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Energy Drinks

Über die Geschichte, Inhaltsstoffe und Wirkung eines psychoaktiven Lifestyle-Produktes

Sie erfreuen sich einer enormen Beliebtheit und scheinen aus dem Lifestyle unzähliger heranwachsender, junger, meist männlicher Menschen kaum mehr wegzudenken zu sein. Man kann sagen, dass sie im Zeitalter moderner Leistungsgesellschaften inzwischen fest etabliert sind. Die Rede ist von den sogenannten Energy Drinks, die inzwischen von einer Vielzahl an Herstellern, in allen erdenklichen Geschmäckern, Farben, Wirkstärken und letztlich auch Preisklassen - vom Markenprodukt (ca. 1,80 € / 0,25 l) bis zur Billigvariante (ca. 0,30 € / 0,25 l) - angeboten werden.

Denn schließlich sind es in erster Linie die auf Taschengeld angewiesenen Jugendlichen, welche den größten Adressatenkreis ausmachen. Doch auch viele Erwachsene haben ein Faible für die zuckrig-aufputschenden Kultgetränke in den schrill gestylten Dosen, vor dessen Konsum von medizinischer Seite jedoch immer häufiger und eindringlicher gewarnt wird. Dennoch, so die Zahlen einer aktuellen Studie, konsumieren 3,2 % der deutschen Bundesbürger mindestens einmal pro Woche einen Energy Drink.

Grund genug, sich das Phänomen von Lipovitan®, Red Bull®, Flying Horse®, Monster®, Booster® und Co. einmal etwas genauer anzuschauen.

Kurze Geschichte der Energy Drinks

Das Bedürfnis, die eigene Leistungsfähigkeit für bestimmte Anlässe zu steigern, ist möglicherweise so alt wie der Mensch selbst. Schon damals wusste man um Pflanzen mit einem stimulierend-anregenden Wirkprofil und nutzte sie entsprechend. In Südamerika etwa kennt man schon seit Urzeiten den Cocastrauch (Erythroxylum coca), dessen alkaloidreichen Blätter traditionell nicht bloß gekaut, sondern auch als Teeaufguss konsumiert werden. Demnach könnte der Coca-Tee (Mate de Coca) als Pionier des Energy Drinks bezeichnet werden und das noch mehr als der stimulierende Kaffee, der vergleichsweise sehr viel jünger ist. Auch der ephedrinhaltige, auf Basis der Pflanzengattung Meerträubel (Ephedra) hergestellte „Mormonentee“ ist in gewisser Weiser eine natürliche Vorstufe moderner Energiegetränke.

Die Idee des modernen Energy Drinks (auch Energizer), im Volksmund auch „Gummibärchenbrause“ genannt, so wie man ihn derzeit in einer unüberschaubaren Sortenvielfalt im Supermarkt vorfindet, stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, wobei der Vorreiter der heute bekannten Marken aus Japan kommt. Dort wurden in den 1950-er Jahren taurinhaltige Getränke - zwecks gemutmaßter Verbesserung der Sehleistung sowie der Konzentrationsfähigkeit - Piloten verabreicht. Als erste große Marke, die in den 1960-er Jahren Energy Drinks massenproduzierte, etablierte sich Lipovitan®. Dieser, in Asien in kleinen 100 ml Apothekerfläschen verkaufte Energizer, ist letztlich auch der Vorreiter von Red Bull® und anderen Marken.

Nachdem der spätere Red Bull Erfinder Dietrich Mateschitz in den 1980-er Jahren die Idee des taurinhaltigen Energiespenders nach Europa importierte, etablierten sich die flüssigen Wachmacher in sukzessiv steigendem Umfang und rasanter Verbreitung auch hierzulande, indes sie, wie bereits gesagt, heute kaum mehr wegzudenken sind. Vielleicht auch gerade deshalb, weil die Wirkung der Energy Drinks wunderbar mit dem Zeitgeist unserer Gesellschaft korreliert.

Was ist drin? - Inhaltsstoffe

Die heute im Handel angebotenen Energy Drinks sind im Grunde genommen nichts anderes als eine Mixtur aus Wasser, Kohlensäure und einer Vielzahl an Zusatzstoffen, allen voran Zucker. Daneben werden Mineral-, Aroma- und Farbstoffe, Vitamine, Geschmacksverstärker, Glucoronolacton, Inosit (Muskelzucker) sowie die Aminosulfonsäure Taurin zugesetzt. Als zentrales Psychoaktivum, das letztlich auch die anregende Wirkung induziert, dient Koffein.

