der traditionellen Kräutermedizin aller Hanf nutzenden Kulturen die Standardanwendung ist. Wahrscheinlich auch grade, weil hier die psychoaktive „Nebenwirkung“ eher mild und allgemeinverträglich ausfällt. Cannabistee ist also durchaus eine Option für Patienten und Freizeitnutzer, die für sich die geeignetste und angenehmste Zubereitungsform herausfinden wollen.

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