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Hortensien rauchen – die tödliche Blausäure

Noch nicht geklaut und noch nicht geraucht
Noch nicht geklaut und noch nicht geraucht

Wenn die „innere Erstickung“ turnt

Jedes Jahr finden sich wieder unzählige Zeitungsberichte über Hortensien Diebstähle. Aus hier nicht geklärten Gründen geht bei vielen Unkundigen das Gerücht herum, dass man diese Pflanzen oder Blüten der Pflanzen als Hanfersatz rauchen könne. Sie würden so ähnlich wirken und einen euphorisch machen und hätten eine sedierende Wirkung. Bislang wurden in Hortensien noch keine Inhaltsstoffe gefunden, die für diese „Wunschwirkung“ verantwortlich sein können. Dass Blausäure enthalten ist, das ist jedoch seit langem schon bekannt.

Blausäure ist hochgiftig und mit 1 bis 2 mg pro kg Körpergewicht bereits tödlich. Dieses Gift kann nicht nur über das Essen oder Inhalieren, sondern auch über die Haut in unseren Körper gelangen. Blausäure dockt an gewissen Stellen in den Zellen oder den Blutkörpern an, womit der Transport vom Sauerstoff blockiert wird. Dieser ist im Blut zwar vorhanden, kann jedoch nicht dorthin gelangen, wo er benötigt wird. Man erstickt also innerlich, was sich natürlich bereits lang vor dem Tod bemerkbar macht.

Wenn man eins mit dem Hammer auf den Kopf kriegt, hat man auch eine Wirkung. So ähnlich ist es vielleicht mit den Hortensien, dass man sich durch die Symptome des inneren Erstickens anders fühlt. Auch wenn es vermutlich noch keine Todesfälle gibt, so wird hier aus gutem Grund dringend vom Rauchen von Hortensien abgeraten. Wenn z.B. Hirnzellen oder andere Körperzellen wegen Sauerstoffarmut absterben, dann ist das in jedem Fall gefährlich. Gerade abgestorbene Hirnzellen werden nicht einfach erneuert. Wenn die Schäden wie beim Tabakrauchen oder Alkoholtrinken vielleicht auch nur ganz schleichend einsetzen und man zuerst denkt, es sei nichts Schlimmes, so wird das häufige Rauchen von Hortensien eventuell bleibende Schäden oder schwere bleibende Schäden nach sich ziehen.

Vergiftungssymptome erkennen

Möglicherweise rauchen die Freunde Hortensien und erklären, es wäre Marihuana und man raucht mit? Wenn man an Atemnot leidet, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen oder Krämpfe einsetzen, der Atem nach Bittermandeln riecht, die Hautfarbe rosig wird oder die ersten schon in Ohnmacht fallen, dann sind das die Symptome von einer Blausäure-Vergiftung. Wie viel Hortensien man rauchen muss, bis sich Vergiftungserscheinungen einstellen und ob weniger Sauerstoff im Hirn vielleicht euphorisch macht, dazu kann hier nichts gesagt werden. In jedem Fall sollte man das Rauchen direkt einstellen, die Fenster öffnen oder besser noch nach draußen gehen und erst einmal tief durchatmen. Wenn jemand sich bereits übergibt oder ohnmächtig wird, wäre es an der Zeit, trotz der Angst vor der Polizei dennoch beim Notarzt anzurufen und zu fragen, wie schlimm es werden kann.

Es wird laufend ab Juli über Hortensien Diebe berichtet, nicht aber über verstorbene Hortensienraucher oder solche, die auf der Notstation landen oder zum Pflegefall werden. Es kann also nicht so schlimm sein, wenn man es mal probiert. Beim Dauergebrauch kann es jedoch nach Jahren anders aussehen.

Es kann nicht der Sinn sein, sich eine Vergiftungserscheinung mit Symptomen innerer Erstickung zu zu ziehen, um durch weniger Sauerstoff im Hirn einen euphorischen Moment zu haben. Auch wenn Hanf noch verboten ist und man sich mit Erwerb, Verarbeitung, Anbau oder Besitz strafbar macht, sollte man vielleicht doch eher über diese Optionen nachdenken, als dass man Nachbars Garten rupft. Wer selber Hortensien anbaut, sollte darüber nachdenken, damit aufzuhören, da man giftigen Blausäurekonsum nicht auch noch fördern muss.

Hortensien rauchen führt zur Blausäurevergiftung

Hortensien rauchen führt zur Blausäurevergiftung

Hortensien als neue „Bananen-Ente“

Es gibt das Gerücht, dass das Rauchen von Bananenschalen high macht. Dieses entstand zu Hippiezeiten in den USA. Bananenschalen enthalten gewisse Inhaltsstoffe und jemand vermutete, dass diese beim Rauchen wie Drogen wirken könnten. Dass dieses selbst mit weit höheren Mengen dieser Stoffe nicht ginge, ist heute bekannt. Dass es mit den Mengen in den Bananenschalen nicht geht, davon haben sich schon viele überzeugen können. Dennoch gibt es noch heute dieses Gerücht und noch heute rauchen Leute ihre Bananenschalen, um es zu testen.

Irgendjemand, der gerade völlig zugedröhnt war und sich einen Spaß machte, setzt also ein Bananen- oder Hortensiengerücht in die Welt. Einige testen es, erkennen die Nullwirkung und verbreiten es weiter. Die nächsten fallen darauf rein und man hat seinen Spaß. Vermutlich geht der Ursprung vom Hortensienrauchen genau wie das Bananengerücht auf einen Dauerstoner zurück, der entweder richtig high war, oder nur seine Kollegen veralbert hat.

Wenn man Bananenschalen raucht, bis einem die Luft weg bleibt und einem schwindelig wird, dann merkt man dabei auch etwas. Das liegt dann aber doch eher am Sauerstoffmangel und der eigenen Dummheit, als an Bananenschalen oder Hortensien.

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