Zucker

Der kurzfristige Energiespender Zucker ist neben dem Koffein, das zweite „aufputschende“ Psychoaktivum, das im Energy Drink enthalten ist, und zwar in einer durchschnittlichen Konzentration von 10-14 Prozent. Umgerechnet bedeutet das, dass eine Dose von 250 ml bis zu 27 Gramm Zucker enthalten kann, was wiederum neun Zuckerwürfel ergibt. Dieser hohe Zuckergehalt macht die Getränke zwar enorm energiereich, gleichzeitig ist nach dem Konsum einer einzigen Dose schon mehr als über die Hälfte der empfohlenen täglichen Zuckerration eingenommen. Aus rein ernährungsphysiologischer Betrachtung lohnt sich ein Energy Drink also nicht. Hinzu kommt, dass durch eine regelmäßige Zufuhr derartig hoher Zuckerkonzentrationen, das Risiko auf Übergewicht und in Folge dessen auch auf weitere Erkrankungen, rapide steigt.

Aspartam (enthalten in einigen zuckerfreien Energy Drinks)

Die Substanz Aspartam, auch bekannt unter den Bezeichnungen „E951“, „Nutra Sweet“, „Canderel“ oder „Sanecta“, ist der am verbreitetste Süßstoff und weltweit in über 9000 Produkten enthalten, vornehmlich natürlich in zuckerfreien, den sogenannten „Light“- oder „Diät“-Produkten, aber auch in Medikamenten, Backmischungen, gefrorenen Backwaren, Kaugummis oder Fruchtsäften. Beim Aspartam handelt es sich um einen von der Firma „Monsanto“ patentierten, synthetisch sowie gentechnisch hergestellten Stoff, dessen Süßkraft um das 200-fache stärker ist als jene von Zucker. Kurzum: Beim Aspartam handelt es sich um eine extrem gesundheitsschädliche respektive krebserregende Substanz, deren Einnahme Expertenstimmen zufolge im Sinne der eigenen Gesundheitsvorsorge tunlichst gemieden werden sollte. Die im Volksmund geläufige Bezeichnung „süßes Gift“ trägt diese Substanz völlig zu Recht. Stellt man sich die Frage, warum im Zeitalter von Dicksäften, Malz, Stevia (Süßkraut) und Co., Zucker durch solch toxische Chemikalien ersetzt wird, bleibt einem im Grunde genommen nichts anderes übrig als in wilde Verschwörungstheorien abzudriften.

Die Liste potenzieller Nebenwirkungen von Aspartam, die unter Umständen sogar bis zum Tode führen können, ist ellenlang ist und eine volle Auflistung würde den Rahmen dieses Artikels um ein Vielfaches sprengen würde. Hier aber eine kleine Auswahl, die jedoch ausreicht, um sich einen flüchtigen Eindruck von dieser Substanz zu verschaffen: Angstzustände, Arthritis, Asthma, Gehirnkrebs, chronischer Husten, Depressionen, Durchfall, Müdigkeit, Gedächtnisverlust, Haarausfall, Impotenz, unstillbare Durst- und Hungerattacken, Herzrhythmusstörungen, Erbrechen, Menstruationsbeschwerden und Zyklusveränderungen, Hautausschlag u. v. w. Mit Blick auf diese Nebenwirkungspalette könnte glatt angenommen werden, dass es sich beim Aspartam um ein starkes Pharmazeutikum handelt, aber unter keinen Umständen um einen freiverkäuflichen Nahrungsmittelzusatz.

Zusatzstoffe in Softdrinks

Koffein

Die stimulierend-anregende Wirkung des Energy Drinks ist primär auf das Koffein zurückzuführen, sekundär auf den Zucker beziehungsweise auf die Kombination von beidem. Durchschnittlich liegt der Koffeingehalt eines Energy Drinks bei ungefähr 75 mg pro 250 ml. Die Substanz führt bekannter Weise zu einem Anstieg von Puls- und Herzfrequenz, wobei abhängig der eingenommen Dosierung sowie der persönlichen Empfindlichkeit auch Nebenwirkungen wie Herzrasen, Unruhe, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Schwindel auftreten können. Das für die Herstellung der Energy Drinks verwendete Koffein entstammt aus Gründen der Kostenersparnis meist der industriellen Kaffee-Entkoffeinierung, wobei es aber auch Produkte gibt, die Guaraná-Koffein enthalten, welches aus den Kernen und Früchten der Guaraná-Pflanze (Paullinia cupana) gewonnen wird.

Taurin

Diese Aminosulfonsäure ist eigentlich erst mit dem Aufkommen der Energy Drinks bekannt geworden. Dass Taurin aus dem Hoden von Stieren gewonnen wird, ist ein Mythos, der sich bis heute hartnäckig hält. Fakt ist: Die beiden Deutschen Chemiker Leopold Gmelin und Friedrich Tiedemann haben Taurin im Jahre 1827 erstmals isoliert, jedoch nicht aus dem Hoden eines Stieres, sondern aus der Galle eines Ochsen. Heute wird Taurin ausschließlich synthetisch hergestellt. Da der Stoff aus Cystein unter der Mitwirkung von Vitamin B6 im erwachsenen Körper selbst gebildet wird, es sich also um eine endogene, sprich körpereigene Substanz handelt, die an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist, bedarf es ernährungsphysiologisch keiner externen Taurinzufuhr. Säuglinge, die den Stoff noch nicht selbst produzieren können, nehmen ihn über die Muttermilch auf. Doch warum wird Taurin, dessen Pharmakologie übrigens noch weitestgehend unerforscht ist, den Energy Drinks zugesetzt?

Nämlich deshalb, weil angenommen wird, dass Taurin die psychoaktive Wirkung von Koffein verstärkt und den Übergang anderer Stoffe in die Blutbahn erleichtert, etwa von Zucker oder von Koffein. Diese Annahme basiert jedoch auf keinerlei wissenschaftlicher Erkenntnis und ist letztlich reine Spekulation. Genau deshalb, nämlich, weil man im Grunde genommen nur sehr wenig über das unerforschte Taurin weiß, wird vor dem Stoff, der beispielsweise in einer kleinen Dose (250 ml) Red Bull® zu einer äußerst großzügigen Dosierung von einem Gramm vorliegt, in jüngster Vergangenheit auch verstärkt gewarnt. Eine tägliche Einnahme von maximal drei Gramm Taurin pro Tag gilt nach derzeitigem medizinischem Kenntnisstand zwar als unbedenklich, sollte in Anbetracht der Unkenntnis darüber sowie dem Fehlen an Langzeitstudien, aber nicht überschritten werden.

Glucuronolacton

Ein weiterer Zusatzstoff der meisten Energy Drinks ist Glucuronolacton, ein natürlich vorkommender Ester der D-Glucuronsäure, der im menschlichen Körper durch Oxidation in der Leber gebildet wird, und zwar in ausreichender Menge. Als wichtiger Bestandteil des Bindegewebes ist der Stoff zudem in Tieren, Pflanzen sowie Schleimstoffen enthalten, wobei seine natürliche Funktion im menschlichen Körper darin besteht, diesen von endogenen sowie exogenen Schadstoffen zu befreien.

Zu beachten ist aber, dass die in Energy Drinks enthaltene Menge an Glucuronolacton die üblicherweise stattfindende Zufuhr durch herkömmliche Nahrungsmittel um ein Vielfaches übersteigt. Pro 250 ml Dose befinden sich ungefähr 600 mg Glucuronolacton. Welche gesundheitlichen Konsequenzen sich daraus ableiten lassen ist bislang nicht bekannt. Langzeitstudien liegen keine vor. Dennoch wird der Stoff von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als „unbedenklich“ eingestuft. Die von Glucuronolacton ausgehende „Entschlackung“ soll angeblich leistungssteigernd wirken, was bis dato von wissenschaftlicher Seite jedoch nicht bestätigt wurde.

Inosit

Inosit, auch unter dem Trivialnamen Cyclohexanhexol bekannt, ist ein vitaminähnlicher sechswertiger Alkohol, der als körpereigener Stoff im Muskelgewebe zu finden ist und ebenfalls den Energy Drinks zugesetzt wird. Und zwar deshalb, weil die Annahme existiert, dass Inosit über ein stimulierend-aufputschendes Wirkverhalten verfügt, wobei es sich auch hierbei bislang um reine Spekulation handelt. Zudem wirkt Inosit als Geschmacksverstärker. Auf dem illegalen Drogenmarkt wird Inosit, begründet durch seine weiße, kristalline Beschaffenheit sowie leichte Zugänglichkeit, vereinzelt auch als Streckmittel verwendet, etwa für Kokain.

Vitaminzusätze

Zusätzlich wird versucht die Energy Drinks mit Vitaminen aufzupeppen, vornehmlich mit jenen aus dem Vitamin B-Komplex, beispielsweise B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Pantothensäure), B6 (Pyridoxin, Pyridoxamin, Pyridoxal) und B12 (Cobamamid). Natürlich handelt es sich bei den zahlreichen Vitaminen um essenzielle, von wichtigen Mikroorganismen gebildete Stoffe. Doch warum diese den Energy Drinks in einer solch abnormal-gigantischen Dosierung beigefügt werden, bleibt schleierhaft. Der 2009 auf den Markt gebrachte Energy Shot® aus dem Hause Red Bull® beispielsweise enthält bereits 170 % der empfohlenen Tagesdosis für Vitamin B6 und das, man bedenke, in nur 60 Millilitern.

Farb- und Aromastoffe

Bevorzugt verwendete Farbstoffe, die den meisten Energy Drinks beigefügt werden, sind Azorubin (E122), Brillantblau (E133) und Chinolingelb (E104). Zu beachten ist, dass die drei genannten Farbstoffe bei vielen Personen eine allergische Reaktion auslösen. Es gibt eine nicht zu überblickende Vielzahl an natürlichen und künstlichen Aroma- und Farbstoffen. In den meisten Energy Drinks finden jedoch nur die Künstlichen, also die synthetisch Erzeugten, Verwendung.

Wirkungen und Nebenwirkungen

Die Wirkung setzt - abhängig der individuell-persönlichen Befindlichkeit des Konsumenten - durchschnittlich nach 10 - 30 Minuten ein und hält zwei bis drei, in seltenen Einzelfällen auch bis zur vier Stunden an. Primär ist die psychoaktiv-anregende Wirkung durch das enthaltene Koffein verursacht, aber auch durch die Wechselwirkung der Stimulans Koffein, dem Energieträger Zucker und dem mutmaßlichen Stoffwechselbeschleuniger Taurin. So wirkt ein Energy Drink bei den meisten Personen in einer solchen Weise, dass Müdigkeitserscheinungen kurzfristig überdeckt werden und die Konzentrationsfähigkeit vorübergehend ansteigt. Zudem wird von einigen Konsumenten beschrieben, dass von den Energy Drinks leichte Kopfschmerzen beseitigt werden sowie eine aufmunternde, mitunter sogar stark euphorisierende Wirkung ausgeht, wobei in diesem Kontext gesagt werden muss, dass eine solche Wirkung für gewöhnlich erst nach der Einnahme größerer Mengen eintritt, also ab mindestens vier bis sechs Drinks. Letztlich ist es aber so, dass die Wirkung des Koffeins vor allem von der Dosis, dem Gewöhnungseffekt, der Stoffwechselfunktion sowie von Set (physische und psychische Verfassung des Konsumenten) und Setting (Rahmenbedingungen) abhängt.

Kurzzeitnebenwirkungen der Energy Drinks sind im Grunde genommen analog zum Kaffee oder anderer koffeinhaltiger Getränke. So werden hauptsächlich Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen, starkes Schwitzen sowie Herzrasen als die zentralen Nebenwirkungssymptome beschrieben. In Einzelfällen führt der Konsum zudem zu Kopfschmerzen, ja sogar zu einem „Kater“ am Folgetag. Aber auch nur dann, wenn größere Mengen konsumiert wurden.

Langzeitnebenwirkungen der Energy Drinks sind bislang nur wenig erforscht.

Jedoch sind auch diese wahrscheinlich analog, oder zumindest sehr ähnlich zu jenen des Kaffees. Einige Wissenschaftler mutmaßen im Kontext der Langzeitwirkung, dass ein regelmäßiger Energizerkonsum den Cholesterinwert erhöht sowie Hypokalzämie auslöst. Beim zweiten handelt es sich um einen Kalzium- und Kaliummangel im Blut, wodurch Krämpfe und Spasmen ausgelöst werden können. Jedoch gilt auch hier: Reine Spekulation bislang.
Dass die regelmäßige Einnahme von Energy Drinks innerhalb von 1-2 Wochen zu einer Toleranzentwicklung führt, so dass die Dosierungen sukzessive erhöht werden müssen, um eine gleichbleibende Wirkintensität zu verspüren, ist ein Faktum, das ebenfalls betont werden muss. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass der regelmäßige und exzessive Konsum koffeinhaltiger Getränke eine körperliche Abhängigkeit begünstigt. Wird die Droge plötzlich abgesetzt, nachdem sich der Organismus bereits dran gewöhnt hat, sind Symptome wie Kopfschmerzen, Nervosität, Reizbarkeit, depressive Verstimmung, Müdigkeit, Bewegungs- und Konzentrationsstörungen, ja sogar Erbrechen, gegebenenfalls zu erwartende Entzugserscheinungen. Im Vergleich zu einem Opiat-Entzug oder dergleichen, ist die Entzugssymptomatik von Koffein bzw. den Energy Drinks zwar harmlos, aber dennoch äußerst unangenehm und nicht zu unterschätzen, vor allem dann nicht, wenn man bedenkt, dass die Zielgruppe der Energy Drinks heranwachsende Jugendliche bzw. junge Erwachsene sind.

Mischkonsum mit Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen

Unter der umläufigen Bezeichnung Diskoschorle sind Energy Drinks in Kombination mit etwas Hochprozentigem in jeder Disko sowie auf zahlreichen Großveranstaltungen der absolute Kassenschlager. Von vielen Personen wird nämlich angenommen, dass der stimulative Energizer die betäubende Wirkung des Alkohols auszugleichen vermag. Zudem bilden sich viele Personen ein, dass sie unter der Wirkung eines bzw. mehrerer Energizer, größere Mengen Alkohol vertragen, was jedoch sicher nur auf die Wenigsten zutrifft. Bei den meisten ist es so, dass die Trunkenheit zwar weniger intensiv wahrgenommen wird, diese aber trotzdem in voller Stärke vorhanden ist.

Eben solches beweisen auch aktuelle Studien, die herausgefunden haben, dass der Mischkonsum von Alkohol und Energy Drinks, genau wie der Monokonsum von Alkohol, Beeinträchtigungen bestimmter Hirnleistungen verursacht, wobei das Koffein gegebenenfalls dafür sorgt, dass die Trunkenheit unterschätzt und letztlich die persönliche Leistungsfähigkeit völlig falsch beurteilt wird. Deshalb, so auch die Aussage einiger Studien, besteht beim Mischkonsum von Alkohol und Energy Drinks ein erhöhtes Risiko zur Selbstüberschätzung, wodurch der Konsument unter Umständen in (meist selbstverursachte) Gefahrensituationen gerät.

Das heißt: Wer Alkohol trinkt darf sich durch die stimulierenden Effekte des Koffeins nicht täuschen lassen und keinesfalls auf die dumme Idee kommen, sich hinter das Steuer etc. zu setzen. Zudem sollte die Mischkonsumform Alkohol und Energy Drink niemals mit sportlichen Aktivitäten kombiniert werden.

Doch nicht nur die Mischkonsumform bestehend aus Alkohol und Energizern ist in Diskokreisen inzwischen fest etabliert. Auch der Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen, meist Stimulanzien, gehört für viele Partyfans fest dazu.

Energy Drinks + Stimulanzien (z. B. Amphetamine oder Kokain)

Dadurch, dass sowohl die Energy Drinks als auch die eingenommene Stimulanz in einer Erhöhung der Herz- und Pulsfrequenz wirken, bedeutet diese Mischkonsumform eine extreme Belastung für das Herz- sowie Kreislaufsystem. Hierdurch besteht wiederum die Gefahr einer lebensgefährlichen Überhitzung (Hyperthermie), die im Einzelfall sogar zum Tod durch Herzstillstand führen kann.

Energy Drinks + Cannabis

Die kombinierte Einnahme von Energy Drinks und Cannabis birgt kein besonderes Risiko und ist vergleichbar mit der Kombination Kaffee und Gras. Den meisten Personen geht es bei dieser Form des Mischkonsums darum, die eventuell auftretenden Müdigkeitserscheinungen, die Cannabis möglicherweise herbeiführt, durch die gleichzeitige Einnahme eines Energy Drinks auszugleichen.

Energy Drinks + Downer

Diese Mischkonsumform, also Energy Drinks bzw. Koffein, eingenommen mit einem Downer, etwa GHB/GBL, Benzodiazepinen oder Opiaten, ist bei einigen Personen deshalb beliebt, weil die jeweiligen Wirkspektren konträr zueinander stehen, wobei das Koffein der meist stark sedierenden Wirkung der meisten Downer ein Stück weit entgegenwirkt. Doch auch diese Kombination kann den Organismus stark belasten. In Einzelfällen sogar derart stark, dass der Konsument durch Störungen des Kreislaufs zusammenbricht.

Rechtsstatus

Obwohl es die Verbraucherzentrale schon seit längerem fordert, existiert bislang keine Altersbeschränkung in Bezug auf den Verkauf der koffeinhaltigen Energy Drinks. Dennoch werden Energy Drinks von einigen Ladenbesitzern, jedoch mehr aus persönlicher Überzeugung als aus Rechtsgründen, nicht an Personen unter 16 oder gar 18 Jahren verkauft. Das ist zwar nicht sonderlich geschäftsfördernd, aber völlig legitim und wie ich persönlich finde, auch sehr lobenswert.

Fazit und Safer Use

Schaut man sich die beschriebenen Inhaltstoffe der Energy Drinks an, wird schnell und unmissverständlich deutlich, warum Mediziner und andere Experten immer wieder vor dem Konsum warnen. Doch natürlich sind nicht die enthaltenen Substanzen das Problem, abgesehen vom Aspartam vielleicht. Bei den meisten davon handelt es sich ja sogar um endogene Stoffe, die vom Mensch selbst produziert werden und ausgesprochen wichtig sind. Vielmehr sind es die vorliegenden Dosierungsgrade, die sich als problematisch bewerten lassen. Auch in Anbetracht des Umstands, dass zu den meisten Inhaltsstoffen, Studien zur Langzeitwirkung zur Gänze fehlen, sollte mit Energy Drinks niemals leichtfertig umgegangen werden.

Grundsätzlich gilt Folgendes: (SAFER USE)

• Für Kinder, Schwangere, Allergiker sowie koffeinempfindliche Personen sind Energy Drinks grundsätzlich ungeeignet.
• Personen mit einem erhöhten Cholesterinspiegel, Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes, Angststörungen, Leber- oder Nierenerkrankungen sollten ebenfalls vom Konsum absehen.
• Ein Energy Drink sollte niemals als Durstlöscher eingenommen werden, sondern ausschließlich als gelegentliches Genussmittel.
• Nicht mehr als einen Energy Drink auf einmal trinken, denn eine Portion ist gesundheitlich relativ unbedenklich.
• Keinen Energy Drink in den Stunden vor dem Schlafengehen zu sich nehmen.
• Energy Drinks wirken nur kurzzeitig als Wachmacher, was beim Ausführen verantwortungsvoller Tätigkeiten unbedingt beachtet werden muss. Verblasst die Wirkung des Energy Drinks bzw. des Koffein fällt die Leistungskurve auf ein niedrigeres Niveau als vor dem Konsum.
• Vor dem Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen muss sich ausführlich über entsprechende Wechselwirkungen informiert werden. Auf die kombinierte Einnahme von Energy Drinks und anderen Stimulanzien sollte generell verzichtet werden, denn eine Stimulanz reicht in der Regel und ist zudem für das Herz- Kreislaufsystem viel besser zu vertragen.
• Im Falle einer Koffeinüberdosierung (ab ein Gramm) oder akuten Vergiftungserscheinung helfen Getränke mit hohem Vitamingehalt. Naht der Kreislaufkollaps, sofort hinlegen, Beine hochlagern und unverzüglich ärztliche Hilfe verständigen.

